Der Zorn ist ein elementarer Zustand starker emotionaler Erregung mit unterschiedlich aggressiver Tendenz, der zum Teil mit vegetativen Begleiterscheinungen verknüpft ist.
Sein Gegensatz ist die Sanftmut.
Einerseits tritt er als heftiger Ärger, wutartiger Affekt als Jähzorn oder Zornesausbruch auf, der zu unkontrollierten Handlungen oder Worten führen kann. Der Zorn erscheint dann als Beherrscher des Menschen, der seinerseits seine Gefühlsregungen nicht mehr kontrolliert.
Andererseits tritt der Zorn als anhaltendes, gerecht erscheinendes Zürnen auf (auch: als "Groll"): Bauernzorn, Bürgerzorn, Volkszorn, Wählerzorn; Götterzorn, Zorn Gottes, heiliger Zorn (siehe auch: Ingrimm).
Zorn ist immer gegen eine bestimmte Person oder Gruppe gerichtet, während die Wut nach allen Seiten explodieren kann.
In der Ilias des Homer ist der manische, lang andauernde Zorn des Achill das Leitthema.
In der Kirchengeschichte zählt Zorn zu den "Sieben Todsünden". In der Kunstgeschichte kommt es zu entsprechenden allegorischen Darstellungen des Zorns.