Wulsdorf

Wulsdorf ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Süd der Stadtgemeinde Bremerhaven im deutschen Bundesland Freie Hansestadt Bremen. Die Einwohnerzahl beträgt 11.168 (2005)[1] und die Bevölkerungsdichte 1984 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Telefonvorwahl lautet 0471.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Stadtteil hat eine Gesamtfläche von 5,63 km² und besteht aus den Ortsteilen Dreibergen im Norden (1,5 km²) und Jedutenberg im Süden (4,13 km²). Im Süden grenzt Wulsdorf an die Gemeinde Loxstedt. Ansonsten ist Wulsdorf von Bremerhavener Stadtteilen umgeben: Im Westen befindet sich der Fischereihafen, im Osten Surheide und im Norden Geestemünde.

Wulsdorf liegt zudem am kleinen Fluss Rohr. Im Westen befindet sich die Weser und im Südwesten die alte Lune. Die beiden letztgenannten Flüsse waren früher die Gemeindegrenze des Ortes.

Geschichte

Der Ort wurde ursprünglich als Haufendorf angelegt und lässt sich 1139 erstmals urkundlich nachweisen. Zum historischen Kirchspiel gehörte damals auch Welle, das im Amt Stotel lag und heute ein Ortsteil von Lanhausen ist. Das damalige Dorf gehörte um 1500 zum Vieland, einem Gerichtsbezirk und späteren Amt, dem auch Bramel, Geestendorf und Schiffdorf angehörten und an den heute noch der Vieländer Weg erinnert. Unterschiedliche Reformen führten zu anderen Zugehörigkeiten. So gehörte Wulsdorf ab 1779 dem Amt Stotel-Vieland an. Während der Franzosenzeit bildete Wulsdorf dagegen für drei Jahre eine Kommune nach französischen Recht im damaligen Kanton Bremerlehe. Diese Gemeinde umfasste neben Wulsdorf auch Geestendorf, Schiffdorf und Bramel, bis nach dem Sieg über Napoleon schließlich wieder das Amt Stotel-Vieland hergestellt wurde. Von 1831 bis 1885 gehörte Wulsdorf dann zum Amt Lehe, bis der Ort 1885 in den neugebildeten Kreis Geestemünde eingegliedert wurde. 1840 bekam Wulsdorf den Status einer Landgemeinde, aus deren Gebiet 1876 die gleichnamige Gemarkung gebildet wurde. Durch den Flächenbedarf der nördlichen Nachbarstadt wurde Wulsdorf mit seinen damals 4.830 Einwohnern im Jahr 1920 aus dem Kreis ausgegliedert und in die kreisfreie Stadt Geestemünde eingemeindet und war somit später auch Stadtteil von Wesermünde beziehungsweise Bremerhaven.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wulsdorf wird durch unterschiedliche Verkehrsmittel erschlossen. Der Stadtteil verfügt über einen eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven und an der Strecke in Richtung Bremervörde und Hamburg. Bis 1964 gab es zudem die Niederweserbahn, die Reisen in die südwestliche Umgebung ermöglichte. 1960 wurde der Stadtteil auch noch durch eine Straßenbahn erschlossen.[2] Heute verbindet die Verkehrsgesellschaft BremerhavenBus den Stadtteil mit der Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen. Regionalbusse ergänzen das Angebot in Richtung Sandstedt, Dedesdorf, Hagen und Beverstedt. Die öffentlichen Verkehrsmittel lassen sich mit den Einheitstarifen des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen nutzen. Der Individualverkehr wird insbesondere durch die Verkehrsadern der Weserstraße (Bundesstraße 6) und Lindenallee ermöglicht. Letztere war früher die Bundesstraße 71, die jedoch durch eine neue Trasse im Süden der Stadt ersetzt wurde und teilweise gesperrt wurde. Dies führte vor Ort zu zahlreichen Protesten, da die Autobahnanschlussstelle Bremerhaven-Wulsdorf der Bundesautobahn 27 nur noch über einen Umweg erreichbar ist und durch den Wegfall von Kunden aus dem südöstlichen Landkreis wirtschaftliche Einbußen befürchtet werden. Eine weitere Anschlussstelle (Bremerhaven-Süd) befindet sich nördlich von Nesse. Darüber hinaus ermöglicht der nahegelegene Flugplatz Luneort Flüge.

Literatur

Männer vom Morgenstern (Herausgeber): Flurnamensammlung Wesermünde - Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e.V. Bremerhaven 1995. ISBN 3-931771-27-X

Quellen

  1. Statistisches Landesamt Bremen: Bevölkerungsstand und Bevölkerungsbewegung, Stadtteil Wulsdorf
  2. Bremerhavens Streckennetze 1881 bis heute

Quelle:
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