Währungsswap

Währungsswaps (Cross Currency Swap) bedeuten den Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen, einschließlich der damit verbundenen Zinszahlungen. Ein Devisenswap ist dagegen eine Kombination aus einem Devisen-Kassageschäft und einem Devisentermingeschäft. Eine klassische Anwendung eines Währungsswaps ist, dass zwei Parteien die aus Kreditaufnahmen stammenden Beträge in zwei verschiedenen Währungen sowie die während der Kreditlaufzeit zu leistenden Zinsen und (und ggf. Amortisationsbeträge) untereinander austauschen. Der Entstehungsgrund liegt hierbei in komparativen Zinsvorteilen, die eine oder auch beide Parteien in der jeweils von dem Partner gesuchten Währung haben.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Swaps wurden erstmals in den frühen 80ern verwendet und stellen insbesondere für längere Absicherungszeiträume im Vergleich zu anderen Sicherungsmöglichkeiten oftmals eine günstigere Alternative dar.

Ablauf

Am Beginn der Laufzeit erfolgt ein Kapitaltausch zum aktuellen Kassakurs bei Geschäftsabschluss. Während der Laufzeit werden dann üblicherweise in regelmäßigen Abständen auch die Zinsen getauscht. Dabei zahlt jeder Kontraktpartner in der Währung, in der er einen Kapitalbedarf empfangen hat. In jeder der beiden Währungen können fixe oder variable Zinsen gezahlt werden, jedoch immer in der Höhe der Zinsniveaus der jeweiligen Währung für die zu vereinbarende Laufzeit. Am Ende der Laufzeit gibt es im Gegensatz zum Termingeschäft kein Deport oder Report auf den Kassakurs. Der Grund dafür ist, dass die unterschiedlichen Zinsen, die beim Termingeschäft diese Abweichungen vom Kassakurs begründen, durch den Austausch der Zinsverpflichtungen bereits berücksichtigt werden. Weiters besteht kein Kursänderungsrisiko, da der Kassakurs bei Abschluss auch für den Rücktausch bei Fälligkeit festgeschrieben wird.

Bei Laufzeiten über zwei Jahren stellen Währungsswaps aufgrund einer größeren Markttiefe (Liquidität) und einer geringeren Anzahl von Transaktionen eine echte Alternative zu Devisentermingeschäften dar.

Transaktionspartner

Aus Gründen der Rechtssicherheit werden Währungsswaps normalerweise unter Rahmenverträgen abgeschlossen. International üblich ist das von der International Swap and Derivatives Association (ISDA) im Jahr 1992 ins Leben gerufene Master Agreement. In Deutschland wird außerdem der Deutsche Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte verwendet.

Swap-Geschäfte kommen entweder durch direkte Verhandlungen der potentiellen Kontraktpartner oder durch die Zwischenschaltung von Banken als Vertragspartner zustande. Banken spielen im Handel mit Swaps eine bedeutende Rolle, da sie einerseits die Rolle des Vermittlers und andererseits die Rolle des Transaktionspartners einnehmen können. Ist die Bank ein aktiver Partner der Swap-Transaktion, so übernimmt sie auf eigenes Risiko eine Position bei einem entsprechenden Swap-Geschäft und versucht die damit verbundenen Vorteile zu realisieren. Tritt die Bank nun als Vermittler auf, so ist zwischen der offenen und der anonymen Vermittlung zu unterscheiden. Bei der offenen Vermittlung bringt die Bank die beiden Partner für eine geplante Swap-Transaktion zusammen und diese verhandeln dann miteinander, wobei die Bank unterstützend zu Rate gezogen werden kann. Die mit dieser Swap-Transaktion eingegangen Risiken werden ausschließlich von den beiden beteiligten Parteien getragen. Im Falle der anonymen Vermittlung schließen die Swap-Partner ihre Verträge jeweils mit der Bank ab, die dann als beteiligte Partei auch das Ausfallsrisiko zu tragen hat. Dadurch wird das Kreditrisiko ggf. reduziert und für die Swap-Partner besser beurteilbar. Eine anonyme Vermittlung eines Swaps ist daher für Swap-Partner vor allem dann interessant, wenn zwischen der Bonität der beiden am Swap-Geschäft beteiligten Marktteilnehmer Unterschiede bestehen.

Literatur

Bücher

  • Bernstorff, C. Graf von (1996): Finanzinnovationen: Anwendungsmöglichkeiten, Strategien, Beispiele, Wiesbaden: Gabler
  • Eller, R. (1996): Derivative Instrumente – Überblick, Strategien, Tendenzen, in: Eller, R. (Hrsg.) (1996): Handbuch Derivativer Instrumente, Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag, 4-38
  • Fischer-Erlach, P. (1995): Handel und Kursbildung am Devisenmarkt, 5., überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart [u.a.]: Kohlhammer
  • Hull, J.C. (1997): Options, Futures, and Other Derivatives, Third Edition, London [u.a.]: Prentice Hall International
  • Lerbinger, P. (1988): Zins- und Währungsswaps: neue Instrumente im Finanzmanagement von Unternehmen und Banken, Wiesbaden: Gabler
  • Mehring, G. W. (1996): Zins- und Währungsmanagement im Unternehmen, Bonn: Economia
  • Redhead, K. (1997): Financial derivatives: an introduction to futures, forwards, options and swaps, London [u.a.]: Prentice Hall
Quelle:
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