Königsfieberrinde

[497] Königsfieberrinde (Cortex regius; C. Chinchinae, Cinchonae regius, flavus, luteus), deren Mutterpflanze und Vaterland wir noch nicht kennen, kömmt in spannen- und fingerlangen, etwas platten, zollbreiten und liniendicken Stücken zu uns. Doch finden sich auch zusammengerollte, gänsekieldicke Rinden darunter. Sie ist insgesammt sehr hart, und gewöhnlich äußerlich glatt. Die Farbe ist zwischen gelb und rostfarben, äußerlich mehr rostfarbig, innerlich mehr gelb. Der Bruch sehr faserig; sie läßt leicht zu einem pomeranzgelben Pulver zerreiben, welches von schwachem, gewürzhaft biesamartigem Geruche und von Geschmacke balsamisch, nicht unangenehm, wiewohl ungemein bitter und nur wenig zusammenziehend ist. Weingeist zieht zweimal so viel aus als Wasser.

Man will sie weit antipyretischer als die Fieberchinarinde gefunden haben. Ihr ehemaliger sehr hoher Preis ist zur Hälfte heruntergesunken.

Ehmals hat man sie mit der Angusturarinde fälschlich verwechselt.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 2. Teil, Leipzig 1795, S. 497.
Lizenz: