IV.

Im Theater, Konzert und Museum, bei Vorträgen etc.

[513] 514. Was ziehe ich an? Ueber die Toilette der Herren und Damen ist in dem Buche schon so viel gesagt worden, daß ich mich hier sehr kurz fassen kann. Wer das Theater oder ein Konzert aufsucht, begiebt sich in eine Gesellschaft und sollte schon mit Rücksicht auf diese, wenn er auch sonst auf sein Aeußeres wenig oder gar keinen Wert legt, sich ein besseres Gewand anlegen als das, in dem er sich zu Hause bewegt. Niemals wird es einer Engländerin, einer Italienerin oder überhaupt einer Dame im Auslande einfallen, anders als in eleganter Robe ein Theater aufzusuchen, und ein Herr, der nicht den Frack anhätte, würde, wenigstens im Parkett und in den ersten drei Logengängen, in London, Paris, überhaupt überall, mit Ausnahme von Deutschland, vergebens im Theater gesucht werden. Nicht nur in Pasewalk, wie es in dem Couplet heißt, sondern überhaupt in Deutschland sind wir noch nicht so weit. Wenn die Dame sich ordentlich abbürstet und der Herr seinen Kragen wechselt, glauben sich beide in vielen Fällen elegant genug gemacht zu haben. Der Wunsch der Theaterleitung, das Publikum auch einmal in festlichem Gewande in den Häusern zu sehen, ist in Berlin und einigen anderen Residenzstädten die Veranlassung zur Einführung der Gesellschaftsabende gewesen, bei denen Damen und Herren wenigstens auf den Plätzen des Parketts und des ersten Ranges in Gesellschaftstoilette zu erscheinen haben. Daß diese für Damen nicht gleichbedeutend mit einer übermäßig ausgeschnittenen Balltoilette ist, versteht sich wohl von selbst, aber die dunklen Kleider sind verboten, ebenso wie der Herr sich ein weißes Hemd und den Frack anzuziehen hat.

Mit bunten, ungestärkten Hemden erscheint der Kavalier ebensowenig im Zuschauerraum, wie mit einem hellen karierten Jackettanzug. Auch auf der Reise muß man stets ein salonfähiges Gewand bei sich führen, denn es ist unangenehm, wenn man in Berlin das Opernhaus besuchen will, aber dies nicht kann, weil Gesellschaftsabend ist und man nichts anzuziehen hat.

Damen, die sich vor dem Besuch einer öffentlichen Aufführung derartig mit Patschuli und anderen übelriechenden Essenzen parfümieren, daß sie ihre Nachbarn einer Ohnmacht nahe bringen, müßten, wenn es eine Gerechtigkeit auf Erden gäbe, an der Thür von den Logenschließern zurückgewiesen werden. Ebensowenig erfreulich ist es, wenn die Herren der Schöpfung auf einem Umkreise von zehn Quadratmetern nach Tabak duften oder bei jedem Atemzug verraten, daß sie kurz vor der Vorstellung größere Quantitäten Alkohol zu sich nahmen.

[514] 515. Damenhüte im Theater. Gegen das Tragen der Hüte seitens der Damen im Theater sind bereits Bände geschrieben worden. Gott sei Dank ist in einigen Theatern es den Damen verboten, ihren Hut im Parkett auf dem Kopf zu behalten, aber manche kehren sich nicht daran und gehen stolz in den Zuschauerraum mit den Worten: »Ich will doch einmal sehen, wer den Mut hat, mir gegen meinen Willen den Hut herunterzunehmen.« Daß es Logenschließer giebt, die so rücksichtslos, oder man kann auch sagen, die im Interesse der anderen Besucher so rücksichtsvoll sind, hiervor nicht zurückzuschrecken, habe ich in Carlsbad einmal selbst mit angesehen, als eine Dame sich weigerte, dem angeschlagenen Befehl nachzukommen. Ein kleiner Theaterhut, wie ihn die Französin trägt, würde auch bei uns keinen Anstoß erregen, aber die deutschen Modistinnen, die angeblich nur Pariser Modelle führen, konstruieren gerade für öffentliche Vorstellungen Kopfbedeckungen, die an Umfang, Breite, wallenden Federn, fliegenden Bändern und an Geschmacklosigkeit noch weniger als gar nichts zu wünschen übrig lassen. Wer hinter einer solchen Dame sitzt, muß häufig den Hals einer Giraffe besitzen, wenn er von dem, was sich auf der Bühne abspielt, etwas sehen will, und wenn er dann endlich seines Herzens Unlust nicht mehr bezwingen kann und mit mehr oder weniger lauter Stimme und mehr oder weniger liebenswürdig die Dame bittet, ihre Federsammlung vom Kopfe herunterzunehmen, so wirft sie uns meistens einen so verächtlichen und geringschätzigen Blick zu, daß wir nahe daran sind, um Verzeihung zu bitten, daß wir überhaupt den Mut hatten, geboren zu werden.

[515] 516. Herrenhüte im Theater. Von den Herren nehmen nur die Offiziere bei gewöhnlichen Vorstellungen in einigen Städten ihre Kopfbedeckung mit in den Saal, bei Gesellschaftsabenden trennt sich aber auch der Civilist nicht von seinem chapeau claque. Mit einem hohen steifen Cylinder, der wie der Turm von Babel in die Höhe ragt und schon zu Großvaters Zeiten von einem unmodernen Hutmacher konstruiert wurde, auf dem Sessel da zu sitzen, ist nicht bräuchlich, ebensowenig gehört es sich, im Frack einen anderen Hut als eben den Cylinder zu tragen. Kalabreser oder halbhohe Kopfbedeckungen setzt man sich nur im Frackanzug dann auf, wenn man auf der Straße den Paletot über dem Gesellschaftsanzug trägt.

Nimmt man die Kinder mit in das Theater, so soll man sie anständig anziehen, aber nicht wie die Affen aufputzen und dem Spott und dem Gelächter der Erwachsenen preisgeben. Es giebt keine Mutter, die ihr eigenes Kind nicht »süß« findet und dies verleitet leicht dazu, sie noch süßer herauszustaffieren.

[516] 517. Benehmen im Theater. Im nachstehenden gebe ich die zehn Gebote für Theaterbesucher, die der »Monde artiste« aufgestellt hat.

1) Komme nie zu spät. Bei einer Oper gehört die Ouverture mit zur Vorstellung, und bei einem Schauspiel beginnt das Stück mit den ersten Worten. Dieses scheinen viele nicht zu wissen, und nur so läßt es sich erklären, daß manche glauben, immer nicht nur rechtzeitig, sondern auch noch viel zu früh zu kommen, wenn sie den Anfang versäumen. In fast allen größeren Theatern ist es jetzt eingeführt, daß die Thüren während der Ouvertüre geschlossen bleiben und daß die Zuspätkommenden erst nach Beendigung derselben ihre Plätze einnehmen dürfen. Auch bei Schauspielen werden die Nachkömmlinge von den Logenschließern im Parkett innerhalb des Zuschauerraums an der Thür zurückgehalten, bis der Vorhang zum erstenmal fällt.

