Die Wiener Gürtelstraße (B 221) ist eine Landesstraße in Österreich. Umgangssprachlich wird die Straße meist als Wiener Gürtel oder einfach nur Gürtel bezeichnet.
Der Wiener Gürtel ist neben der Wiener Ringstraße und der Lastenstraße (auch als Zweierlinie bekannt) die dritte, ringförmig um den Stadtkern liegende Hauptverkehrsader. Darüber hinaus ist sie nicht nur die am stärksten befahrene Landesstraße in Österreich, sondern auch eine der meistfrequentierten in ganz Europa.
Im Rahmen der österreichischen Straßennummerierung hat der Wiener Gürtel die Nummer 221.
Der Straßenzug wird zwar über seine gesamte Länge als Gürtel bezeichnet, besteht jedoch aus mehreren Abschnitten mit zusätzlichen Bezeichnungen, die entweder von den angrenzenden Gemeindebezirken oder den ehemaligen Vororten abgeleitet sind.
Diese sind
am Inneren Gürtel (von Südosten über Westen nach Norden):
Südgürtel:
Westgürtel:
am Äußeren Gürtel (von Norden über Westen nach Südosten):
Westgürtel:
Südgürtel:
Der Abschnitt im Westen Wiens (Döblinger Gürtel bis Sechshauser bzw. Gumpendorfer Gürtel) ist durch die U-Bahn-Linie U6 geprägt, die ehemalige Gürtellinie der Stadtbahn. Die U6 verläuft - je nach Niveau der Umgebung - teils in einem Graben, teils auf einem Viadukt. Die Stationen und Viadukte der Stadtbahn wurden vom Architekten Otto Wagner entworfen und zwischen 1894 und 1898 gebaut. Auf dem südwestlichen und dem südlichen Teil verkehren einige Straßenbahnlinien, die über eine längere Strecke unterirdisch geführt werden ("Unterpflaster-Straßenbahn", "Ustrab").
Am Gürtel liegen die beiden wichtigsten Fernbahnhöfe Wiens, der Westbahnhof und der Südbahnhof.
Ähnlich wie der Ring entstand auch der Gürtel um 1900 an Stelle einer Befestigungsanlage – des unter Leopold I. gegen die wiederholten Kuruzeneinfälle nach Österreich begonnenen Linienwalls, der der eigentlichen Stadtbefestigung, der Stadtmauer (heute etwa die Wiener Ringstraße), vorgelagert war. Dieser Linienwall war auch lange Zeit Zollgrenze, an der eine Verzehrsteuer für in die Stadt gebrachte Lebensmittel erhoben wurde. Die Schleifung wurde deshalb von den Wienern sehr begrüßt.
Vor allem der südliche Gürtel (Margaretengürtel) wurde in der Zwischenkriegszeit, während der Periode des „Roten Wiens“ mit repräsentativen Gemeindebauten ausgestattet - man sprach damals gerne von der „Ringstraße des Proletariats“. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Gürtel wegen seines Grünblicks auch eine beliebte (kleinbürgerliche) Wohngegend. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte der enorme Verkehr (6 Fahrspuren) allerdings zu einer drastischen Abnahme der Wohnqualität in den angrenzenden Gebieten und auf den westlichen Abschnitten des Gürtels entwickelte sich die Bordellmeile Wiens. Diese Intensivierung des Verkehrsaufkommens wurde zunächst seitens der Stadtplanung mit getragen. So war in den 1960er und 1970er Jahren im Bereich des Gürtels eine Stadtautobahn in Hochlage vorgesehen (nach Plänen von Prof. Josef Dorfwirth von der TU Wien). Den Anfang der Realisierung dieser Pläne stellte die 1962 bis 1964 erfolgte Errichtung der Gürtelbrücke dar. Gegen den Weiterbau der A 20 erhoben sich allerdings in den Medien und seitens von Bürgerinitiativen immer schärfere Proteste (siehe Kurier 20. Mai 1972), woraufhin der Wiener Bürgermeister Felix Slavik im September 1972 vor dem Europäischen Forum Alpbach eine scharfe öffentliche Abkehr vom Konzept der Stadtautobahn proklamierte (man sprach nur mehr von "Hochleistungsstraßen"). Am starken Verkehrsaufkommen änderte sich allerdings wenig, zu Anfang der 1980er Jahre verkündete Pläne für umfangreiche Untertunnelungen im Gürtelbereich blieben im Diskussionsstadium stecken (als Problem erwiesen sich vor allem die allzu zahlreichen Ein- und Ausfahrten). Ab den 1990er Jahren wurde versucht, mit einem von der EU geförderten Stadterneuerungsprojekt der Tendenz des Gürtels in Richtung urbanistische Problemzone entgegen zu steuern. Im Zuge dessen siedelten sich in den Stadtbahnbögen unter der U-Bahn Linie 6 zahlreiche Lokale an, die unter anderem von den laxeren Lärmschutzbestimmungen (angesichts des stetigen, starken Verkehrs sinnlos) in diesem Gebiet profitieren und zu einer Erweiterung des Angebotes an Musikveranstaltungen beitrugen.
Ziel des Stadterneuerungsprojekts, zu der auch die Neuerrichtung der Wiener Hauptbibliothek über der U-Bahnstation Burggasse zählt, ist es, das Gebiet längerfristig auch für Fußgänger attraktiv zu machen und so die Lebensqualität zu erhöhen.
Beobachtungen im Zeitraum von 1995 bis 2005 ergaben, dass der Verkehr am Westgürtel bei bestimmten Abschnitten um 10 % bis 15 % abgenommen hat. Gründe dafür sind vermutlich die Parkraumbewirtschaftung in den angrenzenden inneren Bezirken und der Ausbau der U6.
Um 2000 wurde der Margaretengürtel etwas umgebaut und die Fahrbahn geringfügig von der Bebauung abgerückt. Der südliche Gürtel ist teilweise autobahnähnlich mit niveaufreien Kreuzungen in Unterführungen ausgebaut.
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B221
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Die Wiener Gürtelstraße befand sich wie die anderen ehemaligen Bundesstraßen in der Bundesverwaltung. Seit 1. April 2002 steht sie unter Landesverwaltung und führt zwar das B in der Nummer weiterhin, nicht aber die Bezeichnung Bundesstraße. |
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