VW Phaeton

Vorlage:PKW-Modell

Der Phaeton ist ein Personenkraftwagen der Oberklasse des Automobilherstellers Volkswagen. Er wird größtenteils in Handarbeit in der Gläsernen Manufaktur in Dresden gebaut und ist als V6-TDI seit April 2007 das weltweit erste Fahrzeug seiner Klasse, das die EURO-5-Abgasnorm erfüllt, obwohl er gleichzeitig die schwerste deutsche Limousine seiner Klasse ist.

Inhaltsverzeichnis

Charakteristika

Der Phaeton hat einen geschlossenen, viertürigen Aufbau mit Stufenheck. Seit 2002 wird auch eine Version mit verlängertem Radstand produziert. Während der Entwicklung war der Phaeton unter dem Projektnamen D1 bekannt. Charakteristische Merkmale des Phaeton sind sein luxuriöses Interieur, der permanente Allradantrieb 4Motion sowie einige technische Innovationen, wie beispielsweise:

Interieur
Interieur


Von diesen zum Teil teuren und damit für den Ersteinsatz nur im Oberklasse-Segment zu verkaufenden technischen Ausstattungen sollen sukzessive auch andere VW Modelle profitieren wie z. B. der aktuelle Passat. Zudem soll das Image des Phaeton langfristig auf die preiswerteren Modelle des PKW-Konzerns abstrahlen und dadurch positive Auswirkungen auf deren Verkauf haben. Diese Strategie nutzen auch Audi, BMW und Mercedes-Benz. Da diese Hersteller massiv mit neuen Modellen in die Golf-Klasse eingedrungen sind, plante die Firmenleitung den Phaeton als Erweiterung der Produktpalette im Bereich der Oberklasse als Antwort auf die Konkurrenzmodelle von BMW und Mercedes-Benz in der Golf-Klasse.

Die Plattform des Phaeton dient auch als Basis für den Bentley Continental GT, den Bentley Continental GTC sowie den Bentley Continental Flying Spur.

Heck
Heck


Motoren

Alle Motorisierungen verfügen serienmäßig über den permanenten Allradantrieb 4motion sowie die Luftfederung AIRMOTION. Nachfolgende Informationen beziehen sich jeweils auf das Basismodell. Alternativ ist auch eine 4-Sitzer-Variante und/oder eine Version mit verlängertem Radstand erhältlich. Der Phaeton V10 TDI ist seit dem Modelljahr 2007 nicht mehr lieferbar, da zur Einhaltung der verschärften Emissionsregelung ein Dieselpartikelfilter erforderlich gewesen wäre. Dieser passt in Verbindung mit dem V10 TDI nicht unter die Phaeton-Plattform. Eine Alternativlösung erschien der Konzernleitung als zu kostenintensiv.

Phaeton V6 Phaeton V8 Phaeton W12 Phaeton V6 TDI Phaeton V10 TDI
Motor V-Ottomotor W-Ottomotor V-Dieselmotor
Hubraum 3.189 cm³ 4.172 cm³ 5.998 cm³ 2.967 cm³ 4.921 cm³
Zylinderanzahl 6 8 12 6 10
Leistung 177 kW (241 PS) 246 kW (335 PS) 331 kW (450 PS)[1] 171 kW (233 PS)[2] 230 kW (313 PS)
max. Drehmoment 315 Nm 430 Nm 560 Nm 450 Nm 750 Nm
Getriebe 6-Stufen-
Automatikgetriebe
5-Stufen-
Automatikgetriebe
6-Stufen-
Automatikgetriebe
Höchstgeschwindigkeit 239 km/h 250 km/h (abgeregelt) 250 km/h (abgeregelt) 236 km/h 250 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung,
0 - 100 km/h
9,4 s 6,9 s 6,1 s 8,4 s 6,9 s
Kraftstoffverbrauch
(nach EWG-Richtlinie, kombiniert)
12,1 l/100 km
Super-Plus
13,0 l/100 km
Super-Plus
14,5 l/100 km
Super-Plus
9,4 l/100 km
Diesel
11,4 l/100 km
Diesel
CO²-Emissionen, kombiniert 288 g/km 310 g/km 348 g/km 248 g/km 308 g/km
Abgasnorm nach EU-Klassifikation Euro 4 Euro 5 Euro 3
  1. von Bj. 2002–2005 leistete der W12 309 kW (420 PS)
  2. von Bj. 2004–2006 leistete der V6 TDI 165 kW (225 PS)

Facelift

Im März 2007 wurde die überarbeitete Version des Phaeton der Öffentlichkeit präsentiert. Das Facelift umfasst folgende Neuerungen:

  • LED-Tagfahrlicht
  • dynamisches und statisches Kurvenfahrlicht für die Bi-Xenon-Scheinwerfer
  • DVD-Navigationssystem
  • neuer Abstandsregeltempomat mit „Follow-to-Stop“-Funktion sowie Umfeldbeobachtung „Front Assist“
  • Spurwechselassistent „Side Assist“
  • Überarbeitung des V6-TDI: Leistungsteigerung auf 233 PS, Verbrauchsreduzierung auf 9,4 l/100km sowie eine verbesserte Abgasnorm (EURO 5)
  • dezente optische Retuschen

Zulassungszahlen

Vom VW Phaeton wurden in Deutschland bis einschließlich April 2007 14.182 Neufahrzeuge zugelassen. Im September 2006 wurde in der Gläsernen Manufaktur Dresden der 25.000. Phaeton gebaut.[3] Derzeit werden täglich 26 Fahrzeuge produziert. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen in der Oberklasse positionierte sich der VW Phaeton in der Neuzulassungsstatistik des deutschen Kraftfahrtbundesamtes wie folgt:

1. Halbjahr 2007 Deutschland

Mercedes-Benz S-Klasse (9. Generation) 4.410 Fahrzeuge
Audi A8 (2. Generation) 2.673 Fahrzeuge
BMW 7er (4. Generation) 2.221 Fahrzeuge
VW Phaeton (1. Generation) 1.714 Fahrzeuge
Jaguar XJ (7. Generation) 268 Fahrzeuge
Lexus LS (4. Generation) 233 Fahrzeuge

Monat Juni 2007 Deutschland

Mercedes-Benz S-Klasse (9. Generation) 767 Fahrzeuge
BMW 7er (4. Generation) 540 Fahrzeuge
VW Phaeton (1. Generation) 538 Fahrzeuge
Audi A8 (2. Generation) 392 Fahrzeuge
Jaguar XJ (7. Generation) 67 Fahrzeuge
Lexus LS (4. Generation) 32 Fahrzeuge

Namenshistorie Phaeton

Schriftzug am Heck
Schriftzug am Heck

Phaeton bezeichnete einst eine Bauweise für offene Pferdekutschen, nach deren Vorbild auch früher sächsische Automodelle gebaut wurden. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts fertigte die amerikanische Firma „Packard” unter demselben Namen einen Personenkraftwagen. 1915 wurde unter der Bezeichnung Phaeton ein Oberklassefahrzeug des Herstellers Horch (später über Audi in den Volkswagenkonzern übernommen, ohne dass die Fahrzeugreihe an sich weitergeführt wurde) gefertigt.

Konzernpolitik und Neuorientierung

Der Phaeton soll die Marke VW als Luxusmarke positionieren, was bisher jedoch misslang. Dies gelang Volkswagen dagegen mit dem zeitgleich gestarteten, inzwischen mehr als 300.000 mal verkauften Luxusgeländewagen Touareg. Die Zulassungszahlen des Phaeton blieben bislang unter den Erwartungen des Konzerns, entsprechen jedoch in etwa denen der jeweils ersten Modelle des Audi A8 oder 7er BMW etc. Um den Absatz des Fahrzeugs zu steigern, plant Volkswagen den Händlern eine so genannte „Eroberungsprämie“ von 3.000 Euro pro verkauftem Fahrzeug zu zahlen[4].

Einzelnachweise

  1. von Bj. 2002–2005 leistete der W12 309 kW (420 PS)
  2. von Bj. 2004–2006 leistete der V6 TDI 165 kW (225 PS)
  3. skript manufaktura - Magazin der Gläsernen Manufaktur Dresden, Nr. 7, Herbst/Winter 2006, Seite 63
  4. http://n-tv.de/804391.html Bestätigung eines Konzernsprechers vom 19. Mai 2007

Weblinks

Commons
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Quelle:
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