In Kleinstädten, wo die Direktoren sich freuen, wenn überhaupt jemand ins Theater kommt, ist man nicht so streng und es ist geradezu grausam, von uns zu verlangen, alle zwei Minuten dreimal aufzustehen, um anderen, die ihre Plätze suchen, entgegenzukommen. Gewöhnlich pflegen die Störenfriede in dem halbdunkeln Zuschauerraum dann erst noch einen langen Disput darüber zu führen, in welcher Reihe sich ihr Platz befindet, und dadurch das ganze Auditorium zu ärgern. Immerhin aber ist diese Erörterung doch noch besser, als wenn ein Ehepaar auf die ersten beiden leeren Plätze, die es sieht, lossteuert, dann zu spät bemerkt, daß es sich irrte, und nach dem bekannten Dichterworte handelt: »Knopp begiebt sich weiter fort, bis an einen andern Ort.« Solche Menschen sind die krassesten Egoisten und sie denken garnicht daran, daß die anderen sie zum Teufel wünschen.

Wer sich verspätet hat, sollte auch dann, wenn er hierzu nicht besonders angehalten wird, in der Thür bis zum Schluß des ersten Aktes stehen bleiben. Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn man im Parkett die Eckplätze hat oder sich eine besondere Loge nahm. Dann kann jeder kommen, wenn er lustig ist, da sein Erscheinen gänzlich unbemerkt bleibt. Je weniger einer auf der Welt bedeutet, desto mehr Lärm und Aufsehen verursacht er bei seinem Kommen, während selbst die wahrhaft Großen, die Fürsten und Könige ihre Plätze einnehmen, ohne davon auch nur das geringste Aufheben zu machen.

2) Störe deine Nachbarn nicht durch auffallende Gebärden. Leute, die an nervösen Gesichtszuckungen leiden und nicht im stande sind, einen Augenblick still auf ihrem Stuhl zu sitzen, hin und her rutschen, bald die Beine übereinanderschlagen, bald die Füße wieder zur Erde stellen, die jedes Wort, das auf der Bühne gesprochen wird, mit einer Geste begleiten, sollten sich lieber Separatvorstellungen geben lassen, als daß sie durch ihre Untugenden andere stören. Hierher gehört es auch, daß man sein Urteil über die Vorgänge auf der Buhne für sich behalte. Es ist ein Zeichen von großer Unerzogenheit und Taktlosigkeit, beständig vor sich hinzusprechen und »Ja, ja, bravo, ganz meine Ansicht« und ähnliche Redensarten vom Stapel zu lassen, die da ein Zeichen von großer Klugheit sein sollen, in Wirklichkeit aber gerade der Beweis vom Gegenteil sind. Auch Kritiker pflegen in dieser Hinsicht die gute Sitte oft außer acht zu lassen. Ich denke eben an einen jungen Herrn, dessen scharfe, kritische Feder gefürchtet ist, der sich in dem Augenblick, da der Vorhang zum erstenmal in die Höhe geht, gegen einen Pfeiler im Parkett anlehnt und von vornherein ein ironisches Lächeln aufsteckt, das da sagen soll: »Ihr lieben Schauspieler, gebt euch nur gar nicht erst viel Mühe; was ihr sprecht, ist ja doch Unsinn und selbst, wenn es etwas taugen sollte, werde ich dies nie und nimmer in meiner Besprechung zugestehen.«

3) Drehe denen nicht den Rücken zu, an denen du vorbeischreitest. Wer seinen Platz aufsucht oder in der Zwischenpause in das Foyer geht, soll dies in der Art und Weise thun, daß er seinen Nachbarn zur Rechten oder Linken seine schönere Seite, die in den meisten Fällen mit der vorderen identisch ist, zuwendet. Als Herr, während man sich durch die Reihe hindurchschiebt, beide Hände in die Hosentaschen zu stecken und dabei gleichzeitig die Rockschöße hinten soweit auseinander zu nehmen, daß eine Fläche sichtbar wird, auf der die Buren und Engländer bequem eine männermordende Schlacht ausfechten können, ist mehr als unanständig.

4) Suche es zu vermeiden, ihnen auf die Hühneraugen zu treten. Dank der spitzen Stiefeln, die die strengste aller Gebieterinnen, die Frau Mode, geborene Laune, für uns erfunden hat, trägt heutzutage jeder eine Achillesferse spazieren, die meistens sich auf dem großen Zeh befindet. Selbst Dorfschullehrer, die an Geduld ihresgleichen suchen und ohne zu klagen und zu stöhnen im Tragen von Leiden schwerlich übertroffen werden können, verwandeln sich in rasende Ajaxe, wenn ein Herr, der über ein Körpergewicht von 150 Kilo verfügt und einen Fuß von der Ausdehnung eines Ruderkahns sein eigen nennt, ihnen mit bewunderungswürdiger Kraft und Ausdauer einen eingewachsenen Nagel noch tiefer in das Fleisch hineindrückt. Es ist dies ein Schmerz, im Vergleich mit dem selbst eine Operation beim Zahnarzt ein liebliches Gefühl ist, und niemand darf es einem getretenen Wurm verdenken, wenn er sich an seinem Peiniger vergreift. Nur solche, die sich verloben wollen, verlobt oder ganz kurze Zeit verheiratet sind, dürfen sich zum Zeichen ihrer Zuneigung gegenseitig auf die Füße treten. Bei allen anderen darf man diese Zärtlichkeit nicht ausüben. Hat man jemand den halben Fuß abgetreten, so hat man in höflicher Art und Weise seine Ungeschicklichkeit zu entschuldigen. Sehen wir, daß der, den wir traten, sich vor Schmerzen auf seinem Stuhl krümmt, und seine Beine, damit ihm ähnliches nicht wieder passiert, in die Höhe gezogen hat, so wäre es mehr als thöricht, ihn fragen zu wollen: »Habe ich Ihnen weh gethan?«

Damen, die einem Herrn oder einer Vertreterin ihres Geschlechtes auf den Fuß traten, pflegen sich sehr häufig gar nicht oder doch nur sehr oberflächlich zu entschuldigen, und doch kann auch der Tritt einer Dame zuweilen von Folgen begleitet sein, um die niemand den Gepeinigten beneidet.

Kinder, die mit den Erwachsenen im Parkett sitzen, sollten angehalten werden, auch in den Zwischenpausen auf ihrem Platz zu verbleiben, denn sie besitzen ein hervorragendes Talent darin, nicht auf dem Fußboden, sondern auf den Füßen ihrer Mitmenschen spazieren zu gehen.

5) Störe die Vorstellung nicht durch deine Privatunterhaltung. Die Bildung und die geistige Aufnahmefähigkeit der Menschen ist verschieden. Für den einen ist das »Weiße Rössel« das schönste Theaterstück, das jemals geschrieben wurde, für den anderen ist dies »Julius Cäsar«, der dritte kennt keine schönere Oper als den »Trompeter von Säkkingen«, und der vierte läßt überhaupt keine Musik gelten, wenn sie nicht von Wagner ist, der fünfte verehrt nur solche Opern, in denen ein recht langes Ballett mit möglichst kurzen Röckchen vorkommt, und als ich meinen Jungen einmal fragte, was ihm bei einem Theaterstück am besten gefallen hätte, sagte er: »Das Schönste war der Mann im Pappkasten, der den anderen immer vorlas, wenn sie nicht weiter wußten.« Jeder sollte nur in die Vorstellung gehen, die ihm seiner Bildung nach zusagt, und den Ring der Nibelungen anzuhören, lediglich um ihn gehört zu haben, ist mehr als Unfug. Es hat dies weiter keinen Zweck, als daß man sich während der Aufführung langweilt und sich die Zeit damit zu vertreiben sucht, daß man sich mit seinen Nachbarn unterhält. So verschwenderisch der Deutsche in mancher Hinsicht ist, in einem Punkte ist er äußerst sparsam: er stirbt eher, als daß er aus einer Vorstellung herausgeht, für die er sich ein Billet kaufte. Auch glaubt er nicht genug schimpfen zu können, wenn er das Stück nicht bis zum Ende sah.

Auch die leiseste Unterhaltung stört die Nachbarn und niemand soll bei anderen einen gleich großen Mangel an Verstand und an Interesse voraussetzen, wie bei sich selbst. Junge Mädchen, Backfische, haben die Angewohnheit, an den traurigsten, ernstesten und ergreifendsten Stellen sich vor Lachen zu schütteln und alles »furchtbar« komisch zu finden. Werden sie dann angehalten, sich gesittet zu betragen, so fallen sie von einem Extrem ins andere und fangen laut an zu weinen.

Aus meiner Leutnantszeit weiß ich, daß manche Kameraden nur deshalb abends in die Oper gingen, weil sie in der Loge, die für uns reserviert war, so schön schlafen konnten, und für viele ist die Musik weiter nichts, als ein Schlummerlied, das sie zurückversetzt in die Zeit, da die Mutter ihnen abends vorsang: »Schlaf, Kindlein, schlaf«. Daß man im Theater durch das laute Schnarchen eines Ehemanns, der nur auf Befehl seiner Frau sie in den Kunsttempel begleitete, gestört wird, kommt öfters vor als man glaubt, und viele, die da sagen: »Ich schließe die Augen, um durch die Vorgänge auf der Bühne mich in dem ungetrübten Genuß der Musik nicht stören zu lassen«, lügen ganz gewaltig und man kann ruhig zehn Eide darauf schwören, daß sie von der Musik nicht das Geringste hören. Nur, wenn das große Schlagzeug in Thätigkeit tritt, öffnen sie die Augen und fragen ihre Gattin so liebenswürdig wie nur möglich: »Wie meintest du soeben, mein Engel?«, um gleich darauf sich der wohlverdienten Ruhe wieder hinzugeben.

Des Lebens ungetrübte Freude wird keinem Sterblichen zu teil und niemand wird von dem Besuche einer Vorstellung einen ungetrübten Eindruck mit nach Hause nehmen, wenn seine Nachbarn zu jenen Menschen gehören, die nicht im stande sind, länger als zwei Minuten den Mund zu halten.

Auch diejenigen Leute sind zu tadeln, die nur miteinander flüstern und sich gegenseitig zuraunen: »Ach wie himmlisch, ach wie göttlich, nein, ist der aber heute wieder einmal bei Stimme« und was derartige geistreiche Redensarten mehr sind.

Häufig geschieht die Störung auch durch den Mund der Kinder und manchmal zeitigen sie einen guten Witz, wie bei der nachfolgenden kleinen Geschichte. Ein Vater ist mit seinem sechsjährigen Sohn in dem Weihnachtsmärchen, in dem feuerspeiende Drachen, große Schlangen und andere Ungeheuer eine große Rolle spielen. Das Kind wird ängstlich und will anfangen zu weinen, aber der Vater beruhigt es und setzt ihm auseinander, daß diese schrecklichen Tiere ihm nichts thun können, weil sie nur aus Pappe wären. Der Kleine trocknet seine Thränen und macht große Augen, als gleich darauf das Corps de ballet auf die Bühne springt. Aufmerksam sieht er zu, wie die Tänzerinnen auf den Fußspitzen spazieren gehen und mit den Beinen in der Luft einen Trommelwirbel schlagen. Als Sohn seines Vaters findet er an diesen Vorführungen Geschmack und mit lauter Stimme fragt er: »Papa, sind die auch von Pappe?« Und sein Gemüt beruhigt sich, als der Vater mit dem Brustton tiefinnerster Ueberzeugung ebenfalls mit lauter Stimme zur Antwort giebt: »Nein, mein Sohn, da kannst du ganz ruhig sein, die kleinen Ballettmädel sind nicht von Pappe.«

Immer haben die Kinder die Angewohnheit, ihre Eltern oder Begleiter auf das, was sich auf der Bühne abspielt, aufmerksam zu machen, und dadurch stören sie die Erwachsenen in ihrem Anschauen. Kinder, die den Mund noch nicht halten können, gehören in die Kindervorstellung, und die Eltern müßten so stark sein, daß sie den Bitten ihrer Lieblinge, sie einmal des Abends mitzunehmen, freundlichen, aber energischen Widerstand entgegensetzen. Wer so schwach ist und nachgiebt, hat es meist selbst am bittersten zu bereuen, die Kleinen werden müde, fangen an zu schreien und zu quäken, selbst durch Bonbons und andere Süßigkeiten sind sie nicht zu beruhigen, sie wollen zu Bett, aber doch andererseits wiederum noch nicht fortgehen, sie bekommen einen Klaps, sie schlagen, beißen und kratzen wieder und das ganze Vergnügen, auf das alle sich so sehr freuten, endet mit einer großen Familienscene.

6) Lache und weine nicht in auffälliger und übertriebener Weise. Von einem gesitteten Menschen erwartet man, daß er imstande ist, seine Leidenschaften und seine Gefühle zu beherrschen. Dazu gehört, daß er in der Freude und in der Trauer Maß zu halten weiß und daß er seinen Jähzorn und seine anderen Empfindungen beherrscht. Aus meiner Jugendzeit entsinne ich mich eines alten Offiziers, der nur dann in das Theater zu gehen pflegte, wenn der leider verstorbene Schauspieler Karl Mitell als Viktor von Bernd im Veilchenfresser auftrat. Dann saß der alte Herr oben in seiner Loge und lachte vom ersten bis zum letzten Wort derartig, daß es im ganzen Hause zu hören war, daß empfängliche Gemüter mit angesteckt wurden und daß selbst die Schauspieler auf der Bühne sich zuweilen nur mühsam zu beherrschen vermochten. Selbstverständlich ärgerten sich auch viele über dieses wiehernde Gelächter, das es oft unmöglich machte, die gesprochenen Worte zu verstehen, und der gerechte Mann (gerechte Frauen soll es einem on dit zufolge ja nur vereinzelt geben) wird auch diesen vielen zustimmen müssen. Einige suchen auch etwas in einer übertriebenen Heiterkeit, sie wollen die Aufmerksamkeit auf sich lenken und ihre Mitmenschen sollen sehen, ein wie harmloses und kindliches Gemüt sie besitzen, denn böse Menschen sollen die Eigenschaft besitzen, selten oder nie zu lächeln. Ueberall, wo man sich in der Oeffentlichkeit zeigt, muß man es vermeiden, die Aufmerksamkeit der anderen zu erregen, und namentlich Damen sollen sich hüten, übermäßig laut zu lachen, wenn sie nicht in den Verdacht kommen wollen, dies absichtlich zu thun. Und Damen, die also handeln, die die Blicke der Herren durchaus auf sich lenken wollen, unterscheiden sich von wirklichen Damen meistens dadurch, daß sie keine sind. Jeder äußert seine Freude so, wie er es in der Jugend gelernt hat, und die Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder anzuhalten, daß sie nicht nur zu essen, sondern auch zu lachen lernen.

Wenn ein Herr im Theater rührselig wird und anfangen will zu weinen, zeigt er dies seinen Nachbarn zuerst dadurch, daß er sich sehr energisch die Spitzen seines Schnurrbartes in die Höhe dreht. Bei den meisten Damen scheint die Thränendrüse in der Nase zu sitzen, denn unter tausend Damen schnupfen sich ganz sicher neunhundertneunundneunzig mit lautem, weit hörbarem Getute die Nase. Umständlich stecken sie ihr Taschentuch wieder in die Tasche, die sie bei den ganz modernen Kleidern nicht hinten am Rock, sondern aus Leder bestehend auf dem Schoß halten, um das Spitzentuch unmittelbar darauf wieder hervorzuziehen und es gegen die Aeuglein zu drücken. Man darf nicht laut weinen, nicht beständig leise vor sich hinwimmern und fortwährend ausrufen. »O Gott, wie ist das schrecklich.« Auch seine Entrüstung über die Schlechtigkeit eines Franz Moor oder eines anderen Bösewichts laut zu äußern ist nur das Vorrecht der Galeriebesucher, wie es ja thatsächlich einmal vorgekommen ist, daß während einer »Räuber-Vorstellung« ein biederer Landmann dem alten Moor mit lauter Stimme seinen Knotenstock anbot, damit er Franz, die Kanaille, totschlagen könne.

Natürlich soll hiermit nicht gesagt sein, daß man sich als gebildeter Europäer von den Vorgängen auf der Bühne nicht rühren und packen lassen darf. Im Gegenteil ist es oft ein Zeichen eines steinernen, für nichts empfänglichen Herzens, wenn man bei allem kalt bleibt, und es ist fast rüde, zu einer Dame, die bei Elisabeths Tod im Tannhäuser zu weinen beginnt, zu sagen: »Aber, Gnädigste, warum weinen Sie denn, die Elisabeth ist genau so lebendig wie wir beide, und ich weiß, daß sie zu heute abend eine Einladung zu einer großen Gesellschaft angenommen hat.«

Wer selbst nichts fühlt, soll andere in ihrem Empfinden nicht stören, und nur ganz blasierte Jünglinge verziehen absichtlich selbst bei dem lustigsten Stück keine Miene und fragen mit näselnder Stimme: »Aber, Gnädigste, was giebt's denn hier zu lachen?«

Furchtbar sind auch die Menschen, die aus ihrer Unaufmerksamkeit erst dann geweckt werden, wenn laut gelacht wird, und die dann nicht nur sich erkundigen, ob jemand einen Witz machte, sondern sich diesen auch von ihren Nachbarn erzählen lassen. Selbst der beste Witz verliert in der Wiederholung.

Seiner Thränen im Theater braucht sich niemand zu schämen und nie kommt ein unglücklicherer Gesichtsausdruck zum Vorschein, als wenn eine Dame, die eben noch die bittersten Zähren vergoß, sich gewaltsam zu einem Lächeln zwingt.

7) Kannst du es nicht aushalten ohne Bonbons und Zuckersachen, so verzehre sie wenigstens so, daß deine Nachbarn nicht neidisch werden. Man könnte noch hinzusetzen: und iß sie so, daß deine Nachbarn nichts davon hören. Schon als Kind lernt man, daß man Bonbons aufsaugen, aber nicht durchbeißen soll, aber trotzdem benehmen sich manchmal Damen und junge Mädchen, als wären sie lebende Nußknacker, und knacken mit ihren Zähnen derartig, daß in der Nachbarschaft selbst denjenigen, die ein falsches Gebiß haben, die Kinnbacken schmerzen.

8) Wenn du nicht geistig genug befähigt bist, um ohne Textbuch und Programm auskommen zu können, so blättere vorsichtig um, denn nichts ist unangenehmer, als Papiergeknister in einem pathetischen Augenblick. Demjenigen, der im Theater bei dem Gesang die Worte schwer versteht, oder der nicht Phantasie genug hat, sich aus den Vorgängen auf der Bühne die Handlung zusammenzureimen, ist es im eigenen Interesse und dem seiner Nachbarn zu empfehlen, sich mit dem Inhalt der Oper vor der Vorstellung bekannt zu machen. Textbücher sind überall für wenige Groschen zu haben und allen kann Spemanns »Goldenes Buch der Musik« auf das wärmste empfohlen werden, da dieses in geradezu mustergültiger Weise die Handlung einer jeden Oper in kurzer, knapper, aber dabei völlig erschöpfender Art und Weise, auf die einzelnen Akte verteilt, angiebt. Gute Freundinnen, die zusammen in die Oper gehen und selbstverständlich nebeneinander sitzen, kaufen sich zusammen natürlich nur ein Textbuch. Sie helfen sich dann in der Art, daß sie entweder abwechselnd in dem Buche lesen, wobei die eine dann naturgemäß gewissenhaft, wie sie ist, das liest, was bereits vor zehn Minuten gesungen wurde, oder aber, sie helfen sich, indem die eine mit halblauter, vollständig monotoner und ausdrucksloser Stimme der anderen das »was nun kommt« vorliest.

Seltsamerweise haben auch viele die Angewohnheit, bei der Aufführung von Theaterstücken mit dem Textbuch in der Hand dazusitzen und noch seltsamerer Weise nur bei klassischen Stücken. Liegt es daran, daß diese bei Reklam für 20 Pfennige zu haben find, oder wollen die Leute beweisen, daß sie die Klassiker, hübsch in Kaliko gebunden, besitzen? Im Berliner Schauspielhaus saß ich einmal während einer Clavigo-Aufführung neben einer jungen Dame aus einem Pensionat, die den ganzen Goethe, der in einem einzigen Band zusammengebunden war, aus dem Schoß hielt und aufmerksam jedes Wort nachlas. Daß dieses Nachlesen den Eindruck des gesprochenen Wortes nicht erhöht, sondern abschwächt und außerdem unsere Aufmerksamkeit von den Gebärden und Gesten der Schauspieler, die durch ihre Persönlichkeit und ihr Spiel die Helden der Dichter erst zu wirklichen Menschen machen, abzieht, ist so sonnenklar, daß es selbst durch eine totale Sonnenfinsternis nicht verdunkelt werden kann.

Sich von seinen Nachbarn für einen Augenblick den Theaterzettel zu leihen und ihn dann infolge einer ungeschickten Handbewegung vom ersten Rang in das Parkett herab flattern zu lassen, schickt sich nicht, und es ist unbescheiden, sich nur für eine einzige Sekunde das Textbuch zu borgen und es dann während der Dauer der ganzen Vorstellung nicht wieder aus den Händen zu lassen.

