Wladyslaw IV., als Wladyslaw I., König von Polen, er setzte 1304 seine Herrschaft in Polen endgültig durch (Historisch nicht gesichertes Porträt des 19. Jahrhunderts von Jan Matejko, um 1890)
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Wladyslaw I. Ellenlang, eigentlich Władysław I Łokietek, lat. Ladislaus (* 1260; † 2. März 1333 in Krakau) war Herzog von Polen (als solcher der IV.) aus der Dynastie der Piasten. Vor seiner Krönung zum polnischen König, 1320, stand Herzog Wladyslaw mit anderen männlichen Vertretern der Piastenlinie und dem böhmischen Königshaus der Přemysliden beim Vereinigen des Königreichs Polen in Konkurrenz.
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Seit 1267 stand der minderjährige Wladyslaw unter der Vormundschaft seiner Mutter, dann der älteren Brüder Leszek und Siemomysl. Bei seiner Volljährigkeit, 1275, erhielt Wladyslaw Südkujawien mit Brześć Kujawski als Teilherzogtum. 1288 erbte Wladyslaw nach dem Tod des Halbbruders Leszek des Schwarzen, der seit 1279 die Seniorherzogswürde trug, das Land von Sieradz und nahm am Krieg um Kleinpolen gegen Heinrich IV., Herzog von Schlesien-Breslau, auf der Seite Boleslaws, des Herzogs von Masowien-Płock teil. 1289 besetzte Wladyslaw vorübergehend Krakau, musste in Kleinpolen schließlich Heinrich IV. weichen, behielt aber das Land von Sandomir. Nach dem Tod Heinrichs IV., 1290, begann der Kampf um Krakau erneut. König Wenzel von Böhmen besetzte 1291 Kleinpolen, verdrängte 1292 Wladyslaw aus Sandomir und zwang ihn zur Lehnshuldigung. Als 1294 Kasimir II., Herzog von Łęczyca, starb, erbte Wladyslaw sein Herzogtum. Die Ermordung Königs Przemyslaw von Polen, den Herrn über die Herzogtümer Großpolen und Pommerellen, Anfang 1296, verursachte Kämpfe um die Nachfolge in Polen. Wladyslaw wurde zwar zum Herzog und Nachfolger dieser Gebiete gewählt, verlor aber im Abkommen von Krzywin vom 10. März 1296 ein Teil Großpolens an der Netze mit den Hauptburgen Santok, Drezdenko und Wałcz an die Mark Brandenburg, während die südwestlichen Gebiete Großpolens zwischen Międzyrzecz und Gostyń an Heinrich von Glogau fielen. 1297 verzichtete Wladyslaw auf seine Ansprüche auf Krakau und huldigte 1299 in Kłęka erneut König Wenzel II., der ihn nach seiner Krönung zum polnischen König, 1300, aufgrund der ständigen Vertragsbrüche ganz aus Polen vertrieb.
