VOX

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Fernsehsender VOX. Für weitere Bedeutungen, siehe Vox.
Senderlogo

Logo des Senders

Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, Satellit & DVB-T
Länder: Deutschland, Österreich & Schweiz
Eigentümer: RTL Group
Sendeanstalt: {{{SE}}}
Geschäftsführer: Frank Hoffmann
Intendant: {{{IN}}}
Sendebeginn: 25. Januar 1993
Rechtsform: {{{RE}}}
Programmtyp: Vollprogramm
Adresse

VOX Film- und Fernseh-GmbH & Co.KG
Richard-Byrd-Straße 6
50829 Köln

Tel.: 01805 – 33 55 77

www.vox.de

Liste der Fernsehsender

VOX ist ein deutscher, zur RTL Group gehörender, privater Fernsehsender der VOX Film- und Fernseh-GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln. IP Deutschland ist das Vermarktungsunternehmen von VOX. Es verkauft unter anderem die Werbezeiten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Start als Informationssender

Im Januar 1993 startete VOX (lat. vox, vocis = „Stimme“) sein Programm mit dem Anspruch, als ereignisorientierter Privatsender mit vielen Live-Sendungen im Informationsbereich den öffentlich-rechtlichen Sendern Konkurrenz zu machen und Fernsehsendungen zu machen, die sich durch ein ungewöhnlich hohes Niveau auszeichnen. Dazu hatte man sich führende Köpfe von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten geholt, von denen aber nach den schlechten Quoten keiner bei VOX blieb.

Der Sender war als sogenannte „Westschiene“ neben Nord- und Südschiene (RTLplus und Sat.1) bereits in den 1980er-Jahren als dritter großer Privatsender geplant und hatte schon lange vor seiner Existenz reservierte Satellitenplätze, die oft als Westschienenkanal bezeichnet wurden. Der Betreiber des Sender nannte sich dementsprechend zunächst Westschienenkanal Film- und Fernseh GmbH & Co. KG benannte sich aber später um in VOX Film- und Fernseh GmbH & Co. KG [1], Westschienenkanal war auch der Arbeitstitel des Senders, im Mai 1992 wurde bekannt, dass der neue Sender VOX heißen würde [2].

Das Konzept stand unter Stichwort „Infotainment“ und beinhaltete in erster Linie eine Kombination aus einem Nachrichtensender mit hochaktueller Berichterstattung und verschiedenen Talkrunden. Teile des Programms liefert bis heute dctp (Development Company for Television Program), welches zusammen mit VOX die Sendelizenz für ein Vollprogramm erteilt bekommen hatte. Der Sendestart wurde mit einer spektakulären Werbekampagne begleitet, z.B. Plakate mit dem Werbespruch: „Täglich sterben tausende Gehirnzellen. Retten Sie den Rest.“

Das Konzept scheiterte jedoch und den Programmverantwortlichen liefen die Kosten aus dem Ruder.

Die Gründe des Scheiterns waren vielfältig. Die ARD hatte zuvor ihr Sendeschema umgestellt und sendete nahezu stündlich die Tagesschau, sodass der Bedarf für einen Nachrichtensender begrenzt war. Hinzu kam, dass für VOX neue Mitarbeiter eingestellt werden mussten, die nicht über ausreichende journalistische Erfahrung und sicheres Auftreten im Fernsehen verfügten. Die Vielzahl eigenproduzierter Sendungen schon zum Sendestart konnte vorher nicht auf Zuschauerakzeptanz getestet werden und der Sender hatte keinen Zugriff auf zuschauerträchtige Spielfilme und Serien.

Wenige Monate nach Sendestart ließ VOX die Möglichkeit ungenutzt, sich durch eine Krise in Russland als Sender mit Nachrichtenkompetenz zu profilieren. Man zitierte lediglich Meldungen der Nachrichtenagenturen, teilweise sogar der ARD, die mit mehreren Korrespondenten vor Ort war und fast rund um die Uhr berichtete.

Übergangsphase

Nach dem Ausstieg der Süddeutschen Zeitung aus dem Projekt VOX folgte die Liquidation. Außer dem Anteilseigner Bertelsmann waren keine der beteiligten Anteilseigner bereit, die hohen Programmkosten weiter zu finanzieren. Im Herbst 1993 kriselte es schwer im Sender – nach ersten Entlassungen wurde täglich in der Presse über die Einstellung des Sendebetriebs spekuliert. Zeitweise wurden viele Werbeblöcke ausschließlich mit Eigenwerbung gesendet, da offensichtlich keine Buchungen vorlagen. Branchenintern wurde auch offen über Gratis-Spots geredet, die VOX ausstrahlte, um Aufträge vorzutäuschen. Um die Kosten niedrig zu halten, wurden Filme im Abstand weniger Wochen mehrfach wiederholt. Deutlichstes Beispiel war der Film Der lange Tod des Stuntman Cameron, der so oft ausgestrahlt wurde, bis die Sendekopie schwerste Beschädigungen aufwies, was VOX nicht an weiteren Ausstrahlungen hinderte.

Mit dem Scheitern des ursprünglichen Sendekonzepts von VOX wurde klar, dass die Gründerzeit im Privatfernsehen zu Ende war und die großen Marktanteile verteilt waren. Danach gegründete Sender waren Sparten- und Regionalprogramme oder kleinere Sender für die Zweitverwertung von Wiederholungen.

Neues Konzept als Unterhaltungssender

1994 gelang es Bertelsmann, einen neuen Investor für VOX zu finden. Rupert Murdochs Newscorp übernahm die Mehrheitsanteile an VOX. Es folgte ein Relaunch des Senders und des Programms.

Die neue Geschäftsführung verwarf das alte Konzept und richtete binnen kürzester Zeit das bisherige Programm mehr auf Unterhaltung aus. VOX hatte jetzt Zugang zu neuesten Produktionen von 20th Century Fox und konnte amerikanische TV-Serien zeigen, teilweise auch in Erstausstrahlung. Aufwändig beworbene Serien waren beispielsweise Space 2063, sowie Ally McBeal; die letztgenannte wurde zu einem Überraschungshit.

VOX gewann an Profil, als es den Schwerpunkt auf Reise-, Natur- und Tierdokumentationen legte, z.B. mit VOXTOURS, ein Reisemagazin mit Judith Adlhoch. Bekanntestes Aushängeschild war jedoch ein Jahrzehnt lang die Erotik-Sendung Wa(h)re Liebe, die als Moderatorin die Kunstfigur Lilo Wanders bekannt machte. Allerdings werden vor allem am späten Abend auch eine Vielzahl von (u.a. politischen) Magazinsendungen ausgestrahlt. Samstagnacht findet sich – wie lange bei keinem anderen Privatsender außer kabel eins – ein Erotikfilm im Programm.

Zugehörigkeit zur RTL Group

1999 hielt die CTL-Ufa Luxemburg einen Anteil von 24,9 % an VOX. Die RTL Group, die zum Bertelsmann-Konzern gehört, erwarb im Jahr 2000 den Anteil von Murdoch am Sender in Köln-Ossendorf.

Seit 2000 hat sich VOX kontinuierlich entwickelt und hat inzwischen die Konkurrenten kabel eins und RTL 2 in der Zuschauergunst überholt. Damit ist VOX nun der erfolgreichste Sender der sogenannten „2. Generation“. Selbst der Muttersender RTL hat die bei VOX bisher sehr erfolgreich ausgestrahlte US-Serie CSI: Miami in sein Programm von VOX übernommen und holte November 2006 die US-Serie CSI ebenfalls vom Schwestersender weg.

Seit 2006 ist Frank Hoffmann Geschäftsführer von VOX. Er löste den jahrelangen Geschäftsführer David Neureuter ab, der sich anderen Projekten zuwandte.

Programm

Serien

Siehe auch: Liste der VOX-Sendungen

Das Programm ist stark von US-Importen geprägt. Wochentags werden vorrangig erfolgreiche US-Serien gezeigt. Auch Serien aus anderen Ländern sind im Programm, etwa die australische Dramaserie McLeods Töchter.

Serie Ausstrahlung bei VOX
Eine himmlische Familie (orig. 7th Heaven) seit 22. Juni 1999
Everwood vom 11. November 2005–16. Januar 2007 (vier Staffeln)
Boston Public VOX-Start: 8. Februar 2005
Für alle Fälle Amy (orig. Judging Amy) VOX-Start: 26. März 2003
Die Nanny
Six Feet Under – Gestorben wird immer seit 11. Mai 2004
Gilmore Girls seit 2. April 2004
Ally McBeal vom 8. April 1998 bis 2002
Hör mal, wer da hämmert (orig. Home Improvement)
Criminal Intent – Verbrechen im Visier (orig. Law & Order: Criminal Intent) seit 2. August 2004
Crossing Jordan – Pathologin mit Profil seit 15. April 2003
CSI: NY seit 29. August 2005
Boston Legal seit 27. September 2006
The Closer seit 8. November 2006
Close to Home seit 9. Februar 2007
The District seit 5. September 2001
Profiler seit 26. März 1997
Third Watch vom 24. März 2003–26. Juli 2004 (drei von sechs Staffeln)
McLeods Töchter (orig. McLeod's Daughters) seit 19. Januar 2006

Die Krimiserie CSI – Den Tätern auf der Spur, sowie deren Spin-offs CSI: NY und CSI: Miami wurden durch die Erstausstrahlungen auf VOX in Deutschland bekannt. Zeitweise gehörten sie zu den erfolgreichsten Formaten des Senders, weshalb mittlerweile CSI: Miami und CSI – Den Tätern auf der Spur auf dem Hauptsender RTL ausgestrahlt werden.

Magazine

Fester Bestandteil des Senders sind u.a. Sendungen wie

Regelmäßig werden Reportagen von BBC Exklusiv und verschiedene VOX-Themenabende gestaltet.

Nachrichten

Die VOX Nachrichten spielen keine bedeutende Rolle mehr bei VOX. Montags bis freitags gibt es fünfminütige Kurznachrichten um 11.00 Uhr und 17.55 Uhr, sowie 15-minütige Spätnachrichten gegen Mitternacht. Samstags und sonntags strahlt der Sender als einziges Vollprogramm in Deutschland überhaupt keine Nachrichten aus.

Seit Februar 2007 lässt VOX seine Nachrichten von RTL produzieren, zuvor wurden sie von Spiegel TV zugeliefert. Seitdem werden die Nachrichten nicht mehr von einem Moderator, sondern durch einen Off-Sprecher präsentiert. Die Präsentation folgt einem in Deutschland bisher neuartigen Konzept eines geteilten Bildschirms („Split-Screen“) mit zusätzlichen Informationseinblendungen während der gesprochenen Anmoderationen; ein Verfahren, wie es bereits von einigen US-Sendern praktiziert wird.

Kochshows

Besonders beliebt bei den Zuschauern sind die Kochshows auf VOX. Vom 1. September 1997 bis zum 27. August 2005 kochte Britta von Lojewski im Kochduell. Seit dem 1. März 2004 (vom 8. Dezember bis 19. Dezember 2003 fand noch eine Pilotphase statt) sorgt Tim Mälzer in der werktäglichen Show Schmeckt nicht, gibts nicht! für gute Quoten. Auch ein Garant für hohe Marktanteile ist seit März 2006 Das perfekte Dinner.

Reisemagazine

VOX bietet zwei verschieden angelegte Reisesendungen an: Voxtours und Wolkenlos.

Tiermagazine

VOX sendet eine ganze Reihe von Tiermagazinen:

  • Die Tier-Nanny
  • hundkatzemaus
  • Tierzeit
  • Ein Hund fürs Leben
  • Menschen, Tiere & Doktoren
  • Wildes Kinderzimmer

Animes

Der Sender hat häufiger auch Anime-Serien ausgestrahlt, welche jedoch in Form von sogenannten Specials am Stück gesendet wurden (meist über Nacht). Hierbei war VOX einer der wenigen Sender, welcher Animes für die Zielgruppe der 16–30-jährigen gesendet hatte, z.B. DNA² und Samurai Champloo.

Erotikfilme

VOX sendete bis Ende 2006 als einer der wenigen deutschen Sender erotische Spielfilme im Nachtprogramm. Diese meist am Wochenende ausgestrahlten „Soft-Pornos“ stammten meist aus Frankreich.

Referenzen

  1. http://www.kek-online.de/kek/medien/beteiligung/042vox.pdf
  2. Vox populi als Ereignisfernsehen - HORIZONT vom 15.05.1992

Weblinks

Quelle:
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