Vitriolsäure

[361] Vitriolsäure (Acidum vitrioli, s. sulphuricum) ist eine Säure, welche sich spezifisch von allen andern dadurch unterscheidet, daß sie mit Kohlenpulver erhitzt, sich in Schwefel verwandelt, und durch andre Eigenheiten, welche die Chemie lehrt. Man entdeckt sie in Flüssigkeiten durch die entstandnen weißen Präzipitate nach Eintröpfelung der Auflösungen von Bleikochsalz (Hornblei) oder Barytsalpeter (salpetersaurer Schwererde), Präcipitate (im erstern Falle Bleivitriol von 30/100 Säuregehalt und in 8700 Theilen kaltem Wasser auflösbar – im zweiten wiedererzeugter, im Wasser fast unauflöslicher Schwerspat von 26/100 Säuregehalt), welche in reiner, verdünnter Salpetersäure unauflösbar sind.

Man hat zweierlei starke Vitriolsäure, die beide nach ihrer verschiednen Bereitungsart (entweder aus Schwefel oder gemeinem Vitriole) zwar im zufälligen Aeussern, aber nicht im Wesentlichen von einander abweichen. Das aus[361] Schwefel bereitete sogenannte englische Vitriolöl ( unter Schwefel) ist weiß, geruchlos, nicht dampfend, krystallisirt nicht in der Kälte und erhitzt sich nicht sehr stark mit Wasser; das aus Vitriol destillirte sogenannte nordhäuser Vitriolöl aber ( unter Vitriol) ist bräunlich von Farbe, stößt an der Luft weißgraue, erstickende, schweflichte Dämpfe aus, krystallisirt unter der Temperatur 40° Fahr. spiesicht, ist beträchtlich stärker als das aus Schwefel bereitete und zischt in kaltes Wasser getröpfelt, unter starker Erhitzung wie glühendes Metall. Leztere Säure hat gewöhnlich noch einigen Gehalt von Eisen oder Kupfer, erstere gewöhnlich einen Bleigehalt bei sich.

Dieser Umstand macht, daß die eine wie die andre zum innern Arzneigebrauche gereinigt oder rektifizirt werden sollte, nemlich durch Destillation, welche wenigstens bei dem nordhäuser einige Vorsicht nöthig macht. Geht man bei der Destillation der leztern gelind zu Werke, so legt sich eine Salzsubstanz von noch unbekannter Natur (Sal vitrioli volatile) in der Vorlage in trockner Gestalt als sternförmig gestaltete, glänzende Fäden an, welche an der Luft heftig und mit erstickendem Dampfe rauchen, sich sehr stark mit Wasser erhitzen, und an der Luft zu brauner Vitriolsäure zerfließen, und dann ist die in der Retorte rückständige Säure farbelos, raucht nicht mehr bei Berührung der Luft und krystallisirt nicht mehr in der Kälte. Am besten geht man bei Rektification dieser Säuren zu Werke, daß man einige Pfunde der einen oder der andern in einer in der Sandkapelle liegenden Retorte mit blos vorgeschobener Vorlage, so lange sieden läßt, bis die rückständige Säure eine vollkommen weiße Farbe erhalten hat. Man fülle sie dann in kleinere etwa 18 Unzen haltende Glasretorten, in jede etwa 10 bis 12 Unzen, setze sie in Schmelztiegel mit etwas Sand umfüllt, der Gluth eines wohlziehenden Windofens aus, lege eine geräumige Vorlage unlutirt, oder (besser) den unter dem Artikel Destillation, oder Salmiakgeist gezeichneten Apparat an, bringe den Untertheil des Schmelztiegels allmählich zum Glühen und erhalte ihn darin (mit der Vorsicht, daß die Tropfen immer nur so langsam auf einander folgen, daß man zwischen jedem Zehn zählen könne) so lange, bis alle Flüssigkeit, alle von den in der Retorte zurückbleibenden Metallkalken gereinigte Vitriolsäure (acidum vitrioli, s. sulphuricum rectificatum) herüber gegangen ist, die man in gläsernen Flaschen mit eingeriebenem Glasstöpsel verwahrt. Da die konzentrirte Vitriolsäure die Feuchtigkeit der Luft sehr begierig anzieht (oft ein ihr gleiches Gewicht und mehr), und dadurch sehr geschwächt wird, so ist bei großen Standflaschen dienlich, die Glasstöpsel mit weißem Wachse zu überziehen, um allen Zutritt der Luft abzuhalten, nach der Art, wie unter dem Artikel Stöpsel gelehrt worden.

Ist diese von ihrem Metallgehalte befreite Säure durch eingefallene brennbare Substanzen, Kork, Wachs, Harz, u.s.w. wieder braun geworden, so kann man sie zwar leicht in einem enghälsigen[362] Kolben im Sandbade durch Erhitzung wieder weiß machen, doch kömmt man leichter zum Zwecke, wenn man statt dieses Siedens, einige Tropfen Salpetergeist in die braune Säure eintröpfelt, welcher darin zersetzt in rothen Dämpfen völlig entweicht, und die Vitriolsäure entfärbt zurückläßt; sollte sie auch vor der Hand noch gelblich bleiben, so dauert es doch nur wenige Tage, und sie ist wasserhell und völlig farbelos.

Wo man keine von dem Metallgehalt völlig befreite, das ist, rektifizirte Vitriolsäure zum arzneilichen Einnehmen, sondern blos eine weiße, völlig oxydirte zu pharmazevtischen Präparaten bedarf, da ist zu ihrer Entfärbung das blose Sieden in enghalsigen Kolben oder die Eintröpfelung einiger Salpetersäure hinreichend.

Die ungeheure Erhitzung, welche die konzentrirte Vitriolsäure bei Berührung einiger Feuchtigkeit zuwege bringt, (wie wenn man ein glühendes Eisen in Wasser taucht), macht große Vorsicht nöthig, theils, wo man sie in leere Gläser zu füllen hat, dahin zu sehen, daß keine Feuchtigkeit in leztern hänge, und daß man ganz trockne und reine Gläser dazu wähle (weil sie sonst unausbleiblich zerspringen), theils wo man sie unter andre Flüssigkeit zu mischen hat. Große Portionen starke Vitriolsäure plötzlich zu einer kleinen Menge Wasser oder Weingeist zu mischen, ist mit Lebensgefahr verbunden.

Will man daher verdünnte Vitriolsäure (Acidum vitrioli tenue auch, unrichtig, Vitriolgeist, Spiritus vitrioli, acidus genannt) bereiten, so tröpfelt man z.B. in drei Theile, dem Gewichte nach, destillirtes Wasser (Andre nehmen ein größeres Verhältniß Wasser und es ist Schade, daß man die verdünnte Vitriolsäure nicht nach einem bestimmten spezifischen Gewichte etwa zu 1,100 bereitet). Einen Theil, dem Gewichte nach, starke Vitriolsäure nur in einzelnen, langsam nacheinander folgenden Tropfen ein, und schüttelt von Zeit zu Zeit das Wasser um, damit sich die Säure nicht zu Boden setze, sondern sich gleichförmig vertheile, und die Erhitzung des Gefäßes allmählich und gleichförmig erfolge. Man gieße ja nicht umgekehrt das Wasser in die Säure!

Noch größere Vorsicht ist nöthig, wenn man die starke Vitriolsäure unter brennbaren Geist zu mischen hat. Die erforderliche Menge ganz wasserfreien Weingeistes setzt man in einer geräumigen Flasche enthalten, in ein Gefäß voll kalten Wassers und trägt die nöthige Menge konzentrirter, entfärbter Vitriolsäure, wie man sagt, in ganz kleinen Quantitäten, sichrer und besser aber, in einzelnen Tropfen herein und bewegt die Flasche durch Schütteln von Zeit zu Zeit. So wird die heftige Erhitzung, die von jedem Tropfen, wie von einer eingetauchten glühenden Kohle unter Zischen erfolgt, gleichförmig vertheilt, ohne das Gefäß dem Zerspringen auszusetzen, und ohne wie beim schnellen Eintragen geschieht, die Flüssigkeit in Wallen und Kochen zu setzen, wobei eine ansehnliche Menge ätherischen Geistes davon geht.

Ist die Mischung zum unmittelbaren innern Arzneigebrauche bestimmt,[363] so muß die Vitriolsäure nicht nur entfärbt, sondern auch durch Uebertreibung rektifizirt seyn.

Unter 6 Unzen wasserfreien Weingeist mischt man, auf angegebne Art, 1 Unze starke rektifizirte Vitriolsäure, um Dippels saures Elixir (Elixir acidum Dippelii) zu bereiten. Die nachgängige Färbung mit Safran und Koschenille geschiehet blos zur Zierde.

Eben so mischt man mit obiger Behutsamkeit zu drei Unzen wasserfreien Weingeiste 1 Unze starke rektifizirte Vitriolsäure, um Rabels Wasser (Aqua Rabelii) zu verfertigen.

Die meiste Vorsicht ist bei Vermischung gleicher Theile wasserfreien Weingeistes und starker rektifizirter Vitriolsäure zu Haller's sauerm Elixir (Elixir acidum Halleri) nöthig. Die Färbung dieses Gemisches mit Koschenille zu Zimmermanns sauerm Elixire (Elixir acidum Zimmermanni) ist unwesentlich.

Nur ist zu wissen nöthig, daß die innige Vereinigung dieser Säure mit dem Weingeiste nur allmählich vor sich gehe, und z.B. ein Hallersches saures Elixir ein Paar Stunden nach seiner Mischung noch so fressend sauer ist, daß kaum ein Paar Tropfen auf die Gabe genommen werden können, während es binnen mehreren Wochen so mild wird, daß man nun eine zwanzigfache Menge davon auf die Gabe reichen kann. Auch sind dann seine Kräfte so ätherartig geworden, als sie anfänglich fast blos die der unvermischten Vitriolsäure waren, welches leztere der Absicht zuwider ist. Es sollte daher kein rechtlicher Apotheker diese genannten drei Mischungen eher zur Dispensation nehmen, als bis sie vier Wochen lang verstopft an einem gemäsigt kühlen Orte gestanden haben. Sie nur einige Tage an einem wärmern Orte zu digeriren, wie vorgeschlagen wird, ist theils nicht zureichend zur genauen Verbindung, theils wird die Geistigkeit derselben dadurch vermindert.

Die reine Vitriolsäure zeigt gehörig mit Wasser verdünnt (etwa 1 Theil starke Säure unter 2000 Theile wässerige Flüssigkeit gemischt) Kräfte erhebende, fäulnißwidrige, adstringirende Eigenschaften und ist daher oft mit Nutzen in faulichten Fiebern, in Blutflüssen, und einigen Hautübeln gebraucht worden, etwa ein Tropfen der starken Säure auf die Gabe in genannter oder ähnlicher Verdünnung. Was sie in krampfhaften Krankheiten, im Blasensteine, in der schleimigen Lungensucht, und als harntreibendes Mittel leiste, ist noch nicht völlig bestätigt. In einer Art von Gicht, welche junge, robuste Personen befällt, war sie nicht selten hülfreich.

Aeusserlich hat sie sich, mit 50 Theilen Wasser verdünnt, in faulen Mundgeschwüren und Schwämmchen der Kinder, so wie im Wasserkrebs dienlich erwiesen.

Das saure Elixir aber, oder die mit brennbarem Geiste versüßte Vitriolsäure, zeigt nicht nur die Wirkungen der leztern, sondern auch, je länger sie Zeit gehabt hat, mit dem Weingeist in Verbindung zu treten, um so, mehr auch die Kräfte des Vitrioläthers. Selbst im Veitstanze, der Fallsucht und dem chronischen Zittern[364] hat man in einigen Fällen Hülfe davon erlangt; je nach der verschiednen Versüßung zu zwei bis zwanzig Tropfen auf die Gabe, mit Flüssigkeiten verdünnt.

Wenn man Hallers saures Elixir oder eine auf obige Art behutsam verfertigte Mischung von gleichen Gewichten starker Vitriolsäure, und des verstärktesten Weingeistes einige Wochen in verstopften Flaschen im Kalten stehen läßt, dann das Gemisch aus einer gläsernen Retorte mit dem Vorlaggeräthe, wie im Artikel Destillation gezeichnet ist (in Ermangelung derselben, wiewohl weniger sicher, aus Kolben mit Helm und kleiner Vorlage) im Sandbade (nach Verdichtung der Fugen mit einer Masse aus Eiweiß und lebendigem Kalke zusammengerührt) bei gelindem Feuer destillirt, die zuerst übergegangenen wenigen Unzen unveränderten, obgleich angenehm riechenden Weingeistes wegnimmt, sobald das Destil lirende in dünnen, fettig aussehenden, geschlängelten Striefen überzugehen anfängt, und nun, nach gewechselter Untersatzflasche (s. die gedachte Zeichnung) oder Vorlage, so lange mit der Destillation anhält, als diese fettigen Striefen zu erscheinen fortfahren, und sie abbricht, sobald der angenehme Aethergeruch in einen schwefelichtsauern überzugehen anfängt, so ist das Destillat Vitrioläther (Aether vitrioli, s. vitriolaatus, s. vini, Aether Frobenii, uneigentlich auch Naptha vitrioli genannt, ein Nahme der ehedem auch dem Weinöle beigelegt ward) eine 0,732 leichte, wasserhelle Flüssigkeit von erquickendem, starkem, durchdringendem Geruche und ähnlichem, auf der Zunge feurigem und zugleich kältendem Geschmacke, die durch ihren weit umher sich verbreitenden Dunst schon in der Entfernung entzündbar, lodernder und mit hellerer Farbe, als der Weingeist, und mit Anlegung vielen Rußes verbrennt, so leicht verdunstet, daß ein Tropfen von einiger Höhe herabgetröpfelt, eher verfliegt, als er die Erde erreicht, und dabei so viel Wärmestoff mit sich fortnimmt, daß ein damit feucht erhaltener Thermometer bis zu 20 Grad unter 0 Reaum. herabsinkt, wodurch Wasser auch im Sommer zum Gefrieren gebracht werden kann – eine Flüssigkeit, welche, den ätherischen Oelen sehr ähnlich, sich zwar mit Weingeist in allen Verhältnissen verbindet, aber nur in zehn (vielleicht noch mehr) Theilen Wasser auflösbar ist, worein sie getröpfelt, zischt, und welche nicht nur ätherische Oele und Gewächsharze, sondern auch fette Oele, thierische Fette, Federharz, Phosphor, Erdharz und Gallensteine, aber nicht, wie Weingeist, den Seifenstoff der Gewächse auflößt – ein in der Arzneikunst sehr schätzbares, Kräfte erhebendes, nicht erhitzendes Mittel, welches in gewissen Fällen (die jedoch von Aerzten noch nicht genau bestimmt sind) sehr kräftig Krämpfe (oft die von Hysterie und Blähungen) Schmerzen (oft des Kopfes, der Zähne bei Hysterien, und des Magens von zurückgetretener Gicht) und äussere Entzündungen (des Fingerwurms, der eingesperrten Leistenbrüche) stillt, sehr kräftig zu Belebung Scheintodter mitwirkt und[365] eins der besten Gegenmittel giftiger Schwämme ist.

Ist der Aether durch Versehen gleichwohl etwas schwefelicht geworden, so darf er nur mit etwas aufgelösetem Potaschlaugensalze (zerflossenem Weinsteinöle) geschüttelt und dann durch den Scheidetrichter (w.s.) wieder abgesondert werden.

Zu einigen technischen Behufen (z.B. zur Auflösung des Federharzes) muß er von aller Säure und dem ihm immer noch beigemischten Wasser durch eine neue Rektifikation bei dem gelindesten Hitzgrade zur Winterzeit dergestalt gereinigt werden, daß man nur zwei Drittheile davon herüber gehen läßt (Aether vitrioli rectificatus).

Wird Ein Theil Aether in vier (höchstens sechs) Theilen wasserfreiem Weingeiste aufgelößt, so entsteht der sogenannte versüßte Vitriolgeist, versüßte Vitriolsäure, oder Hoffmanns schmerzstillender Liquor (Spiritus vitrioli dulcis, Liquor anodynus mineralis Hoffmanni), den man auch geradezu erhalten kann, wenn man vier Theile Weingeistalkohol mit einem Theile, dem Gewichte nach, starker Vitriolsäure, unter oben angegebner Vorsicht behutsam gemischt, aus dem unter dem Artikel Destillation gezeichneten Apparate bei gelindem Feuer so weit überzieht, bis der schwefelichte Geruch sich zu entwickeln anfängt. Wenn er gleichwohl die Lackmustinktur röthet, oder schwefelicht riecht, so muß er mit Potaschlaugensalzauflösung geschüttelt, und wenn beide Erscheinungen vergangen sind, durch den Scheidetrichter (w.s.) wieder abgesondert werden.

Mischt man drei bis vier Theile starken Weingeist mit Einem Theile Vitrioläther und läßt die Mischung einige Wochen stehen, so bekömmt man ebenfalls Hoffmannischen Liquor.

Die Arzneikräfte desselben weichen von denen des Vitrioläthers in so fern ab, als der zugemischte Weingeist erhitzend ist.

Beide, Aether und Hoffmanns Liquor, müssen in gläsernen Flaschen aufgehoben werden, deren eingeriebener Glasstöpsel bei größern Standflaschen noch überdieß so luftdicht gemacht werden muß, wie im Artikel Stöpsel gelehret worden.

Wird die Destillation weiter fortgesetzt, so geht unter weißen, immer dichtern und dichtern Dämpfen ausser schwefelichter und Essig-Säure auch ein dunkelgelbes, dickliches Oel über, welches stark schwefelicht riecht und schmeckt, und in Weingeist, aber nicht in Wasser auflösbar ist, auf welchem es schwimmt. Dieses sogenannte Weinöl (Oleum vini, s. dulce, Oleum vitrioli dulce, oleum naphthae, Quinta essentia vegetabilis) über Potaschlaugensalzauflösung oder gebrannter Schwererde rektifizirt, verliert zwar den schweflichten Geruch und Geschmack und nähert sich dann einigermasen dem Vitrioläther, weicht aber in andern Stücken merklich von ihm ab, und nähert sich noch mehr den ätherischen Oelen, schon durch seine Unauflöslichkeit in Wasser.

Man hat das Weinöl ehedem (Kindern zu 4 bis 8, Erwachsenen aber zu 20 Tropfen, auf Zucker getröpfelt) in Schmerzen vom Zahnen, der Nierensteinkolik, verschiednen[366] Gicht- und rheumatischen Schmerzen, bei Koliken, Schlucksen, zurückgetriebnen Ausschlägen, vielerlei Krämpfen, hitzigen Fiebern, Schlagflüssen und Lähmungen, und selbst im schwarzen Staare (wie es scheint, oft ganz empirisch) gebraucht.

Der Rückstand von der Destillation des Vitrioläthers oder des Hoffmannischen Liquors ist eine braune, schwefelichte Säure, die bei fernerm, aber immer kleinern und kleinern Zusatze von Weingeist und erneuerter Destillation wieder Aether oder Hoffmannischen Liquor, aber immer weniger und weniger giebt; sie wird aber bei öfterer Wiederholung dieses Prozesses allzu wässericht, und wird dann besser zu andern Behufen genutzt (mit Wasser verdünnt, an die Luft gestellt und hell abgegossen) zur Bereitung des reinen Eisenvitriols, reinen Zinkvitriols, und zu verschiednen Präzipitationen, der Schwefelmilch, des Spießglanzschwefels, u.s.w.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 2. Abt., 2. Teil, Leipzig 1799, S. 361-367.
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