9) Mache bei Musikaufführungen keine Taktschlägerbewegungen mit dem Kopfe oder dem Fuß, denn dafür ist der Kapellmeister da. Je unmusikalischer einer ist, je weniger er von dem versteht, was die Musik ihm vorspielt, desto mehr Interesse und Verständnis wird er heucheln. Er hat die Empfindung, als wenn die anderen Leute es ihm ansähen, daß er im Grunde seines Herzens Wagner und Mozart nicht unterscheiden könne, und das veranlaßt ihn, sich wenigstens äußerlich ein musikalisches Air zu geben: er wiegt sich auf seinem Sitze hin und her, er bewegt den Kopf nach dem Takte, er wippt mit den Fußspitzen auf und ab oder klappt die Fingerspitzen gegen einander. Dies alles schickt sich nicht, und nur ein Strauß durfte, wenn er seine unsterblichen Walzer dirigierte, selbst auf dem Podium einen Walzer tanzen, ohne daß man es ihm verdachte.

Eine böse Angewohnheit ist es auch, die Melodien während der Vorstellung mitzubrummen und sie in den Zwischenpausen im Foyer oder beim Verlassen des Theaters mit lauter Stimme zu singen. Wenn man in der Oper das Preislied in den Meistersingern von einem gottbegnadeten Sänger hörte und noch in Erinnerung au den Genuß schwelgt, dann aber plötzlich aus dem Munde eines ohne Stimme geborenen Menschen die Worte: »Morgendlich leuchtet im rosigen Schein, von Blütenduft geschwellt die Luft« nach der Melodie des Königs von Thule vernimmt, so ist das für ein musikalisches Gemüt genau so, als ob ihm plötzlich ein Eimer eiskalten Wassers über den Kopf gegossen würde. Auch mit den Fingern den Takt auf unseren Knieen oder auf den Lehnen unseres Sessels zu trommeln, ist ungehörig, und selbst derjenige, der in der beneidenswerten Lage ist, eine Partitur lesen zu können, soll dieses meist rechtumfangreiche Werk nicht mit ins Theater schleppen, sondern es zu Hause studieren. Daß es ein weit größerer Genuß ist, eine Partitur zu lesen, als die Musik des Orchesters zu hören, behaupten alle, die etwas davon verstehen.

Schrecklich für ihre Nachbarschaft sind die Menschen, die sich über die Musik miteinander unterhalten, sich gegenseitig auf die Schönheiten aufmerksam machen und namentlich bei Wagnerschen Opern sich gegenseitig anstoßen, wenn eins der Leitmotive im Verlauf der Oper wieder durchklingt.

Jedem gefällt bei jeder Oper etwas anderes, und ich kenne einen jungen Leutnant, der jedesmal in die Meistersinger geht, lediglich, um sich das Nachtwächterlied: »Hört, ihr Leut, und laßt euch sagen, die Uhr die hat jetzt zehn geschlagen« vorsingen zu lassen. Die Sache wäre nur dann erklärlich, wenn der Offizier dann auch stets gleich nach Hause ginge, aber ich weiß, daß er immer erst gegen Morgen sein Lager aufsucht, weil er der Ansicht ist, daß der Schlaf vor und nach Mitternacht sehr ungesund ist.

Die Musik übt auf alle einen veredelnden Einfluß aus und in seinem Buch: »Kraft und Stoff« führt Büchner auch die Musik mit unter denjenigen Dingen an, die im stande wären, den Menschen, die an keinen Gott mehr glauben, die Religion zu ersetzen. Zuweilen aber hat eine gute Oper auch sehr böse Folgen, die darin bestehen, daß am nächsten Tag die Töchter des Hauses mit ungelenken Fingern versuchen, das, was sie am Abend vorher von dem Orchester in der Vollendung hörten, auf dem Klavier oder auf der Geige nachzuspielen. Für den Zuhörer ist das häufig eine derartige Tortur, daß er sich ein Dampfschiff heizen läßt und auf Nimmerwiedersehen nach Patagonien auswandert.

10) Versperre beim Herausgehen nicht den Weg. Ein jedes Theaterstück, einerlei, ob Oper oder Schauspiel, Posse oder Schwank, ist erst dann aus, wenn der Vorhang zum letztenmal gefallen ist. Die Rücksicht auf die Darsteller, auf den Verfasser und auf das andere Publikum gebietet es, stets bis zum Schluß zu bleiben, aber für viele ist es wichtiger, daß sie ihre Garderobe zur rechten Zeit erwischen, als daß sie die Gesetze der Höflichkeit befolgen. Sobald wie sie wissen, wie das Stück endet, ob sie sich kriegen, erheben sie sich von ihren Plätzen, drängen sich rücksichtslos durch, gehen dann aber meistens noch nicht zur Thür hinaus, sondern bleiben in derselben stehen, bis der Vorhang gefallen ist, dann aber beginnt der Kampf um die Gummischuhe, Mäntel, Hüte, Schirme, Pompadours, Kopftücher und was man sonst noch alles bei sich und an sich trägt, wenn man in das Theater wandert. Die Herren sollen warten, bis die Damen, die vor ihnen stehen, abgefertigt sind, aber auch die Damen dürfen nicht mit ihrer schlanken, schmalen Hand zwischen den Herren hindurchlangen und der Garderobenfrau ihre Marke in die Hand drücken. Leider befinden sich in fast allen deutschen Theatern die Garderoben in einem derartig jammervollen Zustande, daß man sich etwas Traurigeres kaum denken kann, und das Zurückfordern der Kleidungsstücke ist nur dann möglich, wenn alle sich gegenseitig dadurch helfen, daß sie auf einander Rücksicht nehmen. Wer seine Sachen erobert hat, thut gut, sich dieselben in einer stillen Ecke anzuziehen und nicht im dichtesten Menschengewühl in den Paletot hineinzukriechen und den Leuten zur Rechten und zur Linken dabei Rippenstöße zu versetzen. Niemand kann in die Aermel seines Mantels hineinschlüpfen, ohne die Arme zur Seite zu strecken, um mit diesen einen Kreis zu beschreiben, dessen Mittelpunkt in der Verlängerung der beiden Zeigefinger liegt. Eine derartige gymnastische Uebung erfordert Platz und das ist gerade das, was man in der Garderobe zwar haben möchte, aber nicht hat.

Hat man mit Bekannten die Verabredung getroffen, sich nach der Vorstellung zu treffen, so darf man nicht, von dem Wunsche geleitet, die anderen nicht zu verfehlen, sich in dem Ausgang postieren und der übrigen Mitwelt die Möglichkeit rauben, in das Freie zu kommen. Ebenso, wie wir uns darüber ärgern, wenn andere uns im Wege stehen, ärgern sich die anderen über uns, und wenn man es vermeiden kann, eine abfällige Kritik unseres Benehmens und Betragens zu erhalten, sollte man dies auch thun.

Entweder treffe man sich mit seinen Freunden in der Loge, oder gleich in dem Restaurant, das man später gemeinsam aufsuchen will. Auch vor dem Theater draußen auf der Straße die Passage zu sperren, ist nicht ratsam.

[517] 518. Bei einer Première pflegt sich meist ein sogenanntes litterarisches Publikum im Theater einzufinden, das durch sein Urteil darüber entscheidet, ob das, was der Dichter im Schweiße seines Angesichts mit seiner ganzen Kraft und seinem ganzen Können geschaffen hat, gut oder schlecht sei. Natürlich haben die Besucher das Recht, nach bester Ueberzeugung zu richten, und wer da an dem Werke Beifall findet, kann ebensogut klatschen, wie derjenige, der sich ärgert, von seinen Zischlauten Gebrauch machen darf. Aber in der letzten Zeit haben sich bei den Premièren oft Scenen abgespielt, die nichts weniger als schön waren. Es kam zu förmlichen Schlachten zwischen den Anhängern und Gegnern eines Dichters, und wild ertönte der Ruf: »Hie Welf, Hie Waiblingen!« Nichts ist wandelbarer, als die Gunst der großen Menge. Wer heute auf der Höhe steht, wird morgen mit Steinen geworfen, und einen gar traurigen Eindruck machte es auf mich, als ich in Brüssel der Beerdigung des Generals Boulanger beiwohnte und sah, daß kaum sechs Freunde dem Sarge des Mannes folgten, der noch wenige Jahre vorher auf einer besonderen Lokomotive aus dem Bahnhof von Lyon hatte flüchten müssen, weil das Publikum in seiner Begeisterung ihn nicht fortlassen wollte. Auch die Dichter erfahren diese Wandelbarkeit der Gunst an sich und ihren Werken, und schon mancher, aus den die große Menge nach seiner ersten Arbeit schwur, fiel mit seinem zweiten Werk schon vollständig in Ungnade. Die Bildung, der gute Ton und der Anstand sollten uns verbieten, in den Aeußerungen unseres Mißfallens zu weit zu gehen, und die vernichtende Kritik nicht nur auf die Arbeit des Dichters, sondern auch aus dessen Persönlichkeit auszudehnen.

Jeder richte nach eigenem Empfinden und nach eigenem Urteil, aber lasse sich nicht durch andere in seiner Meinung bestimmen. Allen zu gefallen ist auch einem Dichter unmöglich, und jeder muß bedenken, daß der Autor mit seinem Werk das Beste gab, was er zu geben hatte. Und wenn dieses Werk nicht gelang, so fordert es eher unser Mitleid und unsere Teilnahme, als unseren Spott und unsere Verachtung.

Niemand hat das Schicksal eines Dichters ergreifender geschildert, als Daudet in seiner Novelle »Der Mann mit dem goldenen Gehirn«. Im Gegensatz zu allen anderen Berufsarbeiten lebt der Autor ganz allein von seinen Ideen. Was er in stillen Stunden ersinnt und erfindet, muß sich für ihn, wenn er leben will, in Gold verwandeln, und mit jeder Arbeit, die er der Oeffentlichkeit übergiebt, überreicht er ihr ein Stück seines Gehirns. Wie alles aus der Welt, so nutzt auch dieses sich ab, und wenn der Tod nicht ein Einsehen hat, so kommt für jeden Dichter früher oder später die Stunde, wo sein Gehirn verausgabt ist, wo er unfähig ist, Neues zu erfinden und Neues zu schaffen. Und ganz gewiß erfordert ein solcher Armer das Mitleid und die Teilnahme aller Gebildeten.

[518] 519. Die Operngläser nimmt mau ins Theater mit, um die Vorgänge auf der Bühne, das Mienenspiel der Schauspieler besser beobachten zu können, dann aber auch, um den Zuschauerraum nach Bekannten abzusuchen. Die Gläser sind aber nicht erfunden, um mit ihnen fortwährend eine Dame, die unsere Aufmerksamkeit erregte, zu fixieren und diese dadurch zuweilen in die größte Verlegenheit zu setzen. Junge Herren sind hierin manchmal von einer bewundernswürdigen Rücksichtslosigkeit. Haben sie, wie sie es nennen »ein schönes Weib« entdeckt, so teilen sie dies ihren Freunden mit und auch diese besehen dann die Dame so lange, bis diese sich vor den unverschämten Blicken nur dadurch zu retten weiß, daß sie von ihrem Platz aufsteht und das Theater verläßt. Ganz besonderer »Beaugenscheinigung« erfreuen sich stets die Fürsten und die berühmten Persönlichkeiten. Zwar sind die hohen Herrschaften ja daran gewöhnt, beobachtet zu werden, aber das Publikum sollte wenigstens im Theater nicht aufdringlich sein und nicht fortwährend seine Gläser auf die Hofloge richten.

Auch die Bühnenkünstlerinnen, die sich im Zuschauerraum befinden, wissen sich häufig vor den zudringlichen Blicken nicht zu retten, und müssen es sich gefallen lassen, angestarrt zu werden, als wenn sie Gott weiß welche Wundertiere wären. Daß ein besonderer Reiz darin liegt, hochstehende Persönlichkeiten oder bekannte Künstler und Künstlerinnen in allernächster Nähe, gleichsam inkognito zu sehen, soll damit natürlich nicht geleugnet werden. Manchmal aber ist die Ausdringlichkeit, namentlich der Damen, geradezu widerlich, und ich weiß, daß in einer großen Stadt ein Dirigent, der in jedem Jahre auf einige Wochen mit seiner Kapelle dorthin kam, es nicht wagen konnte, in den Zwischenpausen von dem Podium herunterzugehen, weil die Damen, und es waren hierunter wirkliche Damen, sich förmlich um ihn rissen, ihn öffentlich küßten und seine Hände nicht losließen. Eine solche Verehrung schmeichelt jedem Künstler nur für kurze Zeit, nachher wird auch ihm dieses Benehmen widerwärtig, und wenn die Damen wüßten, wie der Gegenstand ihrer Zuneigung zuweilen über sie denkt, wie er ihr Betragen aufdringlich und widerwärtig findet, so würden sie sich lieber manchmal mehr Zwang auferlegen.

Wer sein Opernglas vergessen hat, kann sich bei jedem Logenschließer für wenige Groschen eins leihen: fremde Nachbarn bittet man schon deshalb nicht um ihr Glas, weil man es, um damit sehen zu können, fast immer verstellen muß und dadurch dem anderen die Mühe verursacht, es nachher wieder für seine Augen passend zu machen.

[519] 520. Konzerte. Alles, was oben gesagt ist, hat auch für Konzerte seine volle Gültigkeit, nur eine Unsitte muß noch besonders gerügt werden: die besteht in der Art und Weise, wie das Publikum von den Künstlern am Schluß des Konzertes oder auch während desselben sich Zugaben erzwingt. Ohne Beifall und ohne Anerkennung kann kein Virtuose, überhaupt kein schaffender Künstler leben, sie sind für ihn beinahe so notwendig, wie das tägliche Brot, und sie heben ihn über all die Sorgen und Miseren hinweg, von denen selbst die glänzendste Künstlerlaufbahn nicht ganz frei ist. Aber der Beifall, den man in der Oeffentlichkeit zollt, ist nie frei von Egoismus, und je mehr man klatscht, um so mehr giebt mau dadurch seiner Erwartung Ausdruck, daß der Künstler sich dankbar erweisen und Zugaben machen werde. Man vergißt zu leicht, daß auch die Virtuosen Menschen sind und daß auch ihre Thätigkeit körperlich und geistig sehr ermüdet, und wer einmal einen Künstler in dem Nebensaal gesehen hat, wenn das Publikum ihm nach einer langen Rhapsodie noch eine zweite abzwang, wird zur Ueberzeugung kommen, daß es geradezu grausam ist, ihre physischen Kräfte in dieser Art und Weise zu überanstrengen. Wer lediglich von seiner Kunst lebt, muß mit seinen Gaben haushalten, um auch im Alter noch frisch und schaffensfreudig zu sein.

Ganz Hervorragendes in der Art und Weise, sich für ihr Geld möglichst viel Kunstgenüsse auf einmal zu verschaffen, leisten die jungen Pensionärinnen, die von ihren Pflegemüttern in den Konzertsaal scharenweise geführt werden. Die Schuld an dem Benehmen der jungen Mädchen tragen die Pensionsvorsteherinnen, die ihre Zöglinge in dieser Hinsicht zu belehren hätten. Aber anstatt sie anzuhalten, mit dem Klatschen aufzuhören, ermuntern sie sie zu diesem, fast hätte ich gesagt »sündhaften Treiben« und sagen: »Recht so, klatscht nur ordentlich, dann muß er noch zugeben.«

Bei einem Konzert eines Künstlers sollte man noch pünktlicher sein als bei dem Gang ins Theater. Man kann von einer Sängerin nicht verlangen, daß sie gegen den Lärm, der durch das Zuspätkommen vieler Menschen verursacht wird, ansingt. Die bekannte Frau Lilli Lehmann beschwor vor einiger Zeit einen großen Streit dadurch herauf, daß sie bei Beginn ihres Konzertes die Saalthüren schließen und diese erst nach Beendigung der ersten Abteilung wieder öffnen ließ. Man nahm ihr dies sehr übel und auch einige berufsmäßige Kritiker, die durch ihre Thätigkeit verhindert waren, pünktlich zu erscheinen, schlugen großen Lärm, aber nach meiner Meinung ohne stichhaltigen Grund. Jeder Konzertgeber hat nicht nur im Interesse seiner eigenen Person, sondern auch in dem des Dichters und Komponisten, deren Werke er zu Gehör bringt, Rücksicht, die sich im pünktlichen Erscheinen ausspricht, zu fordern und zu verlangen.

[520] 521. Vorlesungen. Wer nicht durch wirklich stichhaltige Gründe dazu gezwungen wird, sollte nicht mitten während künstlerischer Darbietungen aufstehen und fortgehen. Vor einiger Zeit wohnte ich einem Dichterabend bei, bei dem ein weltbekannter Autor eine Novelle vorlas, die das Kapitel der Liebe in einer Art und Weise behandelte, die vielleicht für junge Mädchen im Alter von 14–16 Jahren nicht ganz geeignet war, aber für Erwachsene durchaus nichts Unanständiges haben konnte. Trotzdem rümpften einige Damen bedeutend die Nase und äußerten mit lauten Worten ihren Unwillen, standen ostentativ auf und rauschten mit viel Geräusch, aber mit wenig Grazie, während der Dichter noch las, zur Thür hinaus. Erstens ist dies etwas rücksichtslos gegen den Vortragenden und zweitens soll man sein Urteil über eine Geschichte nie abgeben, bevor man sie nicht zu Ende gelesen oder gehört hat. Wer so prüde ist, daß er in allem etwas findet, wer das Wort »Dem Reinen ist alles rein« nicht kennt, und wer sich nur für Strickstrumpfromane begeistern kann, thut gut, sich stets vorher über die Vorträge, die er besuchen will, genau zu informieren: er erspart sich dadurch Unannehmlichkeiten und dem Künstler Aerger und Verdruß. Mit fast tödlicher Sicherheit darf angenommen werden, daß Autoren vor einem Publikum, das doch stets zum größten Teil aus Damen besteht, niemals Sachen vorlesen werden, die irgendwie geeignet sind, thatsächlich das sittliche oder religiöse Gefühl der Zuhörer zu verletzen.

Nicht jeder Dichter und Schriftsteller ist zugleich ein guter Vorleser, aber selbst dann, wenn wir die Art und Weise, in der er seine Sachen vorträgt, lächerlich finden, dürfen wir ihn niemals auslachen. Es ist dies die größte Beleidigung, die man einem Menschen zufügen kann, und die Entschuldigung, daß man sich nichts Böses dabei gedacht habe, ist einfach kindisch, denn Erwachsene sollen stets wissen, was sie thun, und sich nie so betragen, daß sie ihr Benehmen hinterher zu bereuen oder daß sie gar um Entschuldigung zu bitten haben. Wer da zugeben muß, daß er unkorrekt oder falsch handelte, demütigt sich dadurch selbst, und die Furcht vor dieser Demütigung läßt viele das Unrecht, das sie begingen, lieber nicht einsehen, als daß sie mit lauter Stimme »Pater peccavi« sagen.

[521] 522. Populäre Konzerte. Bei den Konzerten, die im Freien stattfinden, glauben viele sich völlig gehen lassen zu können. Bei einem Promenadenkonzert ist die Konversation erlaubt, aber man darf keine Hunde spazieren führen, die mit ihrem Gebelle und Gekläff die Musik übertönen und auch man selbst darf sich nicht so laut unterhalten, daß man das Orchester vollständig überschreit. Einige scheinen den Ehrgeiz zu besitzen, auszuprobieren, wer mehr Geräusch machen kann, sie selbst oder das Orchester.

Aehnliches gilt von den sogen. Bierkonzerten, die im Saale stattfinden, bei denen man aber den Ohrenschmaus mit dem Schmaus von Bierwürsten oder anderen Genüssen verbindet. Meistens pflegen sich hier größere Gesellschaften zusammen zu finden, die sich vielleicht seit einigen Tagen nicht sahen und sich nun so viel zu erzählen haben, daß des Plapperns und Redens gar kein Ende ist. Jeder will zu Worte kommen, einer unterbricht den anderen, alle sprechen gleichzeitig, niemand hört zu und es entsteht ein wahrer Höllenlärm, da jeder sich gewaltsam Gehör verschaffen will. Anden Nebentischen wird man zornig und fängt an zu zischen und bittet um Ruhe, aber wie der Berliner sagt: »Das geniert den großen Geist nicht und den kleinen geht's nichts an.« Um die Musik kümmern sie sich absolut nicht und betrachten sie höchstens als unangenehme Störung.

Nur eine deutsche Frau bringt es fertig, während eines solchen Konzertes Strümpfe zu stricken oder gar zerrissene Strümpfe zu stopfen, und auch nur eine Deutsche bringt sich ihr Butterbrot in Papier gewickelt mit und sitzt dann den ganzen Abend bei einer einzigen Tasse Thee. Liest sie wenig später, daß der Inhaber und Besitzer eines solchen Lokals Pleite gemacht hat, so kann sie es absolut nicht begreifen und frägt sich immer wieder: »Wie ist so etwas nur möglich, er hat doch erst neulich an mir 20 Pfennige verdient.«

Auch hier empfiehlt es sich, wenn man später kommt, sein Erscheinen nicht allzu auffällig zu machen, und die Bestellungen, die man den Kellnern übermittelt, brauchen nicht unbedingt mit so lauter Stimme gemacht zu werden, daß sie im ganzen Saale gehört werden.

[522] 523. Der Besuch von Museen. Die Galerien und Museen sind dazu da, daß wir durch ihren Besuch unseren Geschmack und unser Kunstverständnis bilden. Wer nur hingeht, um sagen zu können, er sei dagewesen, thut besser, er bleibt zu Hause und beschäftigt sich anderweitig nutzbringend. In einer Kunstausstellung darf man sich unterhalten und sein Urteil äußern, aber wenn jemand neben uns steht, der vor lauter Entzücken bei dem Anblick eines Bildes beständig »Himmlisch, großartig, überwältigend« ruft, wäre es unangebracht, wenn man mit lauter Stimme sagen würde: »Solche Schmiererei habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.« Unser Urteil brauchen wir uns von niemandem beeinflussen zu lassen, aber wir sollen unsere eigene Anficht auch nicht dadurch anderen einimpfen wollen, daß wir sie mit lauter Stimme verkünden.

Wer mit dem Bädeker in der Hand eine Galerie aufsucht, thut gut, zu Hause vorher zu lesen, was dieses Buch darüber sagt. Manche machen es leider anders. Mit dem offenen Bädeker stürzen sie in einen Saal, stellen sich vor irgend ein Bild hin, sehen nur auf die Nummer, suchen diese dann im Katalog und lesen nach, was darüber angeführt ist. Sind sie bei dem letzten Wort angekommen, so werfen sie einen flüchtigen Blick auf das Gemälde, damit sie es doch wenigstens gesehen haben, und stürzen dann auf das nächste Bild. Steht dessen Nummer nicht im Bädeker, ist es also nicht besonders sehenswert, so sehen sie weiter gar nicht hin, sondern begeben sich noch einen Schritt weiter. Es kommt ihnen nicht darauf an, was sie sehen, sondern wieviel sie sehen, und sie sind glücklich, wenn sie mittags zu Haufe erzählen können, daß sie mit der Ausstellung »durch« sind. Das ist für sie die Hauptsache.

Eine reizende kleine Geschichte erzählte mir in Paris ein Gesandtschaftsattaché. Er sagte mir, daß er alle Augenblicke von guten Freunden und Bekannten, die ihn aufsuchten, als Bärenführer benutzt würde und ihnen dann immer das Louvre zeigen müsse. Aus meine Frage, ob das für ihn nicht sehr zeitraubend wäre, da dieses Museum doch sehr groß wäre und selbst für eine nur flüchtige Besichtigung mehrere Tage in Anspruch nähme, gab er lachend zur Antwort: »I wo, ich habe mir eine Extratour erfunden, die mein Geheimnis ist, das ich nicht preisgebe; in zwei Stunden bin ich mit dem ganzen Louvre fertig.«

[523] 524. Fremdenführer. Verfügt man in einer fremden Stadt bei dem Besuch einer Galerie nur über wenig Zeit, so ist es hier zu empfehlen, sich einen Führer zu mieten und sich von diesem vor die berühmten Gemälde und Sehenswürdigkeiten führen zu lassen. Wer sich aber selbst lieb hat, erteile dem lebendigen Bädeker den strengen Befehl, aus dieser Wanderung den Mund zu halten oder nur dann zu sprechen, wenn er gefragt wird. Zieht eine Gesellschaft mit einem gemeinsamen Führer durch den Saal, so schickt es sich nicht, errötend den Spuren dieser Herren und Damen zu folgen, um von der Weisheit, die der Führer zum besten giebt, unentgeltlich profitieren zu wollen. Man nehme entweder auf eigene Kosten einen Begleiter an oder verzichte ganz darauf.

Auf das eindringlichste möge hier davor gewarnt werden, sich in Paris die Katakomben anders als mit der vorgeschriebenen polizeilichen Begleitung anzusehen. Von dem Wunsch geleitet, von diesem unterirdischen Wunder mehr zu sehen, als die gewöhnlichen Sterblichen zu sehen bekommen, ließ ich mich verführen, nur in Begleitung eines Führers, der in den Katakomben genau Bescheid zu wissen behauptete, und eines dort beschäftigten Arbeiters in die tiefsten Tiefen und in die dunkelsten Wandergänge herabzusteigen. Die Sache endete, wie sie programmmäßig enden mußte. Nach einer halben Stunde hörte ich, wie die beiden Leute sich gegenseitig mit schreckensbleicher Miene gestanden, daß sie den Weg verloren hätten. Die Katakomben dehnen sich unter einem Viertel der ganzen Stadt aus und haben einen Umfang, von dem man sich schwerlich einen Begriff macht. Dazu kam, daß die offizielle Besichtigung dieser Sehenswürdigkeit nur einmal im Monat stattfindet, und wir standen vor der angenehmen Aussicht, tief unter der Erde elendiglich zu verhungern. Daß wir endlich doch noch nach stundenlangem Herumirren den Ausgang wiederfanden, war der reine Zufall, aber in meinem ganzen Leben mache ich einen derartigen dummen Streich nicht wieder.

[524] 525. Besuch von Kirchen. Ein Katholik, welcher in einem evangelischen Gotteshause sich befindet, wird nicht die Geschmacklosigkeit begehen, sich durch Kniebeugen, Bekreuzigungen und an die Brust schlagen auffällig zu machen. Er wird den einfachen Kult der evangelischen Kirche für den Moment zu dem seinigen machen und davon absehen, sich ostentativ als andersgläubig zu bekennen. Zudem ist er in gewissem Sinne Gast, hat also – schon rein gesellschaftlich genommen – kein Recht, einen störenden Gegensatz zu bekunden.

Genau das nämliche gilt für einen Evangelischen beim Aufenthalt in einer katholischen Kirche während der Andacht. Da die katholischen Kirchen die ältesten und daher fast durchgängig sowohl architektonisch interessanter wie auch reicher an Kunstschätzen sind, werden sie von Andersgläubigen sehr viel besucht. Abgesehen von der Peterskirche in Rom, den Domen zu Köln und Münster und noch einigen besonders berühmten Kathedralen, deren Pontifikal- und Hochämter eine besondere Berühmtheit haben, dürfte es am besten und unter Umständen sogar geboten sein, katholische Kirchen nur außerhalb der Andachtsstunden zu besuchen. Das Herumschlendern während des Gottesdienstes mit profanen Bädekeraugen wäre eine Taktlosigkeit und Störung.

Ist aber der Besuch nur während des Gottesdienstes möglich oder wünscht man gerade, einem solchen beizuwohnen, so dürfte es geboten sein, sich den hauptsächlichsten äußeren Formen desselben anzubequemen, wenn man nicht Gefahr laufen will, anzustoßen oder gar von subalternen Eiferern sich zurechtweisen zu lassen.

Quelle:
Baudissin, Wolf Graf und Eva Gräfin: Spemanns goldenes Buch der Sitte. Berlin, Stuttgart [1901], S. 513-525.
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