Vilma Espín Guillois (* 7. April 1930 in Santiago de Cuba; † 18. Juni 2007 in Havanna) war eine kubanische Revolutionärin, Mitglied des Staatsrats und der Kommunistischen Partei Kubas, sowie bis zu ihrem Tod Präsidentin der Förderation der kubanischen Frauen (FMC). Sie war verheiratet mit Raúl Castro, dem stellvertretenden Präsidenten Kubas, mit dem sie vier Kinder hatte. Espín wurde oft als die inoffizielle „First Lady Kubas“ bezeichnet, da sie neben Fidel Castro regelmäßig öffentliche Verpflichtungen übernahm.
Ihr Vater war Vize-Direktor der Firma Bacardi & Company Limited. Ihre Mutter stammte aus Frankreich. Nachdem sie in Kuba ihre Ausbildung als Industriechemikerin abgeschlossen hatte, ging sie in die Vereinigten Staaten, um an der Technischen Hochschule Massachusetts zu studieren. Während des Bürgerkriegs kam sie in den 50er-Jahren nach Havanna zurück. Zu dieser Zeit lernte sie in der kubanischen Rebellenarmee Raúl Castro kennen; mit ihm zusammen gehörte sie zur Gruppe M-26-7.
1960 gründete sie die FMC, die bis heute eine der wichtigsten kommunistischen Massenorganisationen ist. Über 80 Prozent der Kubanerinnen gehören ihr an. Eine ihre ersten Kampagnen setzte sich für die Resozialisierung von Prostituierten ein. In den 60er Jahren setzte sie sich als eine Vorkämpferin für die Rechte von Homosexuellen ein. Sie klagte als eine der ersten Personen öffentlich an, dass "homosexuelle Männer zur Umerziehung in militärische Lager gesandt wurden." Als Teil ihres Engagements wurde 1979 ein Strafrechtsparagraph gegen Homosexualität abgeschafft.[1]
Ihre Tochter Mariela Castro ist Direktorin des Zentrums für Sexualerziehung CENESEX (Centro Nacional de Educación Sexual) und sorgte erst kürzlich für Aufsehen mit dem Vorschlag, das öffentliche Gesundheitssystem für Geschlechtsumwandlungen von Transsexuellen aufkommen zu lassen.[2]