Ziębice

Ziębice
Ziębice auf der Karte von Polen
Ziębice
Ziębice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Ząbkowice Śląskie
Fläche: 15,07 km²
Geographische Lage: 50° 37' N, 17° 03' O
Höhe: 208 m n.p.m
Einwohner: 9.201 (31. Dez. 2006)
Postleitzahl: 57-220
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DZA
Wirtschaft & Verkehr
Schienenweg: BreslauKłodzko
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 30 Ortschaften
Fläche: 222,24 km²
Einwohner: 18.162 (31. Dez. 2006)
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Antoni Herbowski
Adresse: ul. Przemysłowa 10
57-220 Ziębice
Webpräsenz: www.ziebice.pl

Ziębice [ʑɛm'bʲiʦɛ] (deutsch Münsterberg in Schlesien) ist eine Stadt mit etwa 9.200 Einwohnern in Polen. Sie liegt etwa 60 km südlich von Breslau an der Ohle und gehört dem Powiat Ząbkowicki der Woiwodschaft Niederschlesien an. Die Stadt war 1321-1530 Residenzort der Herzöge von Münsterberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das spätere Münsterberg wurde erstmals 1234 unter der slawischen Bezeichnung Sambice erwähnt. Es wird vermutet, dass es 1241 wie das nahe Kloster Heinrichau von den Mongolen zerstört wurde. Die erste Urkunde unter der Bezeichnung Munsterberck datiert vom 1. Februar 1253 und weist den Ort nach deutschem Recht aus. 1268 besaß die Stadt eine Münzstätte. Für 1276 ist ein Hospiz der Kreuzherren mit dem Roten Stern belegt, für 1307 ein Minoritenkloster mit einer Klosterkirche zum Heiligen Kreuz. Bolko I. von Jauer-Löwenberg († 1301) erbaute im Norden der Stadt eine Burg, auf der dessen Sohn Bolko II. ab 1321 residierte und die Linie der Herzöge von Münsterberg begründete. Ab diesem Zeitpunkt bis Ende des 18. Jahrhunderts sind die Herrschaftsverhältnisse der Stadt Münsterberg identisch mit der Geschichte des Herzogtums.

1322 erhielt Münsterberg von Bolko II. das Recht der freien Ratswahl und 1335 die niedere Gerichtsbarkeit. Die Stadt, deren Fläche 1336 fünfunddreißig Hektar betrug, war von Stadtmauern umgeben, durch die fünf Tore nach außen führten. In diesem Jahr führte die Belagerung durch den Markgrafen von Mähren, den späteren Kaiser Karl IV., zur Anerkennung der böhmischen Lehnshoheit. 1344 erhielt Münsterberg ein Obergericht, vier Jahre später auch die Gerichtsbarkeit über die Juden. Während der Hussitenkriege, in denen der letzte Münsterberger Herzog Johann aus dem Geschlecht der Piasten bei Altwilmsdorf getötet wurde, zerstörten die Hussiten 1429 Stadt und Burg.

1454 gelangte Münsterberg in den Besitz des böhmischen Königs Georg von Podiebrad. Dessen Söhne bekannten sich zum katholischen Glauben. Georgs Enkel Karl I. von Münsterberg verlegte die Residenz 1530 nach Frankenstein. Seine vier Söhne unterstützten die Ziele der Reformation. Wegen der großen Schuldenlast, die sie von Karl übernehmen mussten, verpfändeten sie 1542 das Herzogtum. Auch während des Dreißigjährigen Krieges erlitt Münsterberg große Schäden.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Münsterberg wie fast ganz Schlesien 1742 an Preußen. Das Herzogtum wurde in eine Standesherrschaft umgewandelt, die 1791 vom preußischen König Wilhelm II. erworben wurde. Nach dem Übergang an Preußen wurde Münsterberg zur Heimstadt für viele evangelische Böhmen, die ihre Heimat verlassen mussten. Von 1742-1885 war Münsterberg Garnisonstadt, von 1816 bis 1932 Kreisstadt. 1872 erhielt die Stadt Eisenbahnanschluss.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Münsterberg 1945 zusammen mit Schlesien an Polen und erhielt die Ortsbezeichnung Ziębice. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen polnischen Siedler waren ihrerseits zum großen Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Stadtpfarrkirche St. Georg (Münster auf dem Berge) stammt aus der Zeit um 1265-1275. Im 15. Jahrhundert wurde sie um den Chor und um zwei Kapellen erweitert, Anfang des 18. Jahrhunderts umgebaut und 1898-1900 regotisiert. Die steinerne Kanzel stiftete 1595 Herzog Joachim von Münsterberg-Oels. Das Epitaph für dessen Vater Karl I. von Münsterberg mit Darstellung Christus am Ölberg ist von 1542.
  • Die Kirche St. Peter und Paul wird auch als Kreuzkirche bezeichnet. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Kreuzherren mit dem Roten Stern errichtet. Der Hauptaltar mit geschnitzer Kreuzigung und den Figuren der Patrone stammt aus dem 18. u. 19. Jahrhundert.
  • Das heutige Rathaus wurde 1888-1891 errichtet. Der Rathausturm stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Von der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert sind Mauerteile und der Patschkauer Torturm erhalten.

Gemeinde

Zur Stadt- und Landgemeinde Ziębice gehören die Ortschaften Biernacice, Bożnowice, Brukalice, Czerńczyce, Dębowiec Głęboka, Henryków, Jasienica, Kalinowice Dolne, Kalinowice Górne, Krzelków, Lipa, Lubnów, Niedźwiednik, Niedźwiedź, Nowina, Nowy Dwór, Osina Mała, Osina Wielka, Pomianów Dolny, Raczyce, Rososznica, Skalice, Służejów, Starczówek, Wadachowice, Wigańcice, Witostowice sowie die Stadt Ziębice.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks


Quelle:
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