Wim Wenders

Wim Wenders beim Filmfestival Cannes 2002
Wim Wenders beim Filmfestival Cannes 2002

Ernst Wilhelm (Wim) Wenders (* 14. August 1945 in Düsseldorf) ist ein deutscher Regisseur, Fotograf und Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Wenders studierte zunächst Medizin und Philosophie in München, Freiburg und Düsseldorf, dann ab 1968 an der Hochschule für Film und Fernsehen in München mit dem Abschlussfilm Summer in the city. 1971 gründete er mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. Dennoch machte er sich 1974 mit einer eigenen Produktionsfirma unabhängig, der "Wim Wenders Produktion".

Nach den Romanadaptionen Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (Peter Handke) und Der scharlachrote Buchstabe (Nathaniel Hawthorne) gelang ihm mit Alice in den Städten 1973 der künstlerische Durchbruch. Im Lauf der Zeit erhielt den internationalen Kritikerpreis der FIPRESCI-Jury in Cannes. Mit Der amerikanische Freund – nach einer Vorlage von Patricia Highsmith – wurde er auch in den USA bekannt.

Auf Einladung von Francis Ford Coppola kam Wenders 1977 in die USA, um für dessen Produktionsfirma Zoetrope einen Film über den Krimiautor Dashiell Hammett zu drehen. Aufgrund von Streitigkeiten über das Drehbuch und die Besetzung verzögerte sich die Fertigstellung des Films: Erst 1982 kam Hammett ins Kino. Während dieser Zeit drehte Wenders auch Nick's Film - Lightning Over Water (1980), einen semidokumentarischen Film über die letzten Monate des krebskranken Regisseurs Nicholas Ray. Der Film Der Stand der Dinge (1982) handelt von den Schwierigkeiten des Filmemachens, darin verarbeitete er viele jener selbst erlittenen Probleme, die bei den Dreharbeiten zu Hammett aufgetreten waren.

Im selben Jahr erarbeitete Wenders für die Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule seine bis dato einzige Theaterinszenierung: Über die Dörfer von Peter Handke (u.a. mit Rüdiger Vogler, Libgart Schwarz, Martin Schwab, Karin Baal; Bühnenbild Jean-Paul Chambas, Kostüme Domenika Kaesdorf, Musik Jürgen Knieper).

Nach einer Vorlage von Sam Shepard erschien 1984 der Film Paris, Texas, der im gleichen Jahr in Cannes die Goldene Palme erhielt. Erst nach einem langwierigen Streit mit dem Filmverlag der Autoren über die Verleihrechte, der auch vor Gericht ausgetragen wurde, kam der Film schließlich 1985 in die deutschen Kinos. Er war neben Der Himmel über Berlin (1987) einer von Wenders kommerziell erfolgreichsten Filmen.

1989 begann Wenders mit den Dreharbeiten zu seinem ambitionierten Science-Fiction-Projekt Bis ans Ende der Welt. Der Film war bereits seit 1977 in Planung und wurde nach anderthalbjährigen Dreharbeiten 1991 fertiggestellt. Die ursprüngliche 280-minütige Fassung wurde für den Kinostart gekürzt auf 180 Minuten bzw. 158 Minuten in den USA und erhielt nur mittelmäßige Kritiken.

Auch mit seinen nachfolgenden Filmen, In weiter Ferne so Nah! (1993), Lisbon Story (1994), Am Ende der Gewalt (1997) und The Million Dollar Hotel (2000) konnte er nur teilweise an seine früheren Erfolge anknüpfen. Größere Beachtung fanden hingegen seine Musiker-Dokumentationen, zum Beispiel Willie Nelson at the Teatro (1998), Buena Vista Social Club (1999) und Viel passiert - Der BAP-Film (2002).

Ein weiterer Musiker, Campino von den Toten Hosen, wird die Hauptrolle in seinem neuen Film Palermo Story spielen. [1]

Seit 2003 lehrt Wim Wenders an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.[2] 2006 wurde Wim Wenders als erster Filmschaffender überhaupt Träger des Ordens Pour le Mérite.

Wenders ist in sechster Ehe mit der Fotografin Donata Schmidt verheiratet, die seinen Familiennamen angenommen hat. Zuvor war der deutsche Regisseur mit den Schauspielerinnen Edda Köchl (1968-1974), Lisa Kreuzer (1974-1978), Ronee Blakley (1979-1981), Isabelle Weingarten (1981-1982) und Solveig Dommartin (?-1993) verheiratet.

Quellen

  1. „"Palermo Story"- Wim Wenders dreht mit Campino“, RP-Online, 24. Juni 2007
  2. Volker Behrens: „Fatih Akin wird Professor“, Hamburger Abendblatt, 11. Oktober 2005

Filme (Auszug)

  • 1967: Schauplätze
  • 1968: Same player shoots again
  • 1969: Silver City
  • 1969: Alabama: 2000 Light years from home
  • 1969: Drei amerikanische LPs (TV, mit Peter Handke)
  • 1970: Polizeifilm (TV)
  • 1970: Summer in the City
  • 1972: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter
  • 1972: Der scharlachrote Buchstabe
  • 1974: Alice in den Städten
  • 1974: Aus der Familie der Panzerechsen, (aus der Fernsehserie Ein Haus für uns)
  • 1975: Falsche Bewegung
  • 1976: Im Lauf der Zeit
  • 1977: Der amerikanische Freund
  • 1980: Nick's Film – Lightning Over Water
  • 1982: Hammett
  • 1982: Der Stand der Dinge
  • 1982: Reverse Angle
  • 1982: Chambre 666

Auszeichnungen

Ehrungen

Filmpreise

Für Falsche Bewegung:

Für Im Lauf der Zeit:

Für Der amerikanische Freund:

Für Nick's Film – Lightning Over Water:

  • Filmband in Silber (Produktion) 1981

Für Der Stand der Dinge:

Für Paris, Texas:

Für Der Himmel über Berlin:

Für In weiter Ferne, so nah:

Für Am Ende der Gewalt:

  • Filmband in Gold (Regie) 1998

Für Buena Vista Social Club:

The Million Dollar Hotel:

Literatur (Auswahl)

von Wenders
  • Töteberg, Michael (Hrsg.): Die Logik der Bilder. Essays und Gespräche, Verlag der Autoren 1988, 152 S., ISBN 3-88661-094-2
  • Bilder von der Oberfläche der Erde, Schirmer Mosel 2001, 136 S., 24 Panoramen, 32 farb. Tafeln, Gebunden, ISBN 3-8296-0029-1
  • Wenders, Wim: Written in the West. Photographien aus dem amerikanischen Westen, Schirmer Mosel 1987, 100 S., 62 farb. Tafeln ISBN 3-88814-800-6
  • Handke, Peter und Wenders, Wim: Der Himmel über Berlin. Ein Filmbuch, Frankfurt a.M., Suhrkamp, 10. Auflage, 2005, 172 S., ISBN 3-518-02406-X
über Wenders
  • Fleig, Horst: Wim Wenders. Hermetische Filmsprache und Fortschreiben antiker Mythologie, transcript 2005, 310 S., zahlr. Abb., ISBN 3-89942-385-2
  • Buchka, Peter: Augen kann man nicht kaufen. Wim Wenders und seine Filme, Hanser 1983, 140 S., 185 Abb., ISBN 3-446-13104-3

Weblinks

Bio- und Filmographien
Interviews
Artikel


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