Die Walachische Tiefebene (rum. Câmpia Română) ist eine ausgedehnte Tiefebene in Südosteuropa, am unteren Flusslauf der Donau.
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Der weit größte Teil dieses Tieflandes liegt in Rumänien (über 80%), in der historischen Region Walachei, von dem es auch seinen Namen erhalten hat. Kleinere Ausläufer dieser Ebene liegen allerdings auch südlich der Donau, in Serbien und Bulgarien (wo sie Donauebene genannt wird). In Rumänien wird die Ebene in mehreren Abschnitten unterteilt:
Nördlich der Walachischen Tiefebene liegt das Walachische Hügelland und das Karpatenvorland (in Rumänien), südlich davon das Moesische Hügelland (in Bulgarien).
Die Walachische Tiefebene liegt tektonisch auf der Moesischen Platte ist aus geologischer Sicht ein Teil des Moesischen Sedimentbeckens. Der Sockel ist Hercynisch, hat aber eine mesosoisch-känozoische Sedimentüberdeckung. Eine weitere Sedimentüberdeckung erfolgte im Pleistozän. Die Schichten aus der Jura-und Kreidezeit sind reich an Erdöl (besonders in Rumänien), somit ist die Walachische Tiefebene eines der erdölreichsten Regionen Europas. Löss-Sedimente sind fast überall anzutreffen. Mancherorts sind auch Sanddünen.
Der Boden besteht meistens aus der nährstoffreichen Schwarzerde, sowie aus Auböden entlang der Flüsse. Zusammen mir der Ukraine ist das Walachische Tiefland die "Kornkammer Europas".
Das Klima ist gemäßigt kontinental. Der Westen hat mediterrane Einflüsse, während der Osten stärker kontinental geprägt ist. Vor allem im Osten sind die Sommer sind heiß und die Winter frostig. Berüchtigt ist im Winter auch der Crivăţ, ein kalter kontinentaler Wind, der aus nordöstlicher Richtung weht (der Ursprung liegt in dem südlichen Ural-Gebirge) und Dauerfrost und Schneestürme mit sich bringt. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen bei 8-11ºC, die Sommertemperaturen bei 18-23ºC, während die Wintertemperaturen bei -3 bis -5ºC im Osten und -1 bis -3ºC im Westen liegen. Die mittleren Niederschlagsmengen betragen weniger als 500 mm im Osten, während sie im etwas regenreichem Westen bei 500-700 mm liegen.
Das Walachische Tiefland ist, den Niederschlagsmengen entsprechend, relativ trocken. In den meisten Regionen herrscht Wassermangel. Das wichtigste fließende Gewässer ist zugleich der zweitgrößte Strom Europas: die Donau. Außerdem durchziehen zahlreiche Flüsse von Norden nach Süden (in Rumänien) oder von Süden nach Norden (in Serbien und Bulgarien). Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Deckung des Wasserbedarfs. Nördlich der Donau sind besonders wichtig folgende Gewässer: der Jiu, Olt, Călmăţui (2 Flüsse tragen diesen Namen!), Vedea. Neajlov, Argeş, Dâmboviţa, Mostiştea, Ialomiţa, Buzău, Siret und Prut. Südlich der Donau sind vor allem der Timok, Lom (2 Flüsse tragen diesen Namen!), Iskar und Jantra. In den Flussauen (vor allem der Donau) liegen zahlreiche Seen mit Süßwasser. Während der kommunistischen Ära wurden einige von ihnen trockengelegt (entweder komplett, z.B. Greaca, Bistreţ, Suhaia oder teilweise, z.B. der Brateş-See). In den besonders trockenen Interfluvien der Bărăgan-Steppe sind häufig kleine Steppenseen anzutreffen. Deren Wasser ist meistens salzig und wird zu kurativen Zwecken benutzt. Dadurch entstanden hier im Laufe der letzten 2 Jahrhunderten mehrere Kurorte, die bekanntesten sind: Balta Albă, Amara und Sărata.