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Diverse Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 gehen davon aus, dass die Terroranschläge am 11. September 2001 Ergebnis einer Verschwörung der US-Regierung bzw. einer bestimmten Gruppe innerhalb des Staatsapparats sind. Weitergehende Hypothesen gehen zudem von einer Lenkung und/oder Verabredung der westlichen Medien aus, um die Aufdeckung der eigentlichen Hintergründe dieser Verbrechen zu verhindern. Sich dazu äußernde Wissenschaftler und Journalisten lehnen diese Thesen zumeist ab. Eine Verantwortung der Al-Quaida wird von der überwiegenden Mehrheit der Medien und Regierungen nicht angezweifelt.
Die Autoren von verschwörungstheoretischen Büchern oder Internetangeboten zum 11. September 2001 sehen sich selbst oft als Skeptiker, die die „offizielle Version” unvoreingenommen in Frage stellen, indem sie auf ungeklärte Fragen aufmerksam machen. Sie bezeichnen daher die regierungsamtliche Darstellung, nach der allein die al-Qaida-Gruppe die Anschläge verübt hat, als unbewiesene Verschwörungstheorie, in Ergänzung auch als „Inkompetenztheorie” [1] oder „Überraschungstheorie” [2].
In den USA sind besonders die Werke von David Ray Griffin, Michael Ruppert und Webster Griffin Tarpley bekannt geworden. Oft zitiert wird auch die Internet-Seite Scholars for 9/11 Truth, auf der Akademiker die offizielle Darstellung kritisch untersuchen [3]. Als wichtigste Veröffentlichung zum Einsturz der World Trade Center gilt die Abhandlung von Professor Steven Jones[4]. Im Internet werden zudem eine Reihe investigativer Dokumentarfilme verbreitet. Die größte Wirkung erreichte dabei der Film Loose Change [5]. Der Unternehmer Jim Hoffman oder der Radiomoderator Alex Jones unterstützen öffentliche Veranstaltungen und Demonstrationen, auf denen eine neue kriminalistische Ermittlung gefordert wird.
In Deutschland haben die Bücher von Mathias Bröckers, Andreas von Bülow und Gerhard Wisnewski eine starke Publizität erreicht. Die Thesen des Franzosen Thierry Meyssan zum Anschlag auf das Pentagon sind als erste in einem mit Tatort-Fotos illustrierten Buch veröffentlicht worden [6].
Viele Webseiten im Internet sowie eine Reihe von Buchautoren vertreten Erklärungen für die Ereignisse am 11. September 2001, die den offiziellen Untersuchungen der Behörden und der Darstellung etablierter Medien widersprechen. Sie unterstellen direkt oder indirekt, dass die US-Regierung unter George W. Bush die Anschläge im Rahmen einer Tarnoperation selbst verübt oder diese wissentlich zugelassen habe. Beweise würden von der Regierung systematisch vernichtet oder unterdrückt und eine eingehende kriminaltechnische Untersuchung verhindert.
Mehrere Verschwörungstheoriker werfen der US-Regierung eine Umkehr der Beweislast vor, da sie beispielsweise beweisen müssten, dass kein Großraumflugzeug in das Pentagon geflogen sei, wie die Berichte es zeigen.[7][8]
Einige Verschwörungstheoretiker glauben, die Medien würden zentral gesteuert und die Verbreitung „wahrer” und „unbequemer” Informationen über die Anschläge gefiltert und verhindert. Andere gehen von einer bewussten oder unbewussten Selbstzensur aus (siehe auch Gatekeeping), die z. B. mit dem Ziel der Bewahrung von Einkommen und sozialem Status erklärt wird. Eine Reihe von Verschwörungstheoretikern wirft den Massenmedien des weiteren vor, ihr Geschäftsfeld sei nicht das Informieren der Bevölkerung, sondern vielmehr die Verbreitung von Regierungspropaganda und das Schüren der Angst, um die Bevölkerung gefügig zu machen und dazu zu bringen, radikale, teils verfassungsfeindliche Gesetze zu akzeptieren. Verschwörungstheoretiker sehen Terroranschläge als Regierungsoperationen oder durch die Regierung geduldete Operationen, die als Vorwand missbraucht werden, um die eigene Bevölkerung zu versklaven und Überwachungsstaaten zu konstruieren. Daher werden die Medien lt. Verschwörungstheoretikern in einem negativen Kontext, als vierte Gewalt der Regierung bezeichnet, da durch sie die Angst in der Bevölkerung überhaupt erst realisiert wird. Weiterhin distanzieren sich Verschwörungstheoretiker von Antisemitismus-Vorwürfen durch die Massenmedien, indem sie erklären, die Vermengung mit (aus ihren Augen) Provokateuren/Desinformanten und seriösen Skeptikern geschehe absichtlich, um die letztgenannten in Verruf zu bringen [9].
Die meisten Verschwörungstheoretiker legen nahe, die US-Regierung habe den 11. September bewusst herbeigeführt, um späterfolgende Kriege zu legitimieren und die eigene Bevölkerung auf diese einzustimmen. Nach dem Ende des Kalten Krieges und der kommunistischen Regime in Europa habe die westliche Welt einen Feindbildwechsel vollziehen müssen. Dazu seien die Terroranschläge des 11. September 2001 nötig gewesen. Der in der Folge der Anschläge verkündete Krieg gegen den Terrorismus sei Teil einer in den 1990er Jahren entwickelten Strategie, die zentralasiatischen und nahöstlichen Erdölvorkommen unter US-amerikanische Kontrolle zu bringen. Diese Verschwörungstheoretiker behaupten, die USA hätten sowohl die al-Qaida als Gegenspieler der USA aufgebaut, als auch die Taliban als nationalen Ordnungsfaktor gefördert. Die Taliban seien dann während des Krieges in Afghanistan ausgeschaltet worden, weil sie sich nicht bereit gezeigt hätten, ein von amerikanischen Ölfirmen anvisiertes Pipeline-Projekt im Land zuzulassen, das schließlich unmittelbar nach dem Sturz der Taliban begonnen wurde und Erdöl vom Kaspischen Meer zur pakistanischen Küste durchleitet.
Dabei überschneiden sich die Vorwürfe der Verschwörungstheoretiker mit unabhängigen Einschätzungen, wonach die Vereinigten Staaten die Terroranschläge zum Anlass genommen haben, ihre von neokonservativen Kreisen konzipierte Globalstrategie durchzusetzen. Nachdem der UNO-Sicherheitsrat infolge der Anschläge vom 11. September in zwei Resolutionen Maßnahmen gegen den Terrorismus verabschiedete, leiteten die NATO-Staaten daraus das Recht ab, militärische Aktionen in Afghanistan durchzuführen. Im Vorfeld des Irak-Kriegs versuchten die USA und Großbritannien die geplante Invasion vor der UNO u. a. mit der falschen Behauptung zu rechtfertigen, das Regime von Saddam Hussein hätte Verbindungen zu Al-Qaida. Danach wurden Umfragen veröffentlicht, wonach ein bedeutender Teil der US-amerikanischen Bevölkerung glaubte, der damalige Diktator sei für die Anschläge vom 11. September verantwortlich. Später wurden Aussagen publiziert, wonach der damalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld noch am Abend des 11. September einen Zusammenhang zum Irak hergestellt sehen wollte. Der ehemalige Finanzminister Paul O'Neill behauptete später, dass für die Regierung Bush der Angriff auf den Irak bereits Ende Januar 2001 festgestanden habe [10].
Verschwörungstheoretiker legen besonderes Augenmerk auf die Verflechtung geheimdienstlicher, privatwirtschaftlicher und militärischer Institutionen (siehe Militärisch-industrieller Komplex). Diesbezüglich werten sie das im September 2000 formulierte Strategiepapier der neokonservativen Denkfabrik PNAC als ein besonderes Dokument. Darin wurde die Notwendigkeit formuliert, den USA eine weltweite Hegemonie zu sichern, die aber ohne eine deutliche Aufstockung des Militärbudgets nicht möglich sei. Dies setze eine langwierige innenpolitische wie außenpolitische Umwälzung voraus, die sich lediglich „im Fall eines katastrophalen und beschleunigenden Ereignisses – wie etwa einem neuen Pearl Harbor” verkürzen würde. Diese ein Jahr vor den Terroranschlägen gemachte Anspielung auf ein historisches Ereignis, das die USA von einem Tag auf den anderen in den Zweiten Weltkrieg verwickelte, halten die Verschwörungstheoretiker für nicht zufällig gewählt. Der PNAC sprach sich bereits 1998 öffentlich für einen Angriff auf den Irak aus. Zu seinen Mitgliedern gehören zahlreiche hochrangige Mitglieder der späteren Regierung Bush, darunter Donald Rumsfeld und sein Stellvertreter Paul Wolfowitz sowie Vizepräsident Richard Cheney. Cheney fungierte bis zu seinem Amtsantritt als Aufsichtsratsvorsitzender des Halliburton-Konzerns, der von den Kriegen in Afghanistan und im Irak profitierte [11].
Die meisten Verschwörungstheoretiker zweifeln die offizielle Erklärung für den Einsturz der Twin Towers und des Gebäude WTC 7 an. Einige unterstellen, dass Sprengungen stattgefunden haben.
Die offiziellen Erklärungen sind den Skeptikern zufolge physikalisch unverständlich oder ausgeschlossen:
Weitere häufig aufgeführte Hinweise:
Den Skeptikern zufolge sind alle Voraussetzungen für eine kontrollierte Sprengung gegeben:
Laut Skeptikern hätte eine Sprengung Experten und eine längere Vorbereitungszeit gebraucht, was auf andere Urheber der Anschläge rückschließen lasse. Für Verschwörungstheoretiker war diese Möglichkeit gegeben, da
Verschwörungstheoretiker sehen insbesondere im Einsturz von WTC-Gebäude 7 einen Beweis für ihre These, dass die Gebäude des WTC kontrolliert gesprengt wurden, auch weil es von keinem Flugzeug direkt getroffen wurde. Das Gebäude, das etwa 100 Meter von WTC-Gebäude 1 (417m) entfernt war, sackte am Nachmittag des 11. Septembers in sich zusammen[38], nachdem es etwa sieben Stunden gebrannt hatte. Dass der Einsturz eine Folge von Bränden und Schäden durch Trümmer war, welche laut Aussage des NIST-Ingenieurs Sunder auf einer Höhe von 10 Stockwerken bis zu einem Viertel der Tiefe des Gebäudes herausgerissen hatten, ist laut Verschwörungstheoretikern nicht möglich. Es hätte zudem weniger Schäden durch Trümmer beim Kollaps der Zwillingstürme erleiden müssen als andere Gebäude, die sich näher an Ground Zero befanden und ähnlich geringfügige Brände aufwiesen, aber intakt blieben.
In diesem Zusammenhang stellen Verschwörungstheoretiker die Aussage des Eigentümers von Gebäude 7, Larry Silverstein, der in einer Fernsehdokumentation mit dem Ausdruck „pull it” im Fachjargon die Sprengung des Hochhauses beschrieben haben soll. Silverstein selbst ist kein Abrissexperte und richtete diese Aussage an einen Feuerwehrmann. Laut offizieller Darstellung bedeutete pull it in diesem Kontext, dass Silverstein die Feuerwehreinheiten abziehen ließ. Verschwörungstheoretiker bestehen jedoch darauf, dass dies nicht der Fall sein kann, da zunächst das Wort it keine Feuerwehrleute meinen kann und diverse Abrissfirmen auf Nachfragen hin eindeutig bestätigen, dass pull it ein durchaus gebräuchlicher Begriff in der Abrissbranche ist, wenn man ein Gebäude kontrolliert sprengt [39]. Der niederländische Abrissexperte Danny Jowenko nahm in einem Telefonanruf vom 22. Februar 2007[40] wiederholt Stellung zum WTC 7, indem er seine Position bekräftigte und bestätigte, dass Feuer keineswegs das WTC 7 hätte zum Einsturz bringen können und es sich seines Erachtens eindeutig um eine kontrollierte Sprengung gehandelt haben muss.
Mittlerweile sind Aufnahmen entdeckt worden, in der die BBC 20 Minuten vor dem wirklichen Kollaps den Zusammenbruch des Gebäudes (welches bereits evakuiert war) meldete [41] [42]; Verschwörungstheoretiker sehen darin einen Beweis für ihre These, dass die westlichen Medien zumindest teilweise in die Verschwörung und Vertuschung involviert sind. Die BBC erklärte, dies sei auf die unübersichtliche Situation an diesem Tag zurückzuführen und erklärte darüber hinaus, dass sämtliche Originalbänder der BBC-Berichterstattung vom 11. September verloren gegangen wären [43]. Verschwörungstheoretiker halten diese Erklärung für unbefriedigend und verdächtig [44]. Weiterhin nahm die BBC keine Stellung zu der Frage, auf welche Quelle sich die verfrühte Meldung bezog.
Verschwörungstheoretiker heben hervor, dass in WTC 7 die CIA, das US-Verteidigungsministerium und die Börsenaufsicht eigene Büros unterhielten und dort Millionen Ermittlungsakten gelagert wurden, u. a. über internationalen Drogenhandel, Geldwäsche und Terrorismus [45]. Zwischen der 23. und 25. Etage befand sich die 1999 installierte Notfallkommandozentrale des Bürgermeisteramtes, ein Bunker, der mit einer eigenen Energieversorgung ausgestattet war und Schutz vor biologischen Angriffen sowie vor Explosionen und enormen Windgeschwindigkeiten bot[46]. Verschwörungstheoretiker vermuten hier ein Befehlszentrum der Anschläge, das eigens zu diesem Zweck errichtet worden war [47].
Im Untersuchungsbericht wird der Einsturz von Gebäude 7 nicht erwähnt, sondern lediglich dessen Evakuierung. Eine offizielle Erklärung für den Zusammenbruch ist bislang nicht geleistet worden.
Einige der Verschwörungstheoretiker glauben, die Twin Towers seien durch eine kleine Atombombe oder durch Energiewaffen zerstört worden. Die Gruppe "Scholars for 9/11 Truth" hat unter James Fetzer die Idee als unterstützens- und untersuchenswert befunden, dass Atomwaffen, Energiewaffe, oder gar HAARPs eingesetzt worden seien. Unterstützer dieser Theorie sind etwa Morgan Reynolds und Judy Wood. Aufgrund dieser Theorien spaltete sich eine Gruppe um Steven Jones von dieser Gruppe ab und gründeten "Scholars for 9/11 Truth and Justice"[48], welche derartige Erklärungsansätze ablehnen und die Mehrheit der Verschwörungstheoretiker hinter sich wissen.
Die meisten Verschwörungstheorien bezweifeln, dass ein Großraumflugzeug auf das Pentagon gestürzt ist. Den Skeptikern zufolge hat die US-Regierung den Nachweis hierfür umgangen, indem alle Trümmerteile konfisziert und unter Ausschluss der Öffentlichkeit untersucht wurden. Es hätte dadurch keine Prüfung der Teile z.B. anhand der Seriennummern vorgenommen werden können. Die Pentagon-Maschine, wie auch die drei anderen entführten Flugzeuge, hätten von der US-Verkehrsbehörde NTSB zusammengebaut werden müssen, was dem üblichen Vorgehen entspräche. Die auf den veröffentlichten Fotos erkennbaren Teile könnten auch einer ferngesteuerten Drohne (Global Hawk) und/oder einer Cruise Missile zugeordnet werden. Der einzige Hinweis auf American 77 sind Skeptikern zufolge die Augenzeugen, deren Aussagen ein uneinheitliches Bild abgäben.
Die Spekulationen werden des weiteren damit begründet, dass der Rasen vor dem Gebäude, aufgrund des Einschlags der Maschine, dicht über dem Boden sichtbare Spuren hätte aufweisen müssen. Ähnliches gilt für die Gegenstände, die vor dem Gebäude standen. Das Loch, das in die Außenmauer geschlagen wurde, sei viel zu klein und hätte nicht allein durch die Flugzeugspitze verursacht werden können. Dagegen hätten die jeweils sechs Tonnen schweren Triebwerke zu beiden Seiten des Rumpfes ein markantes Schadensbild in der Fassade hinterlassen müssen. Auch stimme der Umfang des angerichteten Schadens an der Mauer mit der Spannweite des Flugzeugs nicht überein. Die angenommene Geschwindigkeit von 850 km/h könne von einem Großraumflugzeug in dieser minimalen Höhe gar nicht erreicht werden. Außerdem müsse der Entführer ein Manöver geflogen haben, das sogar die Fähigkeiten eines erfahrenen Berufspiloten überstiegen hätte. Beim Anflug auf das Pentagon vollzog das Flugzeug innerhalb von zweieinhalb Minuten eine 270-Grad-Wende und sank gleichzeitig um knapp 2.000 Meter [49] [50]. Dies entspräche dem typischen Zielanflugverhalten einer Cruise Missile [51]. Zudem habe man den betroffenen Abschnitt nicht zufällig ausgewählt, da er zum Zeitpunkt des Anschlags renoviert wurde und sich genau auf der gegenüberliegenden Seite vom Büro des Verteidigungsministers befindet.
Die Regierung erklärte, sie sei von der Art des Angriffs (Linienflugzeuge als fliegende Bomben) überrascht worden. Dem wird entgegen gehalten, dass im Oktober 2000 und März 2001 ein vergleichbarer Vorfall mit demselben Flugzeugtyp simuliert wurde [52]. Dabei ging man davon aus, dass sich die massiven Trümmer des Flugzeuges im Innenhof verteilen müssten. [53]. Der Untersuchungsbericht des Repräsentantenhauses kam dagegen zu dem Ergebnis, dass die Boeing 757 bei dem Einschlag und dem anschließenden Brand weitestgehend zerstört wurde. Skeptiker meinen, allein die beiden Triebwerkswellen hätten wegen ihrer Legierung aus geschmiedetem Stahl und Titan relativ unbeschädigt bleiben müssen. Bei dem angeblichen Zerstörungsgrad hätten wiederum 184 der 189 Passagiere von der US-Armee nicht zweifelsfrei identifiziert werden können.
Es gab Überwachungskameras im Umkreis des Pentagon, die das Geschehen aufgezeichnet haben und unmittelbar nach den Anschlägen vom FBI konfisziert wurden. Die meisten von ihnen wurden bislang nicht freigegeben. Seit 2002 sind einzelne Bilder von Überwachungskameras vom Parkplatz des Pentagon bekannt. Auf diesen Aufnahmen ist nach Ansicht von Skeptikern kein Passagierflugzeug zu erkennen. Der weiße Rauch, der auf einem Bild sichtbar ist, kann laut Theoretikern nicht von einer Boeing stammen. Auch der unmittelbar nach dem Aufprall entstandene Feuerball zeige Eigenschaften, die auf eine Detonation hindeuteten, welche durch Kerosin nicht verursacht werden könne. Eine Ungewöhnlichkeit in den veröffentlichten Bildern stellt die falsche Zeit- und Datumsangabe dar, laut der die Überwachungskamera die Bilder am 12. September 2001 aufgezeichnet hat. Im Mai 2006 wurden schließlich der Öffentlichkeit weitere zur Verfügung gestellt, die aus beinah der gleichen Position aufgenommen wurden. Diese konnten Überlegungen über ein anderes Flugobjekt nicht zerstreuen.[54]. Sämtliche gefundenen Teile des Flugobjekts sind nach wie vor unter Verschluss. Eine Untersuchung dieser Beweismittel hat bislang nicht stattgefunden.
Gerade die Spekulationen über den Anschlag auf das Verteidigungsministerium finden auch bei Verschwörungstheoretikern Widerspruch. So wird eingewandt, dass die meisten Zeugen eindeutig von einem Passagierflugzeug sprächen und das Fehlen großer und vieler Einzelteile eines Flugzeuges nach einem Zusammenprall mit einem massiven Gebäude gar nicht ungewöhnlich sei. Darüber hinaus werden die „Bildbeweise” als Täuschungsmanöver der Regierung, so genannte Rote Heringe, angesehen [55] [56].
Nach Angaben der Regierung wurde Flug UA 93 von den Entführern, während eines Aufstands der Passagiere, mit dem Cockpit voran in den Boden bei Shanksville gelenkt. Die Maschine soll größtenteils im Erdreich versunken sein. Die Aufzeichnungen der Flugschreiber sind bislang nicht vollständig veröffentlicht worden.
Von verschwörungstheoretischer Seite gibt es zwei verschiedene Erklärungen für die Ereignisse von Shanksville. Ein Teil hält einen Abschuss der Maschine für wahrscheinlich, was damit erklärt wird, dass bis zu 12 km von der Absturzstelle entfernt Trümmerteile entdeckt wurden. Andere glauben, die Boeing 757 hätte Shanksville niemals überflogen. Beide Seiten sind der Ansicht, eine Militärmaschine sei in dem Gebiet aktiv gewesen.
Skeptiker kommen zu dem Schluss, dass auf den Bildern, die den Einschlagkrater zeigen, keine Anzeichen für einen Flugzeugabsturz zu erkennen sind. Man beruft sich außerdem auf Aussagen von Zeugen, die das Fehlen signifikanter Spuren im Krater hervorheben, sowohl, was die Flugzeugteile, als auch, was die sterblichen Überreste anbetrifft. Der örtliche Leichenbeschauer gab nach zwanzig Minuten seine Untersuchung praktisch auf. Er betonte, dass er nicht einmal Blutspuren entdeckt hatte und zeigte sich überrascht, dass überhaupt Menschen in dem Flugzeug gewesen waren [57]. Dies steht im Widerspruch zu den Berichten über Funde von auseinander gerissenen menschlichen Überresten. Aber auch diese Berichte würden nach Aussagen von Verschwörungstheoretikern nicht im Mindesten mit forensischen Erkenntnissen über die Auswirkung von Flugzeugabstürzen auf den menschlichen Körper übereinstimmen [58].
Neun Zeugen sprachen von einem kleinen weißen Jet [59] Nach Angaben der Behörden handelte es sich dabei um einen Privatjet, der sich trotz des landesweiten Flugverbots dort aufgehalten habe. Laut Wisnewski deuten die Beschreibungen eher auf eine Thunderbolt II hin [60]. Dieser Militärjet soll gemäß den Hypothesen der Verschwörungsheoretiker Flug 93 abgeschossen oder aber eine Bombe abgeworfen haben, um dann menschliche Leichenteile sowie eine Ladung Flugzeugteile nachfolgen zu lassen. Dies sollte den Absturz von Flug 93 vortäuschen. Verschwörungstheoretiker glauben einen Hinweis gefunden zu haben, dass Flug 93 stattdessen auf dem Flughafen von Cleveland gelandet ist [61]. Auch eine C-130 hat sich in der Nähe befunden.
Der Verlauf des Aufstands wurde durch Aussagen über Anrufe aus Mobiltelefonen und Bordtelefonen rekonstruiert, die Angehörige der Opfer und weitere Personen erhalten hatten. Verschwörungstheoretiker glauben, die Angehörigen wären mithilfe einer Technik getäuscht worden, mit der die Stimme eines Menschen von einem Fremden während eines Telefongesprächs kopiert werden kann [62]. Es wird zudem bezweifelt, dass, beim damaligen Stand der Technik, ein Anruf von Mobiltelefonen in der Höhe überhaupt möglich gewesen ist. Alexander K. Dewdney, Professor für Mathematik und Informatik, führte 2003 mit gemieteten Flugzeugen einige Experimente durch. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit einer zustande gekommenen Verbindung weniger als ein Prozent betrage. Somit berechne sich die Wahrscheinlichkeit, für die laut offizieller Darstellung aus dem in Pennsylvania zerschellten Jet zustande gekommenen 13 Verbindungen, als minimal[63]. Außerdem deuten Skeptiker den berichteten Verlauf der Anrufe als Hinweis auf eine Manipulation.
