| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Wien (Begriffsklärung). |
| Landesflagge | Landeswappen |
|---|---|
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| Basisdaten | |
| ISO 3166-2: | AT-9 |
| Kraftfahrzeugkennzeichen: | W |
| Gemeindekennzahl: | 90101 - 92301 |
| Postleitzahlen: | 1010 - 1239, 1400, 1450 |
| Telefonvorwahl: | 01 |
| Homepage: | www.wien.gv.at |
| Karte: Wien in Österreich | |
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| Politik | |
| Bürgermeister | Michael Häupl (SPÖ) |
| Regierende Partei | SPÖ |
| Sitzverteilung im Gemeinderat (100 Sitze): |
SPÖ 55 ÖVP 18 Grüne 14 FPÖ 13 |
| letzte Wahl: | 23. Oktober 2005 |
| nächste Wahl: | voraussichtlich 2010 |
| Bevölkerung | |
| Einwohner: Ballungsraum: |
1.668.737 (1. 4. 2007)[1] ca. 2.300.000 (2007) |
| Rang: | 1. von 9 |
| Bevölkerungsdichte: | 4.025 Einwohner/km² |
| Geografie | |
| Fläche: | 414,65 km² |
| - davon Land: | 395,29 km² (95,33 %) |
| - davon Wasser: | 19,36 km² (4,67 %) |
| - Rang: | 9. von 9 |
| Geografische Lage: | 48° 07' - 48° 19' N 16° 11' - 16° 34' O |
| Ausdehnung: | Nord-Süd: 22,4 km West-Ost: 30,0 km |
| Höchster Punkt: | 542 m ü. A. (Hermannskogel) |
| Tiefster Punkt: | 151 m ü. A. (Lobau) |
| Verwaltungsgliederung | |
| Bezirke: | 1 Statutarstadt 23 Bezirke |
| Gemeinden: | 1 |
| - davon Städte: | 1 |
| - davon Marktgemeinden: | 0 |
| Karte: Wien und Gemeindebezirke | |
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Wien auf einem Satellitenfoto von 2002 (der 19., 20., 21. und 22. Bez. abgeschnitten) |
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Blick vom Leopoldsberg auf Wien (vor allem 2., 20. und 22. Bezirk) |
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Wien ist die Bundeshauptstadt und zugleich eines der neun Länder Österreichs. Die Stadt ist mit rund 1.670.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, im Großraum Wien lebt mit etwa zwei Millionen Menschen ein Viertel aller Österreicher. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Wien die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union. Mit dem Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) ist die Stadt einer der vier offiziellen Amtssitze der Vereinten Nationen. Weitere bedeutende internationale Organisationen mit Sitz in Wien sind etwa die OPEC, die OSZE und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO). Die IAEO und die UNO haben einen eigenen Gebäudekomplex, die sogenannte UNO-City im Zentrum eines Stadterweiterungsgebietes in der Nähe der Donau.
Die Stadt war jahrhundertelang Residenz der Habsburger und entwickelte sich in dieser Zeit zu einem kulturellen und politischen Zentrum Europas. Als vierte Stadt der Welt, nach London, New York und Paris, zählte Wien zwei Millionen Einwohner; nach Ende des Ersten Weltkrieges hat Wien allerdings rund ein Viertel der damaligen Einwohnerschaft verloren. Die Altstadt Wiens, die nach wie vor von der Habsburger Herrschaft zeugt, sowie das Schloss Schönbrunn wurden auf Antrag der Republik Österreich von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom, neben dem Riesenrad im Prater und vieler anderer Sehenswürdigkeiten eines der Wahrzeichen Wiens, steht als eines der höchsten Bauwerke der Stadt und als Metropolitankirche im Zentrum von Wien.
Wien ist mit einer Fläche von 414,65 km² das kleinste Bundesland Österreichs. Außerdem ist es das einzige Bundesland, das über keine Grenze zu einem Nachbarstaat verfügt. Aufgrund seines Sonderstatus als Bundesland und Statutarstadt zugleich, verfügt Wien unter den Bundesländern über den größten Anteil von Verkehrs- und Bauflächen gemessen an seiner Größe. 11,3 % der Gesamtfläche sind bebautes Land, 11,1 % Straßenverkehrsflächen und 2,2 % Gleiskörper. Zugleich ist Wien auch das Bundesland mit dem größten Anteil von Gartenflächen, die 28,4 % oder 117,76 km² ausmachen. Was Gewässer betrifft (4,6 % oder 19,1 km²), so verfügen diese nur im Burgenland über einen größeren Anteil an der Gesamtfläche. Wien ist auch eines von vier Bundesländern, die Weinbau betreiben. 1,7 % der Fläche werden von Weingärten eingenommen. Waldflächen bedecken 16,6 % und landwirtschaftliche Nutzung kommt in Stadt und Land Wien auf 15,8 %.
Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und größten Städte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner günstigen geografischen Lage. Die Stadt liegt zwischen den nordöstlichen Ausläufern der Alpen, im nordwestlichen Bereich des Wiener Beckens. Die historische Stadt entstand ausschließlich südlich der Donau, heute erstreckt sich das Stadtgebiet beiderseits des Flusses. Wien entstand an einem Kreuzungspunkt alter Verkehrsstraßen in West-Ost- (Donau) und Nord-Süd-Richtung (Bernsteinstraße). Die Donau ließ sich hier leicht durch- bzw. überqueren, da sich der Strom im Wiener Becken auf zahlreiche Arme mit Inseln dazwischen aufteilte.
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 wachsen die Verkehrs- und wirtschaftlichen Beziehungen zu den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. Die geografische Nähe zum ehemaligen Ostblock macht sich wieder stark bemerkbar. So liegt Wien beispielsweise nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Pressburg entfernt; solch eine Nähe zweier Hauptstädte ist in Europa einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan – Rom).
Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die Hälfte Wiens ist Grünland, größere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt.
Wien erstreckt sich von einer Seehöhe von 151 m in der Lobau bis zu 542 m, die auf dem Hermannskogel erreicht wird. Hier, im Nordwesten, sowie im Westen und Südwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (Leopoldsberg, Kahlenberg) und Wäldern bis ins Stadtgebiet hinein. Die Donau tritt durch die Wiener Pforte, eine Enge zwischen dem rechtsufrigen Leopoldsberg und dem linksufrigen Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine Flüsse in die Stadt, der bekannteste davon ist der Wienfluss. Die Berge im Westen werden im Süden von den eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbauregion Wien.
Der Osten der Stadt ist geprägt von den flachen Gebieten des Marchfelds, die der Landwirtschaft dienen, aber zunehmend verbaut werden. Im Südosten finden sich die Donauauen, eine Landschaft entlang der Donau, die zum Nationalpark erklärt wurde.
Angesichts der vorwiegenden Westwetterlage (wie bei vielen europäischen Städten) sind die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Rand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, während die alten Industriegebiete eher am östlichen Rand der Stadt situiert sind.
Hauptartikel: Wiener Gemeindebezirke
Wien wird heute in 23 Bezirke unterteilt. Die historische Altstadt, heute Großteil des 1. Bezirks, war bis zum Jahre 1850 deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Unter Kaiser Franz Joseph kam es zur ersten größeren Stadterweiterung: Die Vorstädte, die Gemeinden innerhalb des Linienwalls, kamen als 2. bis 8. (seit der Teilung des ursprünglichen 4. Bezirks in zwei Bezirke: 9.) Bezirk zur Stadt. Am 1. Jänner 1892 kam es zur zweiten großen Stadterweiterung. Die Außenbezirke am rechten Donauufer, damals noch Vororte, wurden eingemeindet, damit besaß Wien nun 19 Bezirke. 1900 wurde der nördliche Teil des 2. Bezirks zum 20. Bezirk.
Eine markante Erweiterung gab es 1904, als man Gebiete am linken Donauufer um Floridsdorf und Kagran als 21. Bezirk eingemeindete. Die neuen Stadtgrenzen galten bis 1938. Eine Vervierfachung seines Stadtgebietes erlebte Wien zur Zeit des Nationalsozialismus, als man Groß-Wien schuf. Diese Entscheidung wurde 1946 (in Kraft getreten 1954) größtenteils wieder rückgängig gemacht; Stammersdorf, Eßling, Unterlaa, Oberlaa, die Ortschaften des heutigen 23. Bezirks (Liesing), der Lainzer Tiergarten und Hadersdorf-Weidlingau blieben aber bei Wien. Die linksufrigen Gebiete wurden zwischen 21. und 22. Bezirk aufgeteilt. Seit 1954 sind die Stadtgrenzen unverändert.
In vielen Bezirken sind für einzelne Stadtteile noch die Namen der früher selbstständigen Dörfer erhalten, die heute teils als Grätzl weiterbestehen. Viele frühere Dörfer und Siedlungen aus früheren Epochen existieren heute jedoch nicht mehr (siehe Liste der Wüstungen in Wien). Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen versuchte man, diese markant entlang wichtiger Straßen oder Flüsse zu setzen, wenngleich hierdurch einige ehemalige Gemeinden geteilt wurden. Die Innenbezirke 1 und 3 bis 9 werden durch den Gürtel von den Außenbezirken abgegrenzt. Donaukanal und Donau trennen die Bezirke 2 und 20 von allen anderen; die Bezirke 21 und 22 liegen als einzige am linken Donauufer. Auch der Wienfluss ist während seines gesamten Verlaufes durch die Stadt stets Bezirksgrenze.
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Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs eher mild. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im Stadtzentrum durchschnittlich 10,4 °C, im Stadtumland rund 9,8 °C. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 mm. 60 Sommertagen stehen rund 70 Frosttage gegenüber. In Wien befindet sich der Sitz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG.
Hauptartikel: Geschichte Wiens
Die Anfänge der städtischen Geschichtsschreibung gehen auf das 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans dem Enikel zurück.
Archäologische Funde zeigen, dass schon während der Altsteinzeit Menschen das Gebiet begangen haben und dass ab der Jungsteinzeit das Wiener Becken kontinuierlich besiedelt war. Von der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur zeugen in Wien etliche Brandgräber aber auch Siedlungsspuren. Die ältere eisenzeitliche Hallstattkultur ist in Wien u. a. durch einen noch immer gut sichtbaren Grabhügel und Siedlungsreste vertreten. Aus keltischer Zeit wissen wir von einem Oppidum auf dem Leopoldsberg. und einer keltischen Siedlung mit dem Namen Vedunia („Waldbach“).
Im 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums nahe der Donau ein Militärlager (castrum) mit der angeschlossenen Zivilstadt Vindobona (im heutigen 3. Gemeindebezirk) zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien an. Noch heute kann man an den Straßenzügen des 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf und die Straßen des Lagers erkennen. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert. Das römische Legionslager lag weit im Osten des weströmischen Reiches und fiel daher den Wirren der germanischen Völkerwanderung rasch zum Opfer.
Zentrum des frühmittelalterlichen Wien war der Berghof, ein Wirtschaftshof für den Weinbau. Die erste urkundliche Erwähnung im Mittelalter erfolgte 881 in den Salzburger Annalen, wo apud Weniam eine Schlacht gegen die Magyaren stattfand, wobei unklar ist, ob es sich um die Stadt oder um den Wienfluss handelt. Mit dem Sieg des ostfränkischen Königs Otto I. über die Magyaren im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann der Aufstieg Wiens wie auch Österreichs.
Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn, auch Wien lag. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort, 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Nur ein Jahr später wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit Sitz des Herzogs.
Die Ereignisse nach dem Dritten Kreuzzug, in deren Verlauf der englische König Richard Löwenherz von Markgraf Leopold V. dem Tugendreichen 1192 in Erdberg bei Wien gefangen genommen wurde, brachte ein enormes Lösegeld ein. Damit wurde eine Münzprägestätte eingerichtet und die erste große Stadterweiterung finanziert. 1221 bekam Wien als zweite Stadt nach Enns (1212) das Stadt- und Stapelrecht verliehen. Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, sodass Wien bald weitreichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donaustraße und nach Venedig unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt.
Mit dem Sieg Rudolf I.1278 über Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. Zur Zeit der Luxemburger-Kaiser wurde wiederum Prag zur Residenzstadt, in deren Schatten Wien stand. Die frühen Habsburger versuchten, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten.
Große Verdienste erwarb sich Rudolf IV., der durch eine kluge Wirtschaftspolitik den Wohlstand hob. Zwei Entscheidungen haben ihm den Beinamen der Stifter eingetragen: die Gründung der Universität Wien 1365 und der Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Die folgende Zeit der Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern brachte nicht nur viele Wirren, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang.
1438 wurde Wien nach der Wahl Herzog Albrechts V. zum römisch-deutschen König (Albrecht II.) wieder Residenzstadt; mit dem Namen Albrecht ist allerdings auch die erste große Vertreibung und Ermordung der Wiener Juden von 1421/22 verbunden. 1469 wurde die aufstrebende Stadt nunmehr zum Bischofssitz und damit der St. Stephan zur Kathedrale. In der Ära des schwachen Friedrich III. war Wien immer auf der Seite seiner Gegner, da er den Landfrieden gegen umherziehende Söldnerbanden nicht gewährleisten konnte. 1556 schließlich wurde Wien endgültig Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren. Dies ist auch die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die ziemlich rasch protestantisch geworden war. 1551 wurden die Jesuiten geholt, die rasch großen Einfluss am Hof erlangten. Der führende Kopf der Gegenreformation war Melchior Khlesl, der Bischof von Wien um 1600.
Hauptartikel: Erste Wiener Türkenbelagerung und Zweite Wiener Türkenbelagerung, (allgemein Türkenkriege)
Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den Türken erfolglos belagert. Die Grenze zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Teil Ungarns verlief fast zweihundert Jahre lang nur etwa 150 Kilometer östlich der Stadt, was ihre Entwicklung ziemlich einschränkte. Immerhin erhielt Wien nunmehr moderne Befestigungsanlagen. Diese Befestigungsbauten, die bis ins 17. Jahrhundert hinein den Hauptteil der Bautätigkeit ausmachten, sollten sich 1683 bei der Zweiten Türkenbelagerung bewähren, denn sie schützten die Stadt zwei Monate lang, bis die türkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angeführten Entsatzheeres ihre Kampfrichtung änderte und somit die Belagerung auch diesmal erfolglos endete. Dies war der Beginn des endgültigen Zurückdrängens des Osmanischen Reiches.
In der Folge setzte rege Bautätigkeit und ein Aufblühen der Stadt ein. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Wien weitgehend barockisiert (Vienna gloriosa). Es wurden zahlreiche Adelspalais gebaut, dies ist vor allem mit den Namen der Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt verbunden. Eine rege Bautätigkeit gab es aber auch außerhalb der Stadtmauern. Seit 1704 hatten die Vorstädte ihr eigenes, großzügig angelegtes Befestigungssystem, den Linienwall - Vorläufer der heutigen Gürtelstraße.
Nach den Einschnitten durch die großen Pestepidemien von 1679 und 1713 wuchs die Bevölkerung ständig. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Manufakturen gegründet, die erste in der Leopoldstadt. Es entwickelten sich Kanalisation und Straßenreinigung, was die hygienischen Verhältnisse verbesserte.
Mit dem Aufblühen der Stadt entwickelte sich Wien bald zu einem wichtigen europäischen Kulturzentrum, gipfelnd in der Musik der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven und auch Schubert).
In den Koalitionskriegen wurde Wien gleich zweimal von Napoléons Truppen eingenommen. 1804 wurde es die Hauptstadt eines neuen Staates - des Kaisertums Österreich. Nach dem Sieg über Napoléon fand 1814/15 der Wiener Kongress statt, der die politischen Verhältnisse in Europa neu ordnete.
Die folgende Epoche des Vormärz ist durch rigide politische Repression aber auch die aufblühende Biedermeier-Kultur gekennzeichnet. In dieser Periode setzte aber auch die Industrialisierung ein - 1837 wurde die erste Eisenbahnstrecke eröffnet.
Die französische Februarrevolution 1848 wirkte sich auch in Wien aus. Am 13. März brach zunächst die Märzrevolution aus, die Staatskanzler Metternich schließlich zum Rücktritt zwang, am 6. Oktober dann die Wiener Oktoberrevolution. Letztlich siegte das kaiserliche Militär gegen die Demokraten.
1850 wurde die Stadt erweitert, indem vor allem der Bereich innerhalb des Linienwalls eingemeindet und in Bezirke unterteilt wurde. In diesem Zusammenhang wurden ab 1858 die Stadtmauern um die Altstadt geschleift und an ihrer Stelle die Ringstraße gebaut, die mit Monumentalbauten gesäumt wurde. Vom „Ringstraßenstil“ (Historismus) ist Wien architektonisch entscheidend geprägt. Diese Zeit gipfelte in der Weltausstellung 1873; mit dem während der Ausstellung erfolgten großen Börsenkrach ging die Gründerzeit zu Ende.
Nach der großen Überschwemmung von 1830 hatte es immer wieder Überlegungen zu einer Donauregulierung gegeben, diese wurde 1868 bis 1875 durchgeführt. Die vielen verästelten Seitenarme der Donau wurden abgegraben und ein schnurgerader Hauptstrom abseits der Stadt geschaffen. Der Arm, der zur inneren Stadt führte, wurde in verengter Form belassen, er trägt den Namen Donaukanal.
In dieser Zeit stieg die Bevölkerung Wiens stark an, vor allem aufgrund der massenhaften Zuwanderung.
Bekanntester Bürgermeister der Kaiserzeit ist Karl Lueger, ein charismatischer Christlichsozialer, der 1897-1910 amtierte und sowohl für sinnvolle kommunale Reformen als auch für einen rabiaten Antisemitismus bekannt ist.
Zu dieser Zeit erlebte die Stadt auch ihren letzten kulturellen Höhepunkt in der "Wiener Moderne". Dies ist nicht zuletzt mit der Künstlervereinigung Secession verbunden, die Wien zu einem Zentrum des Jugendstils machte. In der Musik entstand die „Zweite Wiener Schule“. Inmitten dieser fruchtbaren kulturellen Atmosphäre wurde von Sigmund Freud die Psychoanalyse begründet.
Der Erste Weltkrieg führte zwar nicht zu einer unmittelbaren Bedrohung Wiens, jedoch mit zunehmender Kriegsdauer zu einer verheerenden Versorgungskrise . Das Ende des „großen Krieges” war auch das Ende Österreich-Ungarns und Wiens als Kaiserresidenz. Am 12. November 1918 wurde vor dem Parlament in Wien die Republik ausgerufen.
1922 wurde Wien von Niederösterreich getrennt und bildet seither ein eigenes Bundesland. Einer der Gründe war (neben der befürchteten Dominanz Niederösterreichs im neuen Kleinstaat) die Differenz zwischen sozialdemokratischer Stadt- und christlichsozialer Landesregierung.
Die Politik der Stadtregierung dieser Zeit ("Rotes Wien") wurde international als Pionierleistung anerkannt. Es wurde ein dichtes Netz an Sozialeinrichtungen geschaffen und mit den Gemeindebauten massenhaft Wohnraum den Arbeitern zur Verfügung gestellt.
Die wirtschaftliche und politische Instabilität der Ersten Republik war auch in Wien zu spüren und 1934 wurde die klerikal unterstützte Diktatur des "Ständestaates" errichtet, bei der Wien zur "bundesunmittelbaren Stadt" erklärt wurde.
1938 ließ der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler, der 1933 an die Macht gekommen war, die Wehrmacht in Österreich einmarschieren, um hier die klerikale Diktatur durch die NS-Herrschaft zu ersetzen.
Die auf die Vernichtung der Juden zielende Politik Hitlers fiel beim in Wien schon viele Jahrhunderte alten und seit Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmenden und politisch instrumentalisierten Antisemitismus auf fruchtbaren Boden. Unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch begannen „arische“ Wiener spontan, jüdische zu bedrohen, zu quälen, zu berauben, aus ihren Wohnungen zu werfen. Von den mehr als 200.000 jüdischen Wienern wurden etwa 60.000 ermordet, nur 5.243 überlebten den Krieg in Wien.
