Volker Kriegel (* 24. Dezember 1943 in Darmstadt; † 14. Juni 2003 in San Sebastián) war Jazzmusiker, Zeichner und Schriftsteller. Er gilt als einer der Pioniere des deutschen Rockjazz.
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Schon zu der Zeit, als er in Frankfurt Psychologie und bei dem Jazz-Gegner Adorno Soziologie studierte, hatte er seine ersten Auftritte als Jazzgitarrist. Während sein Studium ohne Abschluss blieb und sich auf seine Musik nicht auswirkte, machte er die Betätigung als Gitarrist zu seinem Beruf, den er durch kompositorische Tätigkeit ergänzte.
Kriegel war von 1968 bis 1972 Mitglied des Dave Pike Set, später Leiter der von ihm gegründeten Gruppe Mild Maniac Orchestra. Seit 1977 spielte er auch im United Jazz und Rock Ensemble, zu dessen Gründungsmitgliedern er zählte und für das er auch komponierte. Mit dieser Formation trat er immer wieder, wenn auch zuletzt in größeren Abständen, über fast 25 Jahre lang auf.
Zwischen den 1970er und 1990er Jahren veröffentlichte er mit wechselnden Mitspielern, teilweise unter eigenem Namen, teils als Mild Maniac Orchestra, zahlreiche Platten. Dabei war er mit seiner Leadgitarre stilmäßig nicht auf die elektrisch verstärkte Jazzgitarre festgelegt, sondern verwendete oft auch die akustische Gitarre, ausnahmsweise gelegentlich ein Banjo oder die Sitar; in manchen Stücken wie z.B. "Octember Variations" wechselte er auch nahtlos zwischen den Genres. Nur schwer zu beschreiben ist sein ureigener Spielstil, besonders in bestimmten sehr schnellen, springenden Tonfolgen, der ihn von allen anderen Gitarristen unterscheidet und für geschulte Hörer ein unverwechselbares Erkennungszeichen bleibt.
Nachdem er sich in späteren Jahren nicht zuletzt wegen einer Kehlkopfkrebserkrankung weitgehend aus dem Musikgeschäft zurückgezogen hatte, widmete er sich nicht minder erfolgreich seiner zweiten Karriere als Erzähler, Übersetzer, Cartoonist und Illustrator und betätigte sich gelegentlich als Musikkritiker. Sein Buch »Der Rock’n’Roll-König« wurde zum Klassiker des Genres.
1979 schuf er in London außerdem den Zeichentrickfilm "Der Falschspieler". Des Weiteren schrieb er immer wieder Manuskripte für Funk und Fernsehen. Er war während der frühen 1970er Jahre auch als Musiker an Kabarettproduktionen beteiligt.
Volker Kriegel spielte vor allem Semiakustik-Gitarren. Sein Markenzeichen war seine rote Gibson ES-335, zeitweise spielte er jedoch auch andere Gitarren, z. B. ein ähnliches Modell der Firma Framus.