Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz, Thüringen; † 2. Juni 2007 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.
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Nachdem sein Vater im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad gefallen war, wuchs Hilbig bei seinem Großvater, einem Bergmann, auf. Nach einer Lehre als Bohrwerkdreher und dem Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee arbeitete er unter anderem als Werkzeugmacher, Monteur, Hilfsschlosser und Heizer.
Hilbigs erste Versuche als Schriftsteller – seine bevorzugte Gattung war zu dieser Zeit die Lyrik – blieben in der DDR ungedruckt. In der Bundesrepublik wurde man durch einige seiner Gedichte in der Anthologie Hilferufe von drüben (1978) auf ihn aufmerksam. Sein erster Lyrikband Abwesenheit (1979) erschien im S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main, was Hilbig einige Wochen Untersuchungshaft und eine Geldstrafe wegen „Devisenvergehens“ einbrachte.[1] Ende der 1970er Jahre gab Hilbig seine Tätigkeit als Heizer auf und arbeitete nur noch als Schriftsteller. Mit der Unterstützung Franz Fühmanns wurden 1980 erstmals einige seiner Gedichte in einer DDR-Zeitschrift gedruckt.[2] Sein Prosaband Unterm Neomond (1982) wurde bei S. Fischer veröffentlicht. Die Lyrik- und Prosasammlung Stimme Stimme erschien 1983 bei Reclam in Leipzig, wenn auch mit sichtbaren Eingriffen der Zensur ("das meer in sachsen").
1985 erhielt Hilbig ein Visum für die Bundesrepublik, das bis 1990 gültig war. Während dieser Zeit publizierte er nicht nur weitere Erzählungen und Gedichte, sondern auch sein Romandebüt Eine Übertragung (1989), das von der Literaturkritik mehrheitlich gelobt wurde. Thema seiner Arbeiten blieb, auch über die Wende hinaus, die Doppelexistenz als Arbeiter und Schriftsteller in der DDR sowie die Suche nach Individualität. Im Mittelpunkt von „Ich“ (1993), seinem zweiten Roman, der ebenfalls günstige Aufnahme im Literaturbetrieb fand, steht ein erfolgloser Lyriker, der für die Staatssicherheit der DDR arbeitet. Auch seine Erzählbände Die Arbeit an den Öfen (1994) und Die Kunde von den Bäumen (1996) drehen sich um Leben und Arbeiten in seiner Heimat in Mitteldeutschland. Hilbigs dritter Roman Das Provisorium (2000), auch dieser wohlwollend kritisiert, weist deutlich autobiografische Züge auf.[3]
Er war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Sächsischen Akademie der Künste[4] und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste[5].
2002 erhielt Hilbig mit dem Georg-Büchner-Preis den renommiertesten Literaturpreis für deutschsprachige Autoren.[6]
Hilbig lebte seit Anfang der Neunzigerjahre in Berlin; er hatte eine Tochter. 2007 erlag er einem Krebsleiden.[7]
Die Bücher erschienen, sofern nicht anders angegeben, im S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main.