Unter einem Versfuß versteht die kleinste metrische Einheit von einer betonten/langen Silbe bis zur nächsten betonten/langen Silbe. (In der antiken Metrik spricht von langen und kurzen Silben, sonst von betonten und unbetonten Silben.) In einfacher Form umfasst ein Versfuß eine betonte und unbetonte Silbe, aber ein Versfuß kann auch zwei unbetonte Silben enthalten. (Zur Anordnung bzw. Reihenfolge der Silben siehe unten.)
Das Versmaß (auch: Metrum) ist ein ursprünglich antikes Stilmittel der Dichtung, das in der Metrik behandelt wurde und kurze und lange Silben nach bestimmten Schemata aneinanderreiht. Im Deutschen (und anderen europäischen Sprachen) wird stattdessen die unterschiedliche Betonung der Silben eingesetzt (siehe auch Hebung und Senkung).
Die moderne Lyrik verzichtet häufig auf die klassischen poetischen Mittel von Reim und Versmaß und verwendet den freien Vers, der im 19. Jahrhundert in Frankreich als vers libre entwickelt wurde. Durch den völligen Verzicht auf die Regeln der Metrik nähert sich der freie Vers der Prosa an.
| Antike Bezeichnung | Mehrzahl | Dt. Bezeichnung | Kurzz. | Kennzeichen | Beispiele |
| Jambus | Jamben | Steiger | XX' | unbetonte Silbe, betonte Silbe (x-) | Besuch, Geduld |
| Trochäus | Trochäen | Faller | X'X | betonte Silbe, unbetonte Silbe (-x) | Abend, Liebe |
| Anapäst | Anapäste | Doppelsteiger | XXX' | unbetont, unbetont, betont (xx- ) | Paradies |
| Daktylus | Daktylen | Doppelfaller | X'XX | betont, unbetont, unbetont (-xx) | Enterich |
Weniger bekannt sind auf anderen Versfüßen der antiken Metrik beruhende Betonungsschemata: