Willy-Brandt-Platz (Frankfurt)

Willy-Brandt-Platz

Platz in Frankfurt am Main
Willy-Brandt-Platz
Blick vom Maintower
Anlage:
Stadtteil: Innenstadt
Einmündende Straßen: Friedensstraße, Weißfrauenstraße, Neue Mainzer Straße, Gallusanlage, Münchener Straße, Gutleutstraße
Wichtige Bauwerke und Einrichtungen: Städtische Bühnen Frankfurt, Eurotower

Der Willy-Brandt-Platz ist ein bekannter Platz in der westlichen Innenstadt von Frankfurt am Main. Er liegt innerhalb des so genannten Bankenviertels an den Wallanlagen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die beiden „Gallenthore“ um 1845
Die beiden „Gallenthore“ um 1845

Nach Abriss der Frankfurter Stadtbefestigung im Jahr 1809 wurde in Verlängerung der Münzgasse eine Durchfahrt durch die anstelle der Bastionen angelegten Wallanlagen geschaffen. Nach dem nahegelegenen, ebenfalls abgerissenen Gallustor (Galgentor, Gallentor) wurde sie zunächst als Äußeres Gallenthor bezeichnet (das bisherige entsprechend als Inneres). Mitte des 19. Jahrhunderts entstand am alten Gallustor in Verlängerung der Großen Gallusstraße am Bahnhof der Taunusbahn die nach diesem benannte Taunusstraße, deren Name in der Folge auf das Tor überging. Es trägt seitdem den Namen Taunustor, das neue Äußere Gallenthor historisch inkorrekt Gallustor.

Von diesem Namen abgeleitet erhielt der hier beginnende Abschnitt der Wallanlagen den Namen Gallusanlage, der ab dem Taunustor folgende heißt demnach Taunusanlage.

Die Gallusanlage war von 1839 bis 1888 Standort der drei Frankfurter Westbahnhöfe, die 1888 durch den Hauptbahnhof ersetzt wurden. Das Gallustor war also eine wichtige Verbindung zwischen dem historischen Stadtkern und den Bahnhöfen.

Nach dem Bau des neuen Schauspielhauses wurde der Platz 1902 in Theaterplatz umbenannt.

1992 folgte die Umbenennung in den heute gültigen Namen Willy-Brandt-Platz.

Gestaltung

Willy-Brandt-Platz nach Umgestaltung
Willy-Brandt-Platz nach Umgestaltung

Der Willy-Brandt-Platz ist ein kombinierter Platz für Fußgänger, Straßenindividualverkehr, Straßenbahn und die U-Bahn. Die Gestaltung richtete sich lange Zeit nach den Bedürfnissen des Autoverkehrs, was zu Problemen für die anderen Verkehrsteilnehmer führte. Nach dem Bau des Theatertunnels konnte dieser Verkehr größtenteils in den Untergrund verlegt werden.

Der Platz wurde 2005 behindertengerecht umgebaut, so dass mobilitätsbehinderte Besucher Oper und Schauspiel stufenlos über den Platz und in die Straßenbahn gelangen können. Ein neues Ausleuchtungskonzept soll eine angenehme Atmosphäre schaffen. Dominiert wird der Platz durch das bekannte, vor allem bei Touristen beliebte Euro-Symbol vor der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieses soll aber nach Umzug der Bank an ihren neuen Standort – in den Skytower im Ostend – ab 2011 dort aufgestellt werden.

Einmündende Straßen

Insgesamt sieben Straßen münden heute am Willy-Brandt-Platz ein:

  • Intra Muros
    • die Friedensstraße in Richtung Kaiserplatz;
    • die Weißfrauenstraße, mit Straßenbahnschienen in Richtung Altstadt, die sich im weiteren Verlauf in Berliner Straße, Bethmannstraße und Münzgasse aufspaltet.
  • Im Verlauf der ehemaligen Befestigungen
    • die Neue Mainzer Straße (östlich), die Hauptstraße des Bankenviertels;
    • die Gallusanlage (nordwestlich)
    • die Untermainanlage (nordöstlich)
  • Extra Muros
    • die Münchener Straße (ehemals Kronprinzenstraße) mit den Straßenbahngleisen Richtung Hauptbahnhof;
    • die Gutleutstraße in Richtung Bundesautobahn 5;

Gebäude

Das 1959 größtenteils abgerissene Alte Schauspielhaus.
Das 1959 größtenteils abgerissene Alte Schauspielhaus.

Europäische Zentralbank

Das bekannteste Gebäude ist der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank. Mit seiner Höhe von fast 150 Metern überragt der Eurotower den Platz. Es wurde ursprünglich für die Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) errichtet.

Schauspielhaus

Das Opern- und Schauspielhaus der Städtischen Bühnen wurde 1899-1902 im Jugendstil als Schauspielhaus erbaut und 1944 durch Bomben schwer beschädigt. Zunächst behelfsmäßig repariert, diente es ab 1951 als Spielstätte für die Oper Frankfurt. 1959-1963 wurde das Gebäude erneut vollständig umgebaut. Zunächst wurde 1960 auf dem Nachbargrundstück ein neues Schauspiel und eine weitere kleine Bühne, das sogenannte Kammerspiel, errichtet. 1963 wurden beide Gebäude mit einer modernen, gemeinsamen 120 Meter langen Glasfassade versehen. Die Oper Frankfurt zählt zu den angesehensten Opernhäusern der Welt und erhielt 1995 und 2003 die Auszeichnung Opernhaus des Jahres.

U-Bahnhof

Hauptartikel: U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz

Die große Rolltreppenanlage im U-Bahnhof.
Die große Rolltreppenanlage im U-Bahnhof.

Der Bahnhof Willy-Brandt-Platz ist ein Knotenpunkt im Netz der Frankfurter U-Bahn. Hier kreuzen sich die A-Strecke (Linien U1, U2 und U3) und B-Strecke (Linien U4 und U5).

Kurioses

Nachdem der ehemalige Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt 1992 gestorben war, initiierte SPD-Oberbürgermeister Andreas von Schoeler die Umbenennung des Platzes. Die Schilder mussten jedoch schnell wieder ausgetauscht werden, als man bemerkte, dass die Schreibweise fälschlicherweise "Willi-Brandt-Platz" lautete.

Quelle:
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