Wappen des Kantons Aargau

Wappen des Kantons Aargau
Wappen des Kantons Aargau

Das Wappen des Kantons Aargau stellt in der Vertikalen halbiert links drei weisse (heraldisch: silberne) Wellen auf schwarzem Grund dar, dazu rechts drei weisse Sterne auf blauem Grund, die sich im Verhältnis zwei oben zu einem unten zueinander befinden. Es wurde nach der Kantonsgründung im Jahr 1803 eingeführt. In den ersten Jahren waren die Sterne manchmal auch untereinander angeordnet, z.B. auf Münzen. Das heutige Wappen erhielt in dieser Form (mit der Anordnung der Sterne 2 oben, 1 unten) erst 1930 seinen definitiven Status.

Die korrekte Blasonierung des Wappens lautet: «Gespalten von Schwarz mit drei weissen Wellenbalken und von Blau mit drei fünfstrahligen weissen Sternen».

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Das Wappen wurde am 20. Juli 1803 im Auftrag der Aargauer Regierung (die unter der Oberherrschaft der napoleonischen Franzosen stand) von Samuel Ringier-Seematter aus Zofingen entworfen. Da seine Aufzeichnungen verloren gegangen sind, bleibt die genaue Bedeutung des Wappens ungeklärt. Die älteste bekannte Auslegung stammt aus dem Jahr 1844. Demzufolge steht das schwarze Feld für den fruchtbaren, schwarzerdigen Berner Aargau, die Wellenbalken für die Flüsse Aare, Reuss und Limmat, das blaue Feld für den Wasserreichtum, die drei Sterne für das Fricktal, die Grafschaft Baden und das Freiamt. Andere Deutungen gehen davon aus, dass die drei Sterne für die drei ehemaligen Kantone stehen, aus denen der Aargau zusammengesetzt wurde (der damals rund halb so grosse Kanton Aargau, der Kanton Baden und der Kanton Fricktal).

Die Lage der drei Sterne war lange Zeit ungeklärt: Zwischen zwei oben, einem unten, alle drei untereineinander oder einer oben und zwei unten schwankend wurde erst 1930 die heutige Lage (2:1) per Dekret für verbindlich erklärt. Wenn man von der Geographie der Gebiete ausgeht, ist dies auch einleuchtend, denn die ehemalige Grafschaft Baden liegt im Nordosten des Kantons, das Freiamt im Süden und das Fricktal im Nordwesten.

Regionalwappen

Der grösste Teil des Gebiets des heutigen Kantons Aargau war von 1415 bis 1798 Untertanengebiet der Eidgenossen. Während Bern den westlichen Teil allein beherrschte, war der Osten in zwei gemeine Herrschaften unterteilt, die von den mehreren der acht alten Orte abwechselnd verwaltet wurden. Das Fricktal im Nordwesten wiederum blieb bis 1799 Teil von Vorderösterreich.

Die Stadt Bern beherrschte im Westen den sogenannten Berner Aargau. Der aufsteigende Berner Bär blieb auch nach der Kantonsgründung als einigendes Symbol erhalten und ist heute noch auf zahlreichen historischen Gebäuden zu sehen, wie z.B. den ehemaligen Sitzen der Berner Landvögte.

Das Wappen der «Freien Ämter» (heute Freiamt) im Südosten geht auf ein gelb-blaues Banner zurück, das Papst Julius II. 1512 dem Freiämter Regiment während der Italienischen Kriege verlieh. Das Wappen erschien erstmals auf Grenzsteinen, die 1598 an der Grenze zum Berner Aargau aufgestellt wurden und eine goldene Martersäule zeigt, die von einem silbernen Strick umwunden wird. Es gibt zwei Varianten, die gleichberechtigt nebeneinander existieren, eine mit einem blau-gelb geteilten Feld und eine mit einem ungeteilten blauen Feld.

Die Grafschaft Baden im Nordosten verwendete das Wappen der Stadt Baden. Es zeigt auf weissem Grund einen schwarzen Pfahl unter rotem Schildhaupt und wurde 1381 erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Darstellung in Wappenform wurde 1441 in Eisen gegossen über dem Tor des Stadtturms angebracht.

Der kurzlebige Kanton Fricktal verwendete 1802 und 1803 als amtliches Siegelmotiv ein Wappen, das auf weissem Feld ein grünes Lindenblatt zeigt. Es geht zurück auf ein Siegel der Vogtei Homburg in der Region Frick aus dem Jahr 1530. Das Wappen steht nicht nur für das Fricktal im Allgemeinen, sondern wird seit 1872 auch von der Gemeinde Schupfart geführt.

Siehe auch

Literatur

  • Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004. ISBN 3906738078
Quelle:
Artikel Wappen des Kantons Aargau aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Tipp: Zeno.org bei Google Maps
Empfehlungen
Ludwig, Peter; Zaugg, Aldo
116,00 €

Schneider, Thomas Franz / Blatter, Erich (Hrsg.)
78,00 €

Lauber, Konrad; Wagner, Gerhart
48,00 €

Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen
128,00 €


Veddeler, Peter
59,00 €


Foster, Harold R. Foster, Harold R.
12,00 €


Hesmer, Karl-Heinz
12,95 €



Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren