Wladyslaw IV. Wasa

König Władysław IV. (Gemälde von Jan Matejko)
König Władysław IV. (Gemälde von Jan Matejko)

Wladyslaw IV. Wasa, polnisch Władysław IV. Waza (* 9. Juni 1595; † 20. Mai 1648); war von 1632–1648 König von Polen und Großfürst von Litauen. Er war von 1610–1613 designierter Zar des russischen Moskowiens. Ab 1613 war die Position des Russischen Zaren allerdings durch die Thronbesteigung von Michael Romanow wieder besetzt. Władysław gehörte der Dynastie der Wasa an.

Wladyslaw IV. war Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies.

Er war der Sohn von König Sigismund III. Wasa und Erzherzogin Anna von Österreich-Steiermark. Er war ein Befürworter der kriegerischen Auseinandersetzungen, wobei er sich von dem pazifistisch eingestellten Adel entfernte. Er hielt bewaffneten Anspruch auf die schwedische Krone sowie zu der ihm im Jahre 1610 angebotenen Zarenkrone.

Inhaltsverzeichnis

Anspruch auf die Zarenkrone

Władysław stieß im Herbst 1617, während des Polnisch–Russischen Krieges von 1609–1618, auf die russische Hauptstadt Moskau vor, wobei er von Verbänden der Saporoger Kosaken unterstützt wurde. Da Russland eine erneute Belagerung von Moskau vermeiden wollte, wurde nach harten Verhandlungen 1618 der Vertrag von Deulino geschlossen, der für 14 ½ Jahre Frieden und die de facto Anerkennung der Regentschaft von Michael I. Romanow brachte.

Unmittelbar nach Ablauf dieser Frist, sein Vater starb 1632, wurde Władysław zum König gewählt und kämpfte sich in innerhalb von zwei Jahren, während des Russisch-Polnischen Krieges 1632–1634 um Smolensk, in eine überlegene Position, aus der es ihm 1634 gelang, den Ewigen Frieden von Polanów mit Moskau zu unterzeichnen und Smolensk überlassen zu bekommen. Am Abend vor der Unterzeichnung, wurde von russischen Gesandten ein Geheimartikel unterschrieben, der Moskau angeblich zur Zahlung von 20.000 Rubel an Polen für die Abtretung der Stadt Serpejsk verpflichtete. In Wirklichkeit ging es hierbei aber um den Verzicht des Zarentitels durch Władysław.

Wladyslaw IV. Wasa (Stich nach Peter Paul Rubens, 1630)
Wladyslaw IV. Wasa (Stich nach Peter Paul Rubens, 1630)

Anspruch auf die schwedische Krone

Die Ansprüche Władysławs, der ja Erbkönig (arvkonung) von Schweden war, auf den schwedischen Thron waren oft Gründe für Streitigkeiten und Kriege zwischen Polen und Schweden, was Polen enorme wirtschaftliche Verluste einbrachte, vor allem als die Schweden, während des schwedisch-polnischen Krieges (1600–1629), zwischenzeitlich ein paar Küstenstädte übernahmen. Um die Macht am Baltikum zu festigen, baute er eine Flotte. Geplant hatte der König auch einen großen Krieg gegen das Osmanische Reich, was allerdings auf entschiedenen Widerstand des Adels traf.

Kosakenaufstand und Tod

Während der Herrschaft von Władysław verschlechterte sich die Lage in der Ukraine. Die Magnaten häuften dort ihr Vermögen und unterdrückten das Kosakenvolk. Ab und zu kam es zu Aufständen der Kosaken, die sehr hart bekämpft wurden. Die wachsende Unzufriedenheit führte im Jahre 1648 zum großen Kosaken- und Bauernaufstand unter der Führung von Bohdan Chmielnicki an der Spitze, der der polnischen Ritterschaft viele Verluste zufügte. Ein paar Tage nach dem Aufstand starb König Władysław.

Familie

In der ersten Ehe war er mit seiner Cousine (2. Grades) Erzherzogin Cäcilia Renata, Tochter von Kaiser Ferdinand II verheiratet. Es war eine sehr unglückliche Ehe: Zwei Kinder starben im Kindesalter. Unmittelbar nach der dritten Geburt, einer Totgeburt, starb auch Cäcilia.

Im politischen Leben Königs Władysław spielte seine zweite Frau eine große Rolle, die Königin Marie Luise von Nevers-Gonzaga, die für das gute Verhältnis mit Frankreich sorgte und sich für die Wahl vivente rege (die Wahl des Nachfolgers zu Lebzeiten des Herrschers) einsetzte. Sie heiratete nach seinen Tod seinen Bruder Johann II. Kasimir.

Siehe auch

Weblinks

Vorgänger Amt Nachfolger
Wassili IV. Designierter Russischer Zar
1610–1613
Michael I.
Sigismund III. König von Polen
1632–1648
Johann II.
Sigismund III. Großfürst von Litauen
1632–1648
Quelle:
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