Zar (v. serb. und bulg. цар oder russ. царь anhören ?/i; aus lat. Caesar) war der Herrschertitel verschiedener slawischer Völker. Er ist den meisten besonders durch den Machthaber der neuzeitlichen Monarchie Russlands bekannt, galt aber schon vor dem Mittelalter, so z. B. in Bulgarien und Serbien. Die Bezeichnung entwickelte sich, wie das gotische kaisar (4. Jahrhundert n. Chr.) und die deutsche Bezeichnung "Kaiser", aus dem etablierten Herrschertitel Roms, letztlich zurückzuführen auf den berühmten römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar.
Das weibliche Pendant des Zars bezeichnet man deutsch als Zarin ("Kaiserin", bulgarisch, serbisch russisch Zariza = царица).
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In Bulgarien wurde der Titel seit dem Jahr 864 vom Herrscher Boris I. Michail verwendet. Dieses slawische Derivat distanzierte sich bewusst vom lateinischen Ursprung wegen der Rivalität mit Byzanz, soll aber dennoch imperiale Ambitionen des Titelträgers andeuten. So nahm Simeon I. 917 den Titel „Zar der Bulgaren und Griechen“ an.
In Russland wurde der Titel von 1546 bis 1917 verwendet. Der offizielle Titel des russischen Monarchen war Zar und Selbstherrscher aller Russen. Erstmalig nutzte Iwan III. 1478 ungekrönt diesen Titel. 1721 – der Beginn des Russischen Reiches – übernahm Peter I. den Titel Kaiser (Imperator), gleichbedeutend mit dem Titel Zar. Die russischen Herrscher trugen vorher den Titel Großfürst (russ. Weliki Knjas). Dieser Titel wurde in neuerer Zeit für alle nicht regierenden Mitglieder der Zarenfamilie (außer dem Zaren und/oder der Zarin) genutzt, wobei der/die jeweilige Thronfolger/in seit 1797 als Zarewitsch bzw. Zarewna von den übrigen Großfürsten abgehoben wurde. Seit der dynastischen Hausordnungsreform des Zaren Alexander III. (1881–1894) durften nur noch jüngere Zarensöhne und deren jeweilige eigene Kinder den Titel eines "Großfürsten" oder einer "Großfürstin" tragen, entferntere Verwandte wurden zu "Fürsten" bzw. "Fürstinnen" herabgestuft.
1917 wurde mit der Februarrevolution die Herrschaft der russischen Zaren gewaltsam beendet, 1918 folgte die Ermordung der Zarenfamilie durch Erschießen.
In Serbien krönte sich 1346 Stefan Uroš IV. Dušan in der damaligen Hauptstadt des serbischen Reiches Skopje zum Kaiser der Serben und Griechen. Am 27. Juni 1389 gregorianischer Zeitrechnung, also am Tag vor der Schlacht auf dem Amselfeld, wurde der Fürst Lazar Hrebeljanovic vom serbischen Patriarchen zum Zar aller Serben gekrönt. Im 16. Jahrhundert regierte Zar Jovan Nenad im heutigen Nordserbien und auch in Südungarn.