Leberwindblume

[18] Leberwindblume, Anemone Hepatica, L. [Zorn, pl. med. tab. 5.] mit dreiblätteriger, blumendeckförmiger Hülle, und dreilappigen, ganz glattrandigen Blättern, eine etliche Zoll hohe, in steinichten Gebüschen und in Zäunen perennirende Pflanze, welche im Februar und März violet, röthlich oder weiß blüht.

Die fast bloß krautartig schmeckenden, geruchlosen Blätter, (Fol. Epaticae, hepaticae nobilis, Trifolii aurei, hepatici) enthalten viel adstringirendes Wesen eingehüllt, und sind von den Alten größtentheils als ein zusammenziehendes Mittel, bei Zäpfchengeschwulst, Darmbrüchen, Nachtrippern, Blutharnen, Blutspeien und in Wunden (statt besserer Mittel) gebraucht worden; auch als ein Hausmittel gegen hypochondrische Schwäche des Speisekanals. Ihre eröffnende Kraft in Leberverstopfungen beruht wohl ganz auf Wahn. Auch die Blumen brauchte man zu ähnlichen Absichten.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 2. Abt., 1. Teil, Leipzig 1798, S. 18.
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