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Pierre, der Revolutionär, und Eve, eine Dame der Gesellschaft, sterben zu gleicher Stunde durch Gewalt, begegnen sich in einer Welt der Schatten, verlieben sich bis zu dem gewagten Anspruch -Ich gäbe meine Seele, wenn ich um deinetwillen noch einmal leben dürfte-. Sie dürfen leben. Die Uhr des Schicksals wird zurückgestellt unter der Bedingung, daß sie sich vorbehaltlos der Liebe ergeben, um derentwillen ihnen das Leben wieder verliehen wurde. Aber die Vergangenheit stellt ihre Forderungen, und sie verlieren das zweite Leben an der Unfreiheit des ersten. Eines der erfolgreichsten Bücher Jean-Paul Sartres - ein klassisches Werk der modernen Literatur.
Was wäre wenn?Pierre, Anführer einer revolutionären Gruppe, wird von einem Verräter erschossen. Eve wird von ihrem Ehemann, einem Funktionär der Militärdiktatur, vergiftet. Im Jenseits können sie sich frei an denselbsen Orten bewegen, an denen ihr Leben stattfand, nur werden sie von den Lebenden nicht wahrgenommen.
Die Beiden lernen sich kennen, und es beginnt eine Liebesgeschichte. Es stellt sich heraus, daß Pierre und Eve füreinander bestimmt waren, jedoch im Leben nicht zueinander fanden. Sie bekommen eine zweite Chance und dürfen für 24 Stunden in das Reich der Lebenden zurückkehren. Wenn sie es schaffen, sich innerhalb dieser kurzen Zeit "in vollem Vertrauen und mit aller Kraft" zu lieben, so bekommen sie ihr Leben zurück.Doch durch ihren Tod haben Pierre und Eve Informationen erlangt: Pierre über den Verrat an seiner revolutionären Gruppe, Eve über die Absichten ihres Mannes, der es als nächstes auf ihre Schwester abgesehen hat. Verständlicherweise möchten sie ihre Freunde bzw. Schwester warnen. Man glaubt ihnen jedoch nicht. Die Stunden verstreichen, und Pierre und Eve benötigen doch die Zeit, um sich lieben zu lernen...
Sie müssen sich entscheiden: für sich selbst und ihre Liebe, oder für die Menschen, für die sie sich verantwortlich fühlen.Sartre schrieb "Das Spiel ist aus" 1943 als Filmdrehbuch.
Das Buch ist toll geschrieben und sehr kurzweilig, schnell zu lesen. Und die Frage: "Was wäre, wenn ich mein Leben noch einmal anfangen könnte? Würde ich die gleichen Fehler noch einmal machen?" hat sich wohl jeder schon einmal gestellt, oder? ;-)
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.
Philosophie zum Einstieg"Das Spiel ist aus" von Jean-Paul Sartre ist ein Drehbuch für einen Fernsehfilm; aber es ist nicht bis ins letzte Extrem darauf angelegt als solches gelesen oder benutzt zu werden, es ist also auch als normale Lektüre durchaus mit Vergnügen lesbar. Obwohl ein Drehbuch sich natürlich mitsicht- und hörbaren Vorgängen beschäftigt (und beschäftigen muß), ist "Das Spiel ist aus" ein Text, der zumindest eine ganze Menge philosophischer Hintergründe hat. Das Hauptthema der Geschichte ist die Macht der Liebe und die Möglichkeit von Menschen, Vertrauen zueinander zu haben. Sartre geht es darum, wie solche Begriffe wie Liebe und Vertrauen von den äußeren Umständen abhängig sind; dabei kommt er letzten Endes zu einem eher pessimistischen Urteil. Diese philosophischen Fragen werden aber nicht, wie man das sonst eher gewohnt sein mag, auf trockene und abstrakte Art behandelt, sondern im Rahmen einer interessanten und unterhaltsamen Gechichte quasi im Hintergrund präsentiert; es handelt sich dabei im Prinzip um eine zusätzliche, wenn auch wichtige, Ebene der eigentlichen Handlung. Und wer esbei Begriffen wie "Sartre" oder "Philosophie" mit der Angst zu tun bekommt, er könne das mit Sicherheit nicht verstehen oder zumindest nicht mit Vergnügen lesen, der irrt hier, denn es handelt sich nun mal wirklich um ein Drehbuch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
anspruchsvoll und ansprechend zugleich„Das Spiel ist aus" ist als Filmszenarium von Jean-Paul Sartre für Jean Delannoy 1947 geschrieben worden. Die Einsamkeit des Menschen wird durch die Liebe überwunden - das ist die Quintessenz dieses Buches. Zwei junge Menschen, die nach einem gewaltsamen Lebensende in einer makaber grotesken Totenwelt das Wunder der Liebe erleben, dürfen für einen Tag in ihr altes Dasein zurück. Wenn sie in dieser Zeit das Vertrauen zueinander bewahren, wird ihnen ein neues gemeinsames Leben geschenkt... Sartre verarbeitet in diesem Werk auch Motive des Orpheus-Mythos und schafft es, eine insgesamt durchaus interessante Geschichte gut zu verpacken. Allerdings muss man sich durchaus erst an Sartre's Stil der Beschreibungen gewöhnen. Daher ist es wichtig, sich konzentriert mit dem Buch auseinanderzusetzen. Es handelt sich bei „Das Spiel ist aus" aber keinesfalls um ein leicht zu nehmendes Buch, das man „mal eben so zwischendurch" lesen sollte, da es durchaus recht anspruchsvoll, aber auch ansprechend ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Warum dieses Buch hilfreich sein kannEs sind schon viele sozialkritische und philosophische Kommentare abgegeben worden. Der einzige fast gleiche Nenner ist doch das es sich um Liebe handelt, ob man sie versteht und festhalten kann. Vielleicht sollte man dieses Buch einfach aus einem anderen Blickwinkel sehen. Liebe ist ein 'Bauchgefühl' und man sollte dieses Buch nicht unbedingt sezieren wie eine Leiche mit ungeklärter Todesursache sondern einfach sich in diese Geschichte hineinfühlen, dann kann dieses Buch einem das Leben oder besser den Umgang mit dem Tod erleichtern, wenn man nicht religionsgläubig ist. Der Gedanke, daß die Verstorbenen unter uns wandeln, daß sie sich noch vergnügen können, er hat mich bei jedem Verlust getröstet. Es ist mein Lieblingsbuch seit nunmehr 30 Jahren.
Sartre war nicht nur Philosoph und Nihilist, er war auch Genießer und Mensch und man sollte nicht nur interpretieren sondern auch einmal eine andere Sichtweise wagen.
Sicherlich wollte Sartre hier auch sozialkritisch sein, aber es war meiner Meinung nach nicht seine einzige Intention.
Einstiegsdroge!Dieses Werk von Jean-Paul Sartre ist genial! Ich stöberte durch die Buchhandlung und suchte einen Kurzroman von einem Schriftsteller, der mir etwas zu sagen hat - nun, Sartre hat viel zu sagen. In diesem ca. 120-seitigen Filmdrehbuch kombiniert der französische Schriftsteller und Philosoph Gesellschaftskritik, Ironie, Tragik und Emotion auf eine angenehm leichte Weise. Man sollte jedoch keine hochtragenden philosophischen Ansätze zur Weltverbesserung erwarten. "Das Spiel ist aus" ist durchaus einfach und umgangsprachlich geschrieben. Wer sich für Sartre und seine Sicht der Dinge interessiert, wird "Das Spiel ist aus" als eine Einstiegsdroge empfinden. Da Sartre besonders bekannt wurde durch seine meist "existenzialistischen" Werke, überrascht er in diesem Buch mit einer völlig anderen Perspektive. Kenner werden wissen, dass der Existenzialismus nie solch einen Buchtitel zulassen würde. Dennoch überlappen sich der Existenzialismus und dieses Buch in zwei Dingen: 1. Der Autor und 2. das Problem der menschlichen Unfreiheit.