Wasserburg (Bodensee)

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Wasserburg (Bodensee)
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Wasserburg (Bodensee) hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Koordinaten: 47° 34′ N, 9° 38′ O
Höhe: 399–450 m ü. NN
Fläche: 6,34 km²
Einwohner: 3385 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 534 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88142
Vorwahlen: 0 83 82
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 128
Adresse der Gemeindeverwaltung: Lindenplatz 1
88142 Wasserburg (Bodensee)
Webpräsenz:
Bürgermeister: Thomas Eigstler (CSU)

Wasserburg am Bodensee ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee). Der staatlich anerkannte Luftkurort ist einer der drei bayerischen Anrainergemeinden am Ufer des Bodensees.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Ortsteile

Die Gemeinde besteht aus mehreren Orten:

  • Wasserburg
  • Wasserburg (Kirche und Schloss)
  • Mooslachen
  • Mitten
  • Reutenen
  • Hege
  • Hattnau
  • Selmnau
  • Hengnau


Geschichte

Die Sankt-Georgs-Kirche gehörte zunächst zum Kloster St. Gallen. Bis 1280 wuchsen die Besitztümer dieses Benediktinerklosters so stark an, dass die Verwaltung durch die Herren von Kisslegg als Ministeralen besorgt wurde.

Die Herren von Schellenberg (mit Sitz auf dem Eschnerberg bei Feldkirch) kauften Wasserburg im Jahre 1280 für 500 Mark Silber. Sie umgaben Wasserburg zur Befestigung sofort mit einer festen Mauer, bauten einen Turm und andere Gebäude.

Am 24. Juli 1358 wurde die Festung Wasserburg von den Truppen des Schwäbischen Städtebundes in Schutt und Asche gelegt und ging in der Folge an die Herren von Ebersberg.

Wasserburg um 1900
Wasserburg um 1900

1384 kam Wasserburg für 650 Pfund Heller an die Grafen von Montfort, die sie wiederum aufgrund hoher Verschuldung im Jahr 1592 für 63.000 Gulden an die Fugger verkauften mussten.

1720 wurde aus der Insel durch Aufschüttungen eine Halbinsel (eine Sandsteinsäule erinnert heute noch daran).

Infolge von Schulden traten die Fugger die Herrschaft Wasserburg 1755 an die Habsburger ab, so dass Wasserburg fast 50 Jahre zu Vorderösterreich gehörte, bis die Gemeinde ebenso wie die benachbarte Reichsstadt Lindau durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 zum Königreich Bayern kam.

1872 wurde eine Dampferanlegestelle gebaut und 1899 erhielt der Ort erstmals einen Bahnhof. 1911/12 kam es schließlich zur Einführung des elektrischen Lichts.

Name

Wasserburg wurde urkundlich erstmals auf einer Sankt Gallener Urkunde im Jahr 784 als "Wazzarburuc" (wörtlich: eine Burg im Wasser) erwähnt und lag ursprünglich auf einer Insel.

Wappen

Das Wappen wurde im Jahre 1954 vom Kreispräsidium Lindau zuerkannt [1]. Es stellt einen von Silberweiß über Blau erhöht geteilten Schild dar: Oben auf Silberweiß ist ein nach links blickender Bär (Bär von St. Gallen) dargestellt und unten auf Blau ist eine im Wasser stehende Burg zu sehen.

  • Die Darstellung des Bären von St. Gallen beruht auf der Tatsache, dass die Wasserburger Sankt-Georgs-Kirche zum Kloster Sankt Gallen gehörte.
  • Die Burg stellt das Schloß Wasserburg dar - ein Geschenk des dankbaren Abtes von St. Gallen im Jahre 1537 an Graf Hugo von Montfort, der als Vermittler im Bauernkrieg unterstützte.
  • Die Farben Weiß und Blau drücken die Zugehörigkeit der Gemeinde zu Bayern aus.

Religionen

Die katholische Pfarrei Wasserburg ist in vier Gemeinden aufgeteilt: Bodolz, Mitten, Hege und Nonnenhorn.

Sehenswürdigkeiten

Blick auf die Halbinsel Wasserburg (Zeichnung von Konrad Honold)
Blick auf die Halbinsel Wasserburg (Zeichnung von Konrad Honold)

Halbinsel Wasserburg

Wasserburg ist für seine malerische Halbinsel bekannt, auf der die Kirche St. Georg (14. Jahrhundert), das Schloss Wasserburg und das Malhaus (früheres Gerichtshaus, beherbergt heute ein Museum) liegen.
Zugleich befindet sich hier auch die Schiffsanlegestelle, von der aus Passagierschiffe nach Lindau, Bregenz (A), Konstanz und Rorschach (CH) fahren, außerdem der Fischereihafen und der Sportboothafen. Von Wasserburg aus hat man einen einzigartigen Blick auf die Berge der Schweiz, Liechtensteins und Österreichs.

Katholische Pfarrkirche Sankt Georg

784 wurde eine kleine Seekirche komplett aus Holz erbaut und 1403 erhielt sie einen Kirchturm. 1655 wurde diese Basilika durch einen Blitzschlag zerstört und im Stile des Augsburger Baumeisters Elias Holl im barocken Stil wieder aufgebaut.
Den Innenraum schmückt ein barocker Hochaltar mit einer lebensgroßen Figur des Heiligen Gallus. Die Kirche zeigt noch heute Wappen und einen Epitaph der Fugger über der Sakristeitür. An drei der vier Hauptpfeilern erinnern noch Steintafeln, sogenannte „G'frörneTafeln“, an die Seegfrörnen der Jahre 1573, 1830 und 1963.
In den Jahren 1871 bis 1920 wurde die Kirche im klassizistischen Stil renoviert und 1976 restauriert.
Antoniuskapelle in Selmnau
Antoniuskapelle in Selmnau

Museum im Malhaus

Hauptartikel Museum im Malhaus

Antoniuskapelle

Die Antoniuskapelle liegt im Ortsteil Selmnau, wurde 1492 erstmals genannt und war ursprünglich eine Einsiedelei. Daher wurde sie dem Heiligen Antonius geweiht.
In der heutigen Form entstand die Kapelle um 1696 im barocken Stil. Zur Ausstattung gehören eine gotische Madonnenfigur und mehrere barocke Skulpturen. Die Kapelle liegt schön gelegen auf einem Moränenhügel – mit weitem Ausblick über den Bodensee.

Sankt Jakobus Kapelle, in Reutenen

Dieses kleine Kirchlein wurde im Jahr 1643 erbaut und dem Heiligen Jakobus geweiht. Wahrscheinlich wurde es ursprünglich als Pestkapelle errichtet und die Grausamkeiten des 30-jährigen Krieges mögen ein weiterer Anlass für die Errichtung einer Votiv-Kapelle gewesen sein.
Die Kapelle ist aus Sandsteinquadern, Feldsteinen und Bodenseewacken gebaut, das Dach ist mit handgestrichenen Biberschwänzen gedeckt und auf dem Boden ist Rorschacher Sandstein verlegt.
Im Jahre 2004 wurde die Kapelle in privater Initiative gündlich und sensibel renoviert und die vorhandenen Kunstwerke wurden mit größter Mühe in ihrer Substanz erhalten. Heute strahlen eine volkstümliche Madonnenfigur und der Heilige Leonhard in neuem Glanz. Mit der gelungenen Gestaltung des Außenbereichs des Kirchleins hat der Ortsteil Reutenen einen trefflichen Mittelpunkt gewonnen [2].

Wirtschaft und Infrastruktur

Wasserburg ist heute vor allem vom Tourismus und vom Obstanbau geprägt. Die Gemeinde verfügt über einen Campingplatz, ein Strandbad (mit Schwimmbecken), einen Bootsverleih und eine Segelschule. Zahlreiche Hotels, Pensionen und Privatquartiere bieten mehr als 1.700 Gästebetten.

Bodenseefischer versorgen die Restaurants mit frischem Bodenseefisch, vor allem Felchen. Die Fischerei ist erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Erwerbszweig in Wasserburg belegt – war sie doch bis dahin neben der Jagd stets ein Privileg der adeligen Herrschaft.

Wasserburg ist Weinbauort des Bereichs Bayerischer Bodensee des Weinbaugebiets Württemberg.

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons
Commons: Wasserburg – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. [HdBG] Bayerns Gemeinden: Geschichte, Wappen, Links
  2. Auszug aus dem Werk „Wasserburg am Bodensee“, von Fridolin Altweck (Kunstverlag Josef Fink)
Quelle:
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