Viag Interkom

Viag Interkom mit Sitz in München war ein bundesdeutscher Telekommunikationsanbieter, der 1995 als Joint-Venture von Energieversorgungsunternehmen VIAG mit British Telecom in Eschborn entstand. Neben Arcor und o.tel.o galt Viag Interkom als einer der drei potentiellen Hauptkonkurrenten der Deutschen Telekom nach der Liberalisierung bzw. Deregulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes.

Viag Interkom besaß ein Telekommunikationsnetz mit einer Länge von knapp 4.000 Kilometern in Bayern und Thüringen, das Mitte der 90er Jahre als eines der größten privaten Glasfasernetze in Deutschland galt. Außerdem gehörte dem Unternehmen ein bundesweites Datenübertragungsnetz (Domestic-Frame Relay-Service) und es bot die Dienste von Concert Frame Relay Services an, das ein Joint-Venture von British Telecom und MCI Worldcom war. Die Datenübertragungsraten lagen zwischen 64 kBit/s und 2 MBit/s. [1]

1997 erwarb der norwegische Konzern Telenor 10 % der Anteile. VIAG und British Telecom hielten jeweils 45 %. Nach der Ersteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 übernahm die British Telecom im ersten Halbjahr 2001 das Unternehmen vollständig. E.ON erhielt für ihren 45 % Anteil 11,4 Mrd. Euro. Der Mobilfunkbereich von VIAG Interkom (später: O2(Germany) GmbH & Co. OHG) wurde in die damalige BT-Mobilfunktochter O2 eingegliedert; der Festnetzbereich (später: BT (Germany) GmbH & Co. oHG) der BT-Festnetzsparte. Wenig später trennte sich British Telecom von seiner O2-Beteiligung, sodass auch die Verbindungen zwischen den beiden deutschen Gesellschaften gelöst wurden.

Viag Interkom kündigte Mitte Mai 1997 an, insgesamt 8,5 Milliarden Mark (4,3 Mrd. Euro) innerhalb der nächsten zehn Jahre zum Aufbau der neuen Sparte Telekommunikation zu investieren. Das Unternehmen war seit 1989 auf dem Geschäftskundenmarkt aktiv und realisierte beispielsweise Anfang 1996 die Verbindung der weltweit 2.800 Apple- und 300 Unix-Rechner der Firma VLSI über ihr Frame-Relay-Netz.

Viag bildete mit British Telecom (BT) eine Allianz, an der bis Herbst 1996 auch RWE beteiligt war, und erhielt Anfang 1997 eine Lizenz für das zweite deutsche E-Netz (E-2); dabei sollten Mobilfunk- und Festnetzanschluß miteinander verschmelzen (Fixed-Mobile Integration); dieses Konzept wird heute als Homezone bezeichnet. Diesen Tarif gibt es unter dem Namen Genion immer noch.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. http://www.tecchannel.de/netzwerk/networkworld/report/403663/index7.html
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