Victor von Vita († nach 490) war ein spätantiker Kirchenhistoriker. Er war Bischof seiner Heimatstadt Vita in Byzacena, Africa, welches damals unter der Herrschaft der Vandalen stand. Er wurde später heilig gesprochen; sein Festtag ist der 23. August.
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Victor verfasste um 489/90 im Auftrag des katholischen Bischofs von Karthago, Eugenius, eine Historia persecutionis Africanae provinciae, eine Geschichte (der Verfolgungen) der katholischen Bevölkerung Africas unter den arianischen Vandalenkönigen Geiserich und Hunerich. Das Werk ist eine der wichtigsten Quelle für die Geschichte des Vandalenreichs; es beinhaltet unter anderem auch den Text von drei Edikten Hunerichs, darunter auch sein Verfolgungsedikt, und den Liber fidei catholicae, ein katholisches Glaubensbekenntnis. Es ist in einem stark hagiographischen Charakter abgefasst: Victor betont den Mut der katholischen Christen gegenüber den Vandalen, war aber auch nicht immer streng objektiv; dabei spielte auch Victors römisches Weltbild gegenüber den „Barbaren“ eine Rolle.
Das Werk erfreute sich im Mittelalter und der Frühen Neuzeit teils großer Beliebtheit. Die in manchen Handschriften angehängte Passio beatorum martyrum qui apud Carthaginem passi sunt stammt nicht von Victor selbst, sondern ist von einem anonymen Autor verfasst.