Der Begriff Widerspruch ist ein wichtiger Schulbegriff der Hegelschen Dialektik.
Bei jeglicher Entwicklung gibt es zunächst einen Widerspruch. Hegel fasst einen Widerspruch beweglich auf. Er vergleicht ihn in der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes mit einer sich entwickelnden Pflanze. Dialektik ist eine Aufhebung des Widerspruchs in einer so genannten Synthese. Hegels Philosophie ist eine Geschichte des Geistes, der sich durch die Widersprüche hindurch entwickelt.
Marx übernimmt den Hegelschen Begriff, man sollte aber berücksichtigen, dass es bei Marx eher die schreienden Ungerechtigkeiten sind, die sich in der Wirtschaft zeigen. Besonders bekannt ist der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital oder zwischen dem Gebrauchswert und dem Tauschwert einer Ware.
Es gibt auch Ansätze, Aufhebung von Widersprüchen anders auszudrücken oder zu formalisieren: Der Quantenphysiker Niels Bohr sagt: Contraria sunt complementa. (etwa: Gegensätze ergänzen einander) (vgl. Komplementarität (Physik)). - Gotthard Günther hat zur Dialektik von Widersprüchen mit einer "mehrwertigen Logik" eine Formalisierung durchgeführt.