Die Weide ist landwirtschaftliches Grünland, das Vieh Nahrung in Form von krautigen Pflanzen, vornehmlich Süßgräser, bereitstellt (Weideland). Im übertragenen Sinne spricht man auch von Weide, wenn Wildtiere eine Fläche beweiden, also abfressen, oder von Bienenweide und Vogelweide, sowie Waldweide.
Im Gegensatz zur Wiese wird Weideland nicht zur Futterwerbung (Mahd für die Konservierung wie Heu- oder Silage-Herstellung) genutzt; ihr Aufwuchs wird von den Tieren abgefressen (weiden, grasen). Übergangsformen sind Mähweiden, deren Aufwüchse innerhalb eines Jahres sowohl zeitweise abgeweidet werden als auch zur Heu- oder Silageherstellung gemäht werden können. Die landwirtschaftliche Nutzung der Weide kann als Dauerweide, Umtriebsweide oder Portionsweide erfolgen. Eine Sonderform ist die Alm (Bergweide)
Einteilungen der Weidefläche sind auch nach der Viehart als Viehweide möglich und sinnvoll, da sich in Abhängigkeiten der Nutzungsformen und Standortverhältnisse unterschiedliche Pflanzengesellschaften einstellen: Pferdeweide (als Pferdekoppel), Schafweide, usw.
Weiden werden für die Weidepflege mit einem Weidewege erschlossen. Die Wege, die insbesondere dem Vieh den Zugang und dem Wechsel zwischeneinzeleen Weideflächen ermöglichen, nennt man Triftweg.
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Auf einer Pferdeweide oder auch Pferdekoppel können sich Pferde nicht nur frei bewegen sondern auch natürliches Futter finden. Wenn auf der Weide keine natürlichen Unterkünfte vorhanden sind, z.B. größere Baumgruppen oder windgeschützte Senken usw., muss auf einer Weide wenigstens ein Unterstand Offenstall errichtet werden. Pferde ziehen sich nicht nur bei einem Gewitter, starkem Regen oder heftigen Winden dahin zurück, sondern auch bei großer Hitze, da sie sonst einen Hitzeschlag bekommen können.
In Siedlungsresten der Steinzeit findet man heute Käfer, Pollen und Pflanzenreste, die darauf hinweisen, dass Teile Mitteleuropas bereits vor über 7000 Jahre eine relativ dicht besiedelte Landschaft mit Äckern und Weiden war. Heinz Ellenberg beurteilte aber diese auch durch andere Quellen belegte Beweidung aber als "nicht planmäßig". Die Bewirtschaftung könnte ihm zufolge dem Wanderfeldbau ähnlich gewesen sein.
Bis in die Neuzeit wurde in Mitteleuropa im Wesentlichen die Dreifelderwirtschaft angewendet, bei der die Brachen beweidet wurden (Brachweide). Der Flurzwang des Mittelalters zielte auf eine möglichst lange Nutzung der Flächen "allgemeine Weide" (Allmende), in die auch die Äcker zwischen Ernte und Schossen des Getreides mit einbezogen wurden. Die Pflanzengemeinschaften der Ackerfluren wiesen damals einen wesentlich höherern Anteil an Gräsern auf und waren auch wesentlich artenreicher als heute.
Der Verbiss des aufgelaufenen Getreides förderte die Bestockung und die Beweidung des damals rasenähnlichen Bewuchses nach der Ernte half Unkräuter zu bekämpfen und das Vieh zu ernähren. Der Kot der Tiere düngte die Äcker vor allem beim nächtlichen Einpferchen. Erst beim Schossen (Halmbildung) des Getreides wurde das Vieh von den Äckern ferngehalten. Die Flurstücken, die "Zelge" und später "Kämpe", waren mit Dornenhölzern, Mauern und Wällen eingezäunt, aus denen die teilweise wie Niederwälder bewirtschafteten Hecken und Knicks entstanden.
Außerhalb dieser Brachzelgen der Dreifelderwirtschaft des Hochmittelalters gab es natürlich auch die Hutewälder, die im Mittelalter daraus entstanden sind, dass man das Vieh zur Mast in die Wälder getrieben hat. Die Tiere schädigten die Pflanzen nachhaltig. Schließlich spielte auch die Wanderschäferei in Gegenden mit leichten und unfruchtbaren Böden eine Rolle, wie z.B. in der Lüneburger Heide oder auf den Lechtalheiden.
Die Wege, die zu den verschiedenen Wirtschaftsflächen der Bauern führen, erschliessen meist Besitzungen mehrerer Eigentümer. Im ganzen Alpenraum sind diese Wege – sofern sie nicht in Gemeindebesitz übergingen − Allmendgut. Daher obliegt auch die Pflege dieser Wege der Gemeinschaft.
Ohne Weidepflege sind auf Weideland Pflanzen begünstigt, die dem Vieh weniger gut schmecken, z.B. dornige oder giftige Arten; durch Weidepflege wird deren Ausbreitung verhindert. Auf gepflegten Weiden sind daher solche Pflanzen anzutreffen, die häufigen Verbiss und das Betreten durch die Tiere gut vertragen (z.B. Deutsches Weidelgras oder Weißklee).
Durch die Beweidung von Grünflächen kommt es durch das ständig kurz gehaltene Gras zu höheren Feuchtigkeitsverlusten durch Evapotranspiration als bei Wiesen. Wenn Pflanzen zu lange oder ohne ausreichende Erholungsphase einer Beweidung durch zu viele Tiere ausgesetzt sind, also die Aufwuchsmenge über einen längeren Zeitraum niedriger als der Futterbedarf der Tiere ist, spricht man von Überweidung. Auch eine zu geringe Beweidung kann zu einer unerwünschten Veränderung der Pflanzenzusammensetzung und damit zu erhöhtem Pflegeaufwand führen.
Der Lebensraum Viehweide wurde 2004-2005 durch das Naturschutzzentrum Hessen als Biotop des Jahres ausgerufen, um auf die Gefährdung dieses Lebensraumes aufmerksam zu machen.
Weidegerechtigkeit, Alm (Bergweide), Lichtweide
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