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die "Entdeckung des Anderen durch das Ich"was die beiden anderen rezensenten offensichtlich übersehen bzw. venachlässigt haben, ist die tatsache, daß es sich bei todorov um einen wissenschaftler der anthropologie und soziologie handelt, "Die Eroberung Amerikas" ist also kein populärwissenschaftliches, sondern ein linguistisches und anthropologisches standardwerk, das die eroberung Amerikas als "Entdeckung des Anderen durch das Ich" beschreibt. wer also auf der suche nach einem blutrünstigen spektakel ist, ist hier ganz falsch, wer aber an der beschreibung der interferenz zweier zeichensysteme interessiert ist, findet hier eine hochspannende vergleichende analyse zweier kulturen.
Der Völkermord an den mesoamerikanischen IndianernTodorov hat die ersten 100 Jahre der Eroberung Amerikas durch die Spanier recherchiert, d.h. den Zeitraum1492-1600. Er geht auf die bestialische Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit ein, mit der die Spanier vorgingen. Insgesamt wurde die indianische Bevölkerung Amerikas von geschätzten 80 Mio. Menschen auf 10 Mio. reduziert - der größte Völkermord in der Geschichte der Menschheit.Anhand von Tagebüchern und weiteren Originaldokumenten hat Todorov sehr detailliert recherchiert, wie es dazu kommen konnte. Schwerpunkte sind Kolumbus, Moctezuma/ Cortés und kritische Texte von Zeitgenossen, darunter Las Casas, Cabeza de Vaca und Sahagún. Todorov zeigt eine fatale Mischung von Goldgier, Sozialdarwinismus und verfehltem missionarischem Eifer auf, die jegliches Verständnis für die indianischen Kulturen verhinderte. Die teilweise ausführlichen Analysen Todorovs, an welchen Stellen es genau zu Kommunikationsproblemen kam, sind daher manchmal fast müßig - wenn man nicht verstehen will, versteht man eben nicht. Bereits Kolumbus stellte die Indianer auf eine Stufe mit Tieren, und wie selbstverständlich wurden die großen Kulturen gezielt vernichtet.Der Recherche ist gut, doch der Text recht trocken - eher was für Fortgeschrittene und Suhrkamp-Fans :-) Die Aussagen könnten kürzer und knackiger sein, Bilder gibt es kaum. Doch Todorovs Botschaft ist gut: er plädiert für mehr Toleranz und Kommunikation zwischen den Kulturen der Welt.
Das große SchlachtenKein leicht zu lesendes Buch, die Entdeckung Amerikas durch Colon (so hieß er wirklich) und das darauf folgende Gemetzel an den Ureinwohnern. eine ernüchternde Anaylse des wohl größten Völkermordes aller Zeiten. Der Author bezieht sich teilweise auf die Original-Aufzeichungen von Colon.