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Text in neuer Rechtschreibung
Ein lesenswertes LustspielLessings Minna von Barnhelm ist ein äußerst lesenswertes Lustspiel aus dem Jahre 1763. Wer sich nicht daran stört, dass die Sprache etwas "altmodisch" ist und gerne lacht, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der komischen Momente zu überlesen, der wird sicherlich seine Freude an dem Stück haben. Zumal man gerade an diesem Lustspiel die Gewohnheiten und Denkweisen der damaligen Zeit gut ablesen kann. Interessant ist natürlich vor allem die für Ihre Zeit doch recht emanzipierte Minna. Ich war begeistert. Ein kleiner Tipp am Rande: Achten Sie auf die Ringe; sie spielen eine wichtige Rolle. Übgrigens: Wer sich für Frauen und ihre Rolle im Laufe der Geschichte interessiert, für den wird sich auch der Roman "Effi Briest" von T. Fontane aus dem Jahr 1896 lohnen. Besonders der Vergleich von Minna und Effi wird überraschen, ist doch die Ältere die Emanzipiertere.
Frieden und doch nicht zufriedenDieses Lustspiel steht und fällt durch den politischen und gesellschaftlichen Bezug seiner Zeit, wie fast alles, was Lessing schrieb. Seine Stücke klagten mehrheitlich an und belehrten, wie auch dieses.
Ein Major von Tellheim als Inbegriff eines aufrechten und ehrenhaften Offiziers und Adeligen steht nach Ende des Siebenjährigen Krieges praktisch mittellos dar, obwohl er aus seinem Privatvermögen sogar einer Stadt die Kriegssteuer ausgelegt hatte. Sein übersteigerter Ehrbegriff verbietet es ihm jedoch, von Fremden Hilfe anzunehmen. Selbst seiner Exverlobten, die ihn suchte, gibt er einen Korb: "Ich bin Tellheim, der Verabschiedete, der an seiner Ehre Gekränkte, der Krüppel, der Bettler." Für ihn ist die Ehre das Wichtigste: "Nein, mein Fräulein, Sie werden von allen Dingen recht gut urteilen können, nur hierüber nicht. Die Ehre ist nicht die Stimme unsers Gewissen, nicht das Zeugnis weniger Rechtschaffnen - -". Doch sie bringt es auf den Punkt: "Nein, nein, ich weiß wohl. - Die Ehre ist - die Ehre." Aber dieses Fräulein von Barnhelm gibt sich so leicht nicht geschlagen: "Denn auch seiner Geliebten sein Glück nicht wollen zu danken haben, ist Stolz, unverzeihlicher Stolz!" Und so erteilt sie ihm eine Lehre.
Am Ende kommt sogar Friedrich II. zur Vernunft und zahlt von Tellheim alles zurück.
Was Lessing ganz allgemein vom Krieg und der Kriegsehre hielt, hat er recht deutlich in dem Einakter Philotas gezeigt: nämlich nichts. Doch er arbeitete auch im Siebenjährigen Krieg mehrere Jahre als Sekretär bei General Tauentzien. Die Minna ist wohl Lessings Abrechung mit dieser Zeit und diesem Thema.
Frauen - damals wie heute - wickeln uns um den FingerOhne lange drum rum zureden, ich hab das Stück verschlungen. Und als Laienschauspieler war das toll zulesen, weil ich immer daran denken musste wie wir das mit meiner Truppe umgesetzt hätten. Der arme Major hat ja im Grund nicht den Hauch einer Chance gegen die gewifte Minna. Tolle Wortspielchen und Dialoge.P.S.: Wer Französisch kann muss nicht nachblätternFazit: WOW! Hätte ich Lessing erlich nicht zugetraut, nach dem ich Nathan gelesen habe, was eher trocken war, dann so ein spritziges Lustspiel. Toll.
Langeweile pur!Darüber ob Lessing gut oder schlecht ist kann man sich streiten.Aber nicht über dieses Buch!Mir kam es so vor als ob gar keine Handlung abläuft.Außerdem geht einem das schnulzige Gerede der Protagonisten auf Dauer auf die Nerven.Das wichtigste Ereignis in dieser Lektüre ist der so genannte "Ringtrick" von Minna.Aber diese wichtigste Stelle ist so ungenau beschrieben,dass man es garnicht verstehen kann.Das hat zur Folge,dass man die restliche "Handlung" nicht versteht.Langweilig!
Brockhaus-1809: Gotthold Ephraim Lessing
Brockhaus-1911: Lessing [3] · Lessing [2] · Lessing
DamenConvLex-1834: Lessing, Gotthold Ephraim · Lessing, Karoline
Eisler-1912: Lessing, Gotthold Ephraim · Lessing, Theodor
Herder-1854: Lessing [2] · Lessing [1]
Meyers-1905: Lessing [2] · Lessing [1]