Weißenfels

Dieser Artikel behandelt Weißenfels in Sachsen-Anhalt. Für weitere Bedeutungen siehe Weißenfels (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Weißenfels
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Weißenfels hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verwaltungsge-
meinschaft
:
Weißenfelser Land
Koordinaten: 51° 12′ N, 11° 58′ O
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 24,74 km²
Einwohner: 29.669 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 1199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06667 (alt: 4850)
Vorwahl: 03443
Kfz-Kennzeichen: BLK (alt: WSF)
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 550
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
06667 Weißenfels
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Manfred Rauner (CDU)

Weißenfels ist die größte Stadt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Bis zum 30. Juni 2007 war sie die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Die ehemalige Residenzstadt des Herzogtums liegt an der A 9 etwa 30 km südwestlich von Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Weißenfels liegt am Austritt der Saale aus dem Buntsandsteingebirge in die Leipziger Tieflandsbucht.

Klima

Klimadiagramm von Weissenfels
Klimadiagramm von Weissenfels[1]

Die durchschnittlich Lufttemperatur in Weissenfels beträgt 9,4 °C, der jährliche Niederschlag 471 Millimeter.

Geschichte

Weißenfels 1650
Weißenfels 1650

Weißenfels wurden 1185 die Stadtrechte verliehen. Für 1290 ist ein Stadtrat bezeugt. Weißenfels war von 1656 bis 1746 Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Weißenfels.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 jeweils am 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1825 6.423
1875 16.921
1880 19.654
1885 21.782
1890 23.779
1900 28.201
1925 35.756
Jahr Einwohner
1933 40.119
1939 42.387
1946 50.995 ¹
1950 47.967 ²
1960 45.856
1981 39.125
1984 38.657
Jahr Einwohner
1990 37.765 ³
1995 34.676
2000 31.946
2005 29.866
2006 29.669
Datenquelle ab 1990: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

1: 29. Oktober
2: 31. August
3: 03. Oktober

Politik

Stadtrat

Der Gemeinderat aus Stadtrat setzt sich aus 40 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Bürgermeister

1945–1947: Friedrich von Basse

Wappen

Blasonierung: In Blau eine silberne Burg mit einer gezinnten, schwarzgefügten Mauer, offenem Tor mit hochgezogenem schwarzem Fallgatter sowie zwei übereck gestellten Türmen mit roten Spitzdächern und je zwei schwarzen Rundbogen-Fensteröffnungen; zwischen den Türmen ein schwebender goldener Schild mit schwarzem Löwen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Novalis-Haus in der Klosterstraße 24
Das Novalis-Haus in der Klosterstraße 24
Das Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9, im Hintergrund (rechts oben) das Schloß.
Das Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9, im Hintergrund (rechts oben) das Schloß.
Der Bismarckturm auf dem Klemmberg
Der Bismarckturm auf dem Klemmberg
  • Schloss Neu-Augustusburg mit Museum (ständige Ausstellung zur Geschichte der Stadt, inklusive Schuhmuseum, wechselnde Sonderausstellungen) und Schlosskirche, in der sonntäglich lutherische Hochmessen gefeiert werden. Die Gruft unter der Schlosskirche ist auf Anfrage oder zu besonderen Anlässen („Tag des offenen Denkmals“, „Schlossfest“) zu besichtigen.
  • Geleitshaus mit Museum und Restaurant (In dem Haus wurde der Leichnam des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf seziert (Blutfleck im Erkerzimmer). Das Museum zeigt neben einem Diorama mit 10.000 Zinnsoldaten (1632, Schlacht bei Lützen) anschaulich die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges auf die Stadt.)
  • Heinrich-Schütz-Haus mit Museum.
  • Novalis-Haus mit Museum (Novalis-Pavillon in unmittelbarer Nachbarschaft. Novalis-Grab ca. 150 m entfernt im Stadtpark.)
  • Marienkirche mit Ladegast-Orgel
  • Barockes Rathaus und weitere barocke Fassaden in der Innenstadt.
  • Das barocke Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9 ist aus der Residenzzeit. Es wurde 1673 errichtet und diente vor allem als Wohnsitz hoher herzoglicher Hofbeamter. Die grau-altrosa Fassade des zwischen 2004 und 2006 sanierten zweieinhalbgeschossigen Gebäudes entspricht der historischen Farbgebung. Bei der Innenausstattung ragen vor allem die Stuckaturen in der ersten Etage hervor, die Ende des 17. Jahrhunderts von italienischen Stuckateuren ausgeführt wurden. Für die Zukunft ist eine öffentliche Nutzung des Gebäudes vorgesehen.
  • Weißenfelser Stadtjunge „Schusterjunge“ im Stadtpark (Maskottchen der Stadt)
  • Märchenbrunnen in der Neustadt
  • Heimatnaturgarten (Tierpark, der heimatliche Fauna und Flora zeigt.)
  • Weinbauregion Saale-Unstrut mit dem örtlichen Lagenwein „Burgwerbener Herzogsberg“.
  • Die Saale im Stadtbild mit drei Wehren und Schleusen (stromabwärts: Beuditzschleuse, Brückenmühlenschleuse, Herrenmühlenschleuse). Touristische Erschließung für Wasser- und Radwanderer („Blaues Band“, Saale-Radweg)
  • Klemmberg mit Bismarckturm. Der Bismarckturm, der eine Höhe von 21 Metern hat, wurde 1907 eingeweiht. Zu DDR-Zeiten trug der Turm den Namen Keplerturm, erhielt aber kurz nach der Wende seinen ursprünglichen Namen zurück. Die überdachte Aussichtsplattform mit den fünfeckigen Aussichtsfenstern ist seit den Achtzigerjahren nicht mehr zugänglich. 2005 wurde ein Verein ins Leben gerufen, der sich um die Sanierung des Bauwerks einsetzt, die bis zum 100-jährigen Baujubiläum im Juli 2007 vollzogen sein soll.
  • Ziele in der näheren Umgebung: Lützen (Gustav-Adolf-Gedenkstätte), Reichardtswerben (Ausstellung mit Diorama zur Schlacht bei Roßbach, 1757), Goseck (ältestes Sonnenobservatorium, Gosecker Schloss), Großgörschen (Schlacht bei Großgörschen 1813), Wandermöglichkeiten insbesondere entlang des Saaletales zwischen Weißenfels und Naumburg / Goseck.


Luftbild

Weißenfels an der Saale (Zentrum)
Weißenfels an der Saale (Zentrum)

Das Grün im Vordergrund ist der Stadtpark. Es folgt der Georgenberg mit dem Georgenbergtunnel. Im linken Mittelteil vom Bild das Zentrum der Stadt mit Marienkirche und Marktplatz. Am linken Bildrand das Goethe-Gymnasium (großes rotes Dach), rechts davon das alte und zur Zeit nicht genutzte Clarissenkloster (gelbes und graues Dach). Am äußersten linken Bildrand ist gerade noch ein kleines Stück der großen Saalebrücke zu sehen. In deren Fortführung nach oben (nördliche Richtung) die geradlinig geführte Merseburger Straße (Stadtteil Neustadt). Die Brücke im mittleren Teil ist Fußgängern vorbehalten („Pfennigbrücke“). Sie verbindet den Bahnhof mit dem Zentrum. Am oberen Bildrand halbrechts die neue Saale-Brücke im Lauf der Umgehungsstraße. Im Mittelteil rechts das Schloss Neu-Augustusburg. Das Bild entstand im Mai 2005.


Sport

Der Mitteldeutsche Basketball Club ist einer der erfolgreichsten Sportclubs in Weißenfels. Von 1999 bis 2004 spielten die Wölfe in der 1. Basketball-Bundesliga, 2004 konnte das Team den Europapokal gewinnen (FIBA Europe Cup Men). In den Jahren 2006 und 2007 konnte jeweils die Vizemeisterschaft in der 2. Basketball-Bundesliga gefeiert werden.

Der Unihockey Club Kreissparkasse Weißenfels e. V. ist fünffacher Deutscher Meister im Unihockey seit 2003. Der Verein ist damit der wohl erfolgreichste seiner Klasse.

Der 1. FC Weißenfels ist der erfolgreichste Fußballverein der Stadt. Von 1955 bis 1960 spielte der Verein unter dem Namen Fortschritt Weißenfels in der DDR-Oberliga. Derzeit spielt die erste Mannschaft in der Landesliga.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Sportvereine:

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

In Weißenfels kreuzen sich die Bundesstraßen B91, B87 und B176. In Zentrumsnähe ist die Stadt an die Autobahnen A9 und A38 angebunden. Eine Ortsumgehung mit Saalequerung (B91n) wurde 1997 fertiggestellt.

Der Weißenfelser Bahnhof liegt an der 1846 eröffneten Thüringer Bahn und ist IC-Halt der Linie Stralsund–Berlin–Erfurt–Düsseldorf. Im Regionalverkehr sind Halle, Leipzig, Jena, Erfurt und Zeitz ohne Umsteigen erreichbar. Die Nahziele bedient seit 1999 im südlichen Sachsen-Anhalt auch die Burgenlandbahn. Einen weiteren Haltepunkt gibt es in Weißenfels-West an der Strecke Weißenfels − Zeitz.

Der Flughafen Leipzig/Halle ist über die Autobahn sehr gut erreichbar.

Ansässige Unternehmen

Die in Weißenfels traditionell ansässige Schuhindustrie (deshalb Schuhmuseum im Schloss Neu-Augustusburg) konnte sich nach 1991 nicht mehr behaupten. Es ist ein Trend zum Ausbau (der auch schon vorhanden gewesenen) Lebensmittelindustrie zu beobachten. Daneben wurden auch andere Industriezweige stabilisiert und ausgebaut.

Lebensmittelindustrie:

weitere ausgewählte Unternehmen und Institutionen:

  • Schüco International KG
  • PELIPAL GmbH
  • Fertigungstechnik Weißenfels GmbH (FTW)
  • Weiku Fenster und Türen GmbH
  • Asklepios Kliniken Weißenfels-Hohenmölsen

Weißenfels ist Standort der Bundeswehr in Sachsen-Anhalt (größter Sanitäts-Standort in Deutschland, Sachsen-Anhalt-Kaserne). In der Stadt existiert ein Medizinisches Bildungszentrum mit Berufsschule und Berufsfachschule.

Medien

  • Welle Süd Fernsehen (WSF) − das Regionalfernsehen im südlichen Sachsen-Anhalt hat den Betrieb eingestellt. Das regionale Fernsehprogramm konnte im Großraum Weißenfels, Zeitz, Merseburg und Hohenmölsen über das Kabelnetz empfangen werden. Charakteristisch war − wie bei vielen regionalen Fernsehprogrammen − ein so genanntes „Repeat-Programm“, das ständig wiederholt bzw. im Falle von WSF tagsüber durch eine Bildschirmzeitung mit Anzeigen unterbrochen wurde.
  • Mitteldeutsche Zeitung (MZ) mit Regionalverlag in Weißenfels

Bildung

Schulen

In Weißenfels gibt es seit etwa 300 Jahren ein Gymnasium. Das erste Gymnasium erhielt den Namen Augusteum (nach dem Herzog benannt) und hatte zu seiner Zeit fast die Bedeutung einer Universität. Nach dem Tod des Herzogs sank die Bedeutung des Augusteums zum normalen Gymnasium herab. Später wurde das Augusteum durch das heute bestehende Goethe-Gymnasium ersetzt. Zu DDR Zeiten gab es des weiteren in Weißenfels ein Institut für Lehrerbildung (IfL), sowie eine Ingenieurschule, die sich vor allem auf die Ausbildung im Schuhgewerbe spezialisierte. Eine Umwandlung des Institutes für Lehrerbildung in eine Pädagogische Hochschule scheiterte nach 1990.

Heute gibt es in Weißenfels neben mehrern Grund-und Sekundarschulen, sowie dem Goethe-Gymnasium noch das Medizinische Bildungszentrum als Berufsfachschule, die auch Hochschulabschlüsse (Bachelor) anbietet. Für Schüler gibt es außerdem noch eine "Wirtschaftsakademie" (WAS), in der Schüler Informationen über wirtschaftliche Zusammenhänge erhalten. Neben der Volkshochschule gibt es in Weißenfels auch noch eine Ausbildungsstelle der IHK, sowie eine Zweigstelle der Berufsakademie Leuna.

Museen

Bibliothek

  • Stadtbibliothek im Novalishaus


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Louise von Francois: "Erinnerungen aus einer kleinen Stadt", "Napoleon in Weißenfels", "Der Dichter Dr. Müllner und das Komödienspiel auf der Privatbühne im großen Rathaussaale zu Weißenfels ...", in: Vergessene Geschichten. Aus der Provinz Sachsen und Thüringen, Dingsda-Verlag, Querfurt 1991. ISBN 3-928498-01-0
  • Reinhard Schramm: Ich will leben - Die Juden von Weißenfels, Böhlau-Verlag, Köln Weimar Wien 2001. ISBN 3-412-12700-0

Quellen

  1. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961-1990

Weblinks

Commons
Commons: Weißenfels – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
Artikel Weißenfels aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren