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Zunftzeichen

Die mittelalterlichen Zünfte symbolisierten sich oft durch Wappen und Zunftzeichen.

Häufige Zeichen waren Werkzeuge des jeweiligen Berufes, aber auch Schutzsymbole wurden verwendet. Wie die Zusammensetzung der Zünfte (in denen z. T. verschiedene Berufe kombiniert waren) variierten auch die Zeichen je nach Region.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts beschreibt Bertha Pappenheim in einem Reisebericht aus Galizien die praktische Funktion von Zeichen auf Ladenschildern für eine nicht vollständig alphabetisierte Gesellschaft:

Charakteristisch für die durchschnittlich analphabetische Bevölkerung ist, daß die Firmenschilder nicht nur in hebräischer und polnischer Sprache Namen und Handel oder Handwerk verkünden, sondern daß, wie in der Kinderfibel, ein Anschauungsbild gleichzeitig die Verständigung mit übernimmt. Einige dieser Bilder wiederholen sich ganz typisch. So die Schere und ein verschlungenes Ellenmaß für die Männerschneider, ein wie eine Käferlarve aussehendes, fest gewickeltes Kind auf den Schildern der Hebammen u. s. w.
(aus Zur Lage der jüdischen Bevölkerung in Galizien, Frankfurt 1904)

Zünfte und ihre Zeichen

Zwei aufrecht stehende Löwen halten gemeinsam eine Brezel und jeweils ein Schwert.
Die Schwerter sind durch die Brezel hindurch gekreuzt.
Über der Brezel ist eine Krone
  • Buchbinder Drei gekreuzte Werkzeuge über einer Buchpresse
  • Dachdecker: Zwei unterschiedliche Hämmer mit einem Zikel
  • Fischer: Zwei gekreuzte Fische
  • Fleischer,Metzger, Schlachter, Fleischhauer: Lamm mit Flagge
oder Stierkopf mit einem oder zwei Beil(en) darüber
  • Friseur: an einer Mauer hängendes Barbier(Rasier)becken. Aus der Babier-, Bader und Wundarztzunft
  • Gerber: Böcke, Strauch
  • Glaser: vier Gekreuzte Werkzeuge (unter anderen: Glasschneider)
  • Goldschmied:Drei Ringe und ein Pokal von einem Sechseck umgeben
  • Hufschmied: Hufeisen über einer gemauerten Esse
  • Kramer,Händler:Eine Waage haltende Hand
  • Kürschner: Ein Hermelinwappen zwischen zwei aufrechten Löwen
  • Maurer: Siegel mit mittigem leicht ausgestelltem Zirkel umgeben von Hammer und Schaufel in einem Zeichendreieck
  • Schlosser: 2 gekreuzte Schlüssel, manchmal mit einem Zahnrad
  • Schmiede: Hammer, Amboss
  • Schneider: Eine (offene) Schere, durch deren Grifflöcher ein Stoffband locker gezogen ist. Darunter ein Fingerhut.
  • Schreiner bzw. Tischler: Hobel, Winkel und Zirkel
  • Schröter: Schrotleiter, Fasshaken und Weinfass mit sog. Stütz
  • Weber: Drei Weberschiffchen im Dreieck angeordnet (Spitze nach unten)
  • Windmüller: Mühlstein davor Mehlsack mit Bockwindmühle
  • Zimmerer: Siegel mit Äxten, Säge und Zirkel

Weblinks

Commons
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