πέδῑλον

[541] πέδῑλον, τό, die Sohle, die unter den Fuß gebunden ward, wenn man ausgehen wollte, bei Hom. u. Hes., bei welchen sowohl Götter als Menschen dergleichen tragen, stets im plur., gew. in der Vrbdg ποσσὶ δ' ὑπὸ λιπαροῖσιν ἐδήσατο καλὰ πέδιλα, Il. 2, 44 u. sonst; die Sohlen der Götter besitzen die Schwungkraft, sie über Land u. Meer dahinzutragen, 24, 341 Od. 1, 91. 5, 57, ohne daß dabei an Flügelschuhe zu denken ist, vgl. Voß mytholog. Briefe I p. 113 ff.; παπτάναις ἀρίγνωτον πέδιλον ἀμφὶ nοδί, Pind. P. 4, 95, der auch übtr. sagt Δωρίῳ πεδίλῳ φωνὰν ἐναρμόξαι, Ol. 3, 5, d. i. die Stimme in den dorischen Rhythmus, die dorische Harmonie fügen, in der das Lied einhergeht; πονανοῖς πεδίλοισι, Eur. El. 460; Ar. Av. 973. – In Prosa auch allgemeiner Schuh, Fußbekleidung, hoch hinausgehend. wie die Stiefel, πέδιλα εἰς γόνυ ἀνατείνοντα, Her. 7, 67, περὶ τοὺς πόδας τε καὶ τὰς κνήμας πέδιλα νεβρῶν, 6, 75, u. einzeln bei Sp. – Bei Xen. An. 3, 4, 35 eine Fußfessel, Schlinge, mit der die Füße der Pferde bei Nacht, wie Theocr. 25, 103 die Füße der Kühe beim Melken gebunden werden.

Quelle:
Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Braunschweig 31914, Band 2, S. 541.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: