Weltwissen beschreibt allgemeines Wissen, Kenntnisse und Erfahrungen über Umwelt und Gesellschaft. Das Weltwissen ermöglicht es, neue Tatsachen einzuordnen und entsprechend zu handeln, auch wenn detaillierte Informationen fehlen. Zum Weltwissen gehören zum Beispiel Hintergrundwissen und enzyklopädisches Wissen.
Eine andere Konnotation des Begriffs akzentuiert das Wissen über die Welt als ganze, etwa in den Begriffen Welthandel, Weltgeschichte, Weltkarte, Weltbevölkerung, Weltklima etc.
Inhaltsverzeichnis |
Enzyklopädisches Wissen ist Wissen, das aufs Ganze der Welt geht. Es ist das Wissen, das in Enzyklopädien zusammengetragen wird. Natürlich ist es zeitgebunden wie zum Beispiel das Wissen in Johann Heinrich Zedlers "Großes vollständiges Universallexikon aller Wissenschaften und Künste" aus dem Jahre 1754.
Hintergrundwissen ist allgemeines Wissen und Kenntnis über die Welt und über die Gesellschaft. In einer bestimmten Umgebung, zum Beispiel bei Diskussionen, kann man es als bekannt voraussetzen. Wenn ich sage: "Der Hund des Nachbarn ließ mich heute Nacht nicht schlafen!", dann kann ich annehmen, dass das Wissen geteilt wird, dass das am Bellen liegt.
Man kann sich leicht ausmalen, dass Suchmaschinen effektiver arbeiten könnten, wenn sie auf Bestände von kodiertem Weltwissen zugreifen könnten. Die systematische Kodierung von Weltwissen im Computer könnte außerdem im Prinzip auch neue Wege für die Maschinelle Übersetzung bieten.
Wer einen Text übersetzen will, der muss eine Menge Wissen über die Welt an den Text herantragen. Beispielsweise sollte jemand der einen Text übersetzen will, in dem es um Fahrkartenautomaten geht, darüber informiert sein, wie der Bus- und der Schienenverkehr organisiert ist. Bei der Übersetzung von Sätzen nun tauchen immer viele Übersetzungsmöglichkeiten auf. Ein menschlicher Übersetzer wird aufgrund seines Weltwissens viele der theoretisch möglichen Übersetzungen ausschließen können. Er wird sich sagen: "Diese Übersetzung kann nicht richtig sein, weil ja bekannt ist, dass der Busfahrer keinen Fahrschein lösen muss." Das Computersystem wird jedoch nicht über dieses Wissen verfügen. Alle Versuche, Weltwissen so aufzubereiten, dass es von Computern genutzt werden kann, haben zu Regelwerken geführt, die sehr schnell unüberschaubar umfangreich geworden sind.
Weiterhin: Man kann den fünften Satz eines Textes oft nur verstehen, wenn man die vorhergehenden Sätze gelesen und verstanden hat. Es ist immer möglich, dass die ersten Sätze Hinweise geliefert haben, ohne die die Informationen der nachfolgenden Sätze nicht richtig eingeordnet werden können. Ein System für die automatische Übersetzung von Texten müsste daher imstande sein, den Informationsgehalt von eingelesenen Sätzen herauszufiltern und intern abzulegen. Auch in diesem Fall gilt jedoch: Versuche, die Informationen aus eingelesenen Texten in einem Computersystem abzulegen, führen zu unüberschaubar großen und komplexen Modellen.
Selbst wenn es möglich wäre, Weltwissen in computerverwertbarer Form in Modellen abzulegen und wenn es möglich wäre, Computerprogramme zu schreiben, die aus Texten die wichtigsten Informationen herausziehen und abspeichern - es wäre immer noch vollkommen ungeklärt, wie man ein Computersystem so programmiert, dass es beim Übersetzungsprozess "die richtigen Fragen stellt", den eigenen Datenbestand auf sinnvolle Weise durchsucht und zu übersetzungsrelevanten Fakten findet.
| Wiktionary: Weltwissen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |