Der Wallensteingraben ist ein Verbindungsgraben zwischen dem Schweriner See und der Ostsee. Er beginnt an der Nordseite des Schweriner Sees zwischen Bad Kleinen und Hohen Viecheln und überwindet auf seinem ca. 20 Kilometer langen Lauf ca. 38 Höhenmeter.
Der Name des Grabens geht auf den Feldherrn Wallenstein zurück, obwohl dieser mit der Planung und dem Bau des Wasserlaufs nichts zu tun hatte. Seine ursprüngliche Bezeichnung war die "Viechelsche Fahrt". Schon im 14. Jahrhundert wurde die Hansestadt Wismar vom lebenswichtigen Salzhandel mit Lüneburg durch ein Kanalprojekt über den Schaalsee der Lübecker Stadtväter abgeschnitten. Es wurde nach einem ähnlichen kurzen Weg von Dömitz über Elde und Stör aus gesucht. Der Bau begann 1531 ab Hohen Viecheln in einem ersten Abschnitt bis zum Lostener See.
Ab hier sollte der vorhandene Bachlauf der Steffine genutzt werden. Erst 1565 wurde durch den Mathematiker, Geograf und Astronom Tilemann Stella ein Gutachten und Plan für einen Kanal mit 12 Schleusen angefertigt. Mit dem Bau der Viechelschen Fahrt wurde 1577 begonnen und ein Lüneburger Lastkahn soll 1594 den Kanal befahren haben. Der Ausbau wurde aus Geldmangel eingestellt und die bereits fertig gestellten Teile verfielen. Das Wasser suchte sich teilweise neue Wege. Als Wallenstein ab 1629 kurzzeitig als Herzog in Mecklenburg herrschte, war ihm die strategische Bedeutung des Grabens klar, aber einen Ausbau brachte auch er nicht zuwege. Der Wasserlauf wurde, wie in dieser Zeit üblich, durch Wassermühlen und -hämmer genutzt, von denen aber keine erhalten sind.
Der Wallensteingraben mit seiner geringen Tiefe (50 Zentimeter) und seinem naturbelassenen Bett ist nur für geübte Wasserwanderer mit flachen Booten geeignet.