Veszprém

Dieser Artikel behandelt die ungarische Stadt Veszprém. Für das gleichnamige Komitat, siehe Komitat Veszprém.
Veszprém
Wappen von Veszprém
Veszprém auf der Karte von Ungarn
Veszprém
Veszprém
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Közép-Dunántúl
(Mittel-Transdanubien)
Komitat: Veszprém (Wesprim)
Koordinaten: 47° 06' N, 17° 55' O
Höhe: 260 m ü. A.
Fläche: 126,93 km²
Einwohner: 62.851 (2001)
Bevölkerungsdichte: 495 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 088
Postleitzahl: 8200
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: János Debreczenyi
Webpräsenz:
Luftaufnahme: Veszprém
Luftaufnahme: Veszprém

Veszprém [ˈvɛspreːm] (deutsch: Wesprim oder Weißbrunn) ist eine der ältesten ungarischen Städte. Neben Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) und Esztergom (Gran) war Veszprém eine der bedeutendsten Städte Ungarns im Mittelalter. Veszprém hat heute über 60.000 Einwohner und ist der Komitatssitz des Komitats Veszprém. Es ist wegen seines attraktiven Stadtbilds und der Nähe des Plattensees ein beliebtes Fremdenverkehrszentrum sowie eine bedeutende Universitätsstadt.

Schloss von Veszprém
Schloss von Veszprém

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Veszprém befindet sich nördlich des Balatons (Plattensee) auf Hügeln und in Tälern, die den Bach Séd umgeben. Die Stadt wurde nach der Überlieferung auf fünf Bergen erbaut: Várhegy (Burgberg), Jeruzsálemhegy (Jerusalemberg), Temetőhegy (Friedhofberg), Kálvária-hegy (Kreuzwegberg) und Cserhát.

Die Stadt liegt am Schnittpunkt dreier ungarischer Landschaften: Sie grenzt im Norden an den Bakonywald, im Süden an das Plattensee-Hochland (Balaton-felvidék) und im Osten an die Große Ungarische Tiefebene. Diese zentrale Lage förderte die Entwicklung von Veszprém in großem Maße.

Geschichte

Auf dem Gebiet von Veszprém gab es schon im 5. Jahrtausend v. Chr. eine neolitische Siedlung, deren Freilegung vor kurzem beendet wurde.

Zur Zeit der Landnahme ging Veszprém – wo vermutlich eine ehemalige (fränkische oder awarische) Festung auf dem Burgberg existierte – in den Besitz des Hauses Árpád über.

Im Jahr 1009 wurde von Fürst Géza, dem Vater des Staatsgründers Stephan I., eines der ältesten Bistümer Ungarns, das Bistum Veszprém (seit 1993 Erzbistum) gegründet. Der Sankt-Michael-Dom ist die älteste (erz-)bischöfliche Kathedrale Ungarns. Er wurde von der Frau des heiligen Königs Stephan I. begründet, der seligen Gisela, einer bayerischen Prinzessin aus Passau. In der Kathedrale findet man den Thronstuhl der ungarischen Königinnen (deren Krone wird in der ungarischen Schatzkammer aufbewahrt) und eine Reliquie von Gisela.

Im Kloster unterhalb der Burg wuchs Margarete auf, die Tochter des Königs Béla IV. Später lebte und starb sie im Kloster auf der Margareteninsel (Budapest) und gab so der Insel ihren heutigen Namen.

Die Bischöfe von Veszprém haben die Stadt über die Jahrhunderte zu einer Festung ausgebaut. 1276 wurde die Stadt durch das Heer des Palatins Péter Csák und 1380 durch einen Brand zerstört, aber nach diesen Ereignissen wurde die Stadt wieder aufgebaut. Im Jahr 1552 eroberten die Türken Veszprém und plünderten und mordeten in der Stadt. Danach verlor die einstmals blühende Renaissance-Stadt zeitweilig ihre Bedeutung.

Nach 1702 wurden Teile der Festung wieder errichtet. Im 18. Jahrhundert und Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt in österreichischer Hand zum Barock, und wurde – dank ihres Getreidemarkts – Handelszentrum Mitteltransdanubiens. Die Einwohnerzahl stieg von 2.500 auf 14.000. Die Mehrheit der Gebäude der Burg wurde in diesem Zeitraum erbaut.

Teile der Stadt wurden bei einem Erdbeben 1810 zerstört. Das zünftige Handwerk und der Getreidemarkt versanken Ende des 19. Jahrhunderts in der Bedeutungslosigkeit, weil die Stadtväter verhinderten, dass die 1872 erbaute Eisenbahnlinie zwischen Székesfehérvár und Szombathely durch Veszprém geführt wurde. Die Bevölkerungszahl stagnierte seither.

Während der K.u.k. Monarchie war V. eine von vielen Garnisonsstädten und 1914 die Heimat des K.u. Veszprémer Honved Infanterie Regiments Nr. 31 (Veszprémi 31. honvéd gyalogezred)

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der geschichtsträchtigen Stadt erneut zerstört.

Die Pannonische Universität Veszprém gilt heute mit ihren fünf Fakultäten (Philosophische, Ingenieurwissenschaftliche, Wirtschaftswissenschaftliche, Landwirtschaftswissenschaftliche und Informatische) - zusammen mit der Akademie-Filiale Veszprém (VEAB) der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) - als das akademische Zentrum Mittel-, Nord- und Westtransdanubiens. Zu der Universität gehört seit einigen Jahren auch das Georgikon in Keszthely, die älteste Agrarwissenschaftliche Fakultät Europas.

Sehenswertes

Die Dreifaltigkeitssäule mit der Franziskaner-Kirche im Hintergrund
Die Dreifaltigkeitssäule mit der Franziskaner-Kirche im Hintergrund
Die Sankt-Stephans-Talbrücke (von den Veszprémern Viadukt genannt), Symbol der Stadt
Die Sankt-Stephans-Talbrücke (von den Veszprémern Viadukt genannt), Symbol der Stadt

Im Burgviertel

  • Sankt-Michael-Dom - einst im Jahre 1001 als doppeltürmige romanische Basilika errichtet, in den Türkenkriegen zerstört, erst im 18. Jahrhundert teils im Spätbarock wieder aufgebaut
  • Sankt-Stephans-Kirche - ursprünglich im Barock 1730 errichtet, dann durch einen Brand zerstört, später in neoromanischem Stil wieder aufgebaut
  • Erzbischöfliches Palais - von Jakob Fellner, einem im 18. Jahrhundert in Ungarn bekannten Architekten erbaut. Im Innern befinden sich eine Bibliothek und viele Gemälde.
  • Gisela-Kapelle - Die Fresken mit den sechs Aposteln an der Nordwand stammen aus dem 13. Jahrhundert.
  • Dreifaltigkeitssäule
  • Propstpalais
  • Piaristen-Gymnasium
  • Feuerturm - im 18. Jahrhundert erbaut ist er Wahrzeichen der Stadt. Stündlich ertönt ein Glockenspiel, leider vom Band.
  • Heldentor (Burgtor) mit kleinem Burgmuseum

Außerhalb des Burgviertels

  • Dezső-Laczkó-Museum
  • Bakonyer Haus
  • Petőfi-Theater
  • Óváros tér (Altstadtsplatz)
  • Károly-Eötvös-Komitatsbibliothek
  • Theatergarten
  • Sankt-Stephans-Talbrücke oder Viadukt
  • Kálmán-Kittenberger-Zoo
  • Deutscher Soldatenfriedhof

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Commons
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Quelle:
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