Weener

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Weener
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Weener hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Leer
Koordinaten: 53° 10′ N, 7° 21′ O
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 81,24 km²
Einwohner: 15.654 (30. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26826
Vorwahl: 04951
Kfz-Kennzeichen: LER
Gemeindeschlüssel: 03 4 57 021
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Osterstraße 1
26826 Weener
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wilhelm Dreesmann (parteilos)
Lage der Stadt Weener im Landkreis Leer
Karte

Weener ist eine Stadt im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Niedersachsen bei Leer.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt Weener liegt im südlichen Ostfriesland am westlichen Ufer der Ems. Auch „Grüne Stadt im Rheiderland“ genannt, ist sie das Zentrum des deutschen Rheiderlands. Unweit der Stadt liegt der Dollart und die Grenze zur niederländischen Provinz Groningen.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet von Weener umfasst den südöstlichen Teil des Rheiderlandes und weist in Nord-Süd-Richtung eine Länge von 15,2 Kilometern auf, in Ost-West-Richtung beträgt die Ausdehnung maximal 10,6 Kilometer.

Nachbargemeinden

Im Landkreis Leer:

Im Landkreis Emsland:

Stadtgliederung

Die Stadt Weener besteht aus neun Ortschaften, die jeweils durch eine/n Ortsvorsteher/in repräsentiert werden:

Daneben gibt es mehrere Dörfer im Stadtgebiet, die zwar keine eigenen Ortschaften bilden, deren Bewohner sich aber durchaus mit diesem Dorf identifizieren. Beispiele sind etwa Dielerheide, Stapelmoorerheide, Holthuserheide, Feerstenborgum oder Tichelwarf.

Geschichte

Der Ort Weener ist über 1050 Jahre alt. Bereits 951 wurde Weener das erste Mal urkundlich erwähnt (in den Heberegistern des Klosters Werden). Im 15. Jahrhundert war Weener noch eine stolze Handelsstadt, wurde aber im dreißigjährigen Krieg nahezu vollständig niedergebrannt. Deswegen ist im Stadtwappen auch ein Phönix als Symbol der Auferstehung aus dem Feuer abgebildet. Die heute evangelisch-reformierte Georgskirche stammt aus dem Jahr 1230.

Die Baumschule Hesse und der Pferdegroßhändler, der u.a. Pferde an den Französischen Königshof lieferte, brachten Weener großen Wohlstand ein. Der im 16. Jahrhundert angelegte Hafen erfuhr etwa ab dem Jahr 1900 einen stetigen Niedergang. Die Stadtrechte erhielt der Ort im Jahr 1929. Im Kaiserreich war Weener die Kreisstadt des Kreises Weener, der in etwa das heutige Rheiderland auf deutscher Seite umfasst. Der Kreis wurde 1932 aufgelöst. Bis dahin war er der kleinste Kreis im Deutschen Reich.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten hatte auch in Weener die gleichen Auswirkungen wie andernorts auch. So wurde beispielsweise in der Reichspogromnacht die Synagoge der Weeneraner Juden zerstört und diese verhaftet.

Mit der allgemeinen Gemeinde- und Landkreisreform in den Jahren 1972/73 in Niedersachsen wurden die bisherigen kleineren Gemeinden zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengefasst. Die bisherigen, politisch selbständigen Gemeinden Weenermoor, St. Georgiwold und Beschotenweg kamen neben Holthusen, Kirchborgum, Diele, Vellage und Stapelmoor zur Stadt Weener und wurden Teil der Einheitsgemeinde.

Noch einige Jahre behielten diese jetzigen Gemeindeteile ihre Ortsräte, die dann aber nach und nach aufgelöst wurden. Heute vertreten die Ortsvorsteher der Ortschaften die Belange der Bevölkerung gegenüber den Gremien der Stadt. Gleichzeitig unterstützen sie durch ihre Bürgernähe die Arbeit der Stadtverwaltung.

