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[12] Gezeichnet habe ich, solange ich mich zurückerinnern kann, als Kind schon lange ehe ich in die Schule ging, ich saß am Boden und kritzelte auf einer Schiefertafel herum, dann lief ich zur Mutter, die mußte es mir sagen, was all das sei, was ich da gemacht habe, sie war unermüdlich mit ihrem Erklären; bald sah sie in den Strichen ein Pferd, eine Kuh, ein Schwein, einen Has, einen Hahn, der auf dem Gartenzaun krähte – das sah ich dann auch und so wurde mein Gekritzel nach und nach etwas Gewolltes, so entstand ein Pferd, das sich deutlich von dem Schwein, das mir vorher gelungen war, unterschied. Allerdings kam der Nachbar Kritikus, ein Mann, der ganz mit seiner Tabakspfeife verwachsen schien – ein Mann, der für eine Schwarzwälderseele sehr frivol war, da er aussprach, es sei ihm ganz recht, wenn er in die Hölle komme, man dürfe doch dort jedenfalls rauchen – dieser Kritiker fand, daß das was ich gezeichnet habe, kein Pferd sei, sondern ein Esel, weil es zu lange Ohren habe. Das hat mich tief gekränkt. Ich war also nicht so unempfindlich gegen Kritik wie man später oft behaupten wollte. Als ganz kleines Kind saß ich oft still in einem Stubenwinkel und schnitt mit der Schere aus zusammengelegtem Papier Ornamente, deren Regelmäßigkeit mich sehr erfreute. Ein ängstlicher Hausierer schimpfte, daß man so unvorsichtig sei, einem so kleinen Kinde eine Schere zu lassen. Dieser Eingriff in meine Liebhaberei brachte mich ganz aus der Fassung. Zum Josephstag, dem Namenstag meines Vaters, zeichnete ich für ihn eine Spielkarte ab, den Hündlebub, einen der vier Buben aus der deutschen Karte, der einen Hund neben sich hat – das wird in meinem fünften Lebensjahr gewesen sein, ich weiß es nach einem bald nachher stattfindenden Wohnungswechsel. Mein Vater hatte überhaupt große Freude an meinem Zeichentalent, das ich auch während der Schulzeit fortsetzte. Sonntag nachmittags steckte er die Zeichnungen zu sich, um sie den Nachbarn zu zeigen, so kann ich mir ihn jetzt noch lebhaft vorstellen, wie er nach dem Nachbarhaus hinschritt; er trug eine weiße Zipfelkappe, was damals ziemlich gebräuchlich war. Er soll auch bei den Nachbarn prophezeit haben, daß aus seinem Johannesle einmal etwas Rechtes werde.[12]

Als die Schulzeit vorbei war, kam die Frage, was nun aus mir werden solle – meine Eltern waren mittellos – ein wenig Hoffnung baute man auf mein Zeichentalent. Das ist ja meist eine schwere Sorge für Eltern, was nun aus dem Schulentlassenen werden soll.

Eine Schwester meiner Mutter war als Krankenwärterin im Spital in Basel, sie war protestantisch geworden und stand mit der Baseler Mission in einiger Verbindung. Sie kam, wie so viele Schwarzwälder Mädchen, nach Basel in die Fabrik. Dort wurde ein Arzt auf sie aufmerksam, da sie sich so tapfer hilfsbereit benahm, als einer Mitarbeiterin von der Maschine der Arm weggerissen wurde und alle andern entsetzt wegliefen. Dieser Arzt veranlaßte sie, Krankenwärterin zu werden. Sie war eine bibelgläubige, fromme Seele, dabei in ihrem Wesen nicht weichlich, ja eher hart zu nennen – ihr jahrzehntelanger Dienst, auch bei der Irrenanstalt, war auch gar hart und so lernte sie wohl das Leben fast nur von der Seite des Leidens, der unerbittlichen Pflichterfüllung kennen.

Sie war keine unbedeutende Persönlichkeit. Davon zeugen ihre hinterlassenen Aufzeichnungen, in denen sie einen Lebensabriß gibt und besonders ihre religiöse Verfassung schildert. Sie war eine tief religiöse Natur, vielleicht weil so etwas Familienerbteil war – es war innerliche Frömmigkeit, der die gewohnten Formen nicht mehr genügten, so daß ihre suchende Seele im Evangelium ihren Halt fand. Es ist übrigens die gleiche unbefriedigte Seelenunruhe, die auf religiösem Sinn beruht, welche auch Mitglieder protestantischer Konfession zum Übertritt zum Katholizismus bewegt.

Das Büchlein der Marie Maier habe ich erst vor ein paar Jahren vom Hausvater des Hardthauses bekommen. Marie hatte dort ein Altersasyl gefunden und hat wohl ihr Büchlein dort geschrieben. In ihrem christlichen Eifer war sie bemüht, die Glaubensruhe die sie beglückte, auch ihren Geschwistern zuteil werden zu lassen. Sie schickte Bibeln und andere Schriften an sie, die nicht ohne Einfluß auf ihr religiöses Leben geblieben sind.

Ein Bruder meiner Mutter, der mit zahlreicher Familie in einem kleinen Häuschen wohnte, zog sich seiner evangelischen Gesinnung wegen, die er gar nicht verheimlichte, Verfolgungen zu, so daß er von[13] Bernau wegzog. Er war Uhrmacher, Mechaniker, hatte viel Sinn für Musik, er wurde Klavierstimmer, reparierte auch Orgeln, machte Versuche im Holzschnitzen und Malen. Er war von hartköpfiger lutherischer in heftige Diskussion mit dem älteren Bruder, dem Franztoni, der war mehr eine Philosophennatur – freigeistig gerichtet –, der dann dem Franzsepp und seinem starren Bibelglauben stark zusetzte. Ich als Bub hörte dem Streit immer mit großem Interesse zu, gab aber meist im stillen den Vernunftgründen des Philosophen recht. Franztoni in seinem milden Sinn wollte es nicht begreifen, daß Gott die armen Sünder von Menschen, die er ja selber so erschaffen hat, für ihre Fehler der ewigen Verdammnis überliefern sollte, so verteidigte er die katholische Lehre vom Fegfeuer, einem Läuterungsort der Seele. Da wurde aber Franzsepp sehr heftig: ein Mittelding gibt's nicht, da heißt's: entweder usse oder abe! Er hatte einen bedeutenden Kopf, der bei dem Ausbruch solchen Eifers einen starken Ausdruck hatte und viel Eindruck auf mich Buben machte, so daß das »usse oder abe!« oft die philosophischen Erwägungen hart bedrängte.

Es wurden auf der Ofenbank um den großen Kachelofen herum beim flackernden Schein des Buchenspanes von diesen ernsthaft ehrlich suchenden Brüdern gar schwere tiefe Gedanken herumgewälzt und wenn sie einmal beisammen waren, so dauerten die Gespräche bis tief in die Nacht hinein. Ich war immer dabei bis zum Schluß der Unterredung.

Franztoni, der älteste Bruder meiner Mutter, war Uhrenschildmaler, da aber Bernau ziemlich weit von dem Schwarzwälderuhrenbetrieb entfernt ist, so verlegte er sich später auf die Unterglasmalerei von Heiligenbildern; auch malte er auf Glas Kruzifixe, das Glas wurde dann auf Holzkreuze aufgekittet. Die »Ware« wurde meist an Wallfahrtsorten von armen Leuten verkauft und gekauft. Seine heranwachsenden Söhne halfen mit und machten Muttergottestäfelchen hinter Glas mit Goldschaumflitter; auch Schachteln wurden bemalt. So fand im Uhrenmacherhaus eine Art von Tätigkeit statt, die doch so weit mit Kunst verwandt war, daß sie den bäurischen Schmuck herstellte, wie auch die ärmste Hütte ihn gerne mag. Die Unterglasheiligenbilder[14] in ihrer Farbigkeit sahen auch sehr schmückend aus an den braunen holzgetäfelten Wänden, es waren immerhin Handmalereien, wenn auch unbeholfner Art; sie wurden aber von der Stadt her von der Farbendruckindustrie verdrängt. Neuerzeits werden sie wieder für Museen gesucht.

Auch die Bauernmalerei, die Kasten und Truhen, auch holzgetäfelte Stuben, manchmal auch Fensterladen mit Blumen, Farben, Bändern und Sprüchen zierte, verschwand und mußte der Stadtmode weichen, und der so schön bemalte Schrank wurde brutal mit Nußbaummaserung überstrichen. Die Kruzifixe und Muttergottestafeln, die im Uhrenmacherhaus hergestellt wurden, wurden von Hausierern vertrieben; auch Frau und Töchter gingen damit ins Land und fanden einen spärlichen Verdienst. Denn überall gibt es Kinder und fromme Seelen, denen Flittergold und ein paar bunte Farben, in Verbindung mit dem was ihnen heilig ist, zur Erbauung dient. Was in dem Hause gemacht wurde, war freilich künstlerisch nichts, es waren kümmerliche Reste einer untergegangenen Bauernmalerei, es mußte möglichst billige Ware gemacht werden.