Berichte über Telefonanrufe sind in geringerer Zahl auch aus den anderen entführten Maschinen publik geworden. Auch hier halten Skeptiker die Berichte für unglaubwürdig, da Details sich widersprächen oder immer neu abgeändert worden seien, um in den allgemeinen Rahmen zu passen. Mathias Bröckers und Andreas Haus befassen sich zum Beispiel kritisch mit den Schilderungen über den Anruf von Barbara Olsen aus AA 77 [64]. Von ihr stammte die Information über die Teppichmesser, die die Luftpiraten als Waffe verwendet haben sollen.
Darüber hinaus soll das geborgene Stimmenaufzeichnungsgerät im Cockpit die Reaktion der Entführer dokumentieren. Eine Minute vor dem Einschlag des Flugzeugs endete die Aufnahme des Voice-Recordes von Flug 93. Nach Aussagen von Angehörigen, die den Mitschnitt gehört haben, müssen die Passagiere das Cockpit kurz zuvor erobert haben. Gemäß der Schilderung der Untersuchungskommission entschlossen sich dagegen die Entführer bewusst, das Flugzeug in den Boden zu rammen, bevor sie überwältigt werden konnten [65]. Der Mitschnitt ist bislang der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht worden, sondern lediglich dessen Transkript. Gerhard Wisnewski bezeichnet dieses Protokoll als Fälschung, da standardmäßige Angaben darin nicht enthalten seien [66]. Spekulationen über den Verlauf von Flug 93 sind zudem wegen des offiziell festgestellten Zeitpunkts des Absturzes entstanden, da dieser drei bis sieben Minuten von anderen Berichten abweicht. [67].
Verschwörungstheoretiker bezweifeln, dass ausländische Terroristen den vierfachen Überraschungsangriff erfolgreich hätten ausüben können und halten die Umstände des Versagens der amerikanischen Landesverteidigung für verdächtig. Überdies sei die Anwesenheit der Luftpiraten in den Flugzeugen nicht nachweisbar. Zumeist gehen die Skeptiker von ferngesteuerten Flugzeugen aus. Ihren Theorien zufolge muss die Steuerung von einer Bodenstation (WTC 7) bzw. von C-130-Maschinen übernommen worden sein oder die Passagiermaschinen wurden durch unbemannte, womöglich programmierte Doubles ersetzt. Schon im Jahre 1988 führte die NASA vierzehn ferngesteuerte Flüge mit einer Boeing 707 durch, die von einem Crashtest abgeschlossen wurden. Für die Variante eines Austauschs spricht nach Angaben der Verschwörungstheoretiker die Tatsache, dass mindestens drei, der vier Maschinen, während des Flugs ihre Transpondercodes wechselten, aber keiner je einen Not- oder Entführungsfall sendete. Während Leichenteile und auch ein Ausweis des mutmaßlichen Piloten von Flug 11 in den Trümmern des WTC-Komplexes gefunden wurden, sind die Flugschreiber, der in die Twin Towers gestürzten Maschinen, nach Angaben der Behörden nie entdeckt worden. Dies halten Skeptiker für unglaubwürdig. Ein Feuerwehrmann und ein freiwilliger Helfer behaupteten im Jahre 2003, sie hätten drei der vier Flugschreiber gefunden und den Behörden übergeben [68]. Die Fluglotsen des Washingtoner Dulles Airport hielten Flug 77 wegen seiner Wendigkeit und Geschwindigkeit für einen Kampfjet.[69] Hani Hanjour gilt als der Kamikaze-Pilot von Flug 77. Sein ehemaliger Fluglehrer hielt ihn dagegen für kaum fähig, ein Propellerflugzeug zu steuern [70]. Auch seien die Flugrouten ab dem Zeitpunkt der Entführung verdächtig, da sie zu viel Zeit in Anspruch genommen und nur wenig natürliche Orientierungspunkte geboten hätten [71].
Der Geheimentwurf Operation Northwoods dient Verschwörungstheoretikern als Beispiel für die in militärischen Kreisen der USA angedachte, gezielte Verwendung eines ferngesteuerten Flugzeuges. Im Jahr 1962 schlug der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs dem Verteidigungsminister vor, Attentate in den USA auszuüben und außerhalb des Landes militärische Vorfälle zu inszenieren, die dem Castro-Regime auf Kuba angelastet werden sollten, um eine Invasion der Insel zu rechtfertigen. Zu diesem Plan gehörte, dass eine Passagiermaschine mit einem unbemannten Militärflugzeug südlich von Florida ausgetauscht werden sollte. Danach sollte das Militärflugzeug, das auf dem Radar den Platz der Zivilmaschine eingenommen hätte, zunächst einen aufgezeichneten Hilferuf per Funk aussenden, um einen Angriff feindlicher Jäger zu suggerieren, und kurz darauf gesprengt werden.
Im Jahre 2004 wurde bekannt, dass am 11. September 2001 Katastrophenübungen, Manöver und Kriegsszenarien durchgeführt wurden. Unter anderem wurde der Crash eines kleinen Flugzeuges in das Hauptquartier des Militärgeheimdienstes NRO, die politisch motivierte Geiselnahme einer Linienmaschine und -bei einem vom Luftverteidigungskommando NORAD durchgeführten Szenario namens Vigiliant Guardian- der Angriff eines russischen Bombers simuliert, wobei Russland zu jener Zeit tatsächlich strategische Luftmanöver durchführte. Gleichzeitig führte das US-Militär eine umfassende Übung namens Global Guardian durch. Die Simulationen wurden mit einem realen Flugkörper, sowie mithilfe zusätzlich einprogrammierter Informationen im Radarsystem realisiert. Obwohl sich die Untersuchungskommission mit der Frage beschäftigte, ob Militärübungen die Reaktion der US Air Force behinderten, wurde diese Angelegenheit im Abschlussbericht nicht berücksichtigt. Allerdings werden in einer Fußnote „viele irrtümliche Berichte über Flugzeugentführungen” erwähnt. Verschwörungstheoretiker vermuten eine konzertierte Aktion, um ein mögliches Eingreifen der Luftwaffe zu unterbinden. Dabei wird geltend gemacht, dass, auf Weisung des Vereinigten Generalstabs vom 1. Juni 2001, das Abfangen eines Flugzeuges von der Genehmigung des Verteidigungsministers abhängt. Michael Ruppert bezeichnet Vizepräsident Cheney als Hauptverdächtigen, der per Anweisung die Air Force daran gehindert habe, die Gebäude zu schützen, indem er die Flugzeuge als Teil einer Übung deklarierte [72].
Das Regionalkommando der Luftverteidigung, NEADS, war auf die Angaben der zivilen Luftüberwachung FAA angewiesen. Die FAA musste das im Pentagon angesiedelte NMCC kontaktieren, das sich dann an NORAD bzw. NEADS wenden sollte. Nach Erkenntnissen der Untersuchungskommission, übermittelte die zivile Behörde die entscheidenden Informationen jeweils zu spät bzw. überhaupt nicht, so dass ein Eingreifen nicht mehr möglich war. Außerdem irritierte die FAA die Air Force mit einer Falschmeldung über Flug AA 11, die besagte, dass eben dieses Flugzeuges nicht in den Nordturm gestürzt sei, sondern sich Richtung Washington D.C. bewege. Entsandte Jäger stiegen demnach zu spät auf und flogen außerdem bei der Verfolgung des anscheinend nicht existenten Flugzeugs in die falsche Richtung. Diese Erkenntnisse beruhen auf Tonaufzeichnungen, die NORAD der Untersuchungskommission 2004 überreicht hat und die im August 2006 der Öffentlichkeit in Auszügen zur Verfügung gestellt wurden [73]. Die Bänder stehen im Gegensatz zu den Aussagen der zwei verantwortlichen Befehlshaber vor der Untersuchungskommission aus dem Jahre 2003. Sie behaupteten, auf rechtzeitige und korrekte Meldungen der FAA betreffend der Flüge AA 77 und UA 93 ordnungsgemäß reagiert und Abfangjäger in die Luft beordert zu haben. Bei der Verfolgung von UA 93 habe man über eine Abschussgenehmigung von Vizepräsident Cheney verfügt. Die Kommissionsmitglieder ersuchten nach Abhörung der Mitschnitte die zuständigen Behörden, ein mögliches Disziplinarverfahren gegen die Befehlshaber zu prüfen [74]. Der Autor David Ray Griffin stellt dagegen die Authentizität der Mitschnitte in Frage und hält es für möglich, dass die Bänder im Einverständnis mit der Untersuchungskommission bearbeitet wurden. Da die Aufzeichnungen ein Fehlverhalten der FAA und nicht der Militärs dokumentieren, hätten die Befehlshaber die Verwirrung zugeben können, die durch die zivilen Behörden entstanden sei, statt mit ihrer Aussage eine Anklage auf Hochverrat und Betrug zu riskieren [75].
Die Art und Weise wie die Regierung Bush, namentlich der Präsident selbst, während der Anschläge handelte, ist Gegenstand kritischer Beobachtungen geworden, die Skeptiker für eine Untermauerung ihrer Thesen nutzen. Hierbei gibt es zwei unterschiedliche Hypothesen über das Verhalten von George W. Bush. Die eine geht davon, dass der Präsident in die Ausführung der Anschläge von Beginn an eingeweiht war. Die zweite Hypothese besagt, dass Bush von den Anschlägen überrascht und von den wirklichen Verantwortlichen im Laufe des Tages unter Druck gesetzt wurde und ihnen schließlich nachgab.
Der Präsident machte am 11. September einer Grundschule in Florida einen öffentlichen Besuch. Es gibt unterschiedliche Berichte darüber, wann und von wem Bush über den ersten Anschlag, der während seiner Fahrt zum Schulgebäude stattfand, informiert wurde. Nach Aussagen von Vizepräsident Cheney bestand eine Direktverbindung zwischen dem Secret Service und der zivilen Luftüberwachung. Bush erklärte, er habe kurz vor seinem Erscheinen vor den Kindern Bilder vom Crash in den Nordturm im Fernsehen gesehen und ihn als einen Unfall interpretiert. Während der Veranstaltung informierte ihn sein Stabschef Andrew Card über den zweiten Anschlag und die Tatsache, dass die USA unzweifelhaft angegriffen wurden („America is under attack”). Der Präsident brach allerdings nicht, wie Skeptiker erwartet hätten, die Veranstaltung ab und wurde auch nicht unter den verstärkten Schutz des Secret Service gestellt, sondern hörte den Kindern weiterhin beim Vorlesen einer Übungsgeschichte zu. Vor dem Ende der Visite äußerte er sich in einer Rede kurz zu den Terroranschlägen, ging aber auf Fragen von Journalisten nicht ein. Kurz nach Verlassen des Schulgebäudes, als der Präsident sich auf dem Weg zu seiner Dienstmaschine Air Force One begab, fand der Anschlag auf das Pentagon statt. Bis dahin hatte er nach eigenen Aussagen keinerlei Entscheidungen getroffen.
Bushs wiederholte Aussage, er habe vor dem Betreten des Klassenzimmers im Fernsehen den Sturzflug von AA 11 in den Nordturm gesehen, hat ebenfalls zu Spekulationen geführt, da erst am folgenden Tag eine Filmsequenz von diesem Ereignis publik wurde. Die Vermutung geht dahin, dass dem Präsidenten von seinem Stab exklusive Bilder zur Verfügung gestellt wurden, was folglich nur mit einem Vorauswissen erklärt werden könnte [76].
Vizepräsident Cheney wurde, wie auch andere hochrangige Beamte der Regierung, darunter die damalige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, vom Secret Service in den Präsidentenbunker des Weißen Hauses gebracht. Von dort beobachteten sie die Aktionen der FAA und NORAD und weiterer Stellen. Die Untersuchungskommission hat den Zeitpunkt von Cheneys Eintreffen im Krisenzentrum auf kurz vor 10 Uhr morgens ermittelt, also nach dem Anschlag auf das Verteidigungsministerium und kurz vor dem Absturz von Flug 93. Skeptiker führen dagegen die Aussage des damaligen Transportministers Norman Mineta vor dem Ausschuss an. Mineta erklärte, noch vor dem Anschlag auf das Pentagon im Präsidentenbunker einen Dialog zwischen Cheney und einem Mitarbeiter gehört zu haben. Während sich Flug 77 der Hauptstadt näherte, fragte der Mitarbeiter wiederholt nach, ob ein bestimmter Befehl weiterhin Geltung besäße, was der Vizepräsident schließlich eindeutig bestätigte. Mineta interpretierte diese Weisung im Nachhinein als Abschussbefehl für Flug 77, der dann allerdings von den Abfangjägern nicht mehr erreicht werden konnte. Da er von einem Abschussbefehl ausging, habe er sich später die Frage gestellt, ob die Regierung hingegen Flug 93 habe abschießen lassen. [77] Verschwörungstheoretiker äußern wiederum die Vermutung, der besagte Befehl habe vielmehr ein Eingreifen der Abfangjäger bewusst untersagt, um somit den Anschlag auf das Pentagon zu ermöglichen [78]. (Einem anderen Bericht zufolge soll sich der Dialog zwischen Cheney und dem Mitarbeiter stattdessen auf Flug 93 bezogen haben [79]).
Schon vor dem Start von Air Force One soll Cheney dem Präsidenten Warnungen über einen terroristischen Angriff auf seine Dienstmaschine übermittelt haben. Nach dem Start zog die Boeing Kreise über dem Territorium der USA. Skeptiker merken an, dass über einen langen Zeitraum keine Eskorte an Kampfjets gestellt wurde, obwohl das innerhalb weniger Minuten, schon während Bushs Aufenthalt in der Grundschule, möglich gewesen wäre. Dies wird als Indiz entweder dafür gesehen, dass die Regierung zu keiner Zeit an eine Gefahr für den Präsidenten glaubte oder dass die Verschwörer im Staatsapparat den Präsidenten erpressten, indem sie ihre Macht demonstrierten. Während des Flugs tauschten Bush und Cheney sich telephonisch darüber aus, ob der Präsident sofort nach Washington kommen solle. In dieser Zeit sollen sich Cheney und Rumsfeld vom Präsidenten auch bestätigt haben lassen, dass Flug UA 93 abgeschossen werden soll [80]. Diese Schilderung wurde allerdings von der Untersuchungskommission verworfen. Eine halbe Stunde nach dem Absturz von Flug 93 soll eine neuerliche Alarmierung über eine unmittelbare Bedrohung für Air Force One, basierend auf Insiderwissen über das Sicherheitsprozedere zum Schutz des Präsidenten, die Maschine kurz in Bedrängnis und Bush davon überzeugt haben, nicht in die Hauptstadt zurückzukehren. Diese Episode wurde von den Medien in der Folgezeit verworfen [81]. Verschwörungstheoretiker werten dies als direkte Bedrohung des Präsidenten.
Nach einem Zwischenstopp in Louisiana landete die Maschine gegen Nachmittag auf der Offutt Air Force Base in Nebraska, um an einer Videokonferenz mit dem Sicherheitsrat teilzunehmen. Dieser Luftstützpunkt war das Koordinationszentrum für die Kriegsübung Global Guardian [82]. An selber Stelle fand an diesem Tag auch ein Treffen führender Geschäftsleute der USA unter der Ägide von Warren Buffett statt [83], was Verschwörungstheoretikern ebenfalls verdächtig vorkommt[84]. Gegen Abend kehrte der Präsident nach Washington D.C. zurück und verkündete implizit den Krieg gegen den Terrorismus.
Das Verhalten weiterer Verantwortungsträger sehen Skeptiker als Anzeichen für eine Verwicklung:
Aufgrund einer Videobotschaft, in der sich Osama bin Laden der Planung des Attentats gerühmt hatte, gilt die Urheberschaft Al-Qaidas als unstrittig. Verschwörungstheoretiker ziehen dagegen in Zweifel, dass es sich bei dem abgebildeten Mann überhaupt um Bin Laden handelt. Sie stellen z.B. mehrere Bilder von seinen Videobotschaften nebeneinander, um vermeintliche Unterschiede zu demonstrieren [90]. Zuvor hatte der saudische Terrorist eine Verantwortung für die Anschläge mehrfach bestritten, später aber mehrfach für sich in Anspruch genommen. Zuletzt war im Mai 2006 ein Tonband von dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira ausgestrahlt worden, das Bin Laden zugeordnet wurde. Darin brüstete sich Bin Laden der alleinigen Urheberschaft für den 11. September: „Ich bin derjenige, der für die Auswahl der 19 Personen, die die Anschläge ausführten, verantwortlich war” [91].
Fünf Tage nach dem Attentat wurde Bin Laden dagegen in einer afghanischen Presseagentur mit den Worten zitiert: „Ich erkläre kategorisch, dass ich diese Tat nicht begangen habe”. Sein Gastgeber, der Taliban-Führer Mohammed Omar, habe ihm „solche Aktivitäten” verboten [92].
