| Usbekisch | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Usbekistan, Iran, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan, Turkmenistan, Afghanistan, Türkei, Xinjiang (China) | |
| Sprecher | 24 Millionen | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | Usbekistan | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
uz |
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| ISO 639-2: | (B) uzb | (T) |
| ISO 639-3 (SIL): | ||
Die usbekische Sprache (Eigenbezeichnungen: O‘zbek tili [usbekische Sprache], O‘zbekcha [Usbekisch], veraltete Schreibungen kyrillisch Ўзбек тили und arabisch: ئۇزبېك تىلى O‘zbek tili ), kurz Usbekisch, ist die am weitesten verbreitete Turksprache Zentralasiens. In Usbekistan ist es die Muttersprache der Mehrheit der Einwohner und Amtssprache.
Die Sprachkürzel nach ISO 639.1/639.2 sind uz und uzb.
Inhaltsverzeichnis |
Neben der Bezeichnung Usbekisch wird in der türkischen Turkologie als Alternativbezeichnung auch „usbekisches Türkisch“ (türk. Özbek Türkçesi, usbek. O‘zbek Turkchasi) verwendet.
Die Eigenbezeichnung der usbekischen Sprachvarianten in Afghanistan lautet Uzbek tili, Uzbeki, Uzbaki oder Uzbekcha.
Die Sprachbezeichnung geht zurück auf den Namen der Usbeken, der ursprünglich eine Gruppe von Nomadenstämmen bezeichnete, die im 16. Jahrhundert die Herrschaft im westlichen Zentralasien übernahmen und ihren Namen ihrerseits auf [Usbek Khan]], einen Herrscher der Goldenen Horde im 14. Jahrhundert, zurückführen. Heute bezeichnet der Begriff Usbekisch jedoch nicht nur die auf die Sprache der Usbeken des 16. Jahrhunderts zurückgehenden Dialekte (das Kyptschak-Usbekische), sondern auch die turksprachlichen Varietäten, deren Vorläufer schon vor der Einwanderung der usbekischen Stämme in Zentralasien gesprochen und damals als Tschagataisch oder Turki bezeichnet wurden.
Das Usbekische gehört zur südöstlichen Gruppe der Turksprachen (uighurische Sprachen). Die am engsten mit dem Usbekischen verwandte Sprache ist das im chinesischen Xinjiang gesprochene Uigurische.
Die heutige usbekische Standardsprache ist die unmittelbare Nachfolgesprache des Tschagataischen.
Weltweit gibt es über 20 Millionen Sprecher des Usbekischen.
In den GUS-Staaten leben heute rund 16,7 Millionen Menschen, die einen usbekischen Dialekt sprechen. In Usbekistan sprechen 99 % der über 14,142 Millionen Usbeken Usbekisch als Muttersprache. Im benachbarten Tadschikistan sprechen heute rund 1,2 Millionen Menschen Usbekisch, in Kirgisistan sind es 550.096, in Kasachstan 332.017 und in Turkmenistan 317.333.
Im chinesischen Xinjiang sprachen laut der Volkszählung von 1990 noch rund 3.000 Menschen Usbekisch.
Die rund 1,4 Millionen afghanischen Usbeken gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Khanat Buchara. 1886/93 kamen die südlichen Randgebiete des Khanates zu Persien und als sich die Afghanen kurze Zeit später unabhängig machten, kamen die Usbeken zum Emirat Afghanistan. Heute machen die Usbeken 9 % der Bevölkerung Afghanistans aus. Die meisten von ihnen beherrschen neben dem Südusbekischen auch Persisch. Die in Afghanistan gesprochene Form des Usbekischen wird zur Unterscheidung von der in Usbekistan und den anderen GUS-Staaten verwendeten Sprachform auch als Südusbekisch bezeichnet. Diese Bezeichnung ist allerdings missverständlich, da Südusbekisch anderseits auch eine der usbekischen Dialektgruppen bezeichnet, die auch von einem großen Teil der Einwohner Usbekistans gesprochen wird. Die afghanische Variante der usbekischen Sprache wird mit dem arabischen Alphabet geschrieben.
Im 20. Jahrhundert wurden Usbeken als Gastarbeiter in die Türkei gerufen, und so gaben 1982 genau 1.981 Menschen in der Türkei Usbekisch als Muttersprache an.
Kleinere Gruppen von Sprechern des Usbekischen leben auch in Deutschland und in Pakistan.
Die usbekische Sprache gliedert sich im Wesentlichen in vier Dialektgruppen:
Seit der Islamisierung wurde in Usbekistan bis 1923 – wie in ganz Zentralasien – Tschagataisch als Schriftsprache gebraucht, das in persisch-arabischen Buchstaben geschrieben wurde.
Im Jahre 1923 wurde dieses Alphabet reformiert, der usbekischen Sprache angepasst und Usbekisch zur Schriftsprache in Usbekistan.
1929 wurde das einheitliche türkische Alphabet eingeführt, und das Usbekische begann, sich den oghusischen Sprachen anzupassen. Lautlich war diese usbekische Schriftsprache nach dem Nordusbekischen und grammatisch nach dem (teiliranisierten) Südusbekischen Taschkents ausgerichtet.
Im Laufe der 1930er Jahre wurde im Zuge von Änderungen der normativen Grammatik auch das Lautsystem am Südusbekischen ausgerichtet, was auch erneute Änderungen der Orthographie nach sich zog.
1939/40 wurde ein angepasstes kyrillisches Alphabet eingeführt, das auf der für das Russische üblichen Schrift aufbaut, jedoch um zusätzliche Buchstaben für die spezifisch usbekischen Laute erweitert.
Zur Zeit des Zusammenbruches der UdSSR (1988/89) gab es – im Zuge der Re-Nationalisierung und Islamisierung – Bestrebungen, das persisch-arabische Alphabet wieder einzuführen. Diese hatten jedoch mangels staatlicher Unterstützung keinen Erfolg. Lediglich in Publikationen islamischer/islamistischen Gruppierungen wird das Usbekische heute oft in arabischer Schrift geschrieben.
Nachdem auf dem ersten Treffen aller turksprachigen Präsidenten (Ankara 1992) beschlossen worden war, für die Turksprachen der ehemaligen Sowjetunion das neue türkische Alphabet zu übernehmen beziehungsweise bei dessen Nichtübernahme ein latein-basiertes Alphabet zu entwickeln, wurde 1993 zunächst ein Entwurf für ein lateinisches Alphabet für das Usbekische vorgelegt, das zahlreiche diakritische Zeichen enthielt.
1995 beschloss die usbekische Regierung jedoch, stattdessen das lateinische Alphabet ohne Zusatzzeichen einzuführen. Dies sollte unter anderem die Verwendung der normalen englischen Schreibmaschinen- und Computertastatur ermöglichen und den zusätzlichen Aufwand für einen eigenen Zeichensatz vermeiden. Für diejenigen Laute, für deren Wiedergabe kein geeigneter lateinischer Buchstabe vorhanden war, wurden Digraphen eingeführt, bei deren Lautwert man sich an den Lautwerten der Konsonantenkombinationen im Englischen orientierte. Lediglich die Buchstaben g‘ und o‘ verwenden einen Haken als diakritisches Zeichen, der in seiner normativ korrekten Form nicht mit dem Apostroph identisch ist, sondern vielmehr einer kleinen 6 ähnelt. Sowohl das kyrillische als auch das arabische Alphabet sollen weiter gelehrt werden, um den Zugang zur älteren Literatur zu ermöglichen.
Seit 1997 begann im öffentlichen Leben der langsame Übergang zur lateinischen Schrift. Die endgültige Übernahme des Lateinalphabetes sollte bis 2005 abgeschlossen sein, jedoch wurden auch im Jahre 2005 noch Veröffentlichungen in kyrillischer Schrift gedruckt.
De facto sind heute die kyrillische und die lateinische Schrift parallel im Gebrauch, wenn auch von amtlichen Stellen heute ausschließlich das lateinische Alphabet verwendet wird. Unterschiedliche persönliche Präferenzen vor allem der älteren Generation sowie der durch die schlechte wirtschaftliche Lage bedingte chronische Geldmangel, der den Druck neuer Publikationen in lateinischer Schrift behindert, lassen es wahrscheinlich erscheinen, dass beide Alphabete noch längere Zeit nebeneinander im Gebrauch bleiben werden.
| Das usbekische Lateinalphabet (seit 1995) | ||
| Buchstabe | Aussprache nach IPA | |
| A a | [a], [æ] | |
| B b | [b] | |
| D d | [d] | |
| E e | [ɛ], [e] | |
| F f | [f] | |
| G g | [g] | |
| H h | [h] | |
| I i | [i], [ɨ], [ɪ] | |
| J j | [dʒ], [ʒ] | |
| K k | [k] | |
| L l | [l] | |
| M m | [m] | |
| N n | [n] | |
| O o | [ɒ] | |
| P p | [p] | |
| Q q | [q] | |
| R r | [r] | |
| S s | [s] | |
| T t | [t] | |
| U u | [u], [y] | |
| V v | [w], [v] | |
| X x | [x], [χ] | |
| Y y | [j] | |
| Z z | [z] | |
| Oʻ oʻ 1 | [o], [ø] | |
| Gʻ gʻ 1 | [ɣ] | |
| Sh sh | [ʃ] | |
| Ch ch | [tʃ] | |
| Ng ng | [ŋ] | |
| ' 2 | [ʔ], - | |
1Das diakritische Zeichen der Buchstaben Oʻ oʻ und Gʻ gʻ ist in normativer Form nicht mit dem Apostroph identisch, sondern ähnelt vielmehr einer kleinen 6. In Schreibschrift kann es auch durch einen über den Buchstaben gesetzten Strich ersetzt werden. Es entspricht typographisch dem in polynesischen Sprachen verwendeten ʻOkina.
2Apostroph. Nach Konsonanten bei folgendem Vokal meist [ʔ], bewirkt nach Vokal eine Längung des vorangehenden Vokals; in der Umgangssprache oft stumm. In der Buchstabengruppe s'h dient es nur zur Unterscheidung vom Digraphen sh.
Begrüßungsformeln:
Im Folgenden wird hier die Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufgeführt. Zum einen in der heutigen Lateinschrift und zum anderen in der alten usbekischen modifizierten Kyrilliza:
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