Das Haus meines Onkels war von unbegrenzter Gastfreundschaft, besonders durch die Gutmütigkeit seiner Frau, der Marei. Kein noch so verlumpter armer Teufel, der Herberge suchte, wurde abgewiesen, er bekam sein Lager hinter dem warmen Ofen, und bei rauhem Winterwetter blieb gar mancher tagelang am warmen Ofen hocken. Weggeschickt wurde eigentlich keiner, ein gewisses Schicklichkeitsgefühl muß sie geleitet haben, daß sie überhaupt wieder weitergingen. Sie bekamen auch zu essen, meist Kaffee und Kartoffeln. Brot brachten sie von anderswoher mit, denn das konnte bei der zahlreichen Familie nicht wohl geliefert werden. So sagte einmal einer der Ofengäste, als er wegging: Vergeltsgott fürs Kasse, Brot han i eignes g'ha. Es waren gar sonderbare Käuze unter diesen Ofengästen, die alle Ränke brauchten, um durch die Welt zu kommen; so der fromme Wallfahrer Friedli, der im Auftrag von Bauersleuten geschäftsmäßig nach Einsiedeln und andern Wallfahrtsorten ging, um dort Seelenmessen lesen zu lassen. Der kam zu mir, ich war noch Schulbub, er wußte, daß ich eine gute Schrift hatte. Er erzählte, daß er einen Brief den ihm der Pater So-[15] und so in Einsiedeln gegeben habe, an einen Bauern im Unterland, für habe. Er sagte, er wisse den Brief auswendig und ich solle so schreiben: Dem Geistlichen sei, während er die Seelenmessen, welche der Fridolin bei ihm bestellt habe, gehalten habe, die Eingebung gekommen, daß zur Erlösung dieser armen Seele aus dem Fegefeuer noch 10 Messen erforderlich seien und die Leute möchten dem Fridolin das Geld für diese Messen mit geben. Friedli gab mir Namen und Unterschrift an, und ich war harmlos genug im Vertrauen auf den gar so frommen Wallfahrtsmann, diesen Brief zu schreiben. Erst später kam es mir zum Bewußtsein, daß ich zu einem Betrug mißbraucht worden sei.

Franztoni saß an seinem Werktisch vom Morgen bis an den Abend, er ging fast nie aus dem Hause. Abends spielte er oft auf der Geige, und mit einem gewissen Mutwillen übertönte er auch oft den Zank der Frau und der zahlreichen Kinderschar – er vertraute der Macht der Musik. Er selber hatte nie mit jemandem Streit, seine Ruhe verließ ihn nie, er war mild in seinem Urteil über alle Menschen, er ließ jeden gelten. Haß gegen jemand oder gegen Stände gab es bei ihm nie. Mit Gelassenheit ertrug er sein ärmliches Dasein, ja er war von innerlicher Heiterkeit, die sich darin äußerte, daß er gerne mit seinen Kindern am Feierabend Volkslieder sang, wobei ihm besonders sein Hansjörg gar eifrig half. Was zufriedne Menschen sind, konnte man auch an diesem Sohn Hansjörg sehen. Aber nicht alle seine Kinder waren so. Es war oft viel Zank und Lärm im Hause – dagegen half ihm auch seine Gelassenheit nicht. Die Menschen sind halt gar bunt untereinander gemischt. In die Kirche ging er gar selten, zur Beichte ging er nie mehr. Der Gedanke an einen zornigen Gott, der die Menschen ihrer Sünden wegen, für welche sie doch eigentlich nichts könnten, mit ewiger Verdammnis strafen würde, war ihm unfaßlich. Daß er sie ihrer Meinungsverschiedenheiten wegen zur Rechenschaft ziehen werde, das wollte er nicht glauben. Daß man bei seiner letzten Krankheit den Pfarrer, der den stillen Mann kaum kannte, zu ihm rufen wollte, das gab er gerne zu. Der Pfarrer war dann sehr lange bei ihm und nachher sagte er, es tue ihm nur leid, daß er diesen seltenen Menschen nicht schon lange kennengelernt habe. So hatte ihm noch nie einer gebeichtet[16] mit dieser Aufrichtigkeit und wahren Frömmigkeit. Er war eine stille ernste Natur, ins Wirtshaus ging er nie, außer wenn er berufsmäßig nette, die er meisterhaft handhabte, der richtige Aufmunterer zur Fröhlichkeit. Er starb im Jahre 1866, 66 Jahre alt. Er starb mit gerade der Gelassenheit, mit der er gelebt hatte; er starb gewissermaßen nach der Uhr. Seine Familie stand um sein Sterbebett, er gab allen noch Ermahnungen zum Frieden. Er sah nach der Wanduhr, die unten am Bette hing, er fühlte sich selbst den Puls und sagte es seiner Frau und den Kindern, daß der Pulsschlag noch bis zu der und der Stunde aushalten würde. Er hatte richtig gerechnet. Der Puls stand stille und er war eingegangen zur ewigen Ruhe.

Eines dritten Bruders meiner Mutter erinnere ich mich auch noch. Er hieß Franzkarte, war Uhrmacher, ein sehr lebhafter beweglicher Mensch. Es war der, mit dem meine Mutter so gerne Mustertänze aufgeführt hatte, er verheiratete sich nach Todtmoosrütte und ist auch bald gestorben.

Der jüngste Muttersbruder Ludwig war ebenfalls Uhrmacher, später Drechsler, der Holzwaren machte, Spinnräder und später auch Spulen für die Fabriken in St. Blasien und im Wiesental. Er war eine aufrechte, gesunde Natur, äußerst fleißig und genügsam. Er hatte vielerlei Liebhabereien, so z.B. beobachtete er den Sternenhimmel im Umlauf des Jahres; er wollte sich Klarheit verschaffen über all die Veränderungen und Zustände an Sonne und Mond, wie sie das Jahr hervorbringt. Es war in meiner Schulzeit, als er auf einem langen Tischgestell eine drehbare Erdkugel drechselte, die mein Bruder Hilari mit den Erdteilen bemalte. In der Mitte des Tisches war eine Lampe angebracht, die die Sonne bedeutete. Durch seine Uhrmachertechnik machte er, daß der Erdglobus seinen Lauf um die Sonne vollführte, eine vergoldete kleinere Kugel, die dabei die Erde umkreiste, war der Mond. Das alles war durch eine Kurbel in Bewegung zu setzen, und so konnte man gar deutlich Sonnen- und Mondfinsternisse darstellen. Gar oft habe ich die Kurbel gedreht und mich als Herr des Sonnensystems gefühlt. Ludwig stellte auch eine Sonnenuhr auf in seinem Gärtchen. Dies alles hat meine Jugendphantasie lebhaft angeregt und meine Kalenderliebhaberei[17] hängt wohl mit dieser ganz frühen, beim Onkel Ludwig geholten Erfahrung, zusammen. Ludwig starb im Jahre 1898, etwa 80 Jahre alt. Er konnte bis zu diesem Alter noch den kleinsten Druck ohne Brille lesen.

Viel Liebhaberei hatte er am Theaterspielen und so sammelte er die Dorfgenossen zusammen, daß sie das Stück »Die kleine Lautenspielerin« von Christoph Schmid einstudierten, alle Rollen waren zweckmäßig besetzt. Ich, damals gerade der Schule entlassen, hatte die Rolle eines Hirtenknaben, ich malte auch ein paar Papierstreifen als Dekorationen und als wir uns in unsern Rollen sicher fühlten, holte Kuratejosepp die Bewilligung beim Amt zu einer öffentlichen Aufführung im Tanzsaal im Adler.

An einem Sonntag, als der Gottesdienst aus war, mußten ich und der Schwizeralbert mit einer Trommel in theatralischem Aufputz hinter der Kirche der Menge bekanntmachen, daß am Nachmittag die Vorstellung sei. Ich mußte den Ausrufer machen. Die Sache hat gute Aufnahme gefunden, denn wir mußten die Sache auch noch in andern Wirtshäusern zur Aufführung bringen. Es haben alle mit heiligem Eifer sich in ihrer Rolle gefühlt. Theaterkritik wurde nicht geübt, aber manche Zuschauer waren bis zu Tränen gerührt.

Wenn ich nun so an Verwandte, Nachbarn und Dorfgenossen, die ich in Bernau hatte, an all ihr Treiben, je nach ihrem angebornen Wesen und den dadurch herangewachsenen Verhältnissen, denke, so sehe ich, daß eigentlich der Kern des Menschen überall der gleiche ist, daß man, um den Menschen kennenzulernen, gar nicht weit zu wandern braucht. Es ließen sich in dem Rahmen eines stillen Dorfes alle Menschenschicksale schildern, ganz nach der Natur, wenn nur der Schilderer das große Gefühl des Allgemeinschicksals, das uns alle verbindet, nicht verliert.

Quelle:
Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. Aus acht Jahrzehnten gesammelte Erinnerungen, Jena 1919, S. 12-18.
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