Der Vertrag von Waitangi (englisch: Treaty of Waitangi, Māori: Tiriti o Waitangi) wurde am 6. Februar 1840 bei Waitangi in der "Bucht der Inseln", Neuseeland, unterzeichnet. Heute gilt der 6. Februar als Nationalfeiertag Neuseelands. Das Vereinigte Königreich, die britische Krone auf der einen Seite und Māori-Repräsentativführer, die Leiter des Bündnisses der Vereinigten Stämme von Neuseeland, auf der anderen, stimmten seinen Artikeln zu.
"Der Vertrag", als den die Neuseeländer ihn häufig bezeichnen, machte Neuseeland zu einer britischen Kolonie und wird als der Anfang des modernen Neuseelands betrachtet. Die Māori gaben alle Rechte auf Souveränität auf und bekamen dafür den Status eines britischen Bürgers. Außerdem wurde den Māori garantiert, dass sie Land, Grundstücke und andere Besitztümer behalten durften.
Auf Grund von Übersetzungsschwierigkeiten zur Zeit der Unterzeichnung führte der Vertrag schon bald zu unterschiedlichen Auslegungen und zahlreichen Kontroversen, die letztlich in den Neuseelandkriegen endeten.
Bis heute gibt es strittige Fragen oder konkrete Fälle, in denen der Vertrag unterschiedlich interpretiert wird. Heute regelt das 1975 gegründete Waitangi-Tribunal solche Streitfragen. Māori können beispielsweise Ansprüche aus dem Vertrag vor diesem Tribunal geltend machen.
Der Vertrag von Waitangi ist seit einigen Jahren in die Liste des Weltdokumentenerbes der UNESCO eingetragen.
| Wikisource: Original-Wortlaut des Vertrags von Waitangi – Quellentexte |
Brockhaus-1809: Der Passauer Vertrag
Brockhaus-1911: Vertrag · Passauer Vertrag · Leoninischer Vertrag
Herder-1854: Vertrag · Leoninischer Vertrag
Lueger-1904: Frachtgut, -karte, -vertrag
Meyers-1905: Passauer Vertrag · Methuen-Vertrag · Leonīnischer Vertrag · Wiener Vertrag · Vertrag · Rücktritt vom Vertrag · Hay-Pauncefote-Vertrag · Berliner Vertrag · Ashburton-Vertrag · Antichrētischer Vertrag · Gothaer Vertrag · Eden-Vertrag · Dinglicher Vertrag
Pierer-1857: Vertrag · Wittenberger Vertrag · Ashburtonscher Vertrag · Gadsden-Vertrag