Mit der Reform 1972/1973 endete in Niedersachsen auch die Personalunion der Ämter des Gemeindedirektors und des Bürgermeisters und mit der "Zweigleisigkeit" gab es nun den gewählten ehrenamtlichen Bürgermeister als Ratsvorsitzender und den Stadtdirektor als Chef der Verwaltung. Mit der zweiten Verwaltungsreform wurde nach 23 Jahren jedoch wieder alles anders. In Niedersachsen läuft das Amt des Stadtdirektors seit der Einführung der Eingleisigkeit in der Verwaltung durch die neue Niedersächsische Gemeindeordnung aus dem Jahr 1996 aus. Die Stadt Weener hat seit 1998 einen hauptamtlichen Bürgermeister, der nun auch wieder Chef der Verwaltung ist.

Weener gehörte bis zum 31. Dezember 2004 zum Regierungsbezirk Weser-Ems, der in Folge einer Verwaltungsreform mit Ablauf dieses Datums aufgelöst wurde.

Religionen

Der jüdische Friedhof in der Graf-Edzard-Straße
Der jüdische Friedhof in der Graf-Edzard-Straße

Wie das gesamte Rheiderland ist die Stadt Weener calvinistisch geprägt. Die meisten Kirchengemeinden gehören zur Evangelisch-reformierten Kirche. Lediglich im Ortsteil Weener findet sich auch eine lutherische Gemeinde. Dort haben zudem auch die katholische Gemeinde sowie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und Pfingstgemeinde ihren Sitz.

Christentum

Reformierte Kirche
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Weener
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Kirchborgum
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Möhlenwarf
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Holthusen
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Vellage
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Weenermoor
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Stapelmoor
Lutherische Kirche
  • Evangelisch-lutherische Erlöserkirchengemeinde Weener
Freikirchen
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) in Weener
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) in Möhlenwarf
  • Christusgemeinde im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Weener
Katholische Kirche
  • Römisch-Katholische Kirchengemeinde Weener

Judentum

Heute gibt es keine jüdische Gemeinde mehr in Weener, nur noch drei alte jüdische Friedhöfe. Siehe: Jüdische Gemeinde Weener.

Religionsgemeinschaften

Zeugen Jehovas

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindereform 1973 schloss sich die Stadt Weener mit acht Gemeinden im Umland zusammen, die heute die Ortschaften der Stadt bilden.

Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1980 - 14.115
  • 1985 - 14.245
  • 1990 - 14.320
  • 1995 - 14.831
  • 2000 - 15.338
  • 2001 - 15.406
  • 2002 - 15.534
  • 2003 - 15.625
  • 2004 - 15.666
  • 2005 - 15.602

Politik

Stadtrat

  • SPD - 15 Mitglieder (17 Mitglieder gewählt, zwei gründeten eigene Gruppe)
  • CDU - 6 Mitglieder
  • UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) - 6 Mitglieder
  • Grüne - 2 Mitglieder (gemeinsame Gruppe mit der FDP)
  • FDP - 1 Mitglied (gemeinsame Gruppe mit den Grünen)
  • Soziale Fraktion Weener im Rat der Stadt - 2 Mitglieder (Abspaltung von der SPD)
  • Bürgermeister (parteilos)

Bürgermeister

Der parteilose Wilhelm Dreesmann ist seit dem 1. November 2006 Bürgermeister der Stadt.

Wappen

Weeners Wappen zeigt auf blauem Grund einen silber-roten gold bewehrten Phönix mit roter Zunge. Dieser steht über goldenen Flammen mit schwarzen Holzscheiten. Das Wappen symbolisiert Weeners Wiedererrichtung nach der Brandschatzung im Dreißigjährigen Krieg.

Städtepartnerschaften

  • Eurajoki (Finnland)
  • Les Pieux (Frankreich)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Weener ist Spielort der Niedersächsischen Landesbühne Nord, die in Wilhelmshaven beheimatet ist. Gespielt wird in der Aula der Kreisrealschule Rheiderland. Diese Aula wird zudem auch für örtliche Laientheater und andere Veranstaltungen genutzt.

Museen

  • Heimatmuseum
  • Organeum (Orgelmuseum)

Bauwerke

  • Alter Handelshafen mit historischen Gebäuden
  • Fronehaus (Inschrift 1660, erbaut wahrscheinlich 1550)
  • Friesenbrücke (größte europäische Eisenbahnklappbrücke)
  • St. Georgskirche (berühmte Arp-Schnitger-Orgel)
  • Das älteste bewohnte Pfarrhaus Deutschlands in Stapelmoor aus dem Jahr 1449
  • Galerieholländer-Windmühlen in Stapelmoor und Möhlenwarf
  • 380-kV-Ems-Freileitungskreuzung über der Ems (das Abschalten der Leitung wegen einer Schiffsüberführung der Meyer-Werft Papenburg führte im Herbst 2006 zu einem Stromausfall in weiten Teilen Europas)

Sport

Der Sport in der Stadt Weener ist ein wichtiger Teil des städtischen und dörflichen Lebens. In der Kernstadt Weener gibt es u.a. den TuS Weener, den SV Weener, YC Weener und DLRG Weener. Zudem hat fast jedes zur Stadt gehörende Dorf einen eigenen Verein, meist einen Fußballverein. Beispiele sind Teutonia Stapelmoor, der TuS Holthusen, und die Sportfreunde Möhlenwarf. Die Fußballabteilung des TuS Weener ist 2006 Meister in der Bezirksklasse geworden und steigt aufgrund einer neuen Reform in die Bezirksliga auf. Die Leichtathletikabteilung des TuS Weeners ist die einzige im gesamten Rheiderland und in Ostfriesland und in Niedersachsen sehr erfolgreich. Außerdem hat die DLRG O.G. Weener viele Deutsche Meister hervorgebracht.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Weener besitzt einen kleinen Bahnhof, der Haltestelle auf der Strecke zwischen Leer und Groningen ist. Die A 31 verläuft zudem an der Stadtgrenze zwischen Weener und Bunde.

Medien

In Weener ist die Rheiderland-Zeitung beheimatet, eine eigenständige kleine Tageszeitung, die im Rheiderland erscheint. Weiterhin befindet sich eine Außenstelle der Bezirksredaktion Leer der Ostfriesen-Zeitung in der Stadt. Die beiden Tageszeitungen werden durch die in Rhauderfehn und Leer erscheinenden Anzeigenblätter Der Wecker, Sonntagsreport, Abendkurier und Der Wecker am Mittwoch ergänzt.

Bildung

In Weener gibt es fünf Grundschulen, je eine Haupt- und Realschule sowie eine Schule für Lernhilfe. Die Weeneraner Orientierungsstufe wurde kürzlich im Rahmen der Schulreform abgeschafft, die angestrebte Einrichtung einer gymnasialen Außenstelle der Leeraner Gymnasien in Weener scheiterte.

In Weener ist eine Außenstelle der Volkshochschule des Landkreises Leer ansässig.

Das Organeum in Weener ist ein Zentrum der organologischen Forschung und Lehre.

Persönlichkeiten

  • Dr. Hermann Conring (* 4. November 1894 in Aurich; † 9. Februar 1989 in Weener), deutscher Politiker (CDU)
  • Karl Smidt, (* 30. August 1903 Neuenhaus; † 11. Januar 1984 in Flensburg), bundesdeutscher Admiral, NATO-Befehlshaber (Flottenchef), Ritterkreuzträger, verbrachte einen Teil seiner Jugend in Weener, die Großväter waren der 1. und 2. Pfarrer von Weener
  • Dr. Hermann Onko Aeikens (* 1951 in Weener); Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
  • Rafael Alfaro Kotte, (* 19. September 1962 in Dortmund; † 16. September 2005 in Freiburg im Breisgau), aufgewachsen in Weener/Ostfriesland, Musiker und Komponist
  • August Friedrich Wilhelm Haese(* 23. September 1825 in Stettin), Baptistenpastor, am 12. Dezember 1912 in Weener verstorben

Literatur

  • Weener (Ems) - Geschichte der Stadt im Rheiderland. Verlag H. Risius KG, Weener 1983, ISBN 3-88761-011-3

Weblinks

Quelle:
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