Der Wang Luang (Thai: วังหลวง - Königspalast) ist der königliche Palast in Ayutthaya, Zentralthailand. Er war im Königreich Ayutthaya die Residenz des siamesischen Königs. Er wird auch als „Alter Palast“ (Thai: พระราชวังโบราณ - Phra Ratchawang Boran) bezeichnet, um ihn vom Großen Königspalast in Bangkok zu unterscheiden. Der Wang Luang diente kurze Zeit nach seiner Zerstörung 1767 durch die Birmanen als Modell für den Aufbau des Palastes in Bangkok.
Inhaltsverzeichnis |
Der Wang Luang liegt im Nordwesten der Altstadt von Ayutthaya an der U Thong-Straße und in Ufernähe zum Fluss Lopburi.
Nachdem König U Thong Ayutthaya zur Hauptstadt seines neuen Reiches gemacht hatte, baute er seinen Palast im Norden der Insel, die durch die drei Flüsse Chao Phraya, Pasak und Lopburi sowie einen später gegrabenen Kanal gebildet wurde. König Boromatrailokanat (reg. 1448-1488) verlegte in seiner Regierungszeit den Palast nach Norden an das Ufer des Lopburi-Flußes, um Platz zu machen für den neuen Tempel Wat Phra Sri Sanphet. Er unterteilte das Gebiet das Palast-Areal in einen „Inneren“ und einen „Äußeren Bereich“. König Boromtrailokanat ließ die so genannte „Sanphet Prasat Halle“ (Thai: พระที่นั่ง สรรเพช มหาปราสาท) als Thronsaal erbauen, in dem später König Narai die Gesandtschaft vom Hofe König Ludwigs XIV. empfing. Eine Replika dieses Gebäudes kann heute im Freilichtmuseum Mueang Boran ausserhalb Bangkoks besichtigt werden.
Etwas weiter südlich stand eine weitere Thronhalle, die zunächst „Mangkhala Phisek Halle“ (Thai: พระที่นั่ง มังคลาภิเษก) genannt wurde. Sie wurde wahrscheinlich vom Nachfolger Boromtrailokanats erbaut. Hier empfing König Naresuan den regierenden Prinzen von Chiang Mai, der sich entschlossen hattte, dem Königreich Tributzahlungen zu leisten. In der Regierungszeit von König Prasat Thong brannte sie und weitere 110 Gebäude im Palastbezirk jedoch nach einem Blitzschlag komplett ab. Der König ließ sie später wieder aufbauen, nannte sie dann aber „Viharn Somdet Prasat Halle“ (Thai: พระที่นั่ง วิหารสมเด็จ มหาปราสาท). Sie war mit Goldplatten verkleidet, deshalb wurde dieser Bau im Volksmund Goldener Palast genannt. Prasat Thong erweiterte den Palast, und umgab das gesamte Areal inklusive Wat Phra Si Sanphet mit einer hohen Mauer. Er ließ weitere Thronhallen bauen, wie z. B. die Suriyart Amarin Halle. In der südöstlichen Ecke das Palastes ließ er den „Chakrawat Phaichayon Halle“ (Thai: พระที่นั่ง จักรวรรด่์ ไพชยนต์) bauen, um von hier Prozessionen und Paraden zu verfolgen, die auf dem Sanam Chai stattfanden. Der Sanam Chai (Thai: สนามชัย - Haupt-Platz, heutiges Pendant in Bangkok etwa: Sanam Luang) gehörte zum „Äußeren Bereich“ des Palastes.
König Narai ließ 1887 im Westen des „Inneren Bereichs“ auf einer kleinen Insel in einem künstlichen Fischteich, dem „Ang Kaeo“ (Thai: อ่างแก้ว), den „Banyong Rattanat Pavillon“ (Thai: พระที่นั่ง บรรยงก์รัตนาสน์) errichten.
Im Jahr 1767 wurde der Alte Palast von den Birmanen zusammen mit vielen anderen Bauwerken nach der Einnahme von Ayutthaya zerstört. Eines der wenigen Gebäude, die heute vollständig zu sehen sind, ist der Trimuk-Pavillon (Thai: พระที่นั่ง ตรีมุข), zu dem zwar keine historischen Belege existieren, dessen Fundament aber in der Regierungszeit von König Chulalongkorn (Rama V.) 1907 entdeckt wurden. Zu seinem Besuch 1908 ließ der König auf diesen Fundamenten einen neuen Pavillon errichten. Hier hielten mehrere Könige, auch der jetzt regierende Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), Zeremonien zu Ehren der Herrscher des alten Ayutthaya ab.
König Phetracha residierte im Wang Luang zwischen 1688 und 1702, dazu ließ er den unter König Narai begonnene Banyong Rattanat-Bau vollenden.
Der Palast hatte insgesamt acht Forts entlang der Mauer, die 21 Eingangstore besass, davon zwei direkt am Ufer des Lopburi. Er konnte in seiner letzten Ausbauphase eingeteilt werden in die folgenden Gebiete:
Heute ist der Trimuk-Pavillon zu sehen, der ein Holzbauwerk auf einem Ziegelfundament darstellt.