Die politisch bedingte Wortschöpfung Westbalkan wurde von EU-Politikern als neutralerer und kürzerer Gesamtbegriff für die Staaten geschaffen, die seit dem Beitritt Bulgariens und Rumäniens das nächste strategische Erweiterungsziel der EU darstellen. [1] Es ist daher ein Terminus technicus, der primär von den Institutionen der EU verwendet wird. Die EU wollte einen zusammenfassenden Begriff für diese Staaten schaffen, der kurz und prägnant, sowie neutral ist. Trotz dieser ursprünglichen Intention der EU gibt es Ressentiments gegen diesen Begriff, die in den teilweise negativen Konnotationen des Teilbegriffs Balkan begründet sind.
Da es sich um eine Wortneuschöpfung handelt, die nur in Zusammenhang mit den mittelfristig anstehenden EU-Erweiterungen gebraucht wird, ist zu vermuten, dass der Begriff "Westbalkan" nach dem endgültigen Beitritt der betreffenden Staaten zur EU wieder aussterben wird.
Rein geographisch bezeichnet "Westbalkan" den westlichen Teil des Balkangebirges an der Grenze zwischen Bulgarien und Serbien. Allerdings war dies nie ein feststehender geographischer Begriff (und würde daher in die gleiche Kategorie fallen wie "westliche Pyrenäen", was auch nur eine Ad-hoc-Zusammensetzung ist).
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Der Begriff "Westbalkan" umfasst die Staaten des ehemaligen Jugoslawien ohne Slowenien, sowie Albanien. All diese Staaten werden im allgemeinen (zusammen mit anderen) zu Südosteuropa gezählt. Der Begriff "Südosteuropa" ist historisch weniger vorbelastet als ein Begriff, der das Wort "Balkan" enthält, weswegen die o.g. Staaten üblicherweise als "südosteuropäisch" eingestuft werden (siehe u.a. hier: [2][3][4][5]).
Die Westbalkan-Gruppe umfasst folgende Länder:
Kritik am Begriff "Westbalkan" entzündet sich in erster Linie am Teilwort "Balkan". Obwohl es ursprünglich ein neutraler geographischer Begriff war, der das Balkangebirge bzw. die Balkanhalbinsel bezeichnete, ist der Begriff heute historisch vorbelastet. Schon Bismarck wird der Spruch nachgesagt, der Balkan sei nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert. Viele verbinden mit dem Balkan-Begriff politische Instabilität, Kleinstaaterei, wirtschaftliche Rückständigkeit u.ä. Diese Sichtweise ist vor allem in Mittel- und Westeuropa verbreitet.[6]
siehe auch Balkanisierung
In einigen Staaten der Balkanhalbinsel ist der Begriff "Balkan" hingegen überwiegend positiv besetzt. Dies ist vor allem in Bulgarien der Fall, auf dessen Staatsgebiet das Balkangebirge zu 95% verläuft. Die negativen Konnotationen des Balkan-Begriffs sind den Bulgaren zwar durchaus bewusst, aber sie empfinden sie als auswärtige Sichtweise, die mit Vorurteilen behaftet ist. Für die Bulgaren ist der Balkan Teil der nationalen Identität, trotz der überwiegend europäischen Ausrichtung der dortigen Bevölkerung.[7]
Bei der Einreisemodalitäten in Staaten der Europäischen Union fällt der folgende Unterschied auf:
Die europäische Perspektive für die Westbalkan-Staaten gilt auch als wichtigstes Kriterium für die Entwicklung der gesamten Region und somit für die Erhaltung des Friedens in Europa. Deswegen ist der Beitritt der betreffen Staaten das nächste strategische Erweiterungsziel der EU.
Im Rahmen einer Annäherung an die Europäische Union wird oft auch die CEFTA (engl. Central European Free Trade Agreement) erwähnt. Dies ist eine Wirtschafts-Organisation, welche die Westbalkan-Staaten und Moldawien umfasst. Sie soll politische Stabilität durch wirtschaftliche Zusammenschlüsse auf dem Balkan gewährleisten.