Willibald Pirckheimer

Georg Schweigger: Bildnismedaillon Willibald Pirckheimer, Nürnberg 1638 (Bode-Museum, Berlin)
Georg Schweigger: Bildnismedaillon Willibald Pirckheimer, Nürnberg 1638 (Bode-Museum, Berlin)

Willibald Pirckheimer (* 5. Dezember 1470 in Eichstätt; † 22. Dezember 1530 in Nürnberg) war ein berühmter Humanist sowie Freund Albrecht Dürers und Berater Kaiser Maximilians I. Er war ein Bruder von Charitas Pirckheimer, der Äbtissin des Nürnberger Klaraklosters.

Weitere Namensformen: Wilibald Pirckheimer, Bilibald Pirckheimer, Bilibald Pirkheimer.

Inhaltsverzeichnis

Publizist

Pirckheimer engagierte sich in den gelehrten Auseinandersetzungen seiner Zeit. Insbesondere setzte er sich für Johannes Reuchlin und Martin Luther ein. Wahrscheinlich war er der Autor der 1520 unter dem Pseudonym Joannefranciscus Cottalambergius veröffentlichten Satire Eckius dedolatus (etwa: Der gehobelte Eck), mit der der Luthergegner Johannes Eck verspottet wurde. Jedenfalls ließ ihn Eck deshalb in die päpstlichen Bannbullen von 1520 und 1521 gegen Luther und seine Anhänger aufnehmen. Dem Protestantismus gegenüber war Pirckheimer aber eher kritisch eingestellt.

Künstler

Gemeinsam mit Johannes Stabius entwarf er das allegorische Grundgerüst zu "Triumphzug" und "Ehrenpforte" (die Albrecht Dürer illustrierte), in denen das politische Konzept Maximilians I. propagiert wurde. Pirckheimer war auch maßgeblich am Entwurf des ikonografischen Programms des Nürnberger Rathaussaales beteiligt. Dürer, der wohl frühzeitig in die Planungen eingebunden war, war von 15211522 ab für die Umsetzung verantwortlich; die Ausmalung des Saales war nicht vor 15281530 fertig.

Jurist und Gutachter

Eine herausragende Rolle spielte Willibald Pirckheimer für die Rezeption des römischen Rechts in Deutschland. Gregor Haloander, ein junger Gelehrter, hatte in Italien Materialien für die von ihm geplante kritische Ausgabe der Rechtsbücher Justinians gesammelt und sich für die Durchführung dieses Plans um Unterstützung an den Nürnberger Rat gewandt. Eine Ratskommission bat im Jahr 1528 Willibald Pirckheimer um eine gutachterliche Stellungnahme, die äußerst günstig ausfiel. Dies und die Befürwortung durch den Reformator Philipp Melanchthon hat dazu geführt, dass im Jahr 1529 mit Unterstützung der Stadt Nürnberg das römische Recht in dem von Gregor Haloander bearbeiteten Text unter dem Titel DIGESTORVUM SEV PANDECTARVM LIBRI QVINQUAGINTA erscheinen konnte.

Nürnberger Ratsherr

Willibald Pirckheimers Grab auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg
Willibald Pirckheimers Grab auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg

Als Angehöriger des wohlhabenden Nürnberger Bürgertums stellte Pirckheimer 1529 ein Landsknechtregiment auf. Pirckheimer ließ die Soldaten des Regiments uniformieren, was im 16. Jahrhundert eine Ausnahme darstellte. Die rot-weißen Uniformen orientierten sich an den Farben des Kleinen Wappens von Nürnberg.

Willibald Pirckheimer ist auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg bestattet (Grab Nr. 1414).

Pirckheimer im Gedächtnis der Stadt Nürnberg

In den 1960er wurde die Willibald-Pirckheimer-Medaille für literarische Leistungen verliehen.

In Nürnberg wurde auch das Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg nach ihm benannt.

Literatur

  • Ludwig Geiger: Pirckheimer, Bilibald. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 26, S. 810–817.
  • Leo Beyer: Willibald Pirckheimer, die Pegnitzschäfer und Neunhof bei Lauf. In: Die Fundgrube 12 (1936) Nr. 1
  • Willibald Pirckheimer, in: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt 1 (1952), Nr. 2 und 3
  • Guido Kisch: Haloander-Studien. In: Gestalten und Probleme aus Humanismus und Jurisprudenz. Neue Studien und Texte. Berlin 1969, S. 199-240.
  • Niklas Holzberg: Willibald Pirckheimer. Griechischer Humanismus in Deutschland, München 1981.
  • Willibald Pirckheimer: Eckius dedolatus: lat./dt., übers. von Niklas Holzberg, Stuttgart 1983. ISBN 3-15-007993-4.

Weblinks

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