An

Scheffner's Geburtstag.

Die Elfen und Dryaden des Galtgarben und die Nachtigall.

[132] Elfen und Dryaden.

Willkommen, du weiser, du freundlicher Meister,

Du, der uns erschaffen das schöne Revier,

Dich grüßen des Berges frohlockende Geister,

Glückselige jubeln und danken wir dir.


Elfen.

Wenn der Mond aufgeht,

's Elfenvolk aufsteht,

Hüpft um den Berg viel hundertmal,

Tanzt auf der Höh' und tanzt im Thal,[132]

Führet um's Kreuz den Reihen im Trab,

Schreitet ernst ums Riesengrab.

Hast rings geebnet uns die Bahn,

So wandeln wir und stoßen nicht an.


Dryaden.

Wenn uns Morgenkühl' umweht,

Abendfrische niederschwebt,

Öffnen wir das schmale Haus,

Wandeln in die Flur hinaus,

Gehn, so weit die Schatten reichen,

Unter Tannen, Birken, Eichen,

Schauen froh des Himmels Blau,

Trinken froh des Himmels Thau,

Weihen still die Rasenstätte

Ein zu deinem Ruhebette,

Flüstern, Zweiglein, wachset dicht,

Wachset; doch noch kommt er nicht.


Birkendryaden.

Und kommst du einst, streu ich dir Schatten;


Tannendryaden.

Ich grüne dir, deckt Schnee die Matten.


Eichendryaden.

Um der Scheitel Silberglanz

Schling ich dir den Eichenkranz.


[133] Elfen.

Wir wollen dein friedliches Bett umschleichen,

Wir wollen den nächtlichen Uhu verscheuchen.

Wir wollen die kältenden Winde verjagen,

Nicht Regen noch Hagel dein Bett soll schlagen.

Wir weben dir nächtlich den lustigen Traum,

Und schlingen den Reihen, du ahnest uns kaum.


Nachtigall.

Ich aber singe mein Lied zum Reih'n,

So lauschest du schlummernd im Mondenschein.


Elfen und Dryaden.

Doch jetzo, du weiser, du freundlicher Meister,

Du, der uns erschaffen das schöne Revier,

Jetzt grüßen den lebenden dankende Geister,

Lang' lebe noch froh, spät bette dich hier.
[134]

Quelle:
Scheffner, Johann George: Nachlieferungen zu meinem Leben. Nach bestem Wissen und Gewissen, stets mit kräftigem Wollen, oft mit schwachem Können, Leipzig 1884, S. 132-135.
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