Die Wiener Stadtverwaltung wurde nach nazideutschem Muster neu geordnet, durch Eingemeindungen entstand Groß-Wien mit dreifacher Fläche.
Ab dem 17. März 1944 erfolgten die ersten Luftangriffe auf Wien. Dabei wurde rund ein Fünftel der Stadt zerstört. Nicht durch Kampfhandlungen, aber im Gefolge einer Plünderung geriet auch der Stephansdom in Brand, der zuvor den Luftkrieg ohne Bombentreffer überstanden hatte. Im April 1945 kam es zur achttägigen "Schlacht um Wien", die in der Befreiung der Stadt durch die Sowjetarmee endete.
Wenige Tage nach dem Ende der Kämpfe des Zweiten Weltkriegs im Raum Wien sorgte die Sowjetarmee für den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung. Auch politische Parteien formierten sich wieder. Erst im Herbst 1945 ließen die Sowjets auch Militärkontingente der anderen drei Alliierten, USA, Großbritannien und Frankreich, nach Wien; es blieb dann bis 1955 Viersektorenstadt. Im 1. Bezirk, der keiner der vier Besatzungsmächte fix zugeteilt war, wechselte die Besatzung jeden Monat.
Nach dem Krieg erfolgte in Wien, wie überall im Land und in Westeuropa, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung, an dem der Marshall-Plan ganz wesentlichen Anteil hatte.
Am 15. Mai 1955 erlangte Österreich mit dem Österreichischen Staatsvertrag die volle Freiheit zurück. Die Besatzungstruppen zogen bis Herbst 1955 ab.
Im Herbst 1956 nahm Wien viele Ungarn auf , die nach dem gescheiterten Aufstand gegen das kommunistische Regime nach Westen geflohen waren, ebenso wie 1968 viele Tschechen und Slowaken auf, die nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings die CSSR verlassen hatten. Erst vom November 1989 an wurde Wien wieder selbstverständliches Reiseziel für die Bürger dieser Länder.
1957 nahm - als erste internationale Organisation nach 1945 - die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) ihren Sitz in der Stadt. Seit 1965 ist Wien auch der Sitz der OPEC. 1961 fand in Wien ein Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten John F. Kennedy und dem Sowjetführer Nikita Sergejewitsch Chruschtschow statt. 1980 wurde die UNO-City (der dritte Amtssitz der Vereinten Nationen) in Wien eröffnet. All dies trug zur Positionierung Wiens als Stadt der Kongresse und der Vermittlung in Konfliktsituationen bei.
1964 fand auf dem Gelände eines früheren Mistplatzes am linken Donauufer die „wig '64“, die Wiener Internationale Gartenschau, statt - mit dem Donauturm als neuem Wahrzeichen. 1986 wurde die an Stelle des alten Überschwemmungsgebiets neben dem Donaustrom gegrabene Neue Donau fertiggestellt, ebenso die zwischen den beiden Gewässern gelegene, hochwassersichere Donauinsel, die sich zu einem beliebten Erholungsgebiet entwickelte. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde beiderseits der Donau eine neue Skyline mit einem Hochhausviertel geschaffen.
Ein wesentlicher Impuls für die Infrastruktur der Stadt war der Bau einer modernen U-Bahn, die die aus der Zeit um 1900 stammende (und von Anfang an ungenügende) Stadtbahn ersetzen und neue Stadtviertel erschließen sollte. 1978 wurde die erste Teilstrecke der U1 eröffnet.
Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven, Mozart oder Mahler, erwarb, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel.
Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt, auch Altstadt genannt, in deren Zentrum sich der Stephansdom befindet. Hier finden sich auch die Staatsoper, die Hofburg, Stadtresidenz der Kaiser, die Kärntner Straße, die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs, bekannte Konditoreien und Hotels und die prunkvolle Ringstraße, die die Altstadt umgibt. Wien hat seit 1980 auch eine sehr lebendige und vielfältige Szene entwickelt: mit Lokalvierteln, Kunstgalerien, Kabaretts, Jazzlokalen und Events aller Art.
Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann. Die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen, wie etwa das Schloss Schönbrunn, die Hofburg, das Belvedere oder das MuseumsQuartier. Deshalb ziehen 60 % der Gäste die Sommersaison vor.
Den größten Anteil an den Nächtigungen haben deutsche Touristen mit 2 Millionen, gefolgt von Österreicher/inne/n aus den anderen acht Bundesländern (1,7 Millionen), US-Amerikanern (668.000), Italienern (662.000), Briten (404.000), Spaniern (375.000), Japanern (338.000), Franzosen (einschließlich Monaco, 290.000), Schweizern (inkl. Liechtenstein, 265.000), den Niederländern (ca. 168.000), Russen (156.000), Rumänen (138.000), Griechen (129.000), aus den arabischen Ländern in Asien (123.000) und Australien (113.000 Nächtigungen). Die Nächtigungen von Gästen aus Zentral- und Osteuropa und aus den arabischen Ländern in Asien sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 2006 verbuchte Wien mit + 6,7 % das beste Ergebnis aller Zeiten, rund 9,4 Millionen Übernachtungen (Greater Vienna mit sieben Umlandgemeinden: rund 10 Millionen). [2]
Im Tourismuskonzept Wien 2010, das 2003 beschlossen wurde, werden für 2010 rund 10 Millionen Gästenächtigungen als Ziel gesetzt. Zum Erreichen dieses Ziels tragen auch viele internationale Kongresse, Firmentagungen, Belohnungsreisen und allgemeine Geschäftsreisen bei. Mit 147 internationalen Tagungen im Jahr 2006 ist Wien vor Paris und Singapur die beliebteste internationale Kongressstadt der Welt.[3]
Abgesehen von den Kriegs- und Nachkriegszeiten und der Weltwirtschaftskrise ab 1929 herrschten vor allem in den Jahren des enormen Bevölkerungswachstums, ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, als Wien von rund einer halben Million auf über zwei Millionen Einwohner zulegte, für den Großteil der zumeist zugewanderten Menschen harte Lebensumstände. Der soziale Wohnbau entstand erst ab den frühen 1900er-Jahren. Bis dahin teilten sich die Einwohner oft kleine Wohnungen in Zinshäusern oder in von diesen rasch fast vollständig verdrängten Alt-Wiener Wohnhäusern untereinander auf. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff des Bettgehers. Dies waren Menschen die sich aus Geldmangel im Schichtbetrieb ein Bett teilten, wenn sie zu unterschiedlichen Tageszeiten arbeiten mussten.
Als in den 1890er-Jahren die Wiener Kanalisation errichtet wurde, die über weite Teile begehbar ist, wurde diese vor allem in den kalten Jahreszeiten zum Zufluchtsort für Tausende Arbeits- und Obdachlose (siehe Leben im Wiener Untergrund). Einige Dutzend Menschen konnten mittels der Abwässer sogar ihren bescheidenen Lebensunterhalt finanzieren, indem sie nach verwertbaren Gegenständen fischten, die sie weiterverkaufen konnten (siehe Strotter). Mit dem Entstehen des Roten Wiens wurde dieses Phänomen nach und nach zurückgedrängt, da immer mehr Männerwohnheime (z. B. jenes in der Meldemannstraße), Obdachlosenasyle und andere soziale Einrichtungen entstanden und die Stadtverwaltung viele Tausende Sozialwohnungen bauen ließ.
Heute wird Wien in internationalen Rangreihungen unter die Städte mit der besten Lebensqualität weltweit gezählt.[4] Dazu tragen der hohe Grünanteil am Stadtgebiet (ca. 50 %), die vergleichsweise sehr gute ökologische Qualität der Stadt, die hohe soziale und polizeiliche Sicherheit, das erstklassige Gesundheitswesen, das hoch entwickelte Bildungswesen, die Dichte an kulturellen Einrichtungen, die effiziente öffentliche Verwaltung, die Freizeitqualität Wiens und das dichte Netz öffentlicher Verkehrsmittel wesentlich bei.
| Wohnbevölkerung heutiger Gebietsstand |
|
|---|---|
| Datum | Einwohner |
| 1754 | 175.460 |
| 1796 | 235.098 |
| 1810 | 224.548 |
| 1830 | 401.200 |
| 1840 | 469.400 |
| 1850 | 551.300 |
| 1857 | 683.000 |
| 1869 | 900.998 |
| 1880 | 1.162.591 |
| 1890 | 1.430.213 |
| 1900 | 1.769.137 |
| 1910 | 2.083.630 |
| 1916 | 2.239.000 |
| 1923 | 1.918.720 |
| 1934 | 1.935.881 |
| 1939 | 1.770.938 |
| 1951 | 1.616.125 |
| 1961 | 1.627.566 |
| 1971 | 1.619.885 |
| 1981 | 1.531.346 |
| 1988 | 1.506.201 |
| 1991 | 1.539.848 |
| 2001 | 1.550.123 |
| 2007 | 1.668.737 |
Die Bevölkerungszahlen in nebenstehender Tabelle beruhen auf den Angaben des österreichischen Statistikamtes und sind auf den heutigen Gebietsstand umgerechnet. 1794/1795 wurden bei der Zählung der anwesenden Zivilbevölkerung, was österreichweit bis 1857 praktiziert wurde, erstmals für Wien separate Zahlen ermittelt. Zuvor, wie 1810 und 1821, war die Einwohnerzahl Wiens dem Land Niederösterreich zugerechnet worden. Ab 1830 sind durchgehend Bevölkerungszahlen für Wien verfügbar. Ab 1869 wurden österreichweit in zehnjährigen Abständen Volkszählungen abgehalten, bei denen allerdings bis 1923 weiterhin die anwesende Zivilbevölkerung gezählt wurde; erst ab 1934 bis 1981 die Wohnbevölkerung. Die Zahlen von 1982 bis 2001 weisen die Jahresdurchschnittsbevölkerung aus, wobei diese Zahlen erst 2002 rückwirkend ermittelt wurden. Seit 2002 werden Hauptwohnsitze auf Basis des Zentralen Melderegisters zur Bevölkerungsermittlung herangezogen.
Wien erlebte bereits ab Ende des 18. Jahrhunderts einen regen Bevölkerungszustrom, doch vervielfachte sich die Zahl der Zuwanderer ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als Wien allein zwischen 1857 und 1869 rund 218.000 neue Einwohner bekam. In den nächsten elf Jahren wuchs die Bevölkerungszahl um über 261.000 Personen, von denen rund ein Drittel auf den Geburtenüberschuss und zwei Drittel auf die Zuwanderung zurückzuführen waren. Von 1880 bis 1890 kamen mit 267.000 ähnlich viele neue Einwohner hinzu, wobei das Verhältnis zwischen Zuwanderung und Geburtenüberschuss (40 %) sich allmählich anglich. In den nächsten zehn Jahren, von 1890 bis 1900, stieg die Einwohnerzahl sogar um 339.000 Personen. Knapp 49 % davon waren nun auf den Geburtenüberschuss zurückzuführen. Grund hierfür waren die einsetzende Industrialisierung und die bedeutende Stellung Wiens als Kaiserstadt (Hauptstadt) des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn. Rund 2,1 Millionen bevölkerten Wien kurz vor Ausbruch des „großen Krieges” (Erster Weltkrieg), Wien war die viertgrößte Stadt der Welt. Mit der Auflösung des Habsburger Reiches verlor Wien auch an Bedeutung für Zuwanderer. Der Krieg kostete zigtausenden Soldaten aus Wien ihr Leben. Tausende einst zugewanderte Menschen kehrten in ihre Heimatländer bzw. ehemaligen Kronländer zurück.
Siehe auch: Liste der größten Städte der Welt (historisch)
Die Jahre als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates haben Wien nachhaltig geprägt. Nach wie vor ist die Stadt ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Allerdings sind die Nachfahren der ehemals Zugewanderten heute assimiliert und nur die slawischen oder ungarischen Nachnamen sind erhalten geblieben. Namen wie Nowak, Dolezal, Navratil, Wewerka usw. werden längst zusammen mit einheimischen deutschen Namen, wie Hofbauer, Maier, Haider usw. als typisch wienerisch empfunden. Die Namensträger gehören inzwischen zu den Ur-Wienern, den alteingesessenen Einwohnern der Stadt, die noch den Wiener Dialekt verwenden, der sich aus vielen alt- und mittelhochdeutschen sowie jiddischen Begriffen zusammensetzt, aber von den jüngeren Generationen immer seltener verwendet und verstanden wird. Neben dem ursprünglichen Wiener Dialekt wird zunehmend seit Ende des 20. Jahrhunderts auch eine gehobene Wiener Mundart gesprochen.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Wien rund 200.000 Einwohner weniger als zuvor. In den Zwischenkriegsjahren wanderten etwa 104.000 Personen in die Stadt; das Geburtendefizit von 87.000 Menschen zwischen 1923 und 1934 wurde ausgeglichen. Im Jahr 1934 zählte Wien bereits wieder 1.935.881 Einwohner. Die in der Folge wieder gesunkene Bevölkerungszahl wurde durch die Errichtung von Groß-Wien im nationalsozialistischen Deutschland 1938 mehr als kompensiert. Allerdings mussten bzw. konnten 140.000 jüdische Wiener/innen das Land verlassen, weitere 60.000 wurden während des Krieges ermordet (Judenverfolgung, Deportationen). Vom einst blühenden jüdischen Leben, vor allem im zweiten Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt, war binnen kurzem nichts mehr übrig. Das von Adolf Eichmann in Wien entwickelte Terrormodell wurde im „Altreich“ übernommen.
Nach Kriegsende war die Wiener Bevölkerung auf 1.616.125 Menschen gesunken. Viele Wiener waren als Soldaten gefallen oder kehrten aus der Kriegsgefangenschaft nicht wieder zurück. Die Stadt war zu einem Fünftel zerstört und von alliierten Soldaten besetzt. Die Einwohnerzahl sank bis 1987 auf 1.484.885 Personen; der tiefste Einwohnerstand seit 1890; seither steigt die Einwohnerzahl wieder. Verantwortlich dafür ist weniger der geringe Geburtenüberschuss Wiens, sondern eher die Zuwanderung, vor allem ausländischer Personen. In den 1990er-Jahren kamen viele Flüchtlinge aus Jugoslawien und der Türkei nach Wien; insbesondere viele Türken und Kurden ließen sich in Wien nieder. Von 1987 bis 1994 wanderten 61.000 Menschen in die Stadt. Nachdem von 1994 bis 1998 die Einwohnerzahl wieder leicht um 5.000 bis 6.000 zurückgegangen war, erhöhte sich die Zahl der Einwohner ab 1998 bis Ende 2005 um rund 85.000 Zugezogene.
Anfang 2007 lebten in Wien rd. 1,67 Millionen Menschen. Nach der letzten Volkszählung 2001 gab es nur 1,55 Millionen Wiener, davon waren 23,63 % nicht in Österreich geboren. 16,02 % der Wiener Wohnbevölkerung sind keine österreichischen Staatsbürger. Etwa 48.000 Menschen türkischer Herkunft und rund 120.000 Personen aus den ehemals jugoslawischen Ländern Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Slowenien stellen in Wien mit Abstand die größten Volksgruppen (50 %) unter der ausländischen Bevölkerung, sowohl nach Staatsbürgerschaft als auch nach Geburtsland. Weitere Herkunftsregionen sind die ehemaligen Ostblock-Länder, hier vor allem Polen (ca. 25.000), Tschechien (ca. 21.000), Ungarn (ca. 12.000) und Rumänien (ca. 10.000). Außerdem leben in Wien rund 26.000 Deutsche, 4.000 Italiener, 3.000 US-Amerikaner, 2.500 Schweizer Bürger und etwa 12.000 Menschen aus sonstigen EU-Ländern.
Seit 2000 wächst Wien um etwa 20.000 Einwohner pro Jahr. Laut Statistik Austria (Okt. 2005) wird Wien im Jahr 2045 wieder die 2-Millionen-Grenze überschreiten. Verantwortlich hierfür sind der stetige Zuzug und die steigenden Geburtenzahlen, insbesondere von Menschen ausländischer Herkunft.
Verschieden Sprachgruppen genießen in Wien die Anerkennung als autochthone Sprachgruppen. Dies sind die tschechisch-sprachigen WienerInnen, die ungarisch-sprachigen, die slowakisch-sprachigen und die Sinti und Roma. Die rechtliche Stellung als gesonderte Sprachgruppe ist ähnlich geregelt wie im Burgenland.
Seit den 50er-Jahren machen sich mehrere Siedlungstrends in der Agglomeration Wien bemerkbar. Einerseits war fast die gesamte Region von großen Geburtendefiziten geplagt, andererseits konnte großer Zuzug von Außen Wien und seine Umlandgemeinden in den meisten Fällen vor einem Rückgang schützen. In vielen Vororten machte sich bereits auch ein regelrechter Bauboom durch Zuwanderer bemerkbar. Mit der Entwicklung großer Gewerbegebiete südlich von Wien wurde der Zuzug weiter angekurbelt, aber auch aus Wien selbst zogen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Personen in die Grünlagen in den Randbezirken Wiens, zusehends aber auch in die Umlandsiedlungen der Stadt. Es entwickelte sich ein so genannter „Speckgürtel“ um die Bundeshauptstadt, welcher eine kontinuierlich steigende Anzahl von Personen aus anderen Teilen des Bundeslands Niederösterreich, wie zum Beispiel den an Bevölkerungsschwund leidenden Bezirken Waidhofen an der Thaya, Zwettl und Gmünd anzieht, und teilweise auch aus Wien abzieht.
Grund ist einerseits die schwierigere Arbeitsplatzsituation in den nördlichen Bezirken Niederösterreichs und andererseits das Bedürfnis vieler Menschen, vor allem von Familien, über ein Haus oder eine Wohnung in ruhiger Grünlage zu verfügen. Dieser Trend hat sich ab den 80er-Jahren vielerorts noch verstärkt, begünstigt durch immer kürzere Pendelzeiten auf Straße und Schiene.
Im Wesentlichen beschränkte sich die Wanderungsbewegung im Wiener Umland daher bisher auf die Gemeinden entlang großer Verkehrsachsen wie der West- und Südbahn sowie den Autobahnen West- (A1), Süd- (A2), Ost- (A4) und Donauuferautobahn (A22). Künftig wird sich mit der besseren Erschließung des Nordens und Ostens von Wien durch Eisen- und Autobahnprojekte - die Nordautobahn (A5) soll 2009 eröffnet werden - auch dort eine dichtere Besiedelung ergeben. Das statistische Amt der niederösterreichischen Landesregierung prognostiziert für zahlreiche Gemeinden des Bezirks Wien-Umgebung zwischen 2005 und 2010 einen Zuwachs von 5 % (Schwechat, Klosterneuburg, Gerasdorf, Purkersdorf), 4,9 % (Tulln, Baden) oder 5,5 % (Korneuburg). Auch für die an der künftigen Nordautobahn gelegenen Bezirke Gänserndorf, Mistelbach und Hollabrunn wird von stärkerem Wachstum ausgegangen.
Durch diese Siedlungsbewegungen der letzten Jahrzehnte, die auch weiterhin andauern, ergaben sich an fast sämtlichen Stadteinfahrten Wiens große Probleme mit der Bewältigung des Pendelverkehrs, da viele der in den Speckgürtel gezogenen Personen trotz hohen Arbeitsplatzangebots im Gewerbegebiet südlich von Wien über einen Arbeitsplatz in Wien verfügen (siehe hierzu auch die Spalte „Pendl. n. Wien“ in der untenstehenden Tabelle).
Die Bevölkerungsentwicklung in den Wiener Umlandgemeinden war in den letzten Jahrzehnten meist durch stagnierendes oder rückläufiges Geburtendefizit, sowie kontinuierliche oder ansteigende Zuwanderungsraten geprägt. Die Einwohnerzahl begann nach Ende des Zweiten Weltkriegs in den meisten Wiener Umlandgemeinden rasch und kontinuierlich zu steigen. Nur in wenigen, so zum Beispiel Schwechat, bewirkte das hohe Geburtendefizit bis in die 70er-, 1980er-Jahre eine Stagnation der Bevölkerungszahl, oder ein nur abgeschwächtes Wachstum.
Nebenstehende Tabelle stellt den Bevölkerungszuwachs seit 1951 dem seit 1981 in Relation. Für den Zeitraum von 1981 bis 2001 wird zudem die Wanderungsbilanz und die Geburtenbilanz angegeben. Dadurch wird erkennbar, dass in vielen Gemeinden ein großer Teil des Bevölkerungszuwachses seit den 1980er-Jahren stattgefunden hat, und alleine der starken Zuwanderung, die zum Teil auch aus Wien stammt, zu verdanken ist. So erkennt man zum Beispiel an der niedrigeren Wachstumsrate von 1951 bis 2001, dass Klosterneuburg von 1951 bis 1981 einen Bevölkerungsrückgang erlebt hatte, und erst seit 1981 wieder an Einwohnern zulegt, oder dass Maria Enzersdorf im Vergleich zu 1951 zwar doppelt so viele Einwohner hat, aber seit 1981 wieder 10 % der Einwohner verloren hat, was eine seltene Ausnahme für Wiener Umlandgemeinden ist.
Auffällig ist auch, dass Klosterneuburg, Mödling - aber auch Pressbaum - ein im Vergleich zur eigenen Einwohnerzahl und zu anderen Gemeinden sehr hohes Geburtendefizit aufweisen, was auf einen höheren Altersdurchschnitt mit wenigen Jungfamilien hinweisen kann. Einen besonderen Ausnahmefall im Vergleich zu anderen Umlandgemeinden stellt auch Wiener Neudorf dar. Dieses hatte als einzige Gemeinde in der Umgebung Wiens zwischen 1981 und 2001 gleichzeitig einen hohen Geburtenüberschuss und eine Abwanderung zu verzeichnen. Außerdem pendelt mit 38,8 % der zweitniedrigste Anteil an den Erwerbstätigen Wiener Neudorfs zum Arbeiten nach Wien, wie in der Spalte rechts außen zu erkennen ist. Generell ist der Anteil der nach Wien pendelnden Personen in den südlichen Vorstädten (z. B. Brunn am Gebirge, Wiener Neudorf) geringer als in den westlichen und nördlichen (z. B. Gerasdorf, Purkersdorf), was natürlich an den zahlreichen Arbeitsplätzen südlich von Wien liegt.
| Bevölkerungszuwachs, Wanderungs- und Geburtenbilanz in den Wiener Umlandgemeinden: Reihung nach Bevölkerungszuwachs seit 1981 |
|||||||
| Entf. in km |
Gemeinde | Bev.-Zuw. 1981 bis 2001 |
Bev. 2001 |
Bev.-Zuw. 1951 bis 2001 |
Wandr.bil. seit 1981 |
Geb.bil. seit 1981 |
Pendl. n. Wien |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 30,0 | Gänserndorf | + 61 % | 7.928 | + 130 % | + 3.031 | - 19 | 50,7 % |
| 12,0 | Gerasdorf | + 56 % | 8.231 | + 137 % | + 3.068 | - 116 | 73,0 % |
| 14,5 | Biedermannsdorf | + 56 % | 2.904 | + 153 % | + 698 | + 347 | 47,1 % |
| 14,5 | Purkersdorf | + 51 % | 7.762 | + 48 % | + 2.359 | + 256 | 64,9 % |
| 15,5 | Gablitz | + 48 % | 4.393 | + 113 % | + 1.722 | - 291 | 64,8 % |
| 15,5 | Laxenburg | + 47 % | 2.736 | + 134 % | + 1.019 | - 144 | 43,3 % |
| 18,0 | Breitenfurt | + 46 % | 5.323 | + 228 % | + 1.961 | - 279 | 61,9 % |
| 14,5 | Groß-Enzersdorf | + 42 % | 8.128 | + 66 % | + 2.170 | + 227 | 63,1 % |
| 24,5 | Strasshof an der Nordbahn | + 41 % | 6.993 | + 59 % | + 2.136 | - 116 | 65,1 % |
| 17,5 | Guntramsdorf | + 38 % | 8.421 | + 55 % | + 2.325 | + 6 | 35,9 % |
| 18,0 | Deutsch-Wagram | + 36 % | 6.808 | + 70 % | + 1.646 | + 141 | 62,8 % |
| 12,5 | Bisamberg | + 36 % | 4.001 | + 124 % | + 1.029 | + 38 | 58,6 % |
| 11,0 | Langenzersdorf | + 35 % | 7.261 | + 54 % | + 2.031 | - 158 | 68,1 % |
| 10,0 | Vösendorf | + 32 % | 4.899 | + 44 % | + 1.454 | - 258 | 54,6 % |
| 23,0 | Wolkersdorf | + 22 % | 6.993 | + 35 % | + 1.319 | - 190 | 51,2 % |
| 14,5 | Korneuburg | + 21 % | 11.032 | + 40 % | + 2.188 | - 268 | 47,8 % |
| 21,0 | Pressbaum | + 19 % | 5.834 | + 33 % | + 1.712 | - 777 | 57,4 % |
| 14,5 | Brunn am Gebirge | + 18 % | 9.422 | + 60 % | + 1.714 | - 267 | 48,1 % |
| 16,5 | Kaltenleutgeben | + 17 % | 2.998 | + 130 % | + 367 | + 79 | 57,9 % |
| 14,5 | Himberg | + 9 % | 5.423 | + 40 % | + 1.048 | - 606 | 44,2 % |
| 11,5 | Klosterneuburg | + 8 % | 24.797 | + 6 % | + 5.955 | - 4.133 | 57,9 % |
| 15,5 | Mödling | + 6 % | 20.405 | + 18 % | + 3.337 | - 2.208 | 40,5 % |
| 15,0 | Wiener Neudorf | + 6 % | 8.428 | + 217 % | - 164 | + 659 | 38,8 % |
| 13,0 | Perchtoldsdorf | + 4 % | 13.998 | + 26 % | + 1.538 | - 991 | 57,5 % |
| 11,0 | Schwechat | + 3 % | 15.456 | + 15 % | + 880 | - 428 | 46,2 % |
| 17,5 | Hinterbrühl | + 1 % | 4.020 | + 25 % | + 451 | - 420 | 42,2 % |
| 15,0 | Maria Enzersdorf | - 10 % | 8.202 | + 103 % | - 610 | - 336 | 46,6 % |
Legende: Entf. in km = Luftlinie Entfernung zum Zentrum Wiens in Kilometern, Bev.-Zuw. = Bevölkerungszuwachs, Geb.bil. = Geburtenbilanz, Wandr.bil. = Wanderungsbilanz; Pendl. = Anteil der Auspendler nach Wien an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen
Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Kardinal Christoph Kardinal Schönborn. Die römisch-katholische Gemeinde ist die größte Glaubensgemeinschaft Wiens, verliert jedoch stetig an Mitgliedern. Heute gehören nur 49 % der römisch-katholischen Kirche an, 1961 noch 82 %.
Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich, der seinen Sitz in Wien hat, ist Herwig Sturm.
Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, hat ebenfalls in Wien seinen Sitz. In den letzten Jahrzehnten bekannten sich viele Zuwanderer zum Islam, der mittlerweile zur zweitgrößten Religionsgemeinschaft des Landes geworden ist. Der Islam ist in Österreich seit 1912 anerkanntes Religionsbekenntnis (damals gehörten die muslimischen Bosnier zu Österreich-Ungarn).
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist Ariel Muzicant, Oberrabiner ist Paul Chaim Eisenberg. Die jüdische Gemeinde Wiens besteht aus rund 7.000 Gläubigen. Die einzige Synagoge, die die Novemberpogrome 1938 überstanden hat, ist der Stadttempel im 1. Bezirk.
Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:
| römisch-katholisch: | 49,2 % |
| ohne Bekenntnis: | 25,6 % |
| islamisch: | 7,8 % |
| orthodox: | 6,0 % |
| evangelisch: | 4,7 % |
| jüdisch: | 0,5 % |
| altkatholisch: | 0,5 % |
| Sonstige bzw. keine Angabe: | 5,7 % |
siehe auch: Juden in Wien
Siehe: Liste der Wiener Persönlichkeiten, Liste der Ehrenbürger von Wien
Von internationaler Bedeutung ist das Wiener Musikschaffen, das bis heute von prominenten Komponisten und Musikern geprägt ist. Der Wiener Walzer, die Wiener Sängerknaben, musikalische Großveranstaltungen wie das Neujahrskonzert oder der Wiener Opernball, aber auch die Opern- und Theatergebäude, sind weltweit bekannt. Berühmt ist Wien auch wegen seiner Küche, seiner Literatur und der Kaffeehauskultur. Wichtige Strömungen bzw. Zirkel waren oder sind etwa die Wiener Klassik, die Wiener Schule (Musik), die Zweite Wiener Schule der Musik, der Wiener Kreis der Philosophie, die Wiener Gruppe der Literatur, die Wiener Schule des Phantastischen Realismus in der Literatur, dieÖsterreichische Schule der Wirtschaftstheorie. Europaweit wird die Zeit um 1900 als Wiener Moderne bezeichnet und trägt damit der damaligen kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Vormachtstellung Wiens Rechnung.
Wien gilt als Welthauptstadt der Musik, in Wien arbeiteten im Laufe der Jahrhunderte Komponisten von Weltruhm wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Franz Liszt, Johann Strauß (Vater), Johann Strauß (Sohn), Franz Lehar, Joseph Lanner, Anton Bruckner, Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Anton von Webern, Alban Berg, Ernst Krenek. Das Wienerlied als eigene Musikgattung stand und steht auch heute noch in Wechselwirkung mit anderen Musikstilen.
In der Gegenwart sorgen unter anderem Musiker und Musikproduzenten aus dem Bereich der elektronischen Musik für internationale Bekanntheit, Wien gilt als heimliche Hauptstadt des Downbeat. Beispiele hierfür sind Kruder & Dorfmeister oder Makossa. Junge Musiklabels wie Cheap Records oder Couch Records bringen immer wieder Musiker hervor, die auch im Ausland Anerkennung erlangen, wie etwa die junge Sängerin Madita.
Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken.
Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, sind auch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt namhafte Sprechtheater. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben. Seit 2000 wird in Wien mit dem Nestroy-Theaterpreis der wichtigste Theaterpreis im deutschsprachigen Raum verliehen.
Die Staatsoper und die Volksoper bieten für jeden Geschmack etwas, wobei sich Letztere besonders der typisch wienerischen Operette, aber auch dem klassischen Musical verpflichtet fühlt.
Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im Wiener Musikverein (mit dem berühmten goldenen Saal) und im Wiener Konzerthaus statt.
Das Theater an der Wien glänzte in den letzten Jahren mit Musical-Uraufführungen. Mit Abstand am erfolgreichsten war das Musical Elisabeth, das danach in der ganzen Welt in mehreren Sprachen aufgeführt wurde. Das Haus, in dem Beethovens Oper Fidelio uraufgeführt wurde, ist seit 2006 aber wieder ausschließlich Opernhaus.
Mit dem Haus der Musik hat Wien seit 2000 auch ein Klangmuseum für Kinder und Erwachsene.
Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder.
Siehe auch:
Walther von der Vogelweide, Robert Musil, Franz Werfel, Karl Kraus, H.C. Artmann, Ernst Jandl, Arthur Schnitzler, Elfriede Jelinek, Elias Canetti, Ingeborg Bachmann, Franz Grillparzer, Johann Nestroy, Theodor Herzl, Hugo von Hofmannsthal, Stefan Zweig, Ferdinand Raimund, Arthur Schnitzler, Bertha von Suttner, Georg Trakl
Fritz Wotruba, Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka
Leistungen in den medizinischen Bereichen und der diversen Formen der Psychotherapie (z.B. Sigmund Freud, Alfred Adler, Erwin Ringel, Viktor Frankl, Harald Leupold-Löwenthal) sind international anerkannt.
Im Forschungsbereich konnte sich Wien erfolgreich als Standort für Pharmakonzerne etablieren. So betreibt hier etwa Baxter ein großes Laboratorium.
Ludwig Boltzmann, Viktor Kaplan, Ernst Mach, Christian Doppler, Robert Adler
In der Hofburg sind die Schatzkammer der Habsburger mit zwei Kaiserkronen (des Heiligen Römischen Reichs und Österreichs), das Sisi-Museum (über Kaiserin Elisabeth), die Kaiserappartements und die Hofsilber- und Tafelkammer zu besichtigen; weiters die Vorführungen der Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule, eines lebenden Museums. Die Grafische Sammlung Albertina gehört ebenfalls zum Hofburgkomplex und hat in jüngster Zeit ihre Ausstellungstätigkeit über die Präsentation von Grafik hinaus auf Gemälde und Skulpturen bis hin zur modernen Kunst erweitert. Im Neue Burg genannten Trakt am Heldenplatz befinden sich das Ephesos-Museum, die Sammlung alter Musikinstrumente, die Hofjagd- und Rüstkammer sowie das Museum für Völkerkunde.
Gegenüber der Hofburg befinden sich, an der Ringstraße, die beiden ehemaligen Hofmuseen: das Haupthaus des Kunsthistorischen Museums mit seiner Gemäldegalerie alter Meister, die Meisterwerke u. a. von Pieter Bruegel und Francisco de Goya versammelt, und das Naturhistorische Museum.
Daran schließt das MuseumsQuartier an, ein in den