Volker Kriegel

Volker Kriegel, November 2002
Volker Kriegel, November 2002

Volker Kriegel (* 24. Dezember 1943 in Darmstadt; † 14. Juni 2003 in San Sebastián) war Jazzmusiker, Zeichner und Schriftsteller. Er gilt als einer der Pioniere des deutschen Rockjazz.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werdegang

Schon zu der Zeit, als er in Frankfurt Psychologie und bei dem Jazz-Gegner Adorno Soziologie studierte, hatte er seine ersten Auftritte als Jazzgitarrist. Während sein Studium ohne Abschluss blieb und sich auf seine Musik nicht auswirkte, machte er die Betätigung als Gitarrist zu seinem Beruf, den er durch kompositorische Tätigkeit ergänzte.

Kriegel war von 1968 bis 1972 Mitglied des Dave Pike Set, später Leiter der von ihm gegründeten Gruppe Mild Maniac Orchestra. Seit 1977 spielte er auch im United Jazz und Rock Ensemble, zu dessen Gründungsmitgliedern er zählte und für das er auch komponierte. Mit dieser Formation trat er immer wieder, wenn auch zuletzt in größeren Abständen, über fast 25 Jahre lang auf.

Zwischen den 1970er und 1990er Jahren veröffentlichte er mit wechselnden Mitspielern, teilweise unter eigenem Namen, teils als Mild Maniac Orchestra, zahlreiche Platten. Dabei war er mit seiner Leadgitarre stilmäßig nicht auf die elektrisch verstärkte Jazzgitarre festgelegt, sondern verwendete oft auch die akustische Gitarre, ausnahmsweise gelegentlich ein Banjo oder die Sitar; in manchen Stücken wie z.B. "Octember Variations" wechselte er auch nahtlos zwischen den Genres. Nur schwer zu beschreiben ist sein ureigener Spielstil, besonders in bestimmten sehr schnellen, springenden Tonfolgen, der ihn von allen anderen Gitarristen unterscheidet und für geschulte Hörer ein unverwechselbares Erkennungszeichen bleibt.

Nachdem er sich in späteren Jahren nicht zuletzt wegen einer Kehlkopfkrebserkrankung weitgehend aus dem Musikgeschäft zurückgezogen hatte, widmete er sich nicht minder erfolgreich seiner zweiten Karriere als Erzähler, Übersetzer, Cartoonist und Illustrator und betätigte sich gelegentlich als Musikkritiker. Sein Buch »Der Rock’n’Roll-König« wurde zum Klassiker des Genres.

1979 schuf er in London außerdem den Zeichentrickfilm "Der Falschspieler". Des Weiteren schrieb er immer wieder Manuskripte für Funk und Fernsehen. Er war während der frühen 1970er Jahre auch als Musiker an Kabarettproduktionen beteiligt.


Equipment

Volker Kriegel spielte vor allem Semiakustik-Gitarren. Sein Markenzeichen war seine rote Gibson ES-335, zeitweise spielte er jedoch auch andere Gitarren, z. B. ein ähnliches Modell der Firma Framus.

Eigene Tonträger

  • With a little help from my friends (1968, Liberty 83065) (u.a. mit Günter Lenz, Peter Baumeister)
  • Spectrum (1971, MPS 15301, re-released 2003)
  • Inside: Missing Link (1972, MPS 15362, mit Albert Mangelsdorff, Alan Skidmore, John Taylor)
  • Lift! (1973, MPS 15390) (u.a. mit Zbigniew Seifert, Stan Sulzman, Eberhard Weber, John Marshall)
  • Mild Maniac (1974, MPS 15403) (u.a. mit Rainer Brüninghaus, Eberhard Weber, Peter Giger, Joe Nay)
  • Topical Harvest (1975, MPS 15471) (u.a. mit Albert Mangelsdorff, Rainer Brüninghaus, Peter Giger, Joe Nay)
  • Octember Variations (1976, MPS 15495)
  • Elastic Menu (1977, MPS 15517)
  • Houseboat (1978, MPS 15535, mit Wolfgang Schlüter)
  • Long Distance (1979, MPS 15549)
  • Das Beste aus den Siebzigern (MPS 66893)
  • Journal (1981, mood 33.605)
  • Schöne Aussichten (1983, mood 33.617)
  • Palazzo Blue (1989, mood 33.608))
  • Das Beste aus den Achtzigern (Sampler der vorgenannten 3, mood 6462)
  • ZOOM (1999, Remastered, 2-CD-Set, MPS 559 909-2)

Mitwirkung auf Kabarettplatten

  • Hans Dieter Hüsch Typisch hüsch. Mit George Gruntz (p, keyb), Gerd Dudek (ts), Eberhard Weber (b), Pierre Favre (dr), Dieter Süverkrüp (voc, g), Volker Kriegel (g), Günter Lenz (b), Peter Baumeister (dr). (Pläne S 33401)
  • Pol(h)itparade - Musik aus Studio Bonn. Mit Willy Brandt, Walter Scheel, Rainer Barzel, Franz-Josef Strauß, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Herbert Wehner, Karl Schiller (vocals); Volker Kriegel (g), Conny Jackel (tp), Horst Lubitz (ts, ss), Heinz Schepior (acc), Kurt Bong (dr); (CBS S 65473)

Literatur

Volker Kriegel als Autor

    • Volker Kriegels Kleine Hunde-Kunde (1986)
    • Olaf, der Elch
    • Olaf hebt ab
    • Olaf taucht ab
    • Erwin mit der Tröte
    • Der Rock 'n' Roll-König
    • Künstler, Kracher und Konsorten; Zürich:Haffmans 1992, ISBN 3-251-00203-1
    • Manchmal ist es besser, man sagt gar nix. Mit einem Vorwort von F. W. Bernstein. Zürich: Haffmans 1998. ISBN 3-251-00399-2 (Ausstellungskatalog Wilhelm-Busch-Museum Hannover)

Volker Kriegel als Übersetzer, Illustrator und Karikaturist

Weblinks

Quelle:
Artikel Volker Kriegel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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