Werner Meinhof (* 1901 in Halle (Saale); † 7. Februar 1940 in Jena) war ein deutscher Kunsthistoriker, Pädagoge, Theologe und Lyriker. Er leitete von 1927 bis 1933 das Museum Oldenburg i. O. und von 1936 bis 1939 das Stadtmuseum in Jena.
In Halle studierte er bei Paul Frankl (1878-1962) Kunstwissenschaft, zusammen mit dem Maler und Lyriker Walter Timmling (1897-1948), dem späteren Canaletto-Autor Hellmuth Allwill Fritzsche (1901-1942), dem Denker Heinz Brauer (1900-?), dem späteren Professor Georg Hoeltje (1906-1996) und Hanna Stirnemann (1899-?).
Diese Personen bildeten den Kern der späteren Gruppe Meinhof/Timmling/Ulrich, die sich aus wertkonservativer Sicht gegen das NS-Regime wandte. Bekannt wurde die Gruppe durch den Streit mit Joseph Goebbels aufgrund der Veröffentlichung des Buches „Kunst, Kitsch, Film und Propaganda“, erschienen 1933 in der Reihe „Der Damm“ in der Schulzeschen Verlagsanstalt Oldenburg. In dem Buch bezeichneten die Autoren Hermann Ulrich und Walter Timmling Propaganda als „Werk des Teufels“! Goebbels griff darauf die Autoren in einem Zeitungsartikel an. Herausgeber der Schriftenreihe „Der Damm“ war Werner Meinhof.
Zu der Widerstandsgruppe um Meinhof können bis zu 10 bekannte Persönlichkeiten gezählt werden. Meinhof, Timmling und Brauer sollen laut Auskunft der Weltloge Tanatra der ab 1936 illegal wirkenden Loge Tanatra angehört haben. Bekannt waren den Tanatra-Anhängern Meinhofs Gedichte für die Loge:
"Morgen wächst, was heut wir hoffen, unbeirrt aus unsrer Freundschaft!"
Meinhof unterstützte Zeit seines Lebens seinen engsten Freund Walter Timmling offen, auch in der Zeit als dieser wegen Homosexualität und Knabenliebe inhaftiert (1938-1945) war.
Bis zu seinem Tod durch ein Krebsleiden war er mit der Kunsthistorikerin Ingeborg Meinhof († 1948) verheiratet. Beide hatten zwei Töchter: Wienke und Ulrike, die später als Gründerin der RAF bekannt werden sollte. Die beiden Töchter Meinhofs wurden nach dem Tode ihrer Eltern von der mit der Familie befreundeten Historikerin Renate Riemeck groß gezogen, die die Vormundschaft erhielt.