Am 28. September 2001 wurde in einer pakistanischen Zeitung ein neuerliches Dementi Bin Ladens publiziert. In einem Interview erklärte er, dass der Islam es streng verbiete, „Frauen, Kinder und anderen Unschuldigen ein Leid anzutun” und verband seine Leugnung mit einem allgemein gehaltenen Angriff auf die USA, Israel „und die amerikanischen Juden” [93].
Am 13. Dezember 2001 wurde das sogenannte Geständnisvideo im amerikanischen Fernsehen gezeigt. Die Regierung erklärte, nachdem US-Truppen das Band im vorangegangenen Monat in Dschalalabad entdeckt hatten, habe sie es hinsichtlich seiner Authentizität überprüft und schließlich verifiziert. Dabei gibt es widersprüchliche Berichte darüber, wann das Video aufgenommen wurde.
Auf der Videoaufzeichnung, die eine schlechte Qualität aufweist, sieht man wie Bin Laden vor einigen Gästen bezüglich der Anschläge erklärt, er sei „von allen der Optimistischste gewesen”. Aufgrund seiner Erfahrungen im Bauwesen habe er fest damit gerechnet
Der Autor Eric Laurent behauptet, dass das zu beobachtende Verhalten der Personen gegen einige Gebräuche verstoße: So werde der saudische Gast auf völlig untypische Weise angesprochen. Als die Personen auf fromme Zitate zurückgriffen, hätten sie die maßgeblichen Bücher Koran und Hadith streckenweise miteinander verwechselt, was für einen Islamisten kaum vorstellbar sei. Und auch der Angriff der Amerikaner fände überhaupt keine Erwähnung [95].
Im Dokumentarfilm Loose Change wird darauf hingewiesen, dass, obwohl Bin Laden als Linkshänder ausgewiesen ist, der Mann auf dem Videoband mit der rechten Hand schreibt und einen goldenen Ring und eine goldene Uhr trägt, was nach Islamischem Recht verboten ist [96].
Das deutsche TV-Magazin Monitor untersuchte das Video und kam aufgrund der Analyse eines Arabisten und eines Dolmetschers zum Schluss, dass die US-Regierung die Aussagen im Video falsch übersetzt und „teilweise manipuliert” habe [97].
Auch der Bin-Laden-Experte Professor Bruce Lawrence, der auch die Authentizität der Tonbänder in Zweifel zieht, hält das sogenannte Geständnisvideo für eine Fälschung [98].
Das FBI legt Bin Laden die Anschläge vom 11. September in ihrem offiziellen Steckbrief nicht zur Last.[99] Der Chef des Büros für öffentliche Angelegenheiten erklärte, es gäbe für dessen Komplizenschaft keine ausreichenden Beweise.[100] Im April 2002 erklärte FBI-Direktor Robert Mueller, weder in den USA noch in Afghanistan irgendwelche belastenden Aufzeichnungen gefunden zu haben [101].
In vielen verschwörungstheoretischen Publikationen wird nahegelegt, dass auch der israelische Geheimdienst Mossad ein detailliertes Vorauswissen besaß und die Anschläge geschehen ließ. Dabei wird auf die Opferstatistik verwiesen, die angeblich außergewöhnlich wenige Israelis ausweist. Hervorgehoben wird auch die Warnung an das israelische Unternehmen Odigo, das Büros in der Nähe der World Trade Center unterhielt, die aufgrund einer Warnung unbekannter Herkunft zwei Stunden vor dem Anschlag geräumt wurden [102].
Des weiteren wird auf Aktivitäten vermeintlicher israelischer Agenten rund um die Flugschulen in Florida verwiesen, die die Attentäter observiert haben sollen. In verschiedenen Medien war von der Verhaftung von 120 bis 200 Israelis vor und nach den Anschlägen berichtet worden. Sie hatten sich als Kunststudenten ausgegeben und standen im Verdacht, einen US-weiten Spionagering aufgebaut zu haben [103] [104]. Allein in Florida waren 42 Personen festgenommen worden, darunter auch in der Ortschaft Hollywood, wo sich vier der Attentäter aufgehalten hatten.[105].
Ein weiteres Indiz sehen die Verschwörungstheoretiker in der Verhaftung von fünf Israelis am 11. September in New Jersey. Die örtlichen FBI-Ermittler verdächtigten sie, mit den Anschlägen in Verbindung zu stehen. Zwei von ihnen wurden als Mossad-Geheimagenten identifiziert. Nach zweimonatiger Untersuchungshaft wurden sie freigelassen und nach Israel abgeschoben [106].
Einer Analyse von Christian C. Walther zufolge richteten sich die Anschläge mit Milzbrand-Sporen in den Wochen nach dem 11. September gezielt gegen öffentliche Meinungsmacher - Politiker und Journalisten - die die offizielle Version in Frage stellten. So erhielt der Aussage der demokratischen Abgeordneten Cynthia McKinney zufolge der demokratische Mehrheitsführer Tom Daschle einen der Briefe, nachdem sowohl Präsident Bush als auch Vizepräsident Cheney ihn in Telefonaten gebeten hatten, von weiteren Untersuchungen abzusehen. Weitere demokratische Abgeordnete, die untersuchten, erhielten ebenfalls blaue Briefe mit Anthrax.
Bob Stevens aus Boca Raton, Florida, starb am 5.10.2001 an einer Anthrax-Vergiftung. Er war Reporter der Boulevardzeitung The Sun. Sein Vorgesetzter Michael Irish hatte ein Apartment an zwei der Entführer vermietet und war ehemaliges Mitglied der Civil Air Patrol in Lantana, wo Mohammed Atta im August 2001 Flugstunden nahm. Stevens behauptete, dass jener Atta, der die Flugschule besucht hatte, eine andere Person war als derjenige, der als Attentäter identifiziert wurde. Dies wollte er angeblich mit Fotos beweisen. [107]
Neben der allgemeinen Kritik an Verschwörungstheorien gab es einige speziell auf die Publikationen zu diesem Thema bezogene kritische Veröffentlichungen.