Zweiter Vicksburg-Feldzug

Der zweite Vicksburg-Feldzug (29. März bis 4 Juli 1863) [1] war eine militärische Operation während des Amerikanischen Bürgerkrieges auf dem westlichen Kriegsschauplatz, die beiderseits des Mississippi in den Bundesstaaten Mississippi, Arkansas und Louisiana stattfand. Ziel des Feldzuges war die Eroberung der Stadt Vicksburg, Mississippi, um dadurch den Mississippi militärisch und wirtschaftlich uneingeschränkt für die Union nutzen zu können. Der Tennessee-Armee unter Generalmajor Ulysses S. Grant gelang es nach einer Serie von Marschbewegungen, Gefechten und Schlachten die Stadt einzunehmen.

Der Zweite Vicksburg-Feldzug
Der Zweite Vicksburg-Feldzug

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Abraham Lincoln war davon überzeugt, dass die Festungsstadt Vicksburg der Schlüssel zum Sieg im amerikanischen Bürgerkrieg war. Vicksburg und Port Hudson, Louisiana waren die letzten Bollwerke der Konföderation, die die vollständige Kontrolle des Mississippi durch die Union verhinderten. Gegen Angriffe vom Fluss her war die Stadt nahezu unverwundbar, was Admiral Farragut bei den fehlgeschlagenen Operationen im Mai 1862 und Generalmajor Grant während des ersten Vicksburg-Feldzugs im Winter 1862/63 festgestellt hatte.

Obwohl Lincoln weiter sein Vertrauen in Grant setzte, erlaubte er dem Kriegsministerium Charles A. Dana, einen der stellvertretenden Kriegsminister, als Sonderbeauftragten zur Tennessee-Armee zu entsenden, um die vermeintliche Erfolglosigkeit Grants verbunden mit Vorwürfen der Alkoholabhängigkeit zu untersuchen.

Für die Konföderation war Vicksburg das Scharnier, mit dem die westlichen Teile der Konföderation mit dem Hauptgebiet verbunden waren. Der Verlust der Stadt bedeutete nicht nur den Wegfall der sicheren Verbindung mit dem Westen, sondern auch der Kontrolle des Verkehrs auf dem Mississippi und den Verlust großer Teile des Bundesstaates Mississippi.

Die Oberbefehlshaber und Kommandeure

Die Hauptakteure auf Seiten der Union waren Generalmajor Grant, Oberbefehlshaber der Tennessee-Armee und die Generalmajore Sherman, McClernand und McPherson als Kommandierende Generale.

Die Überprüfung der Tennessee-Armee verlief aus Sicht Lincolns und Grants außerordentlich zufrieden stellend. Der Sonderbeauftragte Dana lobte Grant in seinen Berichten als „keinen großen Mann außer seiner Moral“ und als „keinen originellen oder brillanten Menschen, aber ehrlichen, bedachtsamen und scharfsinnigen Mann, der mit einer nie schwankenden Zuversicht versehen ist“.[2]

Die Befehlshaber der Konföderation waren General Joseph E. Johnston, Befehlshaber West, Generalleutnant John C. Pemberton, Oberbefehlshaber der Mississippi-Armee und Brigadegeneral John Stevens Bowen als Divisionskommandeur Pembertons. Die Mississippi-Armee war eigens zur Verteidigung von Vicksburg am 7. Dezember 1862 aufgestellt worden. Brigadegeneral John Gregg führte eine verstärkte Brigade der Johnston direkt unterstellten Truppen während der Verteidigung von Jackson.

Gelände und Operationsplan

Vicksburg lag auf einem überhöhten Plateau an einer scharfen Biegung des Flusses und wurde das „Gibraltar des Mississippi“ genannt. Zehn Meilen nördlich Vicksburg am Yazoo befanden sich auf den Höhenrippen mit Artillerie verstärkte Befestigungen der Konföderierten. Südlich der Stadt setzte sich das Höhengelände bis zum Big Black und zum Bayou Pierre[3] fort. Das Gelände östlich des Big Black war leicht wellig – die höchsten Erhebungen waren die Hügel in der Gegend um Champion Hill – der Fluss selbst war bis zu 50 m breit mit eingeschnittenen Ufern. Er konnte nur an Übergangsstellen oder mit Booten überquert werden. Nach Westen folgten die bis zu 40 m über die Ebene hinausragenden Höhen, auf denen auch Vicksburg lag.

Das Gebiet westlich des Mississippi in Louisiana durchschnitten unzählige Flüsse und ehemalige Flussarme des Mississippi und nur wenige, schlechte Landstraßen. Das Wetter war Anfang April umgeschlagen, so dass der Wasserstand des Mississippi rasch fiel und alle Bemühungen um befahrbare Kanäle zunichte machte.

Die Tennessee-Armee sollte zunächst durch Louisiana nach Süden bis in Höhe der Mündung des Big Black marschieren. Gleichzeitig sollte das Mississippi-Geschwader bei Nacht an den Befestigungen Vicksburgs vorbeifahren und die Tennessee-Armee über den etwa eine Meile breiten Strom übersetzen. Die Hauptversorgungsbasis der Armee sollte auf dem rechten Ufer eingerichtet werden und von Kanonenbooten gesichert werden. Anschließend beabsichtigte Grant, die Hauptstadt Mississippis – Jackson – zu erobern und dadurch Vicksburg von nahezu allen Verbindungs- und Versorgungslinien abzuschneiden. Danach sollte die Tennessee-Armee, Vicksburg von Osten angreifend, einnehmen. Als das nicht gelang, belagerten Grants Truppen die Stadt bis zu deren Kapitulation am 4. Juli 1863. Der Marsch durch Louisiana und das Übersetzen über den Mississippi wurde durch Ablenkungsangriffe des XV. Korps nördlich Vicksburg und den Raid Oberst Griersons abgeschirmt. Dadurch sollte Pemberton gehindert werden, Truppen in den Süden zu verlegen.

Der Feldzug

Vorbereitung

Marsch durch Louisiana

Marsch durch Louisiana und Vorgehen bis Jackson, Mississippi
Marsch durch Louisiana und Vorgehen bis Jackson, Mississippi

Grant befahl Generalmajor McClernand am 29. März 1863, mit dem XIII. Korps nach New Carthage, Louisiana zu marschieren. Das XV. und XVII. Korps sollten folgen.[4] McClernand nahm Richmond, Louisiana – 12 Meilen von Millikens Bend entfernt – am 31. März. Während des weiteren Marsches mussten immer wieder Übergänge über Bayous geschlagen und die schlechten Straßen ausgebessert oder neu gebaut werden. Deshalb und wegen ständiger Feuerüberfälle konföderierter Kavallerieeinheiten dauerte der Marsch bis Mitte April.[5] Diese konföderierten Einheiten waren Teil der Division Brigadegeneral Bowens, deren Hauptteil bei Grand Gulf, Mississippi eingesetzt war. Am 17. April gab Pemberton Bowen die Genehmigung, alle Truppen vom westlichen Ufer abzuziehen.[6]

New Carthage erwies sich wegen Überflutungsgefahr als ungeeignet für die Einrichtung des Hauptversorgungsdepots der Armee. Als neuer Ort wurde Hard Times, Louisiana festgelegt – ungefähr 70 Meilen – entsprach drei Tagesmärschen – von Millikens Bend, Louisiana entfernt.

Durchbruch des Mississippi-Geschwaders

Durchbruch des Mississippi-Geschwaders
Durchbruch des Mississippi-Geschwaders

Admiral Porter befahl nach Absprache mit Generalmajor Grant der Mississippi-Flottille, am 16. April mit acht Kanonenbooten und drei Steamern, die zwölf Lastkähne in Schlepp hatten[7], und am 22. April mit drei Transportschiffen, die ausschließlich mit Freiwilligen der Armee bemannt waren, bei Nacht an den Befestigungen Vicksburgs vorbeizufahren. Die Steamer waren durch wassergetränkte Heu- und Baumwollballen und Tonnen gefüllt mit Rindfleisch „gepanzert“. Zusätzlich waren längsseits Kähne befestigt, um Treffer unter der Wasserlinie zu verhindern.[8] Bei beiden Aktionen ging jeweils ein Transportschiff verloren. Im weiteren Verlauf gelang es Kanonenbooten und Steamern immer wieder, bei Nacht trotz heftigen Abwehrfeuers an Vicksburg vorbei zu dampfen.

Mit dem ersten Transport wurden Versorgungsgüter zur Versorgung des XIII. Korps mississippiabwärts verschifft, der zweite diente zur Vergrößerung des Transportvolumens für die Invasion Mississippis. Die restlichen Übersetzmittel wurden über einen neu gegrabenen Kanal – Duckport-Kanal – und die verschiedenen Bayous bis nach New Carthage gebracht.

Griersons Raid

Grant hatte dem Kommandierenden General des XVI. Korps, Generalmajor Hurlbut, befohlen, zeitgleich mit dem Marsch der Tennessee-Armee nach Süden eine Ablenkungsoperation im Hinterland der Mississippi-Armee durchzuführen. Hurlbut beauftragte Oberst Grierson mit einer Brigade bestehend aus 1.700 Kavalleristen und einer Artilleriebatterie, die rückwärtigen Verbindungen der Mississippi-Armee von Tennessee aus nach Süden vorgehend, wo immer möglich zu unterbrechen und zu zerstören. Der Raid begann am 17. April in La Grange, Tennessee. Teile der Brigade schickte Grierson am 19. April mit Gefangenen und erbeuteten Versorgungsgüter nach La Grange zurück. Ein Regiment beauftragte er, die Konföderierten durch ein Ablenkungsmanöver an der Mobile & Ohio Eisenbahnlinie über die Absichten der Brigade zu täuschen. Mit den restlichen 1.000 Mann ritt er mehr als 600 Meilen durch das feindliche Hinterland, zerstörte Eisenbahnlinien und Depots und erreichte am 2. Mai Baton Rouge, Louisiana.[9]

General Pemberton verfügte nur über wenig Kavallerie, da Generalmajor Van Dorn im mittleren Tennessee gebunden war und Brigadegeneral Forrest den Raid Oberst Abel Streights in Alabama abwehren musste. Die unerwarteten Aktionen Griersons führten auf Seiten der Konföderierten zu unübersichtlichen Reaktionen, was daraus deutlich wird, dass der Armeeoberbefehlshaber einzelne Regimenter dirigierte. Pemberton versuchte mit allen Mitteln, die Bedrohung für seine Verbindungs- und Nachschublinien abzuwehren. Für den Schutz der für die Mississippi-Armee lebenswichtigen Vicksburg-Jackson Eisenbahnlinie setzte er insgesamt eine Infanteriedivision ein, die ihm bei der Abwehr Grants nach der Invasion Mississippis fehlte.[10]

Übergangsversuch bei Grand Gulf

Grant befahl den Übergang bei Grand Gulf, Mississippi, nach Feuervorbereitung durch die Kanonenboote am 29. April durchzuführen. Trotz fünfeinhalbstündigen Feuerkampfes gelang es den sieben Kanonenbooten jedoch nur, die tiefergelegenen Batterien der Konföderierten auszuschalten. Den höhergelegenen fügten die Kanonenboote keinen Schaden zu. Die Transportschiffe konnten deshalb nicht übersetzen. Das Kanonenboot USS Tuscumbia wurde während des Feuerkampfes außer Gefecht gesetzt. Ein erneuter Angriff der Kanonenboote bei Nacht blieb ebenfalls erfolglos, jedoch nutzten die Transportschiffe die Bindung der konföderierten Batterien, um mississippiabwärts zu dampfen. Grant verlegte das XIII. Korps McClernands auf dem Landweg nach Coffee Point, circa fünf Meilen südlich der zuerst geplanten Übergangsstelle.[11]

Generalleutnant Pemberton befahl, die Truppen bei Grand Gulf zu verstärken und zusätzliche Munition dorthin zu bringen, ohne die Verteidigungsanstrengungen nördlich Vicksburg gegen Shermans XV. Korps zu vernachlässigen und ohne die zur Abwehr von Griersons Raid eingesetzten Verbände zu schwächen.[12]

Angriff bei Snyders Mill

Admiral Porter hatte am 27. April Teile der Mississippi-Flotille mit Shermans XV. Korps auf Zusammenarbeit angewiesen. Grant beabsichtigte kein Ablenkungsmanöver in großen Stil nördlich Vicksburg, weil er um die Moral der Soldaten fürchtete und das Unverständnis der Öffentlichkeit für ein solches Unternehmen befürchtete. Er überließ deshalb Sherman die Entscheidung, ein Ablenkungsmanöver durchzuführen. Grant befahl lediglich, wenn es denn durchgeführt werde, müsse es mit der Landung in Mississippi abgestimmt sein.[13] Sherman entschied sich für eine Ablenkungsoperation, die eventuell in einen Angriff überführt werden konnte. Das Ablenkungsmanöver führte er mit zehn Regimentern und mit Feuerunterstützung von Kanonenbooten am 30. April und 1. Mai durch. Die Konföderierten erkannten das Täuschungsmanöver nicht als solches und konnten deshalb keine Truppen nach Süden verlegen.

Übergang bei Bruinsburg

Nach dem gescheiterten Übergangsversuch bei Grand Gulf und nachdem Grant Informationen über einen guten Weg von einer Landungsstelle bei Bruinsburg, Mississippi nach Port Gibson, Mississippi erhalten hatte, befahl er, den Übergang über den Fluss am 30. April und 01. Mai durchzuführen. Das XIII. Korps forcierte den Mississippi bei Tagesanbruch des 30. April ohne Behinderungen durch konföderierte Truppen, das XVII. Korps folgte unverzüglich. Um den Brückenkopf zu sichern, fassten die Soldaten des XIII. Korps Verpflegung für drei Tagen und marschierten in Richtung Port Gibson ab. Die Landestelle selbst wurde durch die Kanonenboote geschützt.

Die Landung war den Konföderierten nicht verborgen geblieben. Brigadegeneral Bowen meldete am 30. April gegen 15:00 Uhr das Antreten des XIII. Korps in Richtung Port Gibson und dass weitere Truppen angelandet wurden.[14] Generalleutnant Pemberton meldete Präsident Davis einen Tag später, dass er dringend Verstärkungen aus anderen Wehrbereichen benötige, weil die gesamte Tennessee-Armee den Fluss überqueren könnte und dadurch die Verteidigung von Vicksburg ihren Charakter geändert habe.[15]

Reaktionen der Konföderierten

Die Ablenkungsmaßnahmen Grants hatten Erfolg gezeigt. Obwohl Pemberton wusste, dass die Tennessee-Armee mit der Masse ihrer Kräfte nach Süden marschierte und der Durchbruch der Mississippi-Flottille nicht unbemerkt geblieben war, verfiel er wieder in den Fehler vieler hochrangiger Südstaatler, alles verteidigen zu wollen. Pemberton befahl zwar Verbänden in Nord-Mississippi am 30. April Marschbereitschaft herzustellen[16], sandte aber keine Verstärkungen nach Grand Gulf. Johnston, dessen Hauptquartier sich am 1. Mai in Tullahoma, Tennessee befand, wies Pemberton am selben Tag an, seine gesamten Streitkräfte zusammenzufassen und Grant nach der Landung in Mississippi zu schlagen.[17] Diesen Befehl wiederholte Johnson am nächsten Tag mit dem Hinweis, der Erfolg sei jedes Risiko wert.[18] Pemberton ignorierte beide Weisungen des Befehlshabers West und konzentrierte sich auf die Verteidigung Vicksburgs. Johnston selbst griff aus drei Gründen zu diesem Zeitpunkt nicht ein:

  1. Er befand sich ungefähr 500 Meilen vom Schauplatz des Geschehens entfernt
  2. Ihm unterstanden unmittelbar zu diesem Zeitpunkt keine Truppen
  3. Der Angriff Grants erfolgte im definierten Befehlsgebiet Pembertons, der nicht nur für Vicksburg, sondern für ganz Mississippi und das nordöstliche Louisiana verantwortlich war.

Vorgehen nach Nordosten

Port Gibson

Ungefähr vier Meilen südwestlich Port Gibsons traf das XIII. Korps auf die ersten Truppenteile Bowens. Generalmajor McClernand griff unverzüglich an und und es gelang ihm, nachdem er Verstärkungen durch McPhersons Korps erhalten hatte, die Konföderierten zum Ausweichen nach Grand Gulf zu zwingen. Die Konföderierten zerstörten die Brücken über Bayou Pierre, die von den Truppen der Union schnell wiederhergestellt wurden. Der Brückenkopf der Tennessee-Armee war gesichert.

Raymond

Die Versorgungsbasis der Tennessee-Armee befand sich auf dem westlichen Ufer des Mississippi. Grant befahl deshalb, dass die Versorgungskolonnen der Regimenter erst dann auf das östliche Ufer übersetzen sollten, wenn alle Kampfverbände übergesetzt hatten. Der Transport von Munition hatte absoluten Vorrang und deshalb requirierte die Tennessee-Armee auf dem östlichen Ufer alles, was Munition transportieren konnte. Für den Marsch nach Jackson befahl Grant der Armee sich aus dem Land zu ernähren. Das führte zu diesem skurrilen Vorfall: ein Farmer beschwerte sich bei einem Divisionskommandeur, die Soldaten hätten ihm alles genommen, was er besessen hätte. Er ritt auf einem Maultier. Der Divisionskommandeur antwortete: Wenn es sich um Soldaten seiner Division gehandelt hätte, säße er nicht mehr auf dem Maultier.[19]

General Pemberton erwartete, dass die Tennessee-Armee nach dem Sieg bei Port Gibson Vicksburg aus Süden über den Big Black angreifen würde. Er setzte deshalb 20.000 Mann an den Übergängen des Big Black ein und ließ 10.000 Mann als Besatzung und Reserve in Vicksburg. Gleichzeitig befahl er Brigadegeneral Gregg mit einer Brigade aus Port Hudson, Louisiana die auf Vicksburg vorgehende Tennessee-Armee im Rücken anzugreifen.

Nach dem Erfolg bei Port Gibson marschierten die beiden Korps der Tennessee-Armee auf zwei Straßen weiter nach Nordosten. Das XV. Korps Shermans hatte inzwischen den Mississippi bei Bruinsburg überquert und folgte. Bei Raymond griffen die Südstaatler unter Gregg mit 2.500 Mann am 12. Mai das circa 10.000 Mann starke XVII. Korps McPhersons an. Nach Anfangserfolgen wehrten die Unionssoldaten den Angriff ab. Um der vollständigen Vernichtung zu entgehen, wich Gregg nach Jackson aus.

Jackson

Kriegsminister Seddon hatte General Johnston am 9. Mai befohlen, die Führung in Mississippi persönlich zu übernehmen.[20] Nach viertägiger Eisenbahnfahrt erreichte Johnston, der immer noch wegen Krankheit dienstunfähig war, am 13. Mai Jackson. Noch am selben Abend befahl er Pemberton, die an der Eisenbahnlinie Vicksburg – Jackson befindlichen Unionstruppen an zugreifen und sich mit ihm in der Nähe von Jackson zu vereinigen.[21]

Johnston verfügte in Jackson über die Brigaden Greggs und Walkers, insgesamt etwa 6.000 Mann; Verstärkungen aus anderen Teilen der Konföderation waren unterwegs. Johnston erkannte, dass es ihm mit seinen Kräften nicht möglich war, Jackson zu halten, und evakuierte soviel Menschen und Material, wie es ihm möglich war.

Als Pemberton nicht eintraf, brach Johnston das Gefecht ab und wich nach Norden aus. Shermans Korps besetzte die Stadt und brannte sie nieder. Die Eisenbahnlinien wurden nachhaltig zerstört. Die Mississippi-Armee Pembertons war von Verstärkungen und Nachschub abgeschnitten.

Angriff auf Vicksburg

Angriff nach Westen und Schlacht bei Champion Hill
Angriff nach Westen und Schlacht bei Champion Hill

Champion Hill

In der Zwischenzeit hatten sich die Korps McClernands und McPhersons nach Westen gewandt und bereiteten den Angriff auf Vicksburg vor.

Pemberton ließ seine Divisionen zunächst nach Süden marschieren, um die Nachschublinien der Tennessee-Armee abzuschneiden. Dann entschied er sich, dem Befehl Johnstons vom 13. Mai zu befolgen und und marschierte nach Norden, um sich mit diesem zu vereinigen. Pemberton hatte die Bedeutung der Hügelkette bei Champion Hill für die Abwehr eines Angriffes erkannt[22] und mit 23.000 Mann Stellung bezogen. Das XIII. Korps griff am 16. Mai die Stellungen der Südstaatler im Süden erfolglos an. Erst durch eine überraschende Marschbewegung des XVII. Korps McPhersons wurde Pembertons linke Flanke angegriffen. Um einer Überflügelung zu entgehen, musste Pemberton die guten Stellungen aufgeben und in Richtung Vicksburg ausweichen. Generalmajor Loring, Divisionskommandeur der rechts eingesetzten Division, führte Befehle Pembertons so eigenwillig aus, dass die Verbindung zu den anderen beiden Divisionen der Mississippi-Armee verloren ging. Loring wich nach Süden aus und wandte sich anschließend nach Norden.

Verteidigung am Big Black

Pemberton wollte die Division Lorings auf jeden Fall für die Verteidigung Vicksburgs einsetzen. Er befahl deshalb Brigadegeneral Bowen, die Eisenbahnbrücke über den Big Black solange zu halten, bis die Division Lorings darüber ausgewichen war. Das XIII. Korps McClernands griff die konföderierten Kräfte am 17. Mai an der Brücke frontal an. Die Unionstruppen waren erheblich überlegen. Nach den ersten Schusswechseln der Nahsicherer verließen die Konföderierten ihre Stellungen und flohen ohne ernsthafte Verteidigungsanstrengungen nach Vicksburg.[23] Die Division Lorings vereinigte sich mit den Truppenteilen Johnstons nördlich von Jackson.

Angriff gegen Vicksburg

Die verbliebenen Teile der Mississippi-Armee, ungefähr 20.000 Mann, versammelten sich in Vicksburg und richteten sich auf den Höhen zur Verteidigung ein. General Grant glaubte, durch die Erfolge der Tennessee-Armee beflügelt[24], die Stadt in einem letzten Ansturm nehmen zu können. Er befahl am 19. Mai einen Frontalangriff mit dem XIII. Korps links und dem XVII. Korps rechts[25], der von den Verteidigern der Stadt abgewehrt wurde.

Johnston befand sich zu dieser Zeit in Canton, Mississippi, circa 50 Meilen nordöstlich Vicksburgs. Er wurde täglich verstärkt. Grant wollte verhindern, dass Johnston bei Vicksburg eingreifen konnte. Deshalb befahl er, nachdem alle drei Korps versammelt waren, am 22. Mai einen erneuten Angriff auf die Stellungen der Südstaatler[26]. Nach der Einnahme Vicksburgs wollte er sich nach Osten wenden und Johnston schlagen. Die Mississippi-Armee wehrte den Angriff unter großen Verlusten für die Tennessee-Armee ab. Grant sagte später zu diesem Angriff, dass er es bereue, ihn befohlen zu haben.

Belagerung von Vicksburg und Entlastungsangriffe

Belagerung von Vicksburg am 22. Mai und am 3. Juli 1863
Belagerung von Vicksburg am 22. Mai und am 3. Juli 1863

Die Belagerung von Vicksburg dauerte vom 22. Mai bis zum 4. Juli. Die Tennessee-Armee versuchte mit den zur Verfügung stehenden Mitteln der Zeit, wie Unterminierung der Stellungen, Artilleriebeschuss von Land und durch Kanonenboote vom Mississippi und vom Yazoo aus, und immer wiederkehrenden Angriffen auf einzelne Stellungen der Konföderierten, einen Einbruch in die Verteidigung zu erzielen. Alle Versuche der Tennessee-Armee, Vicksburg einzunehmen, scheiterten. Erst als die konföderierten Truppen und die Einwohner Vicksburg zu verhungern drohten, bot Generalleutnant Pemberton Grant am 3. Juli die Kapitulation an. Generalmajor Grant bestand zunächst auf bedingungsloser Kapitulation (unconditional surrender)[27], besann sich später und gestattete der Mississippi-Armee auf Ehrenwort (parol) entlassen zu werden. Auch wenn das seinen Grundsätzen scheinbar diametral entgegenlief, entsprang diese ‚menschliche‘ Entscheidung einer ganz einfachen rationalen Überlegung – wie sollte er mehr als 20.000 kriegsgefangene Menschen ernähren oder in den Norden transportieren? Viel einfacher war es, diese sich selbst zu überlassen, selbst wenn sie anschließend wieder in einer der konföderierten Armeen kämpfen sollten.

Millikens Bend

Schon am 1. Mai hatte Generalleutnant Pemberton den Befehlshaber der Wehrbereichs Trans-Mississippi, Generalleutnant Kirby E. Smith, gebeten, ihn durch Angriffe auf die Basen und Truppen der Tennessee-Armee auf dem rechten Mississippiufer zu entlasten.[28] Diese Aufforderung wiederholte Pemberton am 9. Mai und Johnston am 15. Mai. Selbst das Kriegsministerium bat Smith, Vicksburg zu entlasten.

Anfang Juni beauftragte Smith eine verstärkte Division unter Generalmajor Taylor, die Nachschubbasen der Tennessee-Armee auf dem rechten Ufer des Mississippi zu zerstören. Den Konföderierten war entgangen, dass Grant die Nachschubbasen nördlich Vicksburg auf das östliche Ufer verlegt hatte. Die noch bei Richmond und Millikens Bend vorhandenen Einrichtungen wurden von afroamerikanischen Regimentern geschützt, die aus befreiten ehemaligen Sklaven bestanden. Sie waren schlecht ausgebildet und ausgerüstet.

Am 6. Juni hatten konföderierte Truppen Richmond genommen und wurden von gewaltsamer Aufklärung der Nordstaatler erkannt. Am 7. Juni griffen die Südstaatler die Nordstaatler bei Millikens Bend an, dem Hauptquartier Grants während des ersten Vicksburg-Feldzugs. Als zwei Kanonenboote in das Gefecht eingriffen, mussten die Konföderierten ihren Angriff einstellen. Grant schrieb in seinem Bericht, dass die afrikanischstämmigen Unionssoldaten sehr tapfer und engagiert gekämpft hätten.

Ein besonderes Problem stellten gefangen genommene Farbige dar. Die Südstaatenkommandeure wußten nicht, wie sie diese behandeln sollten[29] Berichte, die davon sprachen, ausweichende Einheiten der Konföderierten hätten farbige Soldaten, die sich vorher ergeben hatten, umgebracht, waren nach Aussagen von Augenzeugen unwahr. Allerdings wurde einige der Kriegsgefangenen wieder als Sklaven verkauft.

Goodrichs Landing

Die Unionstruppen hatten nach der Eroberung der Landkreise im nordöstlichen Louisiana begonnen, mit den befreiten Sklaven auf dem geleasten Land Agrarprodukte anzubauen. Um Truppen für die Belagerung Vicksburg frei zu bekommen, hatte Grant die Sicherung des Gebietes westlich des Mississippi afro-amerikanischen Truppenteilen übertragen. Die Konföderierten wollten vor allen den Einsatz der ehemaligen Sklaven unterbinden und gleichzeitig Versorgungseinrichtungen der Tennessee-Armee zerstören. Sie eroberten mit einer Kavalleriebrigade am 29. Juni kampflos ein Fort in der Gegend von Lake Providence, Louisiana, ungefähr 50 Meilen nordwestlich Vicksburgs mississippiaufwärts. Anschließend verbrannten und zerstörten die Konföderierten die umliegenden Plantagen und Felder.

Die Mississippi-Flotille landete im Morgengrauen des 30. Juni die Mississippi Marineinfanteriebrigade und einige afro-amerikanische Verbände. Die Konföderierten mussten nach heftigen Kämpfen ausweichen und brachen das Gefecht am Abend ab.

Trotz der erheblichen Zerstörungen durch die Konföderierten entstand der Union kein bleibender Schaden. Auch der Ersatz großer Mengen an Beutegut bereitete den Unionstruppen keine Schwierigkeiten.

Helena

General Johnston bat Generalleutnant Smith am 31. Mai gegen Port Hudson und am 3. Juni gegen Helena, Arkansas, offensiv vorzugehen[30]. Die Kleinstadt Helena war ein wichtiger Stützpunkt der Union auf dem rechten Mississippiufer und hatte eine Besatzung von 20.000 Mann. Grant hatte aus der Stadt Anfang Juli 16.000 Soldaten zur Verstärkung des Belagerungsringes nach Vicksburg befohlen. In Helena verblieb eine Besatzung von etwa 4.000 Mann und das holzverkleidete Kanonenboot USS Tyler.

Generalleutnant Theophilus H. Holmes, Kommandeur des konföderierten Verteidigungsbezirkes Arkansas, entschloss sich Ende Juni, die in Vicksburg eingeschlossene Mississippi-Armee zu entlasten. Am 4. Juli griff Holmes mit 6.000 Mann Helena von drei Seiten an. Der Angriff war geprägt durch mangelhafte Koordination. Trotzdem gelang es den Konföderierten, die Hügel, die die Stadt umgaben, einzunehmen. Holmes, der sich nicht entscheiden konnte, wie der Angriff fortgesetzt werden sollte, gab sich widersprechende und verwirrende Befehle und der Vorteil der Konföderierten wurde im immer heftiger werdenden Abwehrfeuer der Union verschenkt. Holmes erkannte, dass sich die Lage immer weiter zu Ungunsten der Konföderierten veränderte und brach gegen 10:30 den Angriff ab.

Personalien, strategische Bewertung und Folgemaßnahmen

Ablösung McClernands

Generalmajor McClernand war ein politischer General und Parteifreund Lincolns. Bereits während des ersten Vicksburg-Feldzuges hatte Grant McClernand von der Führung des Feldzuges entbunden. Auch vorher gab es immer wieder Differenzen zwischen beiden Generalen, besonders weil sich McClernand immer wieder in der Öffentlichkeit als weitsichtiger und als besser zur Führung der Tennessee-Armee geeignet bezeichnete. Diese persönliche Pressearbeit war während des Bürgerkrieges nicht unüblich – zwei Beispiele dafür waren McClellan und Hooker.

Die Abneigung Grants wurde durch Ungehorsam McClernands während des Feldzuges verstärkt. So verzögerte sich zum Beispiel das Einschiffen des XIII. Korps um einen halben Tag, weil McClernand seine Braut und ihre Habseligkeiten verschiffen ließ[31], obwohl Grant allen Offizieren verboten hatte, irgendwelche persönlichen Gegenstände zu verschiffen.

Während des zweiten Angriffs auf Vicksburg am 22. Mai meldete McClernand, er habe bereits zwei Forts der Konföderierten erobert und brauche jetzt Unterstützung durch Truppen McPhersons. Tatsächlich reichten die Truppen McClernands nicht aus, um in die Stellungen der Konföderierten einbrechen. Er wollte durch zusätzliche Truppen den Einbruch erzwingen und sich persönlich den Erfolg gut schreiben lassen.[32]

McClernand erließ am 30. Mai einen Befehl, in dem er den Angehörigen des XIII. Korps für die gezeigten Leistungen dankte.[33] Diesen Befehl ließ er gegen den ausdrücklichen Befehl Grants der Presse zukommen. Am 17. Juni beschwerten sich McPherson und Sherman bei Grant über die Berichterstattung der Presse, die die Erfolge der Tennessee-Armee ausschließlich dem III. Korps und McClernand zuschrieben.[34] Generalmajor Grant enthob am 18. Juni McClernand des Kommandos und setzte Generalmajor O.C. Ord als Nachfolger ein. McClernand wies in seinem Antwortschreiben zwar noch darauf hin, dass er vom Präsidenten eingesetzt worden sei, fügte sich aber der Anordnung.[35]

Differenzen Johnstons mit Pemberton

Das Verhältnis Pembertons zu Johnston war ähnlich angespannt, wie das von Grant zu McClernand. Pemberton war mit Präsident Davis befreundet und durfte dem Präsidenten melden, ohne seinen Befehlshaber zu benachrichtigen. Johnston war als Eigenbrötler bekannt und nahezu mit dem Präsidenten verfeindet. Wegen Johnstons hervorragender Fähigkeiten als Führer war Davis gezwungen, ihn in verantwortlicher Position einzusetzen.

Von seinem 500 Meilen von Vicksburg entfernten Hauptquartier in Tullahoma, Tennessee versuchte Johnston die ihm unterstellten Armeeoberbefehlshaber Bragg und Pemberton zu koordinieren. So wurde er den berechtigten Forderungen Pembertons, Nord-Mississippi vor Raids zu schützen, gerecht. Johnston hatte nach der Invasion Mississippis richtig erkannt, dass es notwendig sei, alle Kräfte zusammenzufassen und die Tennessee-Armee direkt nach der Landung zu schlagen. Den wiederholten Auftrag an Pemberton, dies zu tun, ignorierte dieser. Zu einer abweichenden Beurteilung der Lage verhalf ihm die Unterstützung des Präsidenten und eine einwöchige Nichtkorrespondenz mit Johnston. Nachdem Johnston am 13. Mai das Kommando persönlich übernommen hatte, kam es zu keiner Verbindung mit der Mississippi-Armee.

Nach dem Fall Jacksons hoffte Pemberton auf einen Entlastungsangriff Johnstons. Da Johnston nicht angriff, erhielt dieser die Hauptschuld an dem Verlust Vicksburgs. Johnston hatte nur 21.000 Mann zur Verfügung und hätte mit diesen die Belagerung durch die Tennessee-Armee nicht durchbrechen können.

Strategische Bewertung

Generalmajor Grant hatte sich nach den Fehlschlägen während des ersten Vicksburg-Feldzuges gegen den Rat der Generale Sherman und McPherson entschlossen, den Mississippi südlich Vicksburg zu überqueren. Nach dem Übergang über den Mississippi hatte er sich alle Alternativen offen gelassen. Seine favorisierte Planung war, sich mit Generalmajor Banks zusammenzuschließen, Entlastungsangriffe für Vicksburg aus Osten abzuriegeln und Vicksburg mit der Tennessee-Armee zu nehmen. Dass Banks nicht in der Lage war, dem eigenen Tempo zu folgen, war Grant recht – denn bei einer Vereinigung beider Armeen, wäre er der Dienstjüngere gewesen und Banks hätte den Oberbefehl über den Feldzug gehabt.

Die Tennessee-Armee marschierte unterstützt durch die erfolgreichen Ablenkungsmanöver Griersons und Shermans innerhalb von siebzehn Tagen mehr als 180 Meilen und kämpfte und gewann fünf Gefechte und Schlachten jeweils gegen einzelne Teile der Mississippi-Armee. Das Zusammenfassen der konföderierten Truppen hätte Pemberton und später Johnston auf eine annähernd gleiche Truppenstärke wie die der Union gebracht.

Trotz der vorgeblichen Bedeutung Vicksburgs als Scharnier der Konföderation fiel die Konföderation nach dem Fall von Vicksburg nicht auseinander. Nach dem Vicksburg-Feldzug hatte die Konföderation die Hälfte Mississippis verloren, bedeutende agrarische Flächen entfielen für die Versorgung der Bevölkerung. Der Anteil Jacksons an der industriellen Produktion der Konföderation war gering. Ein Zusammenhang mit der Niederlage der Konföderierten bei Gettysburg bestand nicht. Viel größer als der strategische Nutzen war der psychologische Effekt des Sieges. Nur einen Tag nach der Niederlage Lees bei Gettysburg gelang dieser Sieg und beendete damit auch auf dem westlichen Kriegsschauplatz die seit November 1862 andauernde Durststrecke der Union. Am 8. Juli gelang es schließlich Banks Port Hudson, den letzten der Konföderation verbliebenen Stützpunkt am Mississippi, einzunehmen. Erst dadurch war die Kontrolle über den Mississippi vollständig.

Angriff nach Osten

Die Verfolgung Johnstons
Die Verfolgung Johnstons

Die Mississippi-Armee gab noch vor dem Angriff am 22. Mai die Stellungen bei Haines Bluff und Chickasaw Bayou auf, um die noch um die Jahreswende erbittert gekämpft worden war. Die Tennessee-Armee konnte nun die Mississippi Central Eisenbahnlinie und den Yazoo zum Transport von Soldaten zur Verstärkung vor Vicksburg und zur Versorgung nutzen. Grant verlegte die gesamten Versorgungslinien vom Westufer auf das Ostufer des Mississippi. Mit den Verstärkungen sicherte sich die Tennessee-Armee nach Osten, um gegen einen Angriff Johnstons gewappnet zu sein. Zum Ende der Belagerung waren etwa 70.000 Unionssoldaten bei Vicksburg versammelt.

Nach der Kapitulation Vicksburgs war der Feldzug noch nicht beendet. Im Rücken der Tennessee-Armee befanden sich die inzwischen auf 21.000 Mann angewachsenen Verbände Johnstons. Dieser hatte während der Belagerung nicht eingegriffen, weil ihm klar war, dass er mit seinen Kräften die Tennessee-Armee nicht wesentlich behindern konnte. Andererseits konnte Grant es nicht zulassen, dass sich in seinem Hinterland eine solch große Streitkraft der Konföderierten aufhielt. Grant beauftragte Sherman am 4. Juli mit drei Korps Johnston anzugreifen und zu vertreiben.

Die konföderierten Verbände wurden nach Gefechten am Big Black nach Osten verfolgt. Erst in Jackson gelang es Johnston, den Angriff der Unionstruppen aufzufangen. Grants Ziel, den Mississippi bis Vicksburg für die Union ohne Bedrohung nutzen zu können, war erreicht.

Literatur

  • United States. War Dept.: The War of the Rebellion: a Compilation of the Official Records of the Union and Confederate Armies. Govt. Print. Off., Washington 1880–1901.
  • Ulysses Simpson Grant: Personal Memoirs of U.S. Grant. New York: Charles L. Webster & Company, 1885–86, ISBN 1-58734-091-7 (Online Edition: Published April 2000 by Bartleby.com)
  • Robert Underwood Johnson, Clarence Clough Buell: Battles and Leaders of the Civil War. New York 1887.
  • Bernd G. Längin: Der amerikanische Bürgerkrieg – Eine Chronik in Bildern Tag für Tag. Weltbild Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-86047-900-8.
  • James M. McPherson: Battle Cry of Freedom. Oxford University Press, New York 1988, ISBN 0-19-503863-0.
  • James M. McPherson (Herausgeber): The Atlas of the Civil War. Philadelphia 2005, ISBN 0-7624-2356-0
  • Bearss, Edwin Cole: The Campaign for Vicksburg. 3 Bde. Dayton, OH 1985-86.
  • Ballard, Michael B.: Vicksburg: The Campaign that Opened the Mississippi. Chapel Hill, NC 2005.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Die Benennung erfolgt analog zur Einteilung des National Park Service Operations Against Vicksburg
  2. James McPherson, Battle Cry of Freedom, S. 590
  3. Bayous sind schmale, langsam fließende Gewässer, häufig auch Altarme des Hauptgewässers. Sie befinden sich in tiefliegenden Gebieten und prägen das Landschaftsbild z.B. des Mississippi-Deltas.
  4. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 46f: Marsch durch Louisiana
  5. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 139f: Marsch durch Louisiana
  6. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 755: Ausweichen auf das Ostufer
  7. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 75: 1. Durchbruch bei Vicksburg
  8. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 78: 2. Durchbruch bei Vicksburg
  9. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 521ff: Berichte Griersons
  10. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 781-802: Reaktionen Pembertons
  11. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 48: Bericht Grants
  12. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 803ff: Verstärkungen für Grand Gulf
  13. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 240: Auftrag an Sherman
  14. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 658: Vormarsch erkannt
  15. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 807: Bitte um Verstärkungen
  16. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 805: Marschbereitschaft herstellen
  17. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 808: Grant sofort angreifen
  18. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 815: Der Erfolg ist das Risiko wert
  19. Greg Goebel, The American Civil War: Auch das Maultier hätten Sie nicht mehr! Auch bei James McPherson, Battle Cry of Freedom, S. 629
  20. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 215: Persönlich übernehmen
  21. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 870: Angriff nach Osten
  22. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 859: Dort ist das Schlachtfeld
  23. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 267: Sie haben ihre Pflicht nicht erfüllt.
  24. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 54: Der Gegner ist demoralisiert
  25. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 329: Angriffsbefehl für den 19. Mai
  26. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 333f: Angriffsbefehl für den 22. Mai
  27. Bei der Kapitulation von Fort Donelson 1862 hatte Grant auf der bedingungslosen Kapitulation bestanden. Das wurde entsprechend seinen Initialen - U.S. = Unconditional Surrender - sein Spitzname
  28. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 808: Bitte an Smith
  29. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil II, S. 459: Behandlung der Gefangenen
  30. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil III, S. 998: Johnston an Smith
  31. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 80f: McClernands Braut
  32. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 27: Zwei Forts genommen
  33. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 159ff: Gratulation
  34. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 163f Beschwerde
  35. The War of the Rebellion, Serie I, Band XXIV, Teil I, S. 103: Ablösung

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