1304 kehrte Wladyslaw mit Hilfe des ungarischen Magnaten Aba zurück in die Heimat. Mit dem Tod Wenzels II. 1305 und der Ermordung seines Sohns Wenzel III. 1306, war das Königsgeschlecht der Přemysliden im erbberechtigten Mannesstamm erloschen. Der Tod beider böhmischer Herrscher erleichterte nun die Durchsetzung Wladyslaws Herrschaft in Kleinpolen, im Land von Sieradz und Łęczyca, sowie Kujawien und Pommerellen, während man in Großpolen Heinrich von Glogau herbeirief. Wladyslaw konnte 1308 Pommerellen nicht vor einem brandenburgischen Angriff schützen und bat den Deutschen Orden um Hilfe, der Danzig und 1309 das ganze Land besetzte. Dies verursachte langwierige Auseinandersetzungen zwischen Polen und dem Ritterorden, die das deutsch-polnische Verhältnis für fast zwei Jahrhunderte in dieser Region belasteten. Im Winter 1311 führten Interessenunterschiede zwischen Krakau sowie einigen anderen kleinpolnischen Städten und dem Adel zum sog. Aufstand des Vogtes Albert. Seine Niederlage verhinderte langfristig die Realisierung der politischen Ansprüche des Bürgertums in Polen. 1314 rebellierte der großpolnische Adel gegen die Herrschaft der Herzöge von Glogau und rief Wladyslaw zur Hilfe, der diese Provinz seinem Reich angliederte. Im Jahr 1315 schloss Polen mit den slawischen Herrschern von Mecklenburg und Pommern, sowie den skandinavischen Mächten Dänemark und Schweden, ein gegen die Mark Brandenburg gerichtetes Bündnis. Es brach ein Krieg aus, der allerdings ohne Erfolg für Wladyslaw endete und in der brandenburgischen Neumark nur ein verwüstetes Gebiet hinterließ. In der nun eingeleiteten Wiedervereinigung Polens errang der Adel eine dominierende Stellung. Obwohl Johann von Luxemburg, der neue König von Böhmen, Ansprüche auf den polnischen Thron erhob, erlangte Wladyslaw die Zustimmung Papsts Johannes XXII. in Avignon zu seiner Krönung am 20. Januar 1320 in Krakau. 1321 verurteilte ein Kurialgericht in Inowrocław und Brześć Kujawski den Deutschen Orden zur Herausgabe Pommerellens und zur Zahlung einer Entschädigung; der Urteilsspruch blieb jedoch wirkungslos.
Die polnisch-ungarische Allianz wurde 1320 durch die Heirat Elisabeths, einer Tochter Wladyslaws, mit Karl Robert von Anjou bekräftigt. 1323 setzten polnisch-ungarische Hilfstruppen den Sohn des Piasten Trojden, Herzog von Masowien-Czersk, Boleslaw-Trojdenowicz (als Fürst der westlichen Rus, Georg bzw. Jurij II. genannt), auf den Thron von Halitsch-Wolhynien, der über seine Mutter Maria, Prinzessin und Erbin von Galizien-Lemberg, aus dem Haus Roman abstammte. 1325 führte der Bündnisvertrag mit Gedimin, Großfürst von Litauen, zur Heirat von dessen Tochter Aldona-Anna mit dem polnischen Thronfolger Kasimir III.. 1326 verwüstete Wladyslaw mit litauischer Unterstützung, die Neumark. Im Winter 1327 zog König Johann von Böhmen gegen Krakau. Zwar kehrte er unter ungarischem Druck zurück, doch huldigten ihm viele Piasten-Herzöge Schlesiens, und bis 1329 erkannten fast alle Herzöge die böhmische Lehnshoheit über Schlesien an. Im Sommer 1327 brachen offene Kämpfe Wladyslaws mit dem Deutschen Orden aus, der mit König Johann verbündet war. Die gegnerischen Truppen besetzten das Land von Dobrin, währenddessen sah sich Herzog Wenzel von Masowien-Płock gezwungen dem böhmischen Herrscher für sein Teilherzogtum 1329 zu huldigen (böhmische Lehnsabhängigkeit bis 1351). Bei neuen Kämpfen 1330 und 1331 verwüsteten Truppen des Deutschen Ordens Großpolen und besetzten trotz einer unentschiedenen Schlacht bei Plowce am 27. September 1331 im folgenden Jahr ganz Kujawien. Während des Waffenstillstands, der im Sommer 1332 auf Vermittlung des päpstlichen Legaten Peter von Alvernia für ein Jahr zustande kam, starb König Wladyslaw. Er hinterließ seinem Sohn nur zwei alte Herrschaftsregionen der Piasten, Großpolen mit der Hauptburg Posen und Kleinpolen mit der Hauptstadt Krakau, sowie einige mittelpolnische Länder um Sieradz und Łęczyca.
Der Machtbereich Wladyslaws unterlag in seinem Kampf um die politische Selbstbehauptung gegen konkurrierende Zweige der Piastendynastie, das böhmische Königshaus, sowie den Deutschen Orden einem stetigen Wandel. Es war eine Zeit in der sich die neuen Grenzen des erneuerten polnischen Königreichs herausbildeten.
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