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Im Ganzen enttäuschende ÜberblicksdarstellungDer Name Fugger ist geradezu ein Synonym für Reichtum und Wirtschaftsmacht. Das Augsburger Geschlecht der Fugger wurde, insbesondere unter Jakob „dem Reichen" und seinem Neffen Anton, zur reichsten Familie des damaligen Europa. Götz Freiherr von Pölnitz, vielleicht der deutsche Fugger-Forscher, gibt in diesem Buch einen Überblick über die Geschichte der Familie und ihrer Handelsgesellschaft. Dies erfolgt immer im Kontext der relevanten politischen Geschichte. Dabei geht er nicht thematisch orientiert, sondern grob chronologisch vor und schildert die Entwicklung der Fugger von (kleinen) Webern zu den damals reichsten Unternehmern des Reiches und auch den Abstieg des Hauses. Im Vergleich mit den mehrbändigen Biographien Jakobs und Antons, für die Götz von Pölnitz bekannt wurde, fällt dieses Werk knapper aus. Dies ist nicht per se negativ zu bewerten, kann doch durch eine prägnante, sich auf das Wesentliche beschränkende Darstellung eine rasterhafte Orientierung bieten, die die weitere Beschäftigung mit dem Thema vereinfacht. Doch fällt hier eine Beurteilung des Buches sehr zwiespältig aus: „Die Fugger" ist sehr gut lesbar und vermittelt eine gute Einführung in die Thematik. Andererseits hat man häufig das Gefühl, gerade dieser Lesbarkeit falle die Tiefe und Klarheit der Darstellung zum Opfer. Man wünscht sich, dass der Autor bei vielen Aspekten weitaus mehr ins Detail ginge; nach vielen Passagen bleibt ein ungutes Gefühl der Oberflächlichkeit zurück. Darüber hinaus bleiben manchesmal gerade die eher technische Aspekte der Wirtschaft und des Handels durch die flüssige Darstellung schwammig oder zumindest schwerer verständlich. Für den Leser, der lediglich eine überblicksartige Einführung in die Geschichte der Fugger sucht, sind dies sind jedoch möglicherweise irrelevante Kritikpunkte. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass von Pölnitz' Buch hierfür vielleicht schon wieder zu umfangreich ist.Aus der mehr oder weniger chronologischen Darstellung folgt, dass man sich nur schwer einen Überblick über einen bestimmten Teilaspekt der Fugger-Geschichte zu verschaffen vermag.Enttäuschend ist auch, dass die angegebene Literatur größtenteils auf dem Stand der Erstauflage ist und neuere Titel bei den späteren Auflagen nur sehr begrenzt aufgeführt werden.Zusammenfassend fällt das Urteil somit recht negativ aus.