Wolfgang Nordwig

Wolfgang Nordwig (* 27. August 1943 in Chemnitz-Siegmar, Sachsen) ist Olympiasieger und ehemaliger Weltrekordhalter im Stabhochsprung und lebt heute in Berlin.

Wolfgang Nordwig war einer der erfolgreichsten Leichtathleten des SC Motor Jena. Als Nachfolger des achtmaligen DDR-Meisters Manfred Preußger vom SC DHfK Leipzig holte er von 1965 bis 1972 acht Mal den DDR-Meistertitel im Stabhochsprung nach Jena. Außerdem gewann er die Europameisterschaft im Stabhochsprung 1966, 1969 und 1971.

Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt war er Mitglied der erstmals selbständig auftretenden DDR-Olympiamannschaft. Das spannende Stabhochsprung-Finale beendeten die drei Medaillen-Gewinner mit der gleichen übersprungenen Höhe von 5,40 m: Gold ging an Bob Seagren (USA), Silber an Claus Schiprowski (BRD) und Bronze an Wolfgang Nordwig.

Am 17. Juni 1970 übersprang er in Berlin die Weltrekordhöhe von 5,45 m und löste damit John Pennel (USA) als Weltrekordhalter ab. Im gleichen Jahr am 3. September verbesserte er seinen eigenen Weltrekord bei der Studenten-Weltmeisterschaft in Turin auf 5,46 m.

Den größten sportlichen Erfolg feierte Wolfgang Nordwig bei der olympischen Sommerspielen 1972 in München, wo er mit 5,50 m seine persönliche Bestleistung erzielte und vor Bob Seagren die Goldmedaille gewann. Seagren hatte bereits längere Zeit vor den Spielen mit in den USA neu entwickelten Kohlefaserstäben trainiert und war mit einem dieser Stäbe Weltrekord gesprungen. Da Nordwig und anderen Springern diese Stäbe jedenfalls nicht ausreichend lange Zeit vor den Spielen zur Verfügung standen, wurde deren Verwendung verboten. Als Olympiasieger wurde Wolfgang Nordwig 1972 zum DDR-Sportler des Jahres gewählt und beendete im gleichen Jahr seine fünfzehnjährige Stabhochspringer-Laufbahn.

Wolfgang Nordwig hatte bei einer Größe von 1,84 m ein Wettkampfgewicht von 72 kg.

Mit mehreren Studienabschlüssen als Ingenieur, Diplomphysiker und promovierter Ökonom arbeitete er im Kombinat VEB Carl Zeiss Jena und wurde Direktor im Bereich Forschung und Entwicklung. Anfang der 90er Jahre verließ er Thüringen und wurde Geschäftsführer einer Reiseverkehrsfirma in